Eine weitere Bewohnerin der Villa Meyer-Frankenforst in Bonn Bad Godesberg ist Nina, die kleine Schwester von Jan: Die in Bonn geborene Krankenschwester arbeitet am Johanniter Krankenhaus in Bonn und hilft dem alten Dr. Schäfer gelegentlich in dessen Praxis. Nachdem sie ihre Pubertät überlebt hat, dabei ihren Bruder und den Rest der Familie in den Wahnsinn getrieben hat, ist sie etwas ruhiger geworden, kann aber immer noch innerhalb von fünf Minuten alles auf den Kopf stellen.

Das Johanniter-Krankenhaus in Bonn

Das Johanniter-Krankenhaus in Bonn

Wenn nötig, geigt sie auch ihrem großen Bruder Jan temperamentvoll die Meinung. Mit Elias kommt sie gut klar und hat sich auch schnell mit dessen Schwester Mounia angefreundet, mit der sie ausgiebige Shopping- und Clubbing-Touren unternimmt, meistens zusammen mit Ivana, ihrer Kollegin, die ebenfalls am Johanniter Hospital arbeitet.

Nina hat kein Problem mit den netten Buchari-Vampiren, ganz im Gegenteil

Als sie nach Elias Notoperation von Dr. Schäfer darüber aufgeklärt wird, warum dessen Wunden so schnell heilen und was es mit der Ernährung der Bucharis auf sich hat, kommt sie schnell zu dem Schluß, daß sich für sie nichts ändern wird. Kerim Al-Buchari, ein anderes männliches Mitglied der Bucharis bringt sie dagegen ganz schön ins Schwitzen, was Jan und Elias weidlich ausnützen, um sich für verschiedene kleine Boshaftigkeiten zu revanchieren.

In den Folgeromanen Böses Blut der Vampire, Jagd der Vampire und Krieg der Vampire taucht sie immer mal wieder auf.

Leseprobe aus dem Vampirroman Hochzeit der Vampire

„Naja, wir kennen unseren blonden Sturkopf, wenn der sich mal entschieden hat, dann fließt eher das Wasser bergauf, als dass er seine Meinung ändert.“ Nina grinste. „Kommt schon, ist doch nicht schlimm. Mounia und Elias sind doch lieb und anständig, ich habe sie gern.“ Sie wandte sich zu der Matriarchin.

„Lalla Sara?“

„Kind, ich habe Jan vorgeschlagen, mich Grandmère zu nennen und zu duzen, so machen es alle meine Kinder.“

„Gern, also, wie ist das? Haben Elias und Mounia nicht zwei Cousins, die noch zu haben sind? Mounia erzählte da was von Kerim und Ali?“ Sie lachte. „Sind die auch so süß wie Elias? Kann ich im Sommer mitkommen und mir die mal ansehen?“

„Nina, du bist unmöglich. Lalla, ich muß Sie warnen. Das Mädchen hier hat uns mehr als einmal Nerven gekostet und alle in Atem gehalten. Jetzt geht es, aber früher …“ Monika schüttelte amüsiert den Kopf über ihre Großnichte.

Auch die Matriarchin lächelte. „Die beiden sind noch zu haben, das stimmt, sie sind schon ein paar Jahre älter als Elias, sehen auch gut aus, das stimmt wohl. Haben Clemens und Monika von den beiden keine Fotos gemacht?“

„Doch, aber ich glaube, Nina hat die nicht gesehen.“

„Oh bitte, hol her.“

Monika stand auf, suchte im Schrank nach den Bildern und blätterte ein wenig durch den Stapel. „Hier, das sind sie.“ Sie gab Nina eines der Bilder, auf denen die beiden jungen Al-Bucharis zu sehen war. Sie trugen Fliegeroveralls, lachten übermütig in die Kamera und hatten erkennbar Spaß.

„Oh ja, einen davon will ich. Krieg ich den da, mit nem roten Schleifchen am Hals zu Weihnachten?“ Nina zeigte auf einen der jungen Männer. Lalla Sara folgte dem Blick schmunzelnd.

