Alle Beiträge von Klaus Maresch

Klaus Maresch, geb. 1967, beschäftigt sich seit frühester Jugend mit Bienen und blütenbesuchenden Insekten und betrieb als Berufsimker bis 2016 die Bioland-Imkerei Honighäuschen. Heute noch aktiv, um im Raum Bonn und Rhein-Sieg bei Problemen mit Wespen, Hornissen, Wildbienen und Hummeln zu beraten und Nester gegebenenfalls umzusiedeln.

Wie das Baumsterben die Nahrungsnetze beeinflusst

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt die Forschungsgruppe 5281 „Multitrophische Wechselwirkungen in einem Waldbiodiversitätsexperiment in China“, kurz MultiTroph, um Sprecherin Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein vom Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften der Universität Freiburg. Ziel ist, die Wechselwirkungen zwischen dem Baumsterben und den Nahrungsnetzen im Ökosystem zu untersuchen. Klein koordiniert dafür acht Projekte der internationalen Forschungsgruppe auf dem weltweit größten Waldbiodiversitätsexperiment in China. Dabei arbeiten Wissenschaftler verschiedener deutscher und österreichischer Universitäten eng mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und der Beijing Forestry University/China zusammen. Das Team wird in der ersten Projektphase ab Oktober 2022 für vier Jahre mit rund drei Millionen Euro gefördert.

Wie viele Baumarten braucht ein Wald?

Die Blaue Goldwespe Trichrysis cyanea ist ein Futterparasit bei den Spinnen-jagenden Grabwespen, die Nisthilfen in China und Deutschland nutzen und ein wichtiges Bindeglied in Nahrungsnetzen sind. Foto: Felix Fornoff

„Wir wollen verstehen, was mit den Nahrungsnetzen von Pflanzenfressenden- und räuberischen Insekten passiert, wenn Baumarten aussterben und wir neue hinzufügen“, erklärt Klein. „Wie viele Baumarten braucht ein Wald? Und welche Merkmale müssen diese Baumarten besitzen, damit der Wald beispielsweise mit Klimaveränderungen zurechtkommt und die Nahrungsnetze nicht zusammenbrechen oder sich so stark verschieben, dass Ökosystemleistungen des Waldes negativ beeinflusst werden?“

Interdisziplinäre Forschung

Für MultiTroph arbeiten Forschende aus verschiedenen Disziplinen zusammen: Experten für Bodenwissenschaften, Botanik, Molekularbiologie, ökologische Netzwerke, Tierökologie und Naturschutz gehen in acht Projekten unterschiedlichen Schwerpunkten nach.

Zum einen untersuchen die Wissenschaftlerinnen den Totholzabbau in der chinesischen Waldfläche. Darüber hinaus analysieren sie die Auswirkungen von trophischen Interaktionen, Baumvielfalt und Bodenerosion auf die Stöchiometrie von Boden und Pflanzen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Erforschung der Nahrungsnetze zwischen Pflanzen, Pflanzenfressern und räuberischen Insekten, wie zum Beispiel die Verknüpfung der Nahrungsnetze zwischen Bienen und Blüten sowie Wespen und Beutetieren in Nisthilfen. Des Weiteren ist das Forschungsteam an trophischen Interaktionen in verschiedenen Stadien der Baumverjüngung interessiert. Die Teilaspekte werden zu einem großen Nahrungsnetz zusammengefügt.

Forschungsdaten zur Wald-Biodiversität ergänzen

„Wir sind überzeugt, dass unsere Forschungsgruppe die existierenden Wald-Biodiversitätsforschungsdaten kritisch ergänzen und zu einem erweiterten Verständnis von multi-trophischen Nahrungsnetzen im Wald führen wird“, sagt Klein.

Das Projektteam besteht neben Freiburger Wissenschaftlern aus Forschenden der Universität Bayreuth, der Technischen Universität Darmstadt, der Georg-August-Universität Göttingen, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Universität Hohenheim, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der Eberhard Karls Universität Tübingen, der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, der Paris Lodron Universität Salzburg/Österreich und der Pennsylvania State University/USA. Auf chinesischer Seite arbeiten Wissenschaftlerinnen der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und der Beijing Forestry University/China mit.

Faktenübersicht:

  • Klein leitet seit 2013 die Professur für Naturschutz und Landschaftsökologie an der Universität Freiburg. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Bienen und Bestäubung von Nutzpflanzen und Biodiversitätsförderung in der Agrarlandschaft
  • Seit 2015 ist Klein Vizepräsidentin der Gesellschaft für Ökologie für Deutschland, Schweiz und Österreich (GFÖ)
  • Klein ist Mitglied der DFG Senatskommissionen für Grundsatzfragen der Genforschung und Grundsatzfragen der Biodiversität und ist in mehreren Beiräten der Landesregierung in Baden-Württemberg tätig

Kontakt:
Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein
Professur für Naturschutz und Landschaftsökologie
Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-67770
E-Mail: alexandra.klein@nature.uni-freiburg.de
Twitter: @naturealexk

Dachdecker trifft Baumhummel – was tun?

Das geöffnete Nest der Baumhummel im Dach. (Foto: Honighäuschen)

Bei Dacharbeiten in Alfter stießen Mitarbeiter der Dachdeckerei SIDO Bedachung auf ein Nest der Baumhummel, welches sich in einer Ecke gebildet hatte, die mit Steinwolle ausgefüllt war. Das Dach sollte saniert, neu gedeckt und isoliert werden und dabei war das Hummelnest im Weg.

Der Dachdeckermeister Juwan Sidu ließ seine Mitarbeiter die Arbeit an dieser Stelle des Daches unterbrechen und wandte sich zunächst an das Ordnungsamt Alfter. Nach Klärung der Zuständigkeit und einem kleinen Umweg über die zuständige Untere Nnaturschutzbehörde landete er im Honighäuschen. Da alle Hummeln unter Artenschutz stehen, war eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde in Siegburg nötig, die nach Absprache telefonisch erteilt wurde.

Das Baumhummelnest in einer Transportbox. (Foto: Honighäuschen)

Zunächst wurde das Nest am Fundort in eine Transportbox mit Lüftungsmöglichkeit umgesetzt und noch herumfliegende Hummeln wurden mit einem Kescher eingefangen. Im Garten des Honighäuschens im Bonner Ortsteil Graurheindorf wurde das Nest in einen passenden Nistkasten verbracht und die separat transportierten Arbeiterinnen dem Nest zugesetzt.

Wenige Stunden später hatten die Bumhummeln die Isolierung des Nestes repariert und den normalen Tagesablauf wieder aufgenommen.

Artenporträt Baumhummel

Im neuen Nistkasten beginnen die Arbeiterinnen sofort mit der Wiederherstellung der Isolierung. (Foto: Honighäuschen)

Die Baumhummel (Bombus hypnorum) ist eine oberirdisch nistende Hummelart, die in ganz Europa vorkommt. Sie nistet immer oberirdisch, zum Beispiel in verlassenen Vogelnestern, in Nisthöhlen, Mauer- und Felsspalten, Dachböden, Ställen, Scheunen und Ähnlichem, wobei sie auch nicht selten in mit Steinwolle isolierten Dächern anzutreffen ist. Es gibt im Jahr eine Generation, wobei im Sommer schlüpfende Königinnen überwintern und die Folgegeneration für das nächste Jahr bilden.

Die Baumhummel Bombus hypnorum steht wie alle Hummelarten unter Naturschutz. (Foto: Klaus Maresch)

Die Nester der Baumhummel haben üblicherweise 80 bis 400 Tiere. Die Königin ist etwa 2cm lang und hat eine Flügelspannweite von 35 bis 38 Milimeter und einen bis zu 12 Milimeter langen Rüssel. Arbeiterinnen der Baumhummel werden etwa 8 bis 18 Milimeter groß und eine Rüssellänge von bis zu 10 Milimeter. Die männlichen Baumhummeln werden etwa 14 bis 16 Milimeter groß.

Die Arbeiterinnen der Baumhummel sind durchaus wehrhaft und können sich gut verteidigen.

NABU: Hummeln am Hintern erkennen

Berlin – Augen auf, Lupe raus und Stift gezückt: Der NABU Insektensommer steht wieder vor der Tür. Vom 3. bis 12. Juni und vom 5. bis 14. August heißt es Sechsbeiner beobachten und zählen. Groß und Klein sind aufgerufen, eine Stunde an einem schönen Platz mit Blick in die Natur wichtige Daten für die Artenvielfalt zu sammeln.

Was für eine Hummel könnte das sein? (Foto: Honighäuschen)

Putzig, pelzig und mit einem ganz eigenen Streifenmuster: Hummeln stehen in diesem Jahr ganz besonders im Fokus der Aktion. „Kannst Du Hummeln am Hintern erkennen?“, lautet die Entdeckungsfrage 2022 für alle, die zum ersten Mal genauer bei den Insekten hinschauen. Ackerhummel, Steinhummel und Erdhummel sind die häufigsten Arten, die bei uns vorkommen. Und jede hat ihr ganz eigenes Muster auf dem Hinterteil, mit dem man sie auseinanderhalten kann. Gezählt werden können aber alle Sechsbeiner, die entdeckt werden.

