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Das Amt für Militärkunde im Bad Godesberger Stadtteil Mehlem. An diesem Ableger des Bundesnachrichtendienstes ist Dr. Eugen Klöbner tätig
Das Amt für Militärkunde im Bad Godesberger Stadtteil Mehlem. An diesem Ableger des Bundesnachrichtendienstes ist Dr. Eugen Klöbner tätig

Oleg von Leistikow, tätig am Amt für Militärkunde in Bad Godesberg

Das Amt für Militärkunde im Bad Godesberger Stadtteil Mehlem. An diesem Ableger des Bundesnachrichtendienstes ist Oleg von Leistikow tätig
Das Amt für Militärkunde im Bad Godesberger Stadtteil Mehlem. An diesem Ableger des Bundesnachrichtendienstes ist Oleg von Leistikow tätig

Graf v. Leistikow steht kurz vor der Pensionierung und arbeitet im Mehlemer Amt für Militärkunde. So genau weiß zunächst niemand, was er macht, aber irgendwas mit Nachrichten wie er immer sagt. Als die Meyer-Frankenforsts ihm eröffnen, daß die Buchari-Stiftung gern Familienmitglieder zum Studium nach Bonn schicken würde, beginnt er zu recherchieren und erhält von seinen Vorgesetzten einen überraschenden Auftrag.

Oleg von Leistikow ist eng mit der Familie Meyer-Frankenforst befreundet, ebenso mit Dr. Schäfer, dem alten Hausarzt der Familie. Dieser muß ihm gelegentlich den Hexenschuß kurieren, den er sich immer wieder in Verkennung seiner körperlichen Fähigkeiten einfängt. Er ist geschieden und hat keine Kinder. Er stammt aus altem ostpreußischem Beamtenadel, was er gelegentlich ironisch kommentiert. Als die Russen in Ostpreußen einmarschierten, wurde aus den ganzen „von und zus“ lauter „auf und davons“ und deswegen sieht er es belustigt als kleine persönliche Revanche an, daß er in das Schicksal des russischstämmigen Konstantin Sorokin eingreifen kann.

Auszug aus dem Roman Hochzeit der Vampire

„Nun, Freunde von mir, die Eheleute Meyer-Frankenforst, haben einen Bekannten, einen ehemaligen Stipendiaten der Al-Buchari-Stiftung, der für die Familie angefragt hat, ob zwei der Al-Buchari-Kinder bei ihnen unterkommen könnten. Sie sollen hier wohl eine Zeit lang leben und studieren. Die Villa ist groß genug für ein halbes Studenten-Wohnheim und die beiden haben schon öfters junge Leute aufgenommen.“

Die beiden Vorgesetzten sahen sich an und überlegten. Sein Chef wandte sich wieder an ihn und sagte: „Kaum einer kennt die Stiftung und deren handelnde Personen. Was wir wissen, geht auf die allgemein zugänglichen Informationen zurück, die öffentlich erhältlich sind. Darüber hinaus gibt es noch einige nicht verifizierte Aktennotizen, Gerüchte und ein paar alte Unterlagen aus der Weimarer Republik und der Kaiserzeit. Genug, um die Stiftung sehr interessant zu finden.“

„Gerüchte? Was für Gerüchte? Sind es Terroristen?“ Oleg von Leistikow blickte etwas alarmiert.

„Nein, ganz im Gegenteil, soweit wir wissen, tut diese Stiftung schon seit Langem Gutes im Bereich der Bildung, sie sucht talentierte junge Leute aus und ermöglicht diesen das Studium. Hintergedanken haben sie wohl nicht, es haben sich nie Verbindungen zu kriminellen Strukturen welcher Richtung auch immer ergeben und die finanziellen Transaktionen sind sauber. Der Familien- und Stiftungsbesitz ist in Ländereien, harmlosen Beteiligungen, Staatsanleihen und fest verzinslichen Wertpapieren angelegt, hier und da ein wenig Kunst gesammelt. Ein paar Erbschaften und Schenkungen, gelegentlich staatliche Zuwendungen. Was sich bei einer alten Familie im Lauf der Zeit so ansammelt. Nein, in der Beziehung gibt es nicht auch nur den geringsten Anlass zur Sorge.“ Der Leiter blickte von Leistikow aufmerksam an.

„Dann verstehe ich nicht recht, was der Zweck der Besprechung ist. Es ist doch schön, wenn junge Leute sich bilden wollen und dies unterstützt wird.“ Der ältere Beamte war etwas ratlos und wußte sich seine Anwesenheit nicht zu erklären.

„Nun, es ist nicht so einfach zu erklären. Wir wissen auch nicht so recht was wir davon halten sollen“, druckste sein Abteilungsleiter herum. „Fakt ist … ich weiß nicht so recht …“ Hilflos blickte der Abteilungsleiter den Chef der Dienststelle an.

„Dr. Klöbner möchte sagen, dass die Leiterin der Stiftung etwas ungewöhnlich ist und auch das Anwesen der Stiftung nicht so ganz den Erwartungen und Erfahrungen entspricht.“

„Die Leiterin der Stiftung? Was ist an ihr so ungewöhnlich? Es scheint sich um eine Frau zu handeln, gut das ist in der arabischen Welt nicht so gewöhnlich, aber was schert uns das?“ Von Leistikow wußte immer noch nicht, woran er war.

„Der Name der Vorsitzenden ist Lalla Sara. Lalla Sara Al Al-Buchari, wobei Lalla eigentlich eher einem Titel wie Herrin oder Fürstin entspricht, ist unseres Wissens eine hochbetagte alte Dame. Sie übte ihre Funktion schon 1955 aus.“ Oberst Bachem sah seinen Mitarbeiter etwas unbehaglich an.

„Ja, ich habe auch gehört, dass sie schon recht alt sein soll“, antwortete Oleg von Leistikow.

„Laut den Aufzeichnungen des Auswärtigen Amtes war sie auch schon 1923 Chefin der Stiftung. Und auch 1911, zur Zeit der Agadirkrise, ist von ihr in den uns bekannten Unterlagen die Rede. Also ist die Dame, sofern es sich um dieselbe handelt, etwa 120 Jahre alt.“

Oleg von Leistikow runzelte die Stirn. „Das ist merkwürdig. Ist es dieselbe? Kann ja bei diesen alten Familien sein, dass auch die Mutter und Großmutter schon so hießen.“

„Nun, es gibt einen Augenzeugenbericht von 1946, der als nicht unzuverlässig eingestuft wird. Verfasser ist ein gewisser Friedrich-August v. Leistikow, der ihnen bekannt sein dürfte.“ Oberst Bachem sah Oleg v. Leistikow aufmerksam an und dem fuhr es in die Knochen. Jetzt wußte er auch, woher er den Namen Al-Buchari kannte. Natürlich, sein Großvater.

 

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Imker von 1982 bis 2016

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