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Etwa 15 Meter großer Wal auf Insel in Bretagne gestrandet

Rennes (AFP) – Ein Wal ist auf der westfranzösischen Insel Sein in der Bretagne gestrandet. Der am Freitag von einem Bürger entdeckte Wal sei zwischen 15 und 20 Meter lang, teilte die regionale Präfektur der Nachrichtenagentur AFP mit. Nach ihren Angaben wurde die Feuerwehr zu dem Meeressäuger entsandt.

Vermutlich ein Finnwal

Die Gründe, warum der Wal strandete, waren zunächst unklar. Die Präfektur veröffentlichte ein Foto des Tiers im Onlinedienst Twitter. Laut einem von AFP kontaktierten Spezialisten könnte es sich um einen Finnwal handeln.

Wale dieser Größe stranden relativ selten an den französischen Küsten. Im November 2021 war ein 19 Meter langer und etwa 15 Tonnen schwerer Finnwal im Hafen von Calais gestrandet, nachdem er sich verletzt hatte. Anfang August verirrte sich ein rund 800 Kilo schwerer Belugawal in die Seine nördlich von Paris. Trotz einer dramatischen Rettungsaktion musste das Tier eingeschläfert werden.

kas/dja/fs

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Junger Mann in Ohio tausende Male von Killerbienen gestochen

Eine Arbeiterin der afrikanischen Bienenrasse Apis mellifera adansoni, eine nahe Verwandte der sog. Killerbienen, bei der Bestäubungsarbeit auf Kokosblüten in Ghana. (Foto: Klaus Maresch)

Washington (USA) – Im US-Bundesstaat Ohio ist ein junger Mann tausende Male von Killerbienen gestochen und dabei schwer verletzt worden. Der 20-jährige Austin Bellamy musste in ein künstliches Koma versetzt und künstlich beatmet werden, wie der US-Sender Fox 19 am Mittwoch berichtete. Nach Angaben seiner Familie wurde er mehr als 20.000 Mal von den Bienen gestochen.

Ein Nest afrikanischer Killerbienen aufgestört

Austin Bellamy hatte demnach am vergangenen Freitag Äste eines Zitronenbaums geschnitten, als er versehentlich in ein Nest afrikanischer Killerbienen schnitt. „Als er begonnen hat, sie (die Äste) zu schneiden, sind die Bienen rausgekommen“, sagte seine Großmutter Phyllis Edwards zu Fox 19. „Er hat geschrien: ‚Hilfe, helft mir, Hilfe‘, und niemand hat ihm geholfen.“

Die Familie sah vom Boden aus, wie Bellamy von den Killerbienen angegriffen wurde – konnte aber nicht helfen, weil sie selbst attackiert wurde. Sie habe die Leiter hochklettern wollen, um ihrem Enkel zu helfen, sagte die Großmutter. „Aber ich konnte nicht zu ihm gelangen, weil ich von Bienen umringt war.“

Opfer bekam Bienen in den Hals

Nach Angaben seiner Mutter verschluckte Bellamy auch rund 30 Bienen. Die Ärzte hätten mehr als einen Tag gebraucht, sie aus ihm herauszusaugen. Demnach erwarten die Mediziner, dass der 20-Jährige sich wieder vollständig erholt.

fs/

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Hintergrund Killerbienen

Bei den in den USA und Süamerika wild lebenden sog. Killerbienen handelt es sich um das Ergebnis der Kreuzung der afrikanischen Bienenrasse Apis mellifera scutellata und der nach Südamerika gebrachten italienischen Bienenrasse Apis mellifera ligustica. Letztere konnte sich im tropischen Südamerika nie so recht etablieren und die Honigernten waren eher bescheiden.

Stefan Prassel (GEZ) und Klaus Maresch im Wald bei Samreboi (Foto: Honighäuschen)

Der Bienenforscher Warwick Estevam Kerr wollte durch ein Kreuzungsexperiment eine Bienenrasse züchten, die mit den tropischen Bedigungen in Südamerika besser zurechtkam. Dabei entstanden die Killerbienen, die auf Störungen im Umfeld sehr schnell mit Massenattacken reagieren und über ihr Opfer herfallen. Gleichzeitig sind sie sehr fruchtbar und auch kleinste Bienenschwärme ereichen schnell eine überlebensfähige Größe.

Auf der Ladeflächte dieses Pickups brachten wir uns in Sicherheit vor den attackierenden Bienen. Allzu schnell kann man auf den Sandpisten nicht fahren …

In Ghana habe ich bei einem Besuch in Samreboi mit der nahen Verwandten Apis mellifera adansoni gearbeitet. Auch diese Bienenrasse reagiert auf Störungen sehr schnell mit Stechattacken und wird abseits menschlicher Ansiedlungen gehalten. Bei der Arbeit an den Bienen blieb ich einmal mit dem Fuß an einer Wurzel hängen und der Schutzanzug verrutschte. Eine wenige Quadratzentimeter große Fläche über dem Fußgelenk war frei, und die Zeit, die benütigt wurde, um das Gelenk wieder zu bedecken, reichte für einige Dutzend Stiche. Bei einer anderen Gelegenheit mussten wir uns auf der Ladeflächte eines Pickups in Sicherheit bringen, und diese Killerbienen verfolgten uns auf dem fahrenden Auto noch über Hunderte Meter.

Monsun: Ein lebensgefährliches und zugleich lebenswichtiges Wetterphänomen

Neu Delhi (AFP) – In Pakistan steht derzeit ein Drittel des Landes unter Wasser, mehr als tausend Menschen starben bereits in den Fluten. Ursache sind ungewöhnlich heftige Monsun-Regen in diesem Jahr. Fragen und Antworten zu einem noch nicht genau erforschtem Wetter-Phänomen, das lebenswichtig und lebensgefährlich zugleich ist:

Worum handelt es sich beim Monsun in Südasien?

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Der Asiatische Sommermonsun ist im Wesentlichen ein Seewind, der in Südasien zwischen Juni und September 70 bis 80 Prozent des jährlichen Regens bringt. Verantwortlich dafür ist die Sommerhitze, die die Landmassen des indischen Subkontinents aufwärmt. In der Folge steigt die Luft darüber nach oben und saugt dort kühlere und feuchtere Luft vom Indischen Ozean auf, so dass riesige Regenmengen entstehen.

Warum ist der Monsun wichtig?

Für die Landwirtschaft in Ländern wie Pakistan und Indien ist der Monsun entscheidend. Insofern hängen die Existenz von Millionen Bauern und deren Familien sowie die Versorgungssicherheit in der armen und dichtbevölkerten Region von ihm ab.

Wie sehr variieren die Regenfälle?

Obwohl viel zum Monsun geforscht wird, sind viele Fragen noch ungeklärt. Es lässt sich kaum vorhersagen, wo genau und wieviel Regen fallen wird, und die Regenmenge variiert beträchtlich. Während der diesjährige Monsun in Pakistan eine Sintflut verursacht hat, fielen im Osten und Nordosten Indiens Berichten zufolge im Juli die geringsten Regenmengen seit 122 Jahren.

Wodurch lassen sich die Schwankungen erklären?

Sie werden verursacht durch Veränderungen in den globalen Bedingungen in Atmosphäre und Ozeanen wie etwa das El-Niño-Phänomen im Pazifik sowie ein Phänomen namens Äquatorialindische Ozean-Oszillation (EQUINOO), das erst 2002 entdeckt wurde. Es wird vermutet, dass auch lokale Bedingungen wie aus der Sahara herangewehte Staubwolken, Luftverschmutzung und sogar Bewässerungsmaßnahmen in der Landwirtschaft das Auftreten und das Ausmaß von Monsun-Regen beeinflussen.

Was ist mit dem Klimawandel?

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In Indien ist es in den vergangenen Jahren wärmer geworden, parallel haben Zyklone zugenommen. Es ist aber unklar, wie der Klimawandel das hochkomplexe Phänomen Monsunregen beeinflusst. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) veröffentlichte vergangenes Jahr eine Studie, für die die Autoren die Veränderungen des Monsuns seit Mitte des 20. Jahrhunderts untersuchten. Demnach haben die Monsunregen an Intensität zugenommen und treten immer ungleichmäßiger auf.