„Insekten sind unverzichtbar für uns Menschen und die gesamte Natur. In unseren Ökosystemen tragen sie zur Vermehrung von Pflanzen und zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Studien zeigen, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die Ausräumung der Landschaft sind nur einige Gründe dafür“, betont NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Man schützt bekanntlich das, was man kennt. Mit dem Insektensommer wollen wir für den Schutz dieser wichtigen Tiergruppe sensibilisieren.“

Winkende Hummel auf Eisenhut-Blüte, eine Beobachtung beim letzten Insektensommer (Foto: Honighäuschen)

Stück für Stück mit viel Freude die faszinierende Welt der Sechsbeiner entdecken und sie zu bestimmen lernen – das leistet dieses Citizen Science Projekt jeden Sommer aufs Neue. Die gemeinsame Aktion von NABU und seinem bayerischen Partner, dem Landesbund für Vogelschutz, ist einzigartig beim Insektenzählen. In diesem Jahr feiert sie außerdem ein kleines Jubiläum: Seit fünf Jahren werden jedes Jahr im Juni und August tausende Menschen zu Hobbyforschern. Die Daten der Zählaktion werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU ausgewertet und zeitnah auf www.NABU.de/insektensommer-ergebnisse veröffentlicht.

Rund 33.000 heimische Insektenarten gibt es allein in Deutschland. “Bei so einer riesigen und vielfältigen Tiergruppe kann wirklich jeder immer wieder etwas Spannendes und Wunderbares entdecken. Und das Abenteuer Insektenwelt beginnt direkt vor der eigenen Haustür!”, freut sich Daniela Franzisi, Projektleiterin des Insektensommers.

Steinhummel auf einer Kornblume (Foto: Kathy Büscher, NABU Rinteln)

Beobachten und zählen kann jeder und das fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standort aus. Gezählt wird bis zu eine Stunde lang. Gemeldet werden die Beobachtungen per Online-Formular oder mit der kostenlosen Web-App NABU Insektensommer. Beide Meldewege sind unter www.insektensommer.de zum Aktionsstart abrufbar.

Mithilfe des NABU-Insektentrainers (www.insektentrainer.de) lassen sich die Krabbeltiere ganz einfach erkennen und unterscheiden.

Der NABU-Insektensommer hat auch in diesem Jahr prominente Unterstützung durch die Moderatorin Ruth Moschner, den forensischen Entomologen Dr. Mark Benecke, die Schauspielerin Dr. Maria Furtwängler oder die bekannte Figur Biene Maja und ihre Freunde. (www.diebienemaja-bienenschutz.de).

Starkregensaison hat begonnen – Stadt Bonn rät zur Eigenvorsorge

Unwetter mit Starkregen sind längst nicht mehr auf die Tropen beschränkt, sie häufen sich auch in Bonn. (Foto: Klaus Maresch)

Überschwemmungen können Grundstücke und Gebäude an Bachläufen, aber auch abseits der Bäche inmitten der Bebauung, betreffen und erhebliche Schäden am Eigentum anrichten. Die Kanalisation ist für die Aufnahme der Wassermassen, die bei Starkregen niedergehen, wie überall in Deutschland nicht ausgelegt.

Aufgrund der Starkregenraison, die begonnen hat, rät das Tiefbauamt der Stadt Bonn daher allen Hauseigentümern und Mieterinnen, sich rechtzeitig zu informieren und eigene Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Um Schäden vorzubeugen, unterstützt das Tiefbauamt der Stadt Bonn, neben den städtischen Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz – wie dem Bau des Entlastungskanals Mehlemer Bach, der Neuplanung von Regenrückhaltebecken oder intensive Bachunterhaltung – alle Bürgerinnen mit vielfältigen Informationsangeboten zur Ermittlung der eigenen Gefahrenlage und Eigenvorsorge.

Hier können Sie sich drohende Gefahren informieren

Starke Windböen eines Gewitters fegen die Samen eines Baumes fort. (Foto: Klaus Maresch)

Gefahrenkarten zeigen mögliche überschwemmungsgefährdete Bereiche im Bonner Stadtgebiet. Sie sind unter https://stadtplan.bonn.de unter dem Kartenthema „Umweltschutz/Wasser/Hochwasser“ abrufbar. Die Überschwemmungsbereiche durch Bachhochwasser können auf den Hochwasser-Gefahrenkarten eingesehen werden. Auf den Starkregengefahrenkarten können Interessierte nachvollziehen, welche Bereiche im Stadtgebiet auch abseits der Bachläufe gefährdet sind.

Mit der Kampagne „Bonn unter“ (www.bonn-unter.de) informieren das Hochwasserkompetenzzentrum (HKC) und die Stadt Bonn, wie Bonner selbst gegen Hochwasser- und Starkregenschäden vorsorgen können. Auch können die Gefährdungsstufen der Überflutungen für das eigene Zuhause abgerufen werden.

Ebenso sind im Internetauftritt der Stadt Bonn (www.bonn.de/starkregen und www.bonn.de/Hochwasser) weiterführende Informationen und Broschüren zum Thema Hochwasser- und Starkregenvorsorge zu finden.

Beim Bundespatentgericht halten die Bienen Einzug

Berufsimker Herbert Rappel aus Mering stellte im Garten des Gerichtsgebäudes in der Cincinnatistraße drei Bienenkästen auf, die den neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gerichts ein angenehmes Zuhause bieten sollen.

München (ots) – Pünktlich zum 20. Mai, der 2017 von den Vereinten Nationen zum Weltbienentag ausgerufen wurde, begann auch am Bundespatentgericht das große Summen. Berufsimker Herbert Rappel aus Mering stellte im Garten des Gerichtsgebäudes in der Cincinnatistraße drei Bienenkästen auf, die den neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gerichts ein angenehmes Zuhause bieten sollen.

Wesengemäße Bienenhaltung am Bundespatentgericht

Imker Rappel betreibt nämlich eine wesensgemäße Bienenhaltung und verwendet deswegen keine Mittelwände oder Absperrgitter. Er ist überzeugt, dass Bienen es lieben, ihre eigenen Waben zu bauen, wozu nun auch beim Bundespatentgericht Gelegenheit besteht.

Bei der Bekämpfung der Varroamilbe sind bei der wesensgemäßen Bienenhaltung chemische Mittel tabu. Es kommen nur Puderzucker, Milchsäure und Oxalsäure zum Einsatz. Zudem wird darauf geachtet, dass die Bienen an ihrem Standort genügend Nahrung finden. Weil Imker Rappel nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter auf das Zufüttern verzichtet, kann er nur den Honig ernten, den die Bienen nicht zum Überwintern benötigen. Auf dem weiten Gelände des Gerichts im Münchner Süden sollten die Bienen jedoch genügend Pollen und Nektar finden, so dass eine hoffentlich reiche Honigernte zwischen Mensch und Tier gerecht verteilt werden kann.

Weltbienentag: Was wir tun müssen, damit es wieder summt und brummt

Zum Weltbienentag fordert der Nabu mehr Einsatz für blütenbesuchende Insekten wie Wildbienen. (Foto: Honighäuschen)

Berlin (ots) – Zum Weltbienentag macht der NABU auf den dramatischen Rückgang der Wildbienen und weiterer Insektenarten aufmerksam: Fast die Hälfte aller in der Roten Liste bewerteten Bienenarten sind bestandsgefährdet oder schon ausgestorben, nur etwa 37 Prozent gelten als ungefährdet. Ein Trend, der sich nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt abzeichnet: So werden in der Datenbank des internationalen Biodiversitäts-Netzwerks GBIF immer weniger Beobachtungen von Wildbienenarten gemeldet – zwischen 2006 und 2015 waren es 25 Prozent weniger als noch vor 1990.

Zum Weltbienentag stellt der Nabu Forderungen auf

NABU-Geschäftsführer Leif Miller: „Der dramatische Rückgang unserer Wildbienen steht exemplarisch für das voranschreitende Insektensterben in Deutschland und weltweit. Für Mensch und Natur ist die Insektenvielfalt jedoch überlebenswichtig. Sie sind für die Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen zuständig, verbessern die Fruchtbarkeit des Bodens, sind wichtige Nützlinge in der Forst- und Landwirtschaft und bilden eine wichtige Nahrungsquelle für eine Vielzahl weiterer Tiergruppen wie Vögel, Säugetiere, Amphibien oder Reptilien. Um sie effektiv zu schützen, müssen wir bei den verschiedenen Treibern des Insektensterbens ansetzen. Es ist vor allem die Kombination aus intensiver und strukturarmer Landwirtschaft, Klimawandel, Flächenversiegelung und Lichtverschmutzung, die die Insektenpopulationen so schnell schwinden lassen.“

Wildbienen sind auf eine strukturreiche Landschaft angewiesen. (Foto: Honighäuschen)

Vor allem die monotone, strukturarme Agrarlandschaft sorgt für einen starken Artenverlust, auf den der Nabu am Weltbienentag hinweist. Um dem entgegenzuwirken, fordert der NABU einen Anteil nicht-bewirtschafteter Flächen von mindestens zehn Prozent. Denn Brachen bieten – neben Hecken und anderen Strukturelementen – Wildbienen und Co. einen wichtigen Lebens- und Rückzugsraum und damit die Chance zu überleben.

