Die namenlose Protagonistin in „Ausgeblendet“ trifft auf alte Franzosen, die im Algerienkrieg Dienst hatten. Ihr Vater hingegen, Algerierfranzose, war eines der Folteropfer in diesem Krieg. Das Buch weist deutliche Bezüge zur Biografie der Autorin Maïssa Bey auf.

Eine Zugfahrt nach Marseille wird eine Reise zur Wahrheit über den Algerienkrieg. Im Abteil konfrontiert sind ein älterer Franzose, eine Algerierin, die wegen des Bürgerkriegs in ihrer Heimat in Frankreich lebt, und ein junges Mädchen, Tochter von Algerienfranzosen, die ihr gegenüber den Unabhängigkeitskrieg stets totschwiegen. Die Gespräche führen zurück ins Jahr 1957. Der Vater der Algerierin stirbt unter der Folter der Franzosen. Der ältere Herr dient als Rekrut am Ort dieser Grausamkeiten. Man hatte das alles ausgeblendet. Aber die Tatsachen sind stärker, werden bedrängend. Ein Bericht von höchster Intensität, frei von Rachegedanken. Das Buch ist ein wichtiges Dokument humaner Gesinnung.

Maïssa Bey: Ausgeblendet“. Aus dem Französischen von Christine Belakhdar. Verlag Donata Kinzelbach, 87 S., 16 Euro

Weiterlesen: Deutschlandfunk 23.08.2012

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