Laut der Studie wurde die Entstehung von Regen durch die Verschmutzung der Luft mit sogenannten Aerosolen gehemmt. Das sind unter anderem durch Verkehrsabgase und Feuerrauch entstehende Schwebeteilchen in der Luft, die das Sonnenlicht reflektieren. Seit den 1980er Jahren führe die Erderwärmung durch den Treibhausgasausstoß aber zu stärkeren und noch schwerer vorhersehbaren Regenfällen.

Andere Untersuchungen bestätigen diesen Befund im Wesentlichen. Die 2020 veröffentlichte erste Untersuchung des Klimawandels durch die indische Regierung legt dar, dass die Monsun-Regenmenge von 1951 bis 2015 um rund sechs Prozent zurückgegangen ist. Es setzt sich demnach die Einschätzung durch, dass der Rückgang auf die Aerosol-Verschmutzung zurückzuführen sei, die der wegen der Erderwärmung zu erwartenden Zunahme der Regenmenge entgegenwirke.

Mit der weiter zunehmenden Erderwärmung und dem Rückgang der Aerosol-Verschmutzung werde die Menge des Monsunregens und die Variabilität seines Auftretens aber bis zum Ende dieses Jahrhunderts wieder zunehmen, heißt es in dem Regierungsbericht. Dies gehe mit einem „substantiellen Anstieg“ der Höchstwerte bei den täglichen Regenmengen einher.

Auf diese Weise dürfte der Klimawandel die Schäden und Opferzahlen durch den Monsun erhöhen. „Mehr Chaos beim indischen Monsunregen wird es schwieriger machen sich anzupassen“, warnte der PIK-Forscher Anders Levermann vergangenes Jahr im Gespräch mit AFP.

yb/ans

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Deutschland steuert auf Rekordjahr bei Waldbränden zu

Berlin (AFP) – Deutschland steuert auf ein Rekordjahr bei Waldbränden zu. In diesem Jahr verbrannten bereits fast 4300 Hektar Wald, wie der Deutsche Feuerwehrverband und der Waldeigentümerverband am Freitag in Berlin erklärten. Das ist mehr als das Fünffache des jährlichen Durchschnittswerts. Der dadurch entstandene Holzschaden summiert sich demnach auf bis zu 40 Millionen Euro. Feuerwehren und Waldeigentümer forderten finanzielle Unterstützung für Präventionsmaßnahmen wie den Waldumbau oder das Anlegen von Schneisen.

Bereits 2019 waren mehr als 2700 Hektar Wald in Deutschland abgebrannt. Laut Statistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums wurden im Jahr 1992 sogar rund 4900 Hektar durch Feuer zerstört.

Waldbesitzer fordern gezielten Waldumbau

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„Wir können uns weitere Waldbrandsommer dieser Art nicht leisten“, warnte Andreas Bittner, Präsident des Waldbesitzerverbands. Das Risiko könne durch gezielten Waldumbau und das Anlegen von weniger brandgefährdeten und klimaresistenteren Mischwäldern deutlich reduziert werden.

Dieser Aufwand sei allerdings nicht mehr in bisherigem Umfang aus den Holzerlösen zu tragen. Der Verband schätzt die Kosten für den nötigen Waldumbau auf bis zu 15.000 Euro je Hektar. Die Waldbesitzer könnten dies „allein nicht stemmen“, sagte Bittner.

Auch die Feuerwehr sieht sich bei der Waldbrandbekämpfung regional an der Belastungsgrenze und fordert mehr Prävention und Aufklärung. Rund 90 Prozent der Waldbrände gingen auf menschliches Fehlverhalten zurück.

Rauchverbot im Wald zur Vermeidung von Waldbränden gefordert

„Wir müssen einfach den Menschen wieder beibringen, wie sie sich zu verhalten haben und was es bedeutet, wenn der deutsche Wald brennt“, sagte Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands. Er forderte „zwingend ein Rauchverbot im Wald“.

Als weitere Maßnahmen nannte der Feuerwehrchef neue Technik wie leichtere und geländegängige Löschfahrzeuge, mehr Unterstützung aus der Luft durch Löschhubschrauber, Löschwasserdepots in Wäldern, die Schaffung von baumfreien Schutzstreifen und ein besseres Totholzmanagement.

Falsch verstandener Naturschutz könne dazu führen, „dass eine Bekämpfung von Bränden unnötig erschwert und verzögert wird“, kritisierte Banse. So sei Totholz zwar wichtig für die Rückgabe von Nährstoffen an den Waldboden und als Rückzugsraum für Insekten und Kleintiere. In besonders gefährdeten Gebieten sei jedoch auch in Naturschutzgebieten eine Beschränkung nötig, um die Brandbekämpfung effektiver zu machen.

Zu viel Totholz begünstige die schnelle Brandausbreitung am und im Boden und verhindere eine direkte Brandbekämpfung im Wald. „Totholz kann zur Verschärfung eines Waldbrandes Beitragen“, warnte der Feuerwehrchef.

hex/cfm

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Studie: Schweizer Gletscher haben von 1931 bis 2016 Hälfte ihres Volumens verloren

Diese Kombination aus zwei Fotografien, die am 22. August 2022 entstanden sind, zeigt (oben) den Rhonegletscher bei Gletsch, mit einem Teil, der mit Isolierschaum bedeckt ist, um zu verhindern, dass er aufgrund der globalen Erwärmung am 14. Juli 2015 schmilzt, und (unten) denselben Ort am 8. Juli 2022. Schweizer Gletscher haben seit 1931 die Hälfte ihres Volumens verloren, sagten Schweizer Forscher am 22. August 2022 nach der ersten Rekonstruktion des Eisverlusts des Landes im 20. Jahrhundert. Die schnelle Gletscherschmelze in den Alpen und anderswo, die laut Wissenschaftlern durch den Klimawandel verursacht wird, wird seit den frühen 2000er Jahren immer genauer überwacht. (Foto von Fabrice COFFRINI / AFP)

Genf (AFP) – Die Gletscher in der Schweiz haben zwischen 1931 und 2016 die Hälfte ihres Volumens verloren. Das geht aus einer am Montag in der Fachzeitschrift „The Cryosphere“ veröffentlichten Studie hervor, in der Schweizer Wissenschaftler zum ersten Mal den Rückgang der Gletscher im 20. Jahrhundert in dem Land rekonstruiert haben. Ab 2016 ist das Eis dem Schweizer Gletschermessnetz Glamos zufolge noch schneller geschmolzen: Von 2016 bis 2022 ging das Volumen um weitere zwölf Prozent zurück.

Für die Studie haben Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft die Topografie aller im Jahr 1931 existierenden Gletscher rekonstruiert. Die Fachleute nutzten etwa 21.700 historische Bilder, anhand derer sie die Oberflächenbeschaffenheit der Gletscher in jenem Jahr rekonstruieren konnten.

Der Rückgang der Gletscher beschleunigt sich

„Kennen wir die Oberfläche eines Gletschers zu zwei verschiedenen Zeitpunkten, können wir daraus die Volumendifferenz berechnen“, erklärte der Hauptautor der Studie, Erik Schytt Mannerfelt. So glich etwa der Fieschergletscher 1928 noch einem großen Eismeer. 2021 waren auf dem Berghang nur noch kleine weiße Flecken zu sehen.

Den Fachleuten zufolge haben sich die Gletscher im vergangenen Jahrhundert aber nicht immer verkleinert. In den 1920er und 1980er Jahren seien sie sogar gewachsen. Dennoch sei es wichtig, „das Gesamtbild im Auge zu behalten“, erklärte Daniel Farinotti, Mitautor der Studie. „Unser Vergleich zwischen den Jahren 1931 und 2016 zeigt deutlich, dass es in diesem Zeitraum einen markanten Gletscherschwund gab“ – und der Rückgang beschleunige sich.

mh/noe

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Waldbrände in der Bretagne zerstören erneut hunderte Hektar Land

Rennes (AFP) – Bei Feuern in der Bretagne im Nordwesten Frankreichs sind nach Angaben örtlicher Behörden am Wochenende erneut mehr als 300 Hektar Vegetation an verschiedenen Orten verbrannt. Die Region wird wegen ihres gemäßigten Klimas normalerweise von Waldbränden verschont.