Dr. Laura Breitkreuz, NABU-Referentin für Biodiversität und Entomologie: „Landwirtschaftlich intensiv und einseitig genutzte Gebiete sind sehr bienenarm. In strukturreichen Lebensräumen mit einem vielfältigen Nahrungsangebot von nektar- und pollenspendenden Wildpflanzen sowie ausreichend Nistplätzen findet man hingegen die größte Artenvielfalt an Bienen. Damit es auf unseren Wiesen und Feldern also wieder summt und brummt, braucht es ein Netz von nicht-bewirtschafteten Landschaftselementen wie Hecken und Brachen.“

Neben einer strukturreicheren Landschaft gilt es auch das Risiko durch Pflanzenschutzmittel zu reduzieren, um die Insektenvielfalt nicht noch weiter zu dezimieren, betont Dr. Verena Riedl, NABU-Referentin für Biodiversität und Ökotoxikologie: „Eine nationale Reduktionsstrategie mit verbindlichen Maßnahmen, die zu mindestens einer Halbierung des Pestizidrisikos bis 2030 führen, ist überfällig. Außerdem besteht großer Handlungsbedarf, das Risiko für Wildbienen und weitere Insekten endlich ausreichend in der Risikobewertung von Pestiziden abzubilden und bei Zulassungsentscheidungen zu berücksichtigen.“

Mitmachaktion NABU-Insektensommer

Porträt einer Hummelkönigin (Foto: Honighäuschen)

Augen auf, Lupe raus und Stift gezückt: Beim NABU Insektensommer vom 3. bis 12. Juni und vom 5. bis 14. August sind Groß und Klein dazu aufgerufen, Sechsbeiner zu beobachten und zu zählen. Hummeln – die übrigens auch Wildbienen sind – stehen in diesem Jahr ganz besonders im Fokus der Aktion. „Kannst Du Hummeln am Hintern erkennen?“, lautet die Entdeckungsfrage 2022 für alle, die zum ersten Mal genauer bei den Insekten hinschauen. Beobachten und zählen kann jeder und das fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Gezählt wird bis zu eine Stunde lang. Gemeldet werden die Beobachtungen per Online-Formular oder mit der kostenlosen Web-App NABU Insektensommer. Beide Meldewege sind unter www.insektensommer.de zum Aktionsstart abrufbar.

Weitere Informationen zur Roten Liste der Bienen Deutschlands: https://www.rote-liste-zentrum.de/de/Download-Wirbellose-Tiere-1875.html

Studie zum globalen Rückgang der Wildbienenarten: https://ots.de/eoOrgT

Mit den richtigen Gehölzen ist jeder Tag „Tag der Biene“

Eine Bienen beim Sammeln vom Nektar auf einer Dolde des Bienenbaums Tetradium hupehensis (Foto: Klaus Maresch)

Berlin (ots) – Morgen ist UN-Weltbienentag: Sandbienen, Steppenbienen, Langhornbienen und natürlich Honigbienen – sie alle spielen im Naturkreislauf eine wichtige Rolle. Doch viele Honig- und Wildbienen sind mittlerweile in ihrem Überleben bedroht. Krankheitserreger wie die Varroa-Milbe, Monokulturen in der Landwirtschaft und der Klimawandel sind mögliche Ursachen. Auch wenn es schwierig ist, konkrete Lösungsansätze zu finden. Kann doch jeder Einzelne mit seinem Garten, seiner Terrasse oder auch nur einer Fensterbank dazu beitragen, den Bienen und anderen Insekten Nahrung zu bieten.

Bienen brauchen auch im Frühjahr und im Herbst Nahrung, nicht nur im Sommer, wenn die meisten Blumen blühen. Und sie brauchen mehr als Wildblumen, um wirklich satt zu werden. Nur ein Mix aus verschiedenen Pflanzen liefert genügend Nektar und Pollen.

Weine Wildbienen-Paarung, hier die Frühjahrsseidenbiene. (Foto: Honighäuschen)

Eine Kombination aus Bäumen, Sträuchern, Stauden und Blumen bietet wirkliche und nachhaltige Unterstützung für die Bienen und andere Insekten. Geachtet werden sollte dabei auf eine übers Jahr verteilte, lange Blühzeit im Garten oder auf dem Balkon. Optimal ist natürlich, wenn die Pflanzen gleichzeitig einen Mehrfachnutzen erbringen. Also nicht nur den Bienen dienen, sondern z. B. auch noch Früchte tragen, Nahrung für den Menschen liefern oder auch einfach die Gärten schmücken.

Starten kann man das „Bienenjahr“ mit Winterjasmin, der oft schon mitten im Januar und im Februar blüht. Er liefert nicht nur erste Nahrung für die Insekten, sondern setzt auch strahlend gelbe Farbakzente in den sonst noch farblosen Garten. Gleich danach übernehmen die Mahonien aus der Familie der Berberitzen ihren Dienst als eine der ersten wichtigen Bienenweiden des Jahres. Diese attraktiven Ziergehölze bieten zusätzlich einen Rückzugsort für andere Lebewesen sowie ganzjährigen Sichtschutz durch ihre immergrüne Belaubung. Im April setzt dann die Blüte der Kirsch- und Apfelbäume ein, die nicht nur Bienen nähren und schön anzusehen sind, sondern später auch wohlschmeckende Früchte tragen. Später im Gartenjahr liefern neben vielen Blumenarten und diversen Kräutern z. B. Wilder Wein als attraktives Klettergehölz oder der schöne Halbstrauch Ysop Pollen und Nektar für die Insekten.

Der Bienenbaum ist die Tankstelle schlechthin für Bienen und andere blütenbesuchende Insekten. Foto: Honighäuschen)

Aber nicht nur Nahrung spendende Blumen sind wichtig, da auch Sträucher, Gehölze und Bäume oft vor den Blumen blühen und für die im Garten lebenden Tiere eine sehr wichtige Rolle übernehmen. Der – ursprünglich nicht heimische – Amberbaum bietet einen guten Rückzugsort für Vögel und ganz „nebenbei“ auch eine wunderschöne Herbstfärbung. Die Blüte ist daher nur eine Seite. Manche Gewächse stellen vielleicht nicht so viel Nahrung bereit, bieten dafür aber den notwendigen Schutzraum für verschiedenste Tiere. Und manche Bäume sind vielleicht ursprünglich nicht in Europa zu Hause, liefern aber sehr viel Nektar. Hier glänzt beispielsweise Euodia – aus gutem Grund auch Bienenbaum genannt, da er im August und September den Bienen fast unendlich viele Pollen und Nektar beschert. Dies ist insbesondere notwendig in der Zeit, in der die Bienen sich langsam auf den Winter vorbereiten.

Im Garten der Familie Dresen in Lannesdorf war ein Bienenschwarm gelandet und hatte sich einen alten Apfelbaum als Aufenthalt ausgesucht. (Foto: Honighäuschen)

Auch wer keinen Garten oder großen Balkon hat, kann viel für die Bienen tun und gleichzeitig selbst davon profitieren. Auf einem schmalen, sonnigen Fensterbrett gedeihen Kräuter wie Thymian und Rosmarin sehr gut. Sie tragen zarte und von Bienen gern besuchte Blüten und versorgen die heimische Küche gleichzeitig mit aromatischen Zutaten. Auf kleinstem Raum können auch Lavendel und Salbei blühen, die nicht nur von Insekten auf Nahrungssuche gern angeflogen werden, sondern auch schön und unverzichtbar als Heilkräuter sind. Und an der kleinen, aber für Bienen wichtigen Bartblume kann man sich praktisch überall erfreuen.

Ein gesunder Mix aus Sträuchern, Bäumen, Wiesen, Blumenbeeten ist eben immer das Allerbeste – für Mensch und Natur. Je mehr wir insgesamt in Pflanzenvielfalt investieren, desto gesünder und insektenfreundlicher werden unsere Gärten. Und schöner werden sie auch.

Neue Offenland-Biotope an den Rheinhängen bei Königswinter-Oberdollendorf

Rhein-Sieg-Kreis (we) – In Königswinter sollte die Fläche neben dem alten Burghof nördlich des Drachenfels ökologisch aufgewertet werden. Daher pflanzten dort gestern (24.11.2021) Mitarbeitende der Deutsche Post DHL Group zusammen mit dem Naturschutzgroßprojekt des Rhein-Sieg-Kreises, chance7, und der Biologischen Station im Rhein-Sieg-Kreis im Rahmen einer „Global Volunteer Aktion“ 20 hochstämmige Obstbäume. So wurde die bereits bestehende Obstwiese gleichzeitig erweitert.

