Ein Hornissennest im Rollladenkasten kann Probleme verursachen.

Hornissen und das Honighäuschen


Hornissen sind überhaupt nicht gefährlich, wenn man sie in Ruhe läßt. Es sind angenehme Nachbarn, auch im Garten, mit denen man gut klarkommen kann.

Aber wenn sie sich den falschen Ort für ihr Nest aussuchen, zum Beispiel in einem Rollladenkasten, dann sind Konflikte vorprogrammiert.

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Eine Hornissenkönigin auf der Hand
Eine Hornissenkönigin auf der Hand
Ein Hornissennest im Rolladenkasten
Hornissennester können ganz plötzlich entstehen. Manchmal, wenn es ihn am alten Standort zu eng wird, ziehen Hornissen um und suchen sich ein neues Quartier.
Detailaufnahme einer Hornissenkönigin

Hornissen sind – Sie werden es schon gemerkt haben – Insekten, für die ich eine gewisse Sympathie habe. Sie leiden einfach unter einem falschen Ruf, was daher rührt, dass man Hornissennester durchaus auch als Waffen eingesetzt hat. Ein Tonkrug mit einem Hornissennest mit einem Katapult über die Mauer gefeuert, der Krug zerplatz, die wütenden Hornissen fallen über die Umgebung her und das erste sich am Boden wälzende Opfer, dass eine allergische Reaktion hat, löst Panik aus. Das hat noch im dreißigjährigen Krieg funktioniert.

Im dritten Reich stufte man Hornissen als Forstschädlinge ein, weil sie gern süsse Pflanzensäfte trinken und dafür auch schon mal die Rinde junger Triebe annagen. Allerdings bringt das keinen Baum ums Leben.

Tatsächlich haben Hornissen eine wichtige Funktion – auch für Sie als Gartenbesitzer. Hornissen ernähren ihre Brut mit Fleisch. Aber keine Sorge, Sie können im Sommer problemlos weiter draußen grillen. Grillfleisch interessiert Hornissen überhaupt nicht, diese großen Wespen wollen es frisch und jagen deshalb kleinere Wespen, Fliegen, Schnaken und holen sogar Spinnen aus ihren Netzen. Am Tag kommt da gut und gern ein halbes Pfund Fleisch in Form von Insekten zusammen.

Nun zum Thema Hornissennest im Rollladenkasten

Ein Hornissennest im Rollladenkasten ist ein Problem und zwar in mehrfacher Hinsicht. Hornissen sind leider Schweine (nichts gegen Schweine!) und zwar im übertragenen Sinn, was ihr hygienisches Verhalten betrifft. Hornissen lassen ihren Kot und Urin aus dem Nest fallen. Der Mist sammelt sich unter dem Nest und bei einem Hornissennest kann da einiges zusammenkommen. Den Mist, der sich unter einem Hornissennest im Rollladenkasten ansammelt, finden diverse Käfer und deren Larven ganz interessant und leben darin, was es nicht appetitlicher macht. Und natürlich entsteht eine ziemliche Geruchsbelästigung, da auch Futterreste und abgestorbene Hornissenlarven dazukommen. Es entsteht eine breiige Masse.

Um Ihrem Kopfkino noch etwas Futter zu geben, überlegen Sie einmal, wie groß der Kasten ist, wieviel Platz er den Hornissen bietet und vor allem, aus welchem Material die Abdeckung ist.

Meistens ist es eine dünne Platte aus Rigips, Sperrholz oder Preßspan. Diese Abdeckung saugt sich voll, es fängt an, übel zu riechen und eventuell bricht das Nest durch die Abdeckung. Wenn die Hornissen nämlich merken, dass sich ihnen da Ausbaumöglichkeiten bieten, sorgen sie für den Ausbau und das Hornissennest im Rollladenkasten mutiert zum Hornissennest im und außerhalb des Rollladenkastens.

Spätestens jetzt wird es Zeit, an eine einvernehmliche Lösung zu beiderseitigem Vorteil zu denken. Ist es ein Zimmer, dass Sie nicht unbedingt brauchen, kann man darüber nachdenken, einen zusätzlichen Kasten um das durchbrechende Nest zu bauen. Renovieren müssen Sie so oder so.

Oder man siedelt das Hornissennest aus dem Rollladenkasten in einen geeigneten Nistkasten um, denn Hornissen stehen unter Artenschutz und dürfen nur in Ausnahmefällen getötet werden. Und zwar nur dann, wenn die für den Artenschutz zuständige Untere Landschaftsbehörde ihre Zustimmung erteilt. Abtötungen von Hornissennestern nehme ich grundsätzlich nicht vor, die Umsiedlung eines Hornissennestes hingegen schon. Ein paar Bilder finden Sie in der -> Galerie der Hornissen