Gemeinde Erdeven wegen der Waldbrände evakuiert

Im Arrée-Gebirge im Département Finistère fielen den Flammen 250 Hektar zum Opfer, teilte die örtliche Präfektur mit. Dort hatten Brände schon im Juli mehr als 1700 Hektar Heidelandschaft, Tannen- und Laubwald zerstört. In der Gemeinde Erdeven nahe der Halbinsel Quiberon mussten wegen eines Feuers etwa 300 Menschen evakuiert werden.

In Spanien entspannte sich die Lage in Galizien im Nordwesten des Landes etwas. Nach Angaben der Behörden bemühten sich die Einsatzkräfte am Sonntag, das größte Feuer unter Kontrolle zu bringen. Der Brand nahe der Gemeinde Boiro habe eingegrenzt werden können und „entwickelt sich günstig in Richtung seiner Stabilisierung“, teilte die Regionalregierung mit.

in Galizien rund 4000 Hektar Wald verbrannt

Das Feuer hatte seit vergangenem Donnerstag 2200 Hektar in Mitleidenschaft gezogen. Insgesamt waren in Galizien seit einer Woche 4000 Hektar verbrannt.

Beide Länder plagt wie ein Großteil Westeuropas eine weitere Hitzewelle – auch wenn die Temperaturen in Spanien am Sonntag zu sinken begannen. Häufigere Hitzewellen sind nach Ansicht von Experten eine direkte Folge des Klimawandels, der sowohl die Intensität als auch die Dauer und Häufigkeit erhöht.

oer/lan

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Özdemir will mit gelockerten Artenschutzvorgaben mehr Getreideanbau ermöglichen

Bleibt der Artenschutz auf der Strecke, wenn Stilllegungsflächen wie diese dem Getreideanbau geopfert werden? (Foto: Honighäuschen)

Berlin (AFP) – Im Kampf gegen den weltweiten Getreidemangel will die Bundesregierung Umweltauflagen für die deutschen Bauern lockern und mehr Getreideanbau ermöglichen. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) schlägt vor, die Ausweisung zusätzlicher Artenschutzflächen statt 2023 erst 2024 vorzuschreiben. Auch soll es für mehr Weizenanbau eine Ausnahme beim sogenannten Fruchtfolgenwechsel geben. Während der Bauernverband weitergehende Lockerungen forderte, kritisierte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Özdemirs Vorschlag scharf.

Dem Landwirtschaftsministerium zufolge soll die Ausnahme beim Fruchtfolgenwechsel ermöglichen, dass im kommenden Jahr Weizen auf Flächen ausgesät wird, in denen das Getreide schon in diesem Jahr angebaut wurde. Beim Artenschutz ist demnach vorgesehen, dass die bereits bestehenden Flächen im Agrarbereich bestehen bleiben müssen. Auf den Flächen, die eigentlich ab 2023 für den Artenschutz ungenutzt bleiben müssten, sollen nun stattdessen Getreide, Sonnenblumen und Hülsenfrüchte angebaut werden dürfen, allerdings nicht Mais oder Soja.

Kein Getreideanbau für Tank und Trog

„Ich schließe diesen Kompromiss für den Teller, nicht damit Getreide im Tank oder Trog landet – und unsere Ausnahme gilt ausdrücklich nur für 2023“, betonte Özdemir. Er werde keine Verordnung unterschreiben, „die den Hunger in der Welt als Argument missbraucht, um mehr für Tank und Trog zu produzieren und beim Artenschutz hinter das, was wir schon erreicht haben, zurückzufallen“.

Özdemir greift mit seinem Konzept Vorschläge der EU-Kommission auf, die er zunächst kritisiert hatte. „Was ich vorlege, ist ein Kompromiss, der an der einen oder anderen Stelle auch wehtut“, räumte er mit Blick auf die Verschiebung der Artenschutzvorgaben ein.

Laut dem Ministerium wurde Özdemirs Vorschlag, der innerhalb der Bundesregierung abgestimmt sei, am Freitag an die Bundesländer verschickt. Diese müssen noch zustimmen, damit das Konzept in Kraft treten kann. „Unsere Landwirtinnen und Landwirte brauchen Planungssicherheit, was sie in wenigen Wochen aussäen dürfen“, erläuterte Özdemir sein Vorgehen.

Agrarverbände wollen mehr Flächen nutzen

Der Deutsche Bauernverband reagierte mit Lob und Kritik. „Diese Entscheidung war überfällig und kommt in letzter Minute“, erklärte Bauernpräsident Joachim Rukwied. Die Aussetzung der Artenschutzvorgaben für ein Jahr sei aber „sicherlich nicht ausreichend“, bemängelte er zugleich. „Um weiterhin eine sichere Lebensmittelversorgung gewährleisten und in Krisenzeiten reagieren zu können, müssen wir alle Flächen für den Getreideanbau nutzen können, auf denen es landwirtschaftlich sinnvoll ist.“

FDP-Fraktionsvize Carina Konrad bezeichnete Özdemirs Vorlage ebenfalls als überfällig. „Die Überzeugungsarbeit und die zahlreichen Diskussionen in der Koalition haben sich in diesem Punkt gelohnt“, urteilte sie.

Unionsfraktionsvize Steffen Bilger (CDU) warf Özdemir vor, er habe „mit seinem parteitaktisch motivierten Zaudern“ wertvolle Zeit im Kampf gegen die globale Ernährungskrise verspielt. „Jetzt muss er im Eiltempo für eine rechtssichere Umsetzung sorgen. Denn unsere Landwirte brauchen rasch Klarheit, was kommendes Jahr konkret gilt“, erklärte Bilger.

Umwelthilfe lehnt Getreideanbau zulasten des Artenschutzes ab

Entsetzt reagierte die Umwelthilfe. „Eben weil wir die Ernährung von Menschen sichern müssen, dürfen nicht die viel zu wenigen und ertragsschwachen Artenschutzflächen weichen, während wir gleichzeitig immer noch 3,4 Millionen Tonnen Getreide und Ölsaaten jedes Jahr in den Tank werfen und 60 Prozent des Getreides in Deutschland für Futtermittel verwenden“, erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner. „Das ist Irrsinn!“

Müller-Kraenner forderte den Minister auf, „jetzt tatsächlich etwas für die Ernährungssicherung zu tun und die Agrospritförderung sofort zu stoppen“. Mittels einer „Fleischabgabe“ solle zugleich zügig auf eine Reduktion der Tierbestände hingewirkt werden – bisherige Futterflächen könnten dann für den Anbau von Grundnahrungsmitteln genutzt werden.

cne/jes

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Französische Regierung setzt wegen extremer Trockenheit Krisenstab ein

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Paris (AFP) – Die französische Regierung hat wegen der schweren Dürre einen Krisenstab eingesetzt. „Diese Dürre ist die schlimmste, die jemals in unserem Land verzeichnet wurde“, teilte das Büro von Premierministerin Elisabeth Borne am Freitag mit. Die extreme Trockenheit könne noch zwei Wochen lang anhalten oder sich sogar noch verschlimmern. Die Dürre sei eine „Katastrophe“ für Landwirte im ganzen Land und für die Umwelt.

Seit Wochen anhaltende Trockenheit in Frankreich

In fast allen französischen Departements gelten wegen der seit Wochen anhaltenden Trockenheit bereits unterschiedlich scharfe Beschränkungen bei der Wassernutzung, in 62 Departements gilt nach der dritten Hitzewelle in diesem Sommer die höchste Alarmstufe. Der Wetterdienst Météo-France rechnet für die kommenden Wochen nur mit wenig Erleichterung.

Angesichts dieser „historischen Situation“ habe die Premierministerin beschlossen, einen ressortübergreifenden Krisenstab einzusetzen, erklärte ihr Büro. Er soll unter anderem regelmäßig Berichte aus den am stärksten betroffenen Departements einholen, Notfallpläne vorbereiten und mögliche Maßnahmen wie die Lieferung von Trinkwasser koordinieren.