„Auf diesem Areal standen bis vor Kurzem noch überwiegend angepflanzte, fremdländische Bäume und viele Sträucher“, berichtete Landschaftsarchitekt Ralf Badtke, Projektreferent beim Naturschutzprojekt. „Chance7 bearbeitete diese Fläche und entfernte einige davon, denn der ökologische und optische Wert dieses Bereiches hielt sich dabei in Grenzen.“ Nur markante und höherwertige Bäume blieben stehen. Dadurch bot sich die Möglichkeit, die freigewordene Fläche ökologisch aufzuwerten und optisch attraktiv zu gestalten.

Nun wurden auf der Streuobstwiese alte Obstsorten gepflanzt; beispielsweise Gelber Edelapfel, Goldparmäne und Champagner Renetten. „Diese Auswahl soll die genetische Vielfalt erhalten und ist auch im Hinblick auf die Veränderungen des Klimawandels der richtige Ansatz“, erklärte Ralf Badtke. „Welche Sorten sich bei steigender Jahresmitteltemperatur bewähren werden, ist allerdings noch unklar. Daher ist es wichtig, viele verschiedene Sorten zu pflanzen.“ Im nächsten Frühjahr wird auf der Fläche schließlich noch artenreiches Grünland eingesät, damit eine zusammenhängende ökologische Einheit entstehen kann.

Die Pflege der Streuobstwiese wird die Biologische Station übernehmen. Diese betreut auch bereits die angrenzenden Baumbestände und wird die Wiese in Zukunft mit ihrer Wanderschafherde beweiden. Damit ist auch der langfristige Erhalt der neu angelegten Obstwiese gesichert. Finanziert wurde die Erweiterung von der Deutsche Post DHL Group.

Admiral’s Cup im blühenden Efeu

Der Admiral (Vanessa atalanta) auf blühenden Efeu. (Foto: Klaus Maresch)

Der Efeu blüht im Garten und auf den Efeublüten tummelt sich der Admiral (Vanessa atalanta) zu Dutzenden und das seit mehreren Tagen.  Es scheinen mehr zu werden, in der Mittagszeit habe ich einmal nach 50 Faltern mit dem Zählen aufgehört und einfach nur noch die Kamera genommen, um das Geschehen im Efeu festzuhalten. Natürlich taucht nicht nur der Admiral auf, auch das eine oder andere Tagpfauenauge ist zu sehen, nebst Tausenden von Bienen, die Nektar und Pollen sammeln. Ebenso tauchen gelegentlich ein paar Hornissen auf, die zwischen den Blüten auf der Jagd sind.

Mehr als fünfzig Falter in der Mittagszeit

Ich kann mich nicht erinnern, während des gesamten Sommers bei uns im Garten insgesamt fünfzig Schmetterlinge gesehen zu haben, geschweige denn soviele Vertreter einer einzigen Art. Weißlinge waren mehrfach zu sehen, ein C-Falter, hin und wieder ein Zitronenfalter und ein Kleiner Fuchs – eigentlich keine besonders seltenen Falter – früher jedenfalls. Mittlerweile sind Schmetterlinge jedoch ein rarer Anblick geworden und umso schöner ist, dass die Falter recht bereitwillig für ein Fotoshooting posieren.

Steckbrief Admiral (Vanessa atalanta)

Der Admiral gehört zu den sogenannten Nesselfaltern, denn seine Raupen ernähren sich gern von Brennesseln, wie auch das Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs. Eigentlich ist dieser an seinen roten Binden auf Vorder- und Hinterflügel gut zu erkennende Großschmetterling ein Wanderfalter, der im Frühling über die Alpen zu uns nach Deutschland kommt. Dabei legt er eine Strecke von bis zu 3000 Kilometern zurück, wofür der Admiral etwa 14 Tage braucht. Eine imposante Leistung für so ein kleines Insekt mit einer Flügelspannweite von etwa 6,5 cm.

Früher ein reiner Wanderer, hat der Admiral in Deutschland mittlerweile eine eigene und stabile Population gebildet, und lebt nicht mehr nur hauptsächlich in Südeuropa. Er wandert bis nach Skandinavien und überwintert auch in Deutschland, beispielsweise am milden Oberrhein.

Dem erwachsenen Admiral kann man etwas Gutes tun, indem man im Garten den einen oder anderen Schmtterlingsflieder pflanzt und auch für Fetthenne und Wasserdost Platz parat hält.

Bildergalerie Admiral auf blühendem Efeu

 

 

Alter Steinbruch am Lyngsberg wird im Sinne des Naturschutzes entwickelt

Eine blütenreiche Staudenflur wie im alten Steinbruch am Lyngsberg bietet Bienen und Schmetterlingen Nahrung (Foto: Klaus Maresch)

Das Naturschutzgebiet Lyngsberg südlich von Muffendorf bietet mit seinen Felswänden und Geröllhalden ideale Bedingungen für seltene Tier- und Pflanzenarten. Doch der wertvolle Lebensraum ist bedroht: Die Vegetation erobert den ehemaligen Steinbruch nach und nach zurück, und Müll wird vor Ort zunehmend zum Problem. Das Amt für Umwelt und Stadtgrün der Stadt Bonn hat daher ein Konzept erarbeitet, um den Lyngsberg zum Schutz seltener und gefährdeter Arten zu entwickeln und langfristig zu pflegen.

Die Zeiten des Basaltabbaus am Lyngsberg sind schon lange vorbei. Dennoch hat die frühere Nutzung das Gelände geprägt: Steile Felswände, sonnenbeschienene Kuppen, schattige Felsspalten und Geröllhalden kennzeichnen das 5,4 Hektar große Gebiet südlich von Muffendorf und bilden so ein buntes Mosaik an schutzwürdigen Lebensräumen. Ehemalige Steinbrüche bieten insbesondere für wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten, wie zum Beispiel Mauereidechse, Schlingnatter oder Wiesensalbei, potenziell optimale Lebensbedingungen. 2013 wurde der Lyngsberg aufgrund seiner besonderen Habitatqualitäten durch den Landschaftsplan Kottenforst als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Lebensräume seltener Arten im Steinbruch bedroht

Eine blütenreiche Staudenflur wie im alten Steinbruch am Lyngsberg bietet Bienen und Schmetterlingen Nahrung (Foto: Klaus Maresch)

Aber das wertvolle Biotop ist bedroht: Seit vor Ort kein Gestein mehr abgebaut wird, erobert die Vegetation das Gelände nach und nach zurück. Heute findet sich an der oberen Hangkante des Lyngsbergs ein alter Eichen-Hainbuchenwald. Im Zentrum überwiegen Linden, Bergahorne und Robinien. Als Lebensraum für wärmeangepasste Tiere und Pflanzen verliert das Gebiet somit zunehmend an Bedeutung. Schon jetzt haben die veränderten Lebensbedingungen dazu geführt, dass von ursprünglich sechs gefährdeten Tierarten derzeit nur noch Fledermäuse nachgewiesen werden konnten, von sieben gefährdeten Pflanzenarten wachsen am Lyngsberg nach aktuellem Stand noch die Rauhe Nelke und der Heilziest.

Umweltdezernent Helmut Wiesner erklärt: „Durch den Menschen entstandene Steinbrüche wie der Lyngsberg beherbergen durch ihre besondere Geländestruktur einzigartige Habitate. Wenn wir verhindern wollen, dass diese wertvollen Naturlebensräume mit den darin lebenden Tieren und Pflanzen verschwinden, müssen wir jetzt handeln und sie auf Dauer erhalten.“ Das Amt für Umwelt und Stadtgrün hat deswegen 2019 mit Unterstützung eines Planungsbüros einen Pflege- und Entwicklungsplan entsprechend der Vorgaben des Landschaftsplans Kottenforst erarbeitet.

Naturschutzprojekt startet im Herbst 2021

Eine blütenreiche Staudenflur wie im alten Steinbruch am Lyngsberg bietet Bienen und Schmetterlingen Nahrung (Foto: Klaus Maresch)

Die Stadt plant, die erarbeiteten Maßnahmen zum Erhalt des Naturschutzgebietes ab Herbst 2021 umzusetzen. Zunächst sollen die Felswände und –kuppen auf der nördlichen und südlichen Zwischensohle des ehemaligen Steinbruchs von Bäumen und Büschen befreit werden. Insbesondere die sich stark ausbreitende Robinie muss zurückgedrängt werden. Der Prozess dauert mehrere Vegetationsperioden. Das Totholz soll im Naturschutzgebiet verbleiben, um so Lebensräume für Insekten, Amphibien, Reptilien und Kleinsäuger zu schaffen.

Einzelbäume wie Mispeln und Eichen bleiben erhalten und werden freigestellt. Auf der zentral gelegenen Wiese soll auf rund 2000 Quadratmetern eine blütenreiche Staudenflur entwickelt werden. Eine südlich gelegene Höhle nutzen verschiedene Fledermausarten derzeit als Unterschlupf. Um das Quartier vor Störungen durch den Menschen zu sichern, wird der Höhleneingang mit einem Gitter versehen.