„Ich rede mal mit Kerim, ob er sich einpacken läßt. Er ist aber nicht so ein sanftes Lamm wie der Oud spielende Elias, Kerim ist ein echter Macho, der spielt lieber mit Pferden, Hubschraubern und unseren Geparden.“

„Hört sich gut an. Echter Macho, na das will ich sehen.“ Nina kicherte. „Und so ein sanftes Lamm ist Elias auch nicht, wenn ich daran denke, wie er Jan an die Wand geknallt hat.“

„Im Austausch für Mounia?“ Lalla Sara spielte mit.

„Wieso Austausch für Mounia?“ Nina stutzte.

„Rein praktische Gründe. Bei uns spricht niemand Deutsch, und wenn ich Konstantin mitnehme, brauchen wir jemand, der für ihn da ist. Der Junge hat Vertrauen zu Mounia.“

„Und was ist mit dem Studium? Wenn Mounia ihren Sprachunterricht unterbricht, ist das nicht gerade gut.“

„Wir werden einen Weg finden, damit sie weiterlernen kann. Außerdem hätte sie täglich Übung durch Kostja. Du kannst uns außerdem im Sommer besuchen, wenn dein Bruder Semesterferien hat.“

„Oh Mann, ich werde Mounia vermissen“, klagte Nina. „Das wird hart. Mein Bruder und sein Kerl hängen ja nur noch miteinander rum, wenn sie nicht sowieso beim Sport oder an der Uni sind. Als Nächstes werden sie zusammenwachsen, da kommt ja eh schon nichts mehr dazwischen und ich armes, kleines Hascherl schon gar nicht. Die haben nur noch Augen füreinander. Grandmère, das geht nicht, nee, wirklich nicht! Hier wird es ja richtig leer und langweilig. Konstantin ist bald weg, ok, der ist momentan ein Pflegefall und fällt nicht ins Gewicht. Aber Mounia und ich, wir haben so viel Spaß miteinander, ich habe mich an sie gewöhnt wie an eine Schwester. Ich will zumindest Ersatz! Das ist ungerecht. Jan hat seinen kleinen Vampir, ich will auch einen!“ Sie schmollte und schaute in eine Ecke. Bald jedoch verriet ein leises Kichern, dass sie es nicht ganz ernst meinte.

Die anderen hatte große Mühe, ernst zu bleiben.

„Da macht man sich erst Sorgen, Vampire seien eine Gefahr für die Bevölkerung. Dann lernt man den netten, kleinen Vampir von nebenan kennen, der leidenschaftlich auf seiner Oud spielt und lediglich metaphorisch dem eigenen Kind am Hals hängt. Der wiederum kriegt nicht genug von ihm und will ihn am liebsten heiraten.“ Monika schüttelte den Kopf und fuhr fort. „Und jetzt hat sich das andere Kind so an die Freundin gewöhnt, dass es die nicht zurückkehren lassen will und auf Ersatz besteht, wenn möglich ein männliches Modell.“

Clemens pflichtete ihr bei. „Es ist skurril. Aber nett.“

Dr. Schäfer meldete sich. „Lalla Sara, was den Transport betrifft. Konstantin kann zwar bald auf den Gips verzichten, da wird dann alles geheilt sein. Aber nach so langer Liegezeit wird er sich kaum rühren können, und zwar wegen der Muskelatrophie, Vampir hin oder her. Wie stellen Sie sich das vor?“

„Oh, wir sind nicht mit einer Linienmaschine gekommen. Sie kennen den Heli doch.“ Und zu Nina gewandt. „Ich denke, du kommst auch noch auf deine Kosten. Die beiden Piloten dürften dir gefallen, Fotos hast du ja schon gesehen.“

„Wieso? Grandmère, sind die beiden mitgekommen?“

„Ja glaubst du, ich kann einen Hubschrauber fliegen? Sie sind noch am Flughafen, kommen später aber auch zu uns.“ Lalla Sara machte eine kleine Pause. „Und dann kannst du dir einen aussuchen.“

Nina wurde rot. „Ich und meine große Klappe.“

In diesem Augenblick kamen die beiden Jungs die Treppe runter. „Was ist mit deiner großen Klappe? Hast du wieder über uns gelästert?“ Jan grinste sie gutmütig an.