In hunderten französischen Gemeinden Trinkwasserversorgung zusammengebrochen

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Nach Angaben von Umweltminister Christophe Béchu ist schon in mehr als hundert französischen Gemeinden die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen. Die betroffenen Kommunen werden nun per Lkw mit Trinkwasser versorgt, „da nichts mehr in den Leitungen ist“, sagte Béchu bei einem Besuch in Roumoules im Südosten Frankreichs. Er forderte die von Wasserknappheit betroffenen Regionen auf, rechtzeitig aktiv zu werden: „Wenn Sie Wasser beschaffen müssen, sollten Sie sich nicht erst an dem Morgen darum kümmern, wenn kein Wasser mehr in den Leitungen ist.“

Nach Einschätzung von UN-Experten müssen sich Länder wie Frankreich angesichts des Klimawandels auf immer längere Trockenphasen einstellen.

mid/lan

Zoo in Pakistan versteigert Löwen an Privathalter

Junge Löwen im Lahore Safari Zoo (Foto: Arif Ali/AFP)

Lahore (AFP) – Ein Zoo im Osten Pakistans versteigert in der kommenden Woche ein Dutzend Löwen an Privatsammler. „Wir werden hier nicht nur mehr Platz schaffen, sondern auch unsere Ausgaben für Fleisch zur Fütterung der Tiere senken“, sagte der stellvertretende Direktor des Lahore Safari Zoo, Tanvir Ahmed Janjua, der Nachrichtenagentur AFP.

Zoo hat zuviele Großkatzen

Der Zoo habe mittlerweile so viele Großkatzen, dass Löwen und Tiger sich beim Auslauf in den Freigehegen abwechseln müssten, erklärte Janjua. Zwölf Löwen im Alter zwischen zwei und fünf Jahren will der Zoo am kommenden Donnerstag an die Höchstbietenden verkaufen. Für jedes Tier hat der Zoo einen Mindestpreis von 150.000 Rupien (etwa 660 Euro) gesetzt, er hofft aber, dass die Löwen jeweils etwa zwei Millionen Rupien einbringen.

Löwen, Tiger und andere exotische Wildtiere als Haustiere zu halten, ist in Pakistan nicht ungewöhnlich. Die Tiere sind ein Statussymbol. Ihre wohlhabenden Halter veröffentlichen Fotos und Videos ihrer Großkatzen in den Online-Netzwerken und vermieten sie als Requisiten für Filme und Fotoshootings.

Naturschützer kritisierten die geplante Auktion. Die Umweltorganisation WWF erklärte, die Tiere sollten besser in andere Zoos gebracht werden. „Der Austausch und die Schenkung von Tieren an andere Zoos ist eine weithin akzeptierte Praxis“, sagte Uzma Khan von der Organisation der AFP. „Sobald eine Institution wie ein Zoo eine Wildtierart mit einem Preisschild versieht, fördert sie den Handel – und das ist kontraproduktiv für den Naturschutz„, fügte sie hinzu.

In Lahore Gassi gehen mit dem Tiger

Nouman Hassan, ein Großkatzen-Fan, beim Gassi gehen mit seinem bengalischen Tiger (Foto: Arif Ali/AFP)

Es kann jedoch nicht jeder an der Auktion teilnehmen. Zoovertreter Janjua sagte, Käufer müssten bei den örtlichen Behörden registriert sein und nachweisen können, dass sie die Mittel hätten, die Löwen angemessen zu versorgen und unterzubringen. Der Tierarzt des Zoos Muhammad Rizwan Khan sagte, ein früherer Auktionsversuch sei fehlgeschlagen, weil den potenziellen Käufern die erforderlichen Papiere fehlten.

„Ich werde sicher versuchen, zwei bis drei Löwen zu kaufen“, sagte der Löwen-Besitzer Nouman Hassan. Die Auktion sei eine gute Möglichkeit für private Sammler, den Genpool ihres bisherigen Rudels zu diversifizieren. Hassan war in der Vergangenheit mit den Behörden in Konflikt geraten, als er dabei gefilmt wurde, wie er mit seinem Haustiger in Lahore Gassi ging.

oer/mid

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Mann will Spinne mit Feuerzeug töten und löst Waldbrand aus

Buchtipp: Wild Orchids of the Soutwestern United States: Arizona, Colorado, Nevada, New Mexico and Utah

Washington (AFP) – Im US-Bundesstaat Utah hat ein Mann versucht, eine Spinne mit einem Feuerzeug zu töten – und dabei einen Waldbrand ausgelöst. Wie die Polizei mitteilte, wurde der Mann vorübergehend festgenommen. Der 26-Jährige habe Polizisten am Brandort gesagt, er habe die Spinne mit einem Feuerzeug töten wollen und „dabei ein Feuer entzündet“, erklärte das Büro des Sheriffs im Verwaltungsbezirk Utah auf Facebook.

Bundesstaat Utah leidet unter schwerer Dürre

Der Bundesstaat Utah leidet – wie ein Großteil des Südwestens der USA – unter einer schweren Dürre. Der Waldbrand, der am Dienstag in der Nähe der Stadt Springville südlich der Hauptstadt Salt Lake City ausgebrochen war, breitete sich nach Angaben der Feuerwehr auf eine Fläche von mehr als 24 Hektar aus und konnte bis Mittwoch zu 90 Prozent eingedämmt werden.

Der 26-jährige wurde nach Polizeiangaben wegen fahrlässiger Brandstiftung und des Besitzes von Marihuana festgenommen, inzwischen aber gegen Kaution freigelassen.

mid/dja

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50-Jähriger in NRW bekämpft Wespennest mit Gasbrenner und setzt Dachstuhl in Brand

Wespennester mit einem Gasbrenner zu bekämpfen, das ist keine gute Idee. Das überläßt man besser Fachleuten. (Foto: Klaus Maresch)

Paderborn (AFP) – Ein 50-Jähriger hat in Nordrhein-Westfalen versucht, ein Wespennest mit einem Gasbrenner zu bekämpfen – und einen Dachstuhl in Brand gesetzt. Das Feuer konnte allerdings noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr gelöscht werden, wie die Polizei in Paderborn am Donnerstag mitteilte. Demnach war der Mann am Mittwochnachmittag in Delbrück mit einem für Unkraut vorgesehenen Gasbrenner gegen das Wespennest unter der Dachtraufe eines Wohnhauses vorgegangen.

Gasbrenner setzt Dämmaterial in Brand

Dabei fingen das Dämmmaterial und mehrere Dachlatten Feuer. Ein 58-Jähriger konnte das Feuer mit Wasser aus einem Gartenschlauch löschen. Die Feuerwehr stellte sicher, dass keine Glutnester zurückblieben. Dafür mussten einige Dachpfannen abgedeckt werden. Die beiden Männer wurden von Rettungssänitätern betreut.

Den Sachschaden bezifferte die Polizei auf einige hundert Euro. Gegen den 50-Jährigen ermitteln die Beamten nun wegen fahrlässiger Brandstiftung und eines Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Wespen stehen unter Naturschutz und dürfen nur unter bestimmten Voraussetzungen bekämpft werden.

ald/cfm

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Ausbildungsberufe im Bereich Umwelt- und Klimaschutz immer beliebter

Berlin (AFP) – Ausbildungsberufe im Bereich Umwelt-, Natur- und Klimaschutz werden immer beliebter. Die Nachfrage danach stieg 2020 um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie eine Studie im Auftrag der Funke Mediengruppe ergab. „Damit haben sich die grünen Berufe entgegen dem Trend deutlich positiver entwickelt als der Ausbildungsmarkt insgesamt“, erklärte am Dienstag Dirk Werner vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Arbeit an den Bienenvölkern gehört zur Ausbildung dazu (Foto: Klaus Maresch)

Am stärksten wuchs das Interesse an einer Ausbildung zum Revierjäger – hier gab es 2020 knapp 44 Prozent mehr Bewerber als 2019, wie das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung im IW berechnete. Mehr junge Menschen interessierten sich auch für den Beruf des Landschaftsgärtners: 7,5 Prozent mehr Bewerber gab es für diesen Ausbildungsberuf.