Einzäunung soll sensibles Biotop „Alter Steinbruch“ schützen

Das Betreten des ehemaligen Steinbruchs ist aufgrund der unübersichtlichen und gefährlichen Geländegegebenheiten bereits heute verboten. Dennoch halten sich viele nicht daran: Der umliegende Zaun wurde an verschiedenen Stellen durch Vandalismus zerstört, illegale Müllablagerungen sind ein großes Problem für Flora und Fauna. Das Müllproblem hat sich während der Corona-Pandemie noch verstärkt. Bevor die eigentlichen Maßnahmen starten, soll deswegen nach Ende der Schonzeit für Brutvögel Anfang Oktober das gesamte Gebiet von Müll und Unrat befreit werden. Der umliegende Zaun wird erneuert, um die sensiblen Lebensräume vor Störungen zu schützen.

Das breit angelegte Naturschutzprojekt für den Lyngsberg kostet insgesamt rund 230.000 Euro. 80 Prozent werden durch Bund und Land gefördert, der Eigenanteil der Stadt liegt bei 20 Prozent.

Nachdem alle Maßnahmen umgesetzt sind, wird das Areal dauerhaft gepflegt. Hier unterstützt die Biologische Station Bonn/Rhein-Sieg tatkräftig. Es ist angedacht, dass im Rahmen von regelmäßigen, begleiteten Führungen dieses wertvolle Naturschutzgebiet erkundet werden kann.

Nest der Asiatischen Hornisse Vespa velutina in Hamburg gefunden

Eine Arbeiterin der Asiatischen Hornisse Vespa Velutina nigrithorax. Foto: Axel Heimken/dpa

In Hamburg wurde heute erneut ein Nest der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) gefunden. Das Nest wurde von etwa 300 Hornissen bewohnt und hatte sich in einem Buchsbaum gebildet.

Diese Hornissenart errichtet im Vergleich zur Europäischen Hornisse Vespa crabro, mit der ich es als Imker schon regelmäßig zu tun hatte, deutlich größere Nester. Die heimische Hornisse kommt auf etwa 500 bis 700 Tiere, die an Körpergröße etwas kleinere asiatische Verwandte kann mehrete Tausend Tiere aufweisen. Imker betrachten Vespa velutina mit großer Sorge, da diese aus Asien eingeschleppte Hornisse die Bienenvölker stark dezimieren kann.

Auch Wein- und Obstbauern in Frankreich berichten von großen Enrnteausfällen durch angenagtes Obst. Auf die Obstbauern in Meckenheim und den Weinbau südlich von Königswinter werden Probleme zukommen, sobald die Asiatische Hornisse in Bonn und dem Rhein-Sirg-Kreis auftaucht.

Bis dato wurden Nester und einzelne Arbeiterinen dieser invasiven Hornissenart bereits in Hamburg, Hessen und Baden-Würtemberg nachgewiesen, auch aus dem Aachener Raum gibt es unbestätigte Funde. Früher oder später wird Vespa velutina auch in der Köln Bonner Bucht auftauchen.

Informationen der Umweltbehörde Hamburg zu der Asiatischen Hornisse Vespa velutina

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) ist eine ursprünglich aus Südostasien stammende Hornissenart. Sie wurde vermutlich 2004 mittels Schiffsladungen nach Bordeaux in Frankreich eingeschleppt und verbreitet sich seitdem nordwärts in Europa. Unter anderem da vermutet wird, dass die Asiatische Hornisse eine Gefahr für heimische Bestäuber darstellen kann, wurde die Asiatische Hornisse 2016 auf die Liste der invasiven gebietsfremden Arten gesetzt. Damit besteht innerhalb der Europäischen Union eine Melde- und Bekämpfungspflicht.

Bis zu einem Fund eines Nestes in Hamburg-Horn im September 2019 galten die Hornissen vor allem als südeuropäisches (siehe auf Französisch: Le Frelon asiatique) und süddeutsches Phänomen und traten insbesondere in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Südhessen auf. Inzwischen wurde ein weiteres Nest gefunden und in regelmäßigen Abständen wurden Arbeiterinnen von Bürgerinnen und Bürgern gemeldet.

Nach den ersten Zufallsfunden in Hamburg hat die Umweltbehörde in Absprache mit Experten des CeNak, der Uni Hamburg und aus den Reihen der Insektenfachberater im Sommer 2020 ein Pilotprojekt zum Auffinden weiterer Tiere und Nester gestartet, um die Ausbreitung in Norddeutschland möglichst früh einzudämmen. Im Rahmen des Pilotprojektes fangen Beauftragte der Umweltbehörde in Kooperation mit dem Institut für Zoologie der Universität Hamburg einzelne Exemplare der Asiatischen Hornisse ein und statten diese dann mit Mini-Sendern aus. Damit können die Tiere dann mittels Radiotelemetrie zu ihrem Nest zurückverfolgt werden. Dies gelang Anfang September 2020 auch das erste Mal erfolgreich.

Im Umgang mit der Asiatischen Hornisse ist ein Schutzanzug sinnvoll. Foto: Axel Heimken/dpa

Für den Menschen sind die Asiatischen Hornissen nicht gefährlicher als die einheimische Europäische Hornisse. Beide Arten gelten als wenig aggressiv. Von der europäischen Hornisse unterscheidet sich die asiatische Verwandte vor allem durch die fast vollständig schwarze Färbung bis auf einen gelben Streifen am Hinterleib. Auch ist die Asiatische Hornisse die einzige in Hamburg vorkommende Hornissen-Art, die hoch oben in Bäumen völlig freihängende Nester baut.

Wichtig hervorzuheben ist, dass die Asiatische Hornisse nicht mit der Asiatischen Riesenhornisse (Vespa mandarinia) verwechselt wird. Über diese Art wurde in der Vergangenheit sehr aufbauschend berichtet, da es in Zusammenhang mit Stichen immer wieder Berichte über schwerwiegende allergische Reaktionen auf diese Riesenhornisse aus Asien gibt. Diese Art kommt jedoch in Europa nicht vor! Von der „normalen“ Asiatischen Hornisse geht keine besondere Gefahr aus.

Sichtungen bitte unverzüglich melden

Um das Auffinden von Nestern zu unterstützen und die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse noch weiter einzuschränken zu können, bittet die Umweltbehörde Sichtungen von Einzeltieren oder von freihängenden Nestern in Bäumen über den obigen Link im Monitoring-Portal www.ahlert-nord.de zu melden. Imker*innen sind aufgerufen am Monitoring-Programm teilzunehmen.

Quelle: Umweltbehörde Hamburg

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Feuerwehr Dresden: Mehrere Personen kollabieren nach Stich von Hornissen

Insgesamt acht Personen wurden heute im Großen Garten von mehreren Hornissen gestochen und erlitten dabei zum Teil schwere allergische Schocks. Der Integrierten Regionalleitstelle Dresden (IRLS) wurde über den Notruf 112 gemeldet, dass mehrere Personen von Hornissen gestochen wurden und bereits drei Personen kollabiert waren.

Schock nach Hornissenstichen

Eine Hornisse bewacht den Eingang des Nistkastens.

Da von einer größeren Anzahl an Betroffenen ausgegangen werden musste, alarmierte die IRLS nach dem Einsatzplan MANV-1. Damit wurde eine größere Zahl an Kräften und Mitteln alarmiert, um unverzüglich erhöhte Transportkapazitäten für vital bedrohte Personen zur Verfügung zu stellen. Nachdem die Einsatzstelle gesichert und die Patienten gesichtet wurden, erfolgte durch den Organisatorischen Leiter Rettungsdienst die Koordination des Transportes von einer Patientin und zwei Patienten mit vitaler Bedrohung ins Krankenhaus.

Bei zwei weiteren Patientinnen stellte sich eine allergische Reaktion auf die Hornissenstiche erst nach einiger Zeit ein, so dass diese ebenfalls noch vor Ort notärztlich versorgt werden mussten und im Anschluss in ein Krankenhaus gebracht wurden. Ein ca. 4-jähriger Junge sowie eine Frau und ein Mann wurden ebenfalls in umliegende Krankenhäuser transportiert.

Nach Rücksprache mit der zuständigen Naturschutzbehörde wurde der Bereich um den betroffenen Baum durch die Feuerwehr im Umkreis von 20 Metern abgesperrt und Hinweisschilder aufgehangen. Zu diesem Einsatz wurden insgesamt 60 Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswachen Striesen, Löbtau und Altstadt, der Rettungswachen Johannstadt und Friedrichstadt, der A-Dienst, der B-Dienst, der Organisatorische Leiter Rettungsdienst, der Leitende Notarzt sowie das Kriseninterventionsteam alarmiert.