„Och nöööö, gar nicht. Habt ihr Hunger, soll ich euch etwas zu essen machen?“

Elias blickte leicht alarmiert. „Jan, wenn deine Schwester so nett und zuvorkommend ist, …“

„… dann will sie entweder ablenken oder hat etwas ausgefressen. Oder beides.“ Aus Jan sprach lange und leidvolle Erfahrung.

„Spuck es aus, was ist es?“

„Gar nichts, was wollt ihr essen?“ Nina verschluckte sich fast vor Hektik.

„Was sie eigentlich sagen will, ist, dass Lalla Sara von ihren anderen Enkeln Ali und Kerim hierher geflogen wurde und Nina auf ihre Shoppingliste auch einen jungen Al-Buchari gesetzt hat, nachdem du Lalla Sara um ihren Segen gebeten hat. Was dir recht ist, ist Nina billig. Wenn man das so formulieren will.“ Der Doktor amüsierte sich.

Jan fiel der Unterkiefer runter und er schwor seiner Schwester im Stillen ewige Rache. So eine Plaudertasche!

„Als Ausgleich zeigte Monika ein Foto von Elias Cousins und Nina packte ihren Einkaufskorb. Sie bat Lalla Sara, sie möge ihr Kerim mit einem roten Schleifchen überreichen.“

„Doktor, ich hasse Sie!“ Nina hatte einen roten Kopf.

„Elias, erinnerst du dich an den Kinoabend, also bevor der so verunglückte? Da hat meine Schwester doch schon mal gesagt, nichts gegen gut gebaute, bissige Jungs zu haben.“

„Ja, mir ist auch so! Ich erinnere mich ganz deutlich, das hat sie gesagt.“ Elias sekundierte Jan überaus fröhlich.

„Und deine Cousins, was meinst du, passen die in ihr Beuteschema?“ Jan wollte das etwas schadenfroh noch vertiefen.

„Unbedingt, das ist genau das, was sie beschrieben hat. Viele Muskeln, gut gebaut, ein paar Machoallüren, Testosteron-Flash, so ein bißchen Surfer Typ, das passt genau auf Kerim. Ali ist mehr der intellektuelle Typ, liest gern. Da ist Kerim eher ihr Typ, der geht auch gern shoppen. Übrigens reitet mein Cousin auch gern, Mounia müßte ein Foto von ihm haben wo er ein wenig auf einem Schimmel posiert. Ganz der Typ edler Ritter auf weißem Pferd, Retter und Beschützer der holden Weiblichkeit. Wenn du sie lieb bittest, gibt sie dir das Bild.“

Elias wußte, worauf der Blonde hinauswollte. Nina ließ den Kopf auf den Tisch sinken und vergrub das Gesicht zwischen den Armen.

„Oh Gott, Jan Meyer-Frankenforst, ich bringe dich um!“ Nina keuchte die Worte zwischen ihren Händen hervor.

Jan tat so, als hätte er das nicht gehört.

„Schatz, ich kenne Kerim leider noch nicht, aber könntest du …“

„… ihm nicht sagen, dass deine kleine Schwester sich aufgrund eines Bildes, wo er in seiner ganzen maskulinen Herrlichkeit in die Kamera strahlt, sich unsterblich verliebt hat und ihn unbedingt kennenlernen will? Sich aber nicht traut, ihn selber zu fragen.“ Der Dunkelhaarige setzte eine betont nachdenkliche Miene auf.

„Aber das mache ich doch gern, allein schon, wenn ich daran denke, wie sie uns ins Kino geschleppt hat.“ Elias grinste schadenfroh und am Tisch brach Gelächter aus. Der Doktor hatte Tränen in den Augen, Oleg schüttelte sich vor Lachen und die beiden alten Meyer-Frankenforsts lachten auch. Lalla Sara amüsierte sich ebenfalls und Nina machte notgedrungen gute Miene zum bösen Spiel. Angelockt vom Lachen, kam Mounia aus Konstantins Zimmer.

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