Im Obst- und Gemüsebau stiegen die Bewerberzahlen um 12,2 Prozent, im allgemeinen Gärtnerberuf um 15,2 Prozent. Auch die Berufswünsche Pferdewirt (plus 14,1 Prozent), Forstwirt (plus 12,6 Prozent) und Winzer (plus 9,7 Prozent) erfreuten sich wachsender Beliebtheit.

„Die überdurchschnittliche Entwicklung in den grünen Berufen könnte ein Effekt der intensiveren Diskussion um Klima- und Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung sein“, sagte Werner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ob sich der Trend allerdings nachhaltig fortsetze, müsse abgewartet werden. „Grundsätzlich ändert sich das Berufswahlverhalten zwischen den Jahrgängen nur allmählich“.

Abnehmendes Interesse an Ausbildung in der Imkerei

Abnehmendes Interesse gab es insbesondere bei der Ausbildung zum Tierwirt in der Geflügelhaltung: Knapp 14 Prozent weniger Interessenten gab es im Jahr 2020 für diese Ausbildung als im Vorjahr. Auch der Bereich Milchtechnologie verzeichnete ein Minus von 13,7 Prozent. Für die Imkerei interessierten sich laut der Auswertung im Jahr 2020 gut zehn Prozent weniger Bewerber als noch 2019.

Die Nachfrage ist teils größer als das Angebot: Gut 660 Bewerber und Bewerberinnen im Bereich Garten- und Landschaftsbau gingen leer aus. Auch 135 Bewerber für eine Ausbildung als Forstwirt bekamen keine Lehrstelle.

Einen Trend zu grüneren Jobs gab es im vergangenen Jahr auch bei den handwerklichen Berufen. „Zu mehr Umwelt- und Klimaschutz und mehr Energieeffizienz tragen etwa Maler, Dachdecker und Schornsteinfeger genauso bei wie Anlagemechaniker Sanitär, Heizung und Klima oder Mechatroniker für Kältetechnik“, sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer den Funke-Zeitungen.

Künftig würden Themen wie Smart-Home und elektrische Mobilität weiter an Relevanz gewinnen und qualifizierten Handwerkern und Handwerkerinnen eine sichere berufliche Perspektive bieten. Der Zeitpunkt, um sich zu informieren und ins Berufsleben einzusteigen, sei ideal, sagte Wollseifer: Aktuell gebe es noch 31.000 freie Ausbildungsplätze, darunter auch in vielen klimarelevanten Bereichen. Insgesamt arbeiten nach seinen Angaben rund 30 Gewerke in fast allen Bereichen an der Umsetzung der Energiewende und dem Kampf gegen die Klimakrise. In diesem Feld seien 450.000 Handwerksbetriebe mit rund 2,5 Millionen Beschäftigten tätig.

fho/ilo

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WWF: Rote Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten so lang wie noch nie

Berlin (AFP) – Die Rote Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten wird immer länger: Mehr als 28 Prozent der gut 147.000 erfassten Arten und damit „mehr als jemals zuvor“ gelten nunmehr als bedroht, wie die Umweltschutzorganisation WWF am Donnerstag mitteilte. Die Rote Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) zeichne ein „düsteres Bild der Lage von Flora und Fauna“. Tiger sind laut der IUCN weiterhin stark gefährdet, ebenso wie der erstmals untersuchte Wandernde Monarchfalter.

Rote Liste listet auch Monarchfalter auf

Die Rote Liste nennt auch den Monarchfalter als gefährdet. (Foto: Klaus Maresch)

„Die heutige Aktualisierung der Roten Liste verdeutlicht die Zerbrechlichkeit der Wunder der Natur, wie zum Beispiel das einzigartige Spektakel der Monarchfalter, die über tausende von Kilometern wandern“, erklärte IUCN-Generaldirektor Bruno Oberle. Der Lebensraum der Schmetterlinge, die jedes Jahr tausende Kilometer zwischen Kanada, den USA und Mexiko zurücklegen, sei durch Abholzung und den Einsatz von Pestiziden und Herbiziden in der Landwirtschaft zunehmend gefährdet.

Nach Angaben der Weltnaturschutzunion leben zwischen 3.726 und 5.578 Tiger in freier Wildbahn und damit mehr als bislang angenommen. Die neue Schätzung, die um 40 Prozent über der letzten Auswertung im Jahr 2015 liegt, beruhe auf einer verbesserten Überwachung der Population. Tiger seien vor allem durch Wilderei, den Verlust ihres Lebensraums und schrumpfende Bestände ihrer Beutetiere bedroht.

Auch unter Wasser schwindet laut WWF die biologische Vielfalt. Alle Arten der Störe und Löffelstöre gelten demnach als bedroht, der Glatt-Stör sei in Europa ausgestorben.

Wirksame Schutz- und Schutzgebiete nötig

Es seien wirksame Schutz- und Schutzgebiete sowie entschlossene Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Wiederherstellung von Ökosystemen nötig, um die „reiche Vielfalt der Natur“ zu erhalten, betonte IUCN-Generaldirektor Oberle.

Auch der WWF mahnte Maßnahmen gegen den Rückgang der Artenvielfalt an. „Unsere Gesundheit, Wirtschaft, ja unsere gesamte Existenz hängt von der Natur ab“, erklärte die Artenschutz-Expertin der Umweltschutzorganisation, Anne Hanschke.

Das System sei mit einem Turm aus Bauklötzen vergleichbar, wobei jeder Stein eine Tier- oder Pflanzenart darstelle, sagte Hanschke. „Nur wenn dieser Turm des Lebens stehen bleibt, können wir Menschen gesund und sicher leben.“ Es sei ein besserer Naturschutz nötig, um zu verhindern, „dass dieser Turm zusammenbricht.“

Der WWF rief die Bundesregierung auf, sich bei der Weltnaturkonferenz im Dezember im kanadischen Montréal für ein ehrgeiziges neues Abkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt einzusetzen und Deutschlands Beitrag zur internationalen Finanzierung zum Erhalt der Biodiversität auf mindestens zwei Milliarden Euro jährlich aufzustocken.

bfi/ans

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Mittelmeerländer leiden weiter unter Waldbränden und Gluthitze

Madrid (AFP) – In den Mittelmeerländern brennen bereits Wälder – und auch Deutschland und Großbritannien stehen Vorhersagen zufolge extreme Temperaturen bevor: Die Hitze hat weite Teile Europas fest im Griff. In Portugal, Spanien und Frankreich kämpften am Freitag weiter tausende Feuerwehrleute gegen verschiedene Waldbrände. Die britische Wetterbehörde rief erstmals überhaupt wegen extremer Hitze Alarmstufe rot aus. Auch in Deutschland sollen die Temperaturen Anfang kommender Woche deutlich über 30 Grad klettern.

In der Nähe der Dune de Pilat bei Bordeaux, Europas höchster Wanderdüne, vernichteten zwei Waldbrände nach Behördenangaben seit Dienstag bereits 7300 Hektar Pinienwald. Auch drei Häuser und zwei Restaurants brannten demnach ab.

Post-Apokalypse in Cazaux

Die Lage sei „post-apokalyptisch, wirklich“, sagte eine Bewohnerin des in Asche eingehüllten Dorfes Cazaux, kurz bevor dessen vorsorgliche Evakuierung angeordnet wurde. In der Nacht waren in der Region 500 Menschen in Sicherheit gebracht worden, damit mussten bereits rund 10.000 Menschen wegen der Waldbrände ihre Häuser oder Campingplätze verlassen.

Die zu Beginn der Hitzewelle Anfang der Woche ausgebrochenen Feuer seien „noch immer nicht unter Kontrolle, und die Bedingungen sind schlecht, es ist starker Wind vorhergesagt“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr in der Region von Bordeaux im Südwesten Frankreichs. Etwa tausend Feuerwehrleute und mehrere Löschflugzeuge waren im Einsatz.