Quelle: Presseportal

Zur Batnight gibt der NABU vier Tipps für einen fledermausfreundlichen Garten

Die Breitflügelfledermaus ist mancherorts zur Batnight zu beobachten (Bild: Gerhard Maescher/NABU)

Berlin – Vampire, Halloween und Horrorfilme: Bei Fledermäusen denken viele Menschen an Unheimliches. Dabei sind die Fledertiere alles andere als gruselig. Zur 25. Batnight am 28. und 29. August kann man die Tiere bei rund 100 regionalen NABU-Veranstaltungen erleben und ihre faszinierenden Flugkünste in der Dämmerung beobachten.

Die europaweite Batnight soll hartnäckige Vorurteile gegenüber den „Kobolden der Nacht“ abbauen und auf deren schwierige Situation aufmerksam machen. „Unsere heimischen Fledermäuse beißen nicht und saugen kein Blut – sie fressen ausschließlich Insekten“, sagt Sebastian Kolberg, NABU-Artenschutzexperte. „Probleme bereitet ihnen das Insektensterben, das sich negativ auf die Bestände auswirken könnte. Sie leiden außerdem stark unter Wohnungsnot.“ Durch die Sanierung alter Gebäude und das Abholzen von alten Bäumen fänden Fledermäuse immer weniger Unterschlupf, so Kolberg. Von den 25 in Deutschland heimischen Arten sind drei akut vom Aussterben bedroht. Vier Arten gelten als stark gefährdet und weitere fünf stehen auf der Vorwarnliste. Kolberg: „Umso wichtiger ist es, mit Aktionen wie der Batnight über die Tiere aufzuklären und zu vermitteln, wie ihnen geholfen werden kann. Etwa, indem man seinen Garten fledermausfreundlich gestaltet.“ Der NABU gibt dazu vier Tipps:

Ein Beet als Büffet: Nachtblühende, nektarreiche Blütenpflanzen, zum Beispiel Leimkraut, Seifenkraut und Wegwarte, sind ein Feinschmeckerlokal für die Tiere. Durch ihren intensiven Duft locken die Pflanzen Nachfalter an, die Lieblingsspeise vieler Fledermausarten. Je artenreicher der Garten, desto mehr Insekten tummeln sich dort.

Der NABU gibt zur Batnight vier Tipps:

  • Ein Haus für die Fledermaus: Höhlen und Spalten in und an alten Bäumen, am Gebäude, in Kellern oder Kartoffelmieten werden gern als Quartier genutzt. Wo es das nicht gibt, kann Wohnraum geschaffen werden. Ein Fledermausbrett oder ein Flachkasten an der Giebelwand sowie Höhlenkästen werden von den Tieren gerne angenommen. Viele Kästen lassen sich auch in Bäumen anbringen. Geeignete Fledermauskästen gibt es im Fachhandel – oder man baut sie einfach selbst.
  • Einen Teich anlegen: Wasser zieht viele Insekten an – und bietet Fledermäusen so einen reich gedeckten Tisch.
  • Garten ohne Gift: Herbizide und Kunstdünger haben in einem naturnahen Garten nichts verloren. Wer Fledermäusen helfen will, setzt auf giftfreies Gärtnern.

Gärtnerinnen und Gärtner, die diese Tipps beherzigen, können besonders jetzt im Spätsommer die Flugkünste von Zwergfledermaus, Großem Abendsegler & Co. am Abendhimmel bewundern.

 

NABU: Deutschlands Wintervögel werden wieder gezählt

Berlin – Vom 8. bis zum 10. Januar 2021 zählt ganz Deutschland wieder Vögel: Die „Stunde der Wintervögel“ wird bereits zum elften Mal vom NABU und seinem bayerischen Partner LBV organisiert. Vogelfreundinnen und -freunde sind dazu aufgerufen, eine Stunde lang alle Vögel von Wohnung, Haus oder Garten aus zu erfassen und zu melden. „Damit kann jede und jeder mithelfen, eine detaillierte Momentaufnahme der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern zu ermöglichen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Die so erfassten Daten tragen dazu bei, unsere heimischen Vögel besser zu schützen.“ Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands. 2020 hatten sich an der Aktion mehr als 143.000 Menschen beteiligt.

Experten des NABU konnten anhand der langjährigen Zählung nachweisen, dass die winterlichen Vogelzahlen in den Gärten stark von der Witterung abhängen. In kalten und schneereichen Wintern kommen deutlich mehr Vögel in die Nähe der Menschen. Die lange Reihe zunehmend milder Winter führte zuletzt zu sinkenden Wintervogelzahlen.

„Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Winter der Blaumeise“, so NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann, „Im vergangenen Frühjahr war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, der Tausende Vögel dieser Art zum Opfer fielen.“ Bei der jüngsten großen Vogelzählung, der „Stunde der Gartenvögel“ im vergangenen Mai, wurden entsprechend weniger Blaumeisen beobachtet. Für die Experten ist es spannend herauszufinden, ob dieser Effekt auch im Winter noch spürbar ist.

Dass die winterlichen Gartenvögel zu den beliebtesten Vogelarten Deutschlands gehören, zeigt der aktuelle Zwischenstand bei der ersten öffentlichen Wahl zum Vogel des Jahres. Mit Stadttaube, Rotkehlchen, Amsel und Haussperling stehen allein vier Wintervögel in den Top Ten. Auch die Blaumeise auf Rang elf und der Star auf Rang 14 haben noch gute Chancen auf die Stichwahl, die unter den zehn ersten Plätzen stattfindet. Schon weit über 100.000 Menschen haben bisher ihren gefiederten Favoriten nominiert. Noch bis zum 15. Dezember kann jeder seine Stimme bei der Vorwahl abgeben. Nach der Stunde der Wintervögel beginnt dann ab dem 18. Januar die Hauptwahl unter den Top Ten.

Mitmachen bei der Stunde der Wintervögel ist ganz einfach: Jeder kann eine Stunde lang die Vögel am Futterplatz, vom Garten, Balkon oder Fenster aus oder im Park zählen und dem NABU melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.NABU.de/onlinemeldung bis zum 18. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet. Auch über die NABU-App „Vogelwelt“ (Download unter www.NABU.de/vogelwelt) kann gemeldet werden.

Die Schulstunde der Wintervögel findet vom 11. bis 15. Januar statt. Die Klassen und Gruppen können an der NABU-Vogelzählung teilnehmen und ihre Zählergebnisse bis 18. Januar einsenden oder unter www.NABU.de/onlinemeldung eingeben. Unter allen Einsendungen verlost die NAJU tolle Preise. Alle Infos, Materialien und Aktionsideen: www.NAJU.de/sdw.

Infos zur Aktion unter www.stundederwintervoegel.de

Flugsaison der Asiatischen Hornisse beginnt wieder

Arbeiterinnen der Asiatischen Hornisse Vespa velutina am Nesteingang. Foto: dpa

Sie wirkt auf viele Menschen bedrohlich, dabei ist sie für uns nicht gefährlicher als einheimische Hornissen: Die Asiatische Hornisse hat wieder Flugsaison. In Südhessen wurden in den vergangenen zwei Jahren mehrere Tiere nachgewiesen. Da es sich EU-weit um eine „invasive, gebietsfremde Art“ handelt, die heimische Arten in ihrem Bestand gefährden kann, sind die deutschen Bundesländer verpflichtet, Sichtungen der Asiatischen Hornisse an die EU zu melden sowie Maßnahmen zur Bekämpfung zu ergreifen.

Die Asiatische Hornisse in Hessen

In Hessen ist das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) für das Monitoring der Asiatischen Hornisse zuständig. Über das Meldeportal des HLNUG unter https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/hornisse können Bürgerinnen und Bürger – ohne Registrierung oder Anmeldung – Sichtungen und Fundmeldungen, gerne mit Foto, vermerken und so dazu beitragen, die Datenlage zur Asiatischen Hornisse in Hessen zu verbessern. Für Fragen steht als Ansprechpartner auch unser beauftragter Wespen- und Hornissenberater Reiner Jahn zur Verfügung, die Kontaktdaten sind auf der HLNUG-Homepage zu finden.

Um Maßnahmen gegen die Verbreitung der Asiatischen Hornisse umzusetzen, ist das HLNUG vor allem auf die Hilfe der Imkerinnen und Imker, insbesondere im südhessischen Raum, angewiesen: Nur mit ihrer professionellen Unterstützung können gezielt Nester der Asiatischen Hornisse gesucht und bekämpft werden.

Hintergrund

In Europa kommt seit dem Jahr 2004 neben der einheimischen Europäischen Hornisse (Vespa crabro) eine weitere Hornissenart vor: die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax). Vermutlich wurde sie versehentlich über den Seeweg von Südostasien nach Frankreich eingeschleppt und hat sich seither schnell in Mitteleuropa ausgebreitet, somit war auch ihre Ausbreitung nach Deutschland nur eine Frage der Zeit. Im September 2014 wurden im Raum Karlsruhe durch Fotobelege die ersten Individuen nachgewiesen. In Südhessen gelang einem Imker aus Lorsch (Bergstraße) 2019 der erste Nachweis der Asiatischen Hornisse für Hessen. In 2020 gab es weitere Sichtungen, und für 2021 gibt es bisher einen bestätigten Nachweis. Die Ausbreitung kann in einem Umkreis von bis zu 80 Kilometern um den Neststandort erfolgen. Vergangenes Jahr gab es zudem neue Nachweise in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Nordrhein-Westfalen und Hamburg.