Am Donnerstag war zudem südlich von Avignon ein weiterer Waldbrand ausgebrochen, der einen Ascheregen in der Stadt während des Theaterfestivals verursachte. Das Feuer wurde nach ersten Erkenntnissen durch Funkenflug wegen der überhitzten Bremsen eines Güterzugs ausgelöst. Etwa 300 Hektar Wald gingen in Flammen auf. Laut Feuerwehr war der Brand bei Avignon am Freitag weitgehend unter Kontrolle.

Mehr als 2000 Feuerwehrleute in Portugal im Einsatz

In Portugal kämpften mehr als 2000 Feuerwehrleute weiter gegen vier Waldbrände im Norden und Zentrum des Landes. Die Lage entspannte sich etwas, Präsident Marcelo Rebelo de Sousa rief am Donnerstagabend jedoch zur Vorsicht auf. „Wir müssen noch ein paar Tage mehr wachsam bleiben“, mahnte er.

Nach Angaben des Zivilschutzes gab es bei den Bränden in Portugal ein Todesopfer und etwa 60 Verletzte. Seit Jahresbeginn brannten demnach bereits etwa ein Dutzend Häuser und mehr als 30.000 Hektar nieder – die größte Waldbrand-Schadensbilanz an einem 15. Juli seit 2017.

In der angrenzenden spanischen Region Extremadura wurde am Donnerstag ein weiterer Waldbrand „mit ungünstiger Entwicklung“ gemeldet. Er bedrohte den Monfragüe-Nationalpark.

Die Region leidet bereits seit Tagen unter extremer Hitze. In Spanien scheint der Höhepunkt zwar vorüber, am Freitagmorgen war es in der südwestlichen Provinz Badajoz aber morgens um 7.00 Uhr trotzdem schon 37,2 Grad heiß. Am Donnerstag waren im Zentrum des Landes 45,4 Grad erreicht worden. Im Norden Portugals kletterte das Thermometer sogar auf 47 Grad – ein Rekordwert für den Monat Juli.

Waldbrände in Nordafrika

Auf der anderen Seite des Mittelmeers wüteten im Norden Marokkos mehrere Waldbrände. In der Region Larache wurde nach Behördenangaben ein Todesopfer mit schweren Brandwunden entdeckt. 1600 Hektar brannten nieder, mehr als tausend Familien in den Provinzen Larache, Ouezzane, Taza und Tetouan mussten ihre Häuser verlassen.

Ein Überspringen der 40-Grad-Marke befürchtet für Anfang kommender Woche auch die britische Wetterbehörde und rief deshalb zum ersten Mal überhaupt die Hitze-Alarmstufe rot Hitze aus. Für einen neuen Hitze-Rekord in Großbritannien bestehe eine 80-prozentige Chance. Der bisherige Temperaturrekord des Landes wurde 2019 mit 38,7 Grad erreicht.

In Irland sollen am Montag immerhin 32 Grad erreicht werden. Auch Deutschland stellt sich auf eine Hitzewelle ein. Die Temperaturen sollen zu Wochenbeginn laut Deutschen Wetterdienst im Westen, Süden und Zentrum des Landes 30 Grad übersteigen.

Wissenschaftlern zufolge nehmen Extremwetterereignisse wie Hitzewellen wegen des Klimawandels an Intensität und Häufigkeit zu.

yb/jes

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Hunderte Feuerwehrleute in Kalifornien kämpfen für Erhalt der Riesenmammutbäume

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Los Angeles, USA (AFP) – Hunderte Feuerwehrleute haben weiter gegen einen im Yosemite-Nationalpark wütenden Waldbrand gekämpft, der die dort wachsenden Riesenmammutbäume bedroht. Am Montag gelang es ihnen, den tagelang außer Kontrolle geratenen Brand zu etwa einem Viertel einzudämmen. Doch für Entwarnung war es noch zu früh. Die extreme Hitze und Trockenheit dürften laut Wettervorhersage anhalten.

Das „Washburn Feuer“ war am 7. Juli in der Nähe des Mammutbaumwaldes Mariposa Grove ausgebrochen und hatte sich zuletzt auf rund 950 Hektar ausgebreitet. Über 540 Feuerwehrleute kämpften am Montag gegen die Flammen. „Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um das Feuer zu löschen“, sagte Park-Sprecherin Nancy Phillipe der Nachrichtenagentur AFP. Neben den Brandbekämpfern am Boden würden auch Löschflugzeuge und Hubschrauber eingesetzt. Kontrollierte Brände sollen zudem das Unterholz lichten, um den Flammen Nahrung zu entziehen.Besondere Schutzmaßnahmen wurden für den „Grizzly Giant“ ergriffen, den bekanntesten und zweitgrößten Riesenmammutbaum des Nationalparks. Die Feuerwehr veröffentlichte auf Twitter Aufnahmen von eigens aufgestellten Sprinklern, die den knapp 64 Meter hohen Baum ständig mit Wasser besprühten. Bisher gelang es der Feuerwehr, die Flammen von den uralten Riesenbäumen fernzuhalten.Die Riesenmammutbäume, auch Sequoias genannt, sind die raumgreifendsten Bäume der Welt. Ihre Verwandten, die kalifornischen Redwood-Mammutbäume, können mit mehr als 100 Metern zwar noch höher wachsen, haben aber nicht so einen großen Durchmesser wie die Riesenmammutbäume. Allein im Mariposa Grove wachsen mehr als 500 Sequoias.
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Während ihrer tausende Jahre dauernden Lebenszeit erleben Mammutbäume immer wieder Waldbrände. Die Hitze des Feuers trägt dazu bei, dass sich ihre Zapfen öffnen und sich die Samen verteilen können. Längere, heißere und aggressivere Feuer, die durch die Erderwärmung häufiger werden, können die Bäume aber irreparabel schädigen.

2020 starben bei einem riesigen Brand etwa 10.000 Mammutbäume. Das waren bis zu 14 Prozent des weltweiten Bestands. Im vergangenen Jahr verbrannten weitere 3600 Sequoias.

Der unter einer anhaltenden Dürre leidende Westen der USA hat in den vergangenen Jahren Waldbrände von außergewöhnlichem Ausmaß und Intensität erlebt. Gleichzeitig zieht sich die Brandsaison immer länger hin. Für dieses Jahr befürchten die Feuerwehren besonders heftige Waldbrände.

ans/ck

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Protest gegen Einschnitte beim Artenschutz

Schleswig (AFP) – Aus Protest gegen seiner Auffassung nach nicht vertretbare Einschnitte beim Artenschutz hat der Chef des schleswig-holsteinischen Grünen-Heimatkreisverbands von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sein Amt niedergelegt. Die von Habeck mitverantworteten Gesetze der Ampelkoalition zur Beschleunigung der Energiewende beschädigten „an vielen Stellen völlig unnötig den Naturschutz„, hieß es in einem am Donnerstagabend veröffentlichten entsprechenden Schreiben des bisherigen Vorsitzenden der Grünen im Kreis Schleswig-Flensburg, Rainer Borcherding.

Der Vorstand des Kreisverbands distanzierte sich umgehend von dem Schritt des bisherigen Vorsitzenden und sicherte Habeck seine Unterstützung zu. „Wir möchten die verschiedenen schwerwiegenden weltweiten Krisen nicht gegeneinander ausspielen – wir stehen geschlossen hinter der Arbeit unseres Wahlkreisabgeordneten Robert Habeck“, hieß es in einem am Freitag vom Kreisvorstand in Schleswig veröffentlichten Stellungnahme. Im August werde auf einer Kreismitgliederversammlung ein neuer Kreisvorsitzender gewählt.

Habeck ist der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Flensburg-Schleswig. Er lebt seit in Schleswig-Holstein und war dort unter auch anderem Umwelt- und Energiewendeminister. Die Grünen wollen parallel die Klimakrise und das weltweite Artensterben bekämpfen. Beide Ziele können mitunter aber auch in Konkurrenz geraten.

So beschloss der Bundestag am Donnerstag ein Gesetzespaket der Berliner Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP zum beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien. Parallel dazu segnete das Parlament Änderungen am Bundesnaturschutzgesetz ab. Dadurch können auch Landschaftsschutzgebiete in die Suche nach Flächen für Windkraftanlagen einbezogen werden, für die artenschutzrechtlichen Prüfungen gelten künftig einheitliche Standards.