Weitere Informationen und Neuigkeiten unter:

https://www.hlnug.de/?id=18688

Insektenschutzpaket der Bundesregierung bleibt unbefriedigendes Stückwerk

Echt jetzt? Das soll ein Insektenschutzpaket sein? (Foto: Klaus Maresch)

„Nach zähem Ringen haben heute die Fachausschüsse in Sondersitzungen die Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes abgestimmt. Auch wenn die Koalition einige wenige Details der Kritik  aufgegriffen hat, werden die wesentlichen Fehler im Gesetzesverfahren und im Gesetz nicht korrigiert“, erklärt Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zum heutigen Ergebnis der Agrarministerkonferenz zum sogenannten Insektenschutzpaket. Kirsten Tackmann weiter:

„Obwohl es in einigen Bundesländern beispielhaft gelungen ist, in einem breiten, vertrauensbildenden Dialog kluge Lösungen zu entwickeln, die wirklich ‚Bauern und Bienen helfen‘, wurde dieser kooperative Dialog auf Bundesebene nicht mal versucht. So schafft man nicht nur die nötigen Bündnisse – im schlechtesten Fall blockieren oder erschweren die Entscheidungen auf Bundesebene auch noch die Kompromisse in den Ländern.

Insektenpaket: So geht keine verantwortungsvolle Politik

Was Insektenpaket genannt wird, greift viel zu kurz und ist unterkomplex. Pflanzenschutz und Lichtverschmutzung sind zwar wichtige Ursachen der Verluste biologischer Vielfalt, aber längst nicht alle. Und auch diese werden nicht konsequent und sachgerecht angegangen. Zum Beispiel müssen Klimawandel, Versiegelung oder Nährstoffeinträge und andere Ursachen von Lebensraumverlusten auch adressiert werden, will man das multifaktorielle Problem wirklich lösen. Das langangekündigte Insektenschutzgesetz, das die Ursachen umfassend in den Blick nimmt und auch die soziale Situation in vielen Agrarbetrieben berücksichtigt, wäre sicher angemessener gewesen.

Die Agrarministerkonferenz hat sich zwar heute begleitend auf Ausgleichszahlungen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz für die neuen Pestizid-Verbote verständigt. Aber es bleibt dabei, dass es keinen Rechtsanspruch auf finanzielle Unterstützung der Agrarbetriebe bei der Umsetzung der Maßnahmen gibt. Die nötige Länderkofinanzierung spaltet das Land in Bundesländer, die sich viel oder wenig Insektenschutz leisten können. Wo überhaupt Unterstützung geleistet wird, ist unklar. Und dass mal wieder keine Rede davon ist, dass die gesamte Lieferkette Verantwortung für den Schutz der biologischen Vielfalt trägt, also auch die Verarbeitungs- und Vermarktungskonzerne, lässt tief blicken.

Die Bundesregierung hat mit dem Insektenschutzpaket vor allem Misstrauen geschürt. Wo dringend Vertrauen gebraucht wird, soll die Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz im Interesse von uns allen gelingen. So geht keine verantwortungsvolle Politik.“


Quelle und Rückfragen an:

Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Pressesprecher: Michael Schlick, Tel. 030/227-500 16,  Mobil 0172/373 13 55

Telefax 030/227-568 01, pressesprecher@linksfraktion.de, www.linksfraktion.de

Die Wespensaison in Bonn und Rhein-Sieg-Kreis

Ein Wespennest in der Kindertagesstätte Ennertzwerge in Bonn (Foto: Klaus Maresch))

HONIGHÄUSCHEN (BONN) – Wespen, mal mehr, mal weniger lästig, sind ein beliebtes Thema im medialen Sommerloch. Auch bei uns im Honighäuschen klingelt das Telefon momentan nahezu stündlich. Haus- und Gartenbesitzer sehen sich mit Wespennestern der Deutschen Wespe im Rollokasten, einem großen Wespennest der Gemeinen Wespe auf dem Balkon oder am Durchgang zur Haustür konfrontiert.

Ganz zu schweigen vom Kriegsschauplatz Terrasse oder Grillplatz. Wegen Corona fallen schon viele beliebte Freizeitaktivitäten aus und jetzt auch noch nervige Wespen. Oder womöglich Hornissen. Aber dazu später.

In diesem Jahr scheint es wieder mehr Wespen zu geben, wenn man nach der Zahl der Anrufe geht. Das kann zwar auch damit zu tun haben, dass wegen der Corona-Pandemie mehr Leute im Home Office arbeiten, mehr Kinder zuhause bleiben und dadurch eben auch mehr Wespennester entdeckt werden, weil man im Home Office der eigenen Umgebung naturgemäß mehr Aufmerksamkeit widmet.

Für Fachleute ist es meistens schon im Frühjahr absehbar, wie sich die Wespensaison entwickelt. Ist das Frühjahr warm und trocken, ohne späte Kälteeinbrüche, womöglich mit Frost oder zumindest mit langen Regenperioden, dann schaffen es viele Wespenköniginnen, die den Winter an einem geschützten Ort verbracht haben, auf Nistplatzsuche zu gehen und ein Wespennest zu errichten.

Je nach Art haben die Wespenköniginnen dabei sehr typische Ansprüche.

Die unterschiedlichen Wespenarten

Die Sächsische Wespe

Ein Wespennest der Sächsischen Wespe in einer Gardine (Foto: Honighäuschen)

Die Sächsische Wespe geht gern auf halbwegs helle Dachböden und errichtet dort ihre maximal kinderkopfgroßen Nester. Man erkennt die Nester leicht an ihrer typischen Form, sie sehen so aus wie man sich eben ein Wespennest vorstellt. Graue Farbe, leicht kugelig und sich nach unten verjüngend sowie ein Einflugloch an der unteren Spitze. Manchmal findet man die Nester der Sächsischen Wespe auch im Gebüsch oder in einem Gartenhäuschen oder – wenn man sein Wohnzimmerfenster permanent in der Kipp-Position geöffnet lässt – auch schon einmal an der Gardinenstange.Da gehört es zwar nicht unbedingt hin, aber es wird auch keine großen Probleme bereiten.

Die Sächsische Wespe ist friedlich und begnügt sich mit einer überschaubaren Population von etwa 200 bis 300 Tieren. Die Arbeiterinnen sind auch in der Nähe des Nestes friedlich, die Männchen haben keinen Stachel und die jungen Wespenköniginnen stechen erst recht nicht.

Entdeckt man so ein Nest der Sächsischen Wespe auf seinem Dachboden oder im Gartenhäuschen, ist Toleranz angesagt. Zumal diese Wespennester auch – man spricht deshalb von kurzzyklischen Wespenarten – früh im Jahr schon wieder verlassen werden. Notfalls kommt eine Umsiedlung infrage, wenn sich das Wespennest ausgerechnet am Türrahmen befindet und durch das Öffnen und Schließen der Tür immer wieder aufgestört wird.

Feldwespen

Eine harmlose Feldwespen-Kolonie. Feldwespen sind geschützt und dürfen nicht beseitigt werden. (Foto: Honighäuschen)

Ebenfalls eher unkritisch sind Wespennester, die von Feldwespen gegründet werden. Das ist eine recht urtümliche Wespenart, in der es keine von den Arbeiterinnen klar unterscheidbare Wespenkönigin gibt. Die Nester werden auch nicht groß, haben keine Schutzhülle und sind häufig im Dachbereich zu finden. Insbesondere an den Stellen, wo es sehr warm werden kann, nisten Feldwespen sehr gern. Das sind die Bleiabdeckungen von Dachfenstern, Alu- und andere Metallschienen und der Scharnierbereich des Dachfensters. Dort können sich dann auch mehrere dieser etwa maximal handtellergroßen Nester finden. Man erkennt sie sehr leicht. Ein Einsatz von Gift kommt nicht infrage und eine Umsiedlung ebenso wenig.

Deutsche Wespe und Gemeine Wespe

Etwas lästiger und manchmal auch gefährlicher können die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe werden. Beide Wespenarten sind Dunkelhöhlenbrüter und errichten sehr langlebige und große Wespennester, in denen durchaus mehrere Tausend Wespen leben können. Diese Nester finden sich in Rollokästen, in abgehängten Zwischendecken, in der Isolierung eines Dache, aber auch in Gauben und natürlich im eigenen Garten.

Wespennest im Rollokasten – Hier ist eine Wespenbekämpfung sinnvoll und angebracht. (Foto: Honighäuschen)

Je nach Lage des Nestes kann es dabei Probleme geben. Im Rollokasten des Kinder- oder Schlafzimmers gebaut, sind Probleme vorprogrammiert, und dies aus mehreren Gründen. Zum einen ist dort nicht genug Platz für ein Wespennest, welches unter idealen Bedingungen (Wetter, Nahrungsangebot) ohne weiteres das Volumen eines Medizinballes erreichen kann, u.U. auch deutlich mehr. Zusammen mit Dachdeckern habe ich auch schon Wespennester gesehen, die sich über eine Länge von zwei Metern zwischen zwei Dachbalken entwickelt hatten.

Es kann auch passieren, dass sich die Wespen durch den Rollokasten durchnagen und dann hat man Hunderte von Wespen in der Wohnung.

In jedem Fall wird es zu unschönen Geruchsbelästigungen kommen, denn die Wespen lassen jede Menge Kot und und Urin fallen, und in diesem sehr speziellen Substrat fühlen sich verschiedene Insektenart sehr wohl. Das Odeur eines Katzenklos kann im Vergleich dazu leicht als wohlriechendes Parfum wahrgenommen werden.

Wie verhindert man die Ansiedlung von Wespen an kritischen Stellen?

Im Laufe von mehr als dreißig Jahren Imkerei entwickelt man eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit Wespen und sammelt Erfahrungen. Diverse angeblich „todsichere“ Hausrezepte und Tipps wurden auch von uns ausprobiert und das allermeiste ist großer Quatsch.

  • Wespennestattrappen: So soll es beispielsweise helfen, eine Wespennestattrappe aufzuhängen, um Wespen zu vertreiben oder die Gründung eines Wespennestes zu verhindern. Kann man aufhängen, so einen „Waspinator“. Tolle Sache. Für das Konto des Herstellers auf alle Fälle. Genauso gut können Sie um Mitternacht eine tote Katze über die Friedhofsmauer werfen, dabei weise Sprüche murmeln und an die Große Erdmutter appellieren. Oder an das Fliegende Spaghettimonster.
    Tatsächlich habe ich im Laufe von zahlreichen Einsätzen und Beratungen vor Ort im Umgang mit Wespen und Hornissen so manches gesehen, womit Haus- und Gartenbesitzer verhindern wollten, dass sich Wespen, Bienen oder Hornissen in Haus und Garten ansiedelten.

Hornissennest in der KiTa St. Margareta in Königswinter

HONIGHÄUSCHEN (BONN) – Ein Hornissennest in einer Kindertagesstätte löst neben dem Ruf nach sofortiger Umsiedlung des Hornissenestes normalerweise – und ich kenne einige Beispiele aus meiner Laufbahn als Imker – Panik und Entsetzen bei den Eltern der Kinder aus. Schließlich gelten Hornissen bei manchen Leuten immer noch als supergefährlich und angriffslustig. Im Fall der Kindertagesstätte St. Margareta war das nicht so. Dort hatte sich ein Hornissennest im Eingangsbereich im Dach der Kindertagesstätte Sankt Margareta niedergelassen und lange Zeit sahen Kinder, Eltern und die Pädagoginnen dem Treiben der an- und abfliegenden Hornissen zu. Zu Stichen oder Attacken war es bisher nicht gekommen.

Das Kita-Team um Sabine Klein hatte sich über Hornissen informiert, die Eltern beruhigt und den Kindern beigracht, dass die Hornissen eigentlich ganz nett sind, wenn man sie nicht ärgert.

Die Umsiedlung des Hornissennestes

Aber mit fortschreitender Jahreszeit wurde das Nest immer größer und der Flugverkehr der Hornissen nahm zu. Die Hornissen flogen in einer Höhe von etwa zwei bis drei Metern über die Köpfe der Kinder Auch wenn bisher nichts passiert war, wurde es den Kindergärtnerinnen der KiTa St. Margareta doch leicht mulmig, denn das Hornissennest hatte seinen Eingang genau neben dem Haupteingang des Kindergartens. Eine gewisse Kollisionsgefahr existierte und bei einem Vor-Ort-Termin wurde in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Sieg-Kreises entschieden, eine Umsiedlung des Hornissennestes durchzuführen.

Ein Dachdecker öffnete das Dach, und nachdem die etwa 50 – 60 flug- und verteidigungsfähigen Arbeiterinnen eingefangen worden waren, konnte das Nest geborgen werden. Es wurde in einem mitgebrachten Nistkasten untergebracht und für etwa 24 h am alten Ort belassen. Vor der eigentlichen Umsiedlung konnten die Hornissen sich so an ihren neuen Nistkasten gewöhnen und mit der Reparatur der Schutzhülle beginnen.

Am späten Abend des Folgetages, es war der 23. August 2019, fand dann die endgültige Umsiedlung statt. Der Nistkasten mit dem Hornissennest wurde abgeholt und im Garten des Bundesamtes für magische Wesen aufgestellt. Das Hornissennest hat sich dort noch wunderbar entwickelt, zahlreiche Drohnen und junge Königinnen hervorgebracht und somit seinen Zweck erfüllt.

Bienenschwarm in Lannesdorf und in der Innenstadt Bonn

Im Garten der Familie Dresen in Lannesdorf war ein Bienenschwarm gelandet und hatte sich einen alten Apfelbaum als Aufenthalt ausgesucht. (Foto: Honighäuschen)

HONIGHÄUSCHEN (BONN) – Es ist Frühsommer, gerade blühen Robinien und das Nahrungsangebot für Bienen und andere blütenbesuchende Insekten ist optimal. Das ist für die Bienen auch die Zeit, in der sie sich vermehren. Sie schwärmen, so heißt es, wenn das Bienenvolk sich teilt und zuerst der Teil des Volkes mit der alten Königin auszieht. Weit fliegt der erste Bienenschwarm, vom Imker auch Vorschwarm genannt, nicht, denn die alte Königin ist gewöhnlich „nicht mehr so gut zu Fuß (Flügel). Dieser erste Bienenschwarm ist oft recht groß und kann zwei kg Bienen beinhalten. Etwa eine Woche nach dem Auszug des ersten Bienenschwarmes schlüpfen die jungen Königinnen und dann kann es passieren, dass weitere, kleinere Bienenschwärme entstehen, die, da mit einer jungen und kräftigen Königin ausgestattet, auch weiter fliegen. So wird dafür gesorgt, dass keine Nahrungskonkurrenz entsteht und auch der Genpool wird nicht durch Inzucht beeinträchtigt.

Bienenschwarm bei Familie Dresen

Im Garten der Familie Dresen in Lannesdorf war ein Bienenschwarm gelandet und zog alsbald in einen mitgebrachten Bienenkasten ein. Und die Kinder aus der Nachbarschaft genossen das seltene Schauspiel. (Foto: Honighäuschen)

Bei Familie Dresen in Lannesdorf war so ein großer Bienenschwarm gelandet und hatte sich am Ast eines alten Apfelbaumes gesammelt. Der große Garten gehörte früher zu einer Obstplantage, unschwer an der Bepflanzung zu erkennen. Ehemals wurden dort Kirschen auf Hochstämmen geerntet. Am späten Nachmittag rief mich Herr Dresen an und bat um Hilfe, denn der Bienenschwarm konnte dort natürlich nicht bleiben. Angesichts der Friedfertigkeit der Bienen waren die Sorgen um etwaige Stiche zwar unbegründet, aber es herrschte auch Gewitterstimmung, und ein starker Gewitterschauer hätte das Bienenvolk in arge Bedrängnis gebracht. Also wurde ein leerer Bienenkasten ins Auto gepackt und unsere neue Mitbewohnerin, eine Studentin der Germanistik, erhielt so gleich einen Eindruck dazu, dass sich unsere frühere Imkerei Honighäuschen auch jetzt noch als Bundesamt für magische Wesen um Bienenschwärme, Wespen und Hornissen kümmert.

Im Garten der Familie Dresen in Lannesdorf war ein Bienenschwarm gelandet und zog alsbald in einen mitgebrachten Bienenkasten ein. Und die Nachbarschaft genoss das seltene Schauspiel.

Mit Hilfe von Herrn Dresen, der eine Leiter zur Verfügung stellte, wurde der Ast abgesägt, an dem sich der Bienenschwarm gesammelt hatte. Mittlerweile waren auch die Nachbarn hinzugestoßen. Die Sorge, eventuell gestochen zu werden, wich schnell angesichts der Friedfertigkeit der Bienen. Mit einem kräftigen Ruck wurden die Bienen vom Ast in die Kiste befördert, der Deckel kam auf die Kiste und dann wurde abgewartet, ob die Bienen ihre neue Behausung auch annehmen würden.

Unter den Nachbarn waren auch ein paar Kinder, die es natürlich aufregend fanden, das Treiben der etwa 10 – 15.000 Bienen so nah zu erleben. Nach ein paar ermunternden Worten setzten sich auch zwei kleine Mädchen direkt neben die summenden Bienen, die sehr schnell begannen, sich in der neuen Behausung einzurichten. Spannende Momente für die Mädchen und die Jüngste war zum Schluß kaum von den