In seinem Schreiben bezog sich Borcherding auf diese und andere Schritte, etwa die Subventionierung von kleinen Wasserkraftwerken an Flüssen oder eine seiner Auffassung nach „bewusste“ Vernachlässigung von gefährdeten „störungssensiblen Vogelarten“ wie dem Schwarzstorch bei der Planung von Windkraftanlagen. Das Bestreben zur Beschleunigung der Energiewende sei nachvollziehbar, schrieb er. Habeck habe dabei jedoch „völlig unnötig den Naturschutz zum Gegner gemacht“. Er wolle ihn daher nicht mehr unterstützen.

bro/cfm

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UN-Bericht: Jährlich bis zu 199 Milliarden Dollar durch illegalen Handel mit wilden Arten

Unberührter Urwald im Kakum Nationalpark in Ghana (Foto: Klaus Maresch)

Paris, Frankreich (AFP) – Der illegale Handel mit wilden Arten erreicht nach einem UN-Bericht jährlich ein Volumen zwischen 69 und 199 Milliarden Dollar (68 bis 196 Milliarden Euro). Fische und Holz hätten dabei den größten Anteil, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht von IPBES, einem zwischenstaatlichen Ausschuss für Artenvielfalt. Durch illegalen Handel mit wilden Arten würden weltweit die dritthöchsten Einnahmen erzielt, nach dem Menschen- und dem Drogenhandel.

Zugleich seien Milliarden von Menschen auf die Nutzung wilder Pflanzen, Fische und Tiere angewiesen. „Wilde Arten sind äußerst wichtig für die Lebensmittelsicherheit„, betonte Jean-Marc Fromentin, einer der Mitautoren des Berichts. Etwa 50.000 wilde Arten würden genutzt, indem etwa Fische gefangen, Früchte geerntet, Holz geschlagen oder Tiere gefangen werden.

Holzbiene bei der Bestäubungsarbeit (Foto: Klaus Maresch)

„Stadtbewohner in reichen Ländern sind sich dessen kaum bewusst, aber wilde Pflanzen werden etwa für Medikamente und Kosmetik genutzt“, sagte Fromentin. Viele Speisefische seien wilde Fische, und viele Möbel seien aus Holz, das nicht eigens dafür angebaut werde.

Die Abhängigkeit von wilden Arten sei bei ärmeren Menschen noch höher. Sie stellten oft eine bedeutende Einkommensquelle dar. Etwa 2,4 Milliarden Menschen seien etwa auf Holz angewiesen, um ihr Essen zuzubereiten.

Die Überausbeutung bedroht dem Bericht zufolge bereits 34 Prozent der Fischarten, etwa 1300 Arten von Säugetieren und zwölf Prozent der Baumarten. Die Organisation hatte bereits 2019 darauf hingewiesen, dass eine Million Arten bedroht sei, die meisten davon durch menschliche Ausbeutung.

Eine Palmschnapsdestille im Kakum Nationalpark in Ghana (Foto: Klaus Maresch)

Um den Artenschutz zu verbessern, müsse in erster Linie der Kampf gegen illegale Fischerei verstärkt werden. Außerdem müsse die Nutzung von Wäldern besser durch Zertifikate geregelt werden. Indigene Völker hätten oft gute Regeln entwickelt, um Arten zu schützen, sagte Fromentin. Dazu zählten der Respekt vor der Natur und die Einrichtung heiliger Zonen, die Schutzgebieten entsprechen.

Der IPBES-Bericht dürfte die Debatten auf der nächsten großen Artenschutz-Konferenz im Dezember in Montréal beeinflussen. Dort soll ein Rahmen für den Artenschutz bis 2050 festgelegt werden.

kol/ju

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Mehr als 19.000 Hitzetote zwischen 2018 und 2020 in Deutschland

Berlin (AFP) – In den drei Sommern 2018 bis 2020 sind in Deutschland mehr als 19.000 Menschen aufgrund der Hitze gestorben. Das zeigt eine Auswertung des Robert-Koch-Instituts, des Deutschen Wetterdiensts und des Umweltbundesamts, die das „Deutsche Ärzteblatt“ am Freitag veröffentlichte.

Den Schätzungen zufolge gab es 2018 – dem zweitwärmsten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 – etwa 8700 hitzebedingte Sterbefälle. 2019 waren es etwa 6900 und 2020 etwa 3700 Hitzetote. Im vergangenen Jahr wurde keine signifikant erhöhte Übersterblichkeit aufgrund von Hitze registriert.

Seit 1992 ging der Einfluss der hohen Temperaturen auf die Sterblichkeit insgesamt zwar leicht zurück, was den Gesundheitsexperten zufolge auf eine gewisse Anpassung an die Hitze hinweise. Dennoch zeigten besonders die Daten der Jahre 2018 bis 2020, dass Hitzeereignisse nach wie vor eine besondere Bedrohung für die Gesundheit der Menschen in Deutschland darstellten.

Hitze kann das Herzkreislaufsystem stark belasten und insbesondere bestehende Beschwerden wie etwa Atemwegserkrankungen verstärken. Da Hitze nur in seltenen Fällen als direkte Todesursache benannt wird, nahmen die Experten statistische Modelle zu Hilfe, um die Zahl der Hitzetoten abzuschätzen.

Im Untersuchungszeitraum 1992 bis 2021 gab es mit den Jahren 2018, 2019 und 2020 erstmals in drei aufeinanderfolgenden Jahren eine signifikante Zahl hitzebedingter Sterbefälle. Insgesamt erfasste die Studie 19.300 Hitzetote in diesen drei Jahren. In allen Regionen – Norden, Mitte und Süden – war die Altersgruppe der über 85-Jährigen am stärksten betroffen. Diese drei Jahre weisen zudem jeweils mehr Hitzewochen auf als die anderen Jahre der Dekade 2012 bis 2021.

Insbesondere das Jahr 2018 erreichte mit einer geschätzten Zahl von etwa 8700 Hitzetoten eine ähnliche Größenordnung wie die historischen Hitzejahre 1994 und 2003 mit jeweils rund zehntausend Sterbefällen. 2018 gab es eine ungewöhnlich lange Hitzeperiode, die etwa in den Südregionen bis zu neun Wochen dauerte.

Die Datenmodelle zeigen auch, dass sich dieselbe Wochenmitteltemperatur in der Dekade von 2012 bis 2021 weniger stark auf die Sterblichkeit auswirkte als etwa in der Dekade von 1992 bis 2001. Dies kann den Wissenschaftlern zufolge als Hinweis „auf eine gewisse Anpassung der Bevölkerung an wiederkehrende Hitzeperioden“ interpretiert werden. Denkbar seien zum Beispiel individuelle Verhaltensänderungen wie etwa das Tragen luftiger Kleidung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr oder das Aufsuchen schattiger oder klimatisierter Räume.

Für die Zukunft sehen die Experten wegen des Klimawandels, der vermehrt für extreme Hitzeereignisse in Deutschland sorgen könnte, allerdings die Notwendigkeit, „den Umgang mit Hitzeperioden in Deutschland deutlich zu verbessern. Vor allem gelte es, „vulnerable Bevölkerungsgruppen adäquat zu schützen“.

hex/cfm

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Frelon asiatique: une découverte laisse espérer un possible piège

Rennes, France (AFP) – Des travaux de recherche menés conjointement en Chine et en France ont permis d’identifier la phéromone sexuelle du frelon asiatique, laissant espérer la prochaine mise au point d’un piège contre cet insecte qui mange des abeilles et peut s’avérer mortel pour l’homme.

Dans le cadre d’un partenariat franco-chinois, „les scientifiques ont identifié la phéromone sexuelle du frelon asiatique et l’ont testée comme appât en Chine et en France. Ils ont ainsi montré que l’appât phéromonal pouvait attirer de nombreux mâles durant la période de reproduction de l’espèce (de septembre à novembre) et ainsi les éloigner des futures reines à l’origine de nouvelles colonies“, explique un communiqué de l’université de Tours.

„Ces résultats laissent espérer le développement prochain d’un piège de lutte contre ce frelon invasif, en utilisant cette phéromone sexuelle comme appât sélectif. Comme celui-ci est spécifique à l’espèce, il n’attire que les mâles du frelon asiatique. L’idée est de capturer ces mâles en grand nombre avant qu’ils ne puissent s’accoupler avec les futures reines frelon“, selon le communiqué.

Les reines „ne pouvant pas s’accoupler avec des mâles, ou alors pas suffisamment, il est envisageable d’imaginer à terme une diminution du nombre de colonies de frelons asiatiques sur le terrain ou des colonies moins populeuses (….) Et si elles s’accouplent avec leurs frères, le phénomène de consanguinité que les chercheurs français avaient mis en évidence s’accroît, donnant lieu également à une diminution du nombre d’individus“, relèvent les scientifiques.

Le frelon asiatique (Vespa velutina nigrithorax) „est connu pour les ravages qu’il engendre sur les colonies d’abeilles, sur la biodiversité et les accidents qu’il entraîne chaque année. De nombreuses personnes sont piquées et certaines en décèdent“, rappelle le communiqué.

Ces travaux, dont les résultats viennent d’être publiés dans la revue Entomologia Generalis, ont été menés dans le cadre d’un partenariat entre l’Institut de Recherche sur la Biologie de l’Insecte (CNRS/Université de Tours) et le Xishuangbanna Tropical Botanical Garden (Kunming, Chinese Academy of Sciences).

mcl/db/mpm

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Un frelon asiatique géant repéré pour la première fois aux Etats-Unis

Los Angeles, USA (AFP) – Un frelon asiatique géant, considéré par les spécialistes comme le plus gros du monde et surnommé par certains „frelon meurtrier“, a été repéré pour la première fois sur le sol américain, suscitant notamment la crainte des apiculteurs.

Washington State Department of Agriculture entomologist Chris Looney displays a dead Asian giant hornet, a sample sent from Japan and brought in for research, on May 7, 2020, in Blaine, Washington. (Photo by Elaine Thompson / POOL / AFP)

Deux spécimens ont été découverts en décembre 2019 dans l’Etat de Washington, à l’extrême nord-ouest des Etats-Unis, près de la frontière canadienne. Depuis cette découverte de mauvais augure, les scientifiques sont à l’affût pour tenter d’éradiquer l’insecte invasif avant qu’il ne s’implante.

On ignore encore à ce stade comment ce frelon géant (Vespa mandarinia), qui peut atteindre près de cinq centimètres de long, est arrivé jusqu’aux Etats-Unis.

„En général, ce sont des passagers clandestins embarqués involontairement sur quelque chose, comme un conteneur maritime, ou quelqu’un“, a déclaré à l’AFP Karla Salp, porte-parole du département de l’Agriculture de l’Etat de Washington.

Distinct du frelon géant, le frelon asiatique „à pattes jaunes“ (Vespa velutina nigrithorax) qui a commencé à coloniser une partie de l’Europe de l’ouest, est lui-même probablement arrivé en 2004 dans une cargaison de poteries en provenance de Chine, livrée dans le sud-ouest de la France d’où il a essaimé.

Dans le nord-ouest des Etats-Unis, les experts estiment qu’il y a déjà plus de frelons géants que les deux spécimens retrouvés l’an dernier et sont en train de lancer une campagne pour appeler le public à leur signaler tout hyménoptère suspect.

Avec ces signalements et la pose de pièges, „nous espérons avoir une meilleure idée des zones où ils se trouvent et essayer de les éradiquer“, a expliqué Mme Salp. Les entomologistes redoutent que s’il n’est pas éliminé d’ici environ deux ans, le „frelon meurtrier“ puisse se diffuser en Amérique du Nord et s’y établir définitivement.

Il s’attaque surtout aux ruches, dont il décime les abeilles pour nourrir ses larves, mais sa piqûre est particulièrement douloureuse pour les humains. „En général, les gens n’ont pas à s’inquiéter. Dès lors que vous ne marchez pas sur un nid ou que vous ne vous approchez pas d’une ruche dont ils ont pris possession, il y a vraiment peu de chances que vous soyez piqué“, assure Karla Salp.

„Cela dit, si vous êtes piqué, leur venin est plus toxique que celui des abeilles ou des guêpes de chez nous, et ils en ont une plus grosse quantité“, met-elle en garde.

Au Japon, où les insectes sont parfois chassés pour être mangés, environ 30 à 50 personnes meurent chaque année après avoir été piquées par des frelons géants.

– Abeilles décapitées –

C’est surtout pour les colonies d’abeilles, déjà en net déclin dans de nombreuses régions du monde, que les frelons sont une menace à prendre au sérieux.

Lorsque ces frelons découvrent une ruche, ils commencent par massacrer les abeilles en les décapitant une par une avec leurs puissantes mandibules, explique Chris Looney, entomologue auprès du département de l’Agriculture de l’Etat de Washington. Les prédateurs occupent ensuite la ruche pendant une semaine, voire plus, le temps de se repaître des pupes (cocons) et des larves laissées par les abeilles.

Paul van Westendorp, apiculteur établi en Colombie britannique, de l’autre côté de la frontière, affirme que le seul nid de frelons géants jamais découvert en Amérique du Nord se trouvait sur l’île de Vancouver, au Canada, et a été détruit. Un spécimen a aussi été découvert à White Rock, en Colombie britannique, en novembre dernier.

Dans l’Etat de Washington, l’un des deux intrus était encore en vie et s’est envolé tandis que l’autre était mort, a expliqué M. van Westendorp.

jt-jz/ban/leo/am

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Rüge für EU-Kommission wegen Risikobewertung bienenschädlicher Pestizide

Weltweit sind Bienenpopulation von Pestiziden bedroht. EU-Ombudsfrau Emily O’Reilly rügt die EU-Kommission. (Foto: Honighäuschen)

Brüssel (AFP) – Die Bürgerbeauftragte der Europäischen Union hat die EU-Kommission im Zusammenhang mit der Bewertung der Risiken von Pestiziden für Bienen gerügt. Die Brüsseler Behörde habe den öffentlichen Zugang zu wichtigen Dokumenten verweigert und dies nicht ausreichend begründet, erklärte EU-Ombudsfrau Emily O’Reilly am Dienstag in Brüssel. Sie sehe darin eine „Missstand“ der Brüsseler Behörde.

Die EU-Lebensmittelbehörde (Efsa) hatte 2013 erstmals Leitlinien für die Bewertung der Risiken von Pestiziden für Bienenpopulationen veröffentlicht. Derartige Berichte müssen anschließend durch die EU-Kommission nach Beratung mit den Mitgliedstaaten offiziell angenommen werden. Im Fall der mutmaßlichen Bienengifte sei dies bislang nicht erfolgt, weil sich die EU-Länder nicht hätten einigen können, erklärte O’Reilly.

2018 habe die französische Umweltorganisation Pollinis gefordert, die Positionen der einzelnen Mitgliedstaaten bezüglich des Efsa-Berichts offenzulegen. Die Kommission habe dies mit der Begründung verweigert, dass „die Offenlegung (…) den laufenden Entscheidungsprozess gefährden würde“.

Nach Auffassung der Bürgerbeauftragten „ist ein umfassenderer Zugang zu solchen Dokumenten von entscheidender Bedeutung“ für die Ausübung der demokratischen Rechte der EU-Bürger. Zugleich habe die Kommission nicht nachgewiesen, dass die Offenlegung der betreffenden Dokumente tatsächlich die Entscheidungsfindung beeinträchtigen würde. „Die Kommission sollte daher der Öffentlichkeit Zugang zu den angeforderten Dokumenten gewähren.“

Es ist nicht das erste Mal, dass die EU-Behörden im Zusammenhang mit Zulassungen von Pestiziden Kritik einstecken müssen. Im März hatte der Europäische Gerichtshof in Luxemburg entschieden, dass die Efsa Studien über Gesundheitsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat, die zuvor als vertraulich deklariert waren, veröffentlichen muss.

pe/mt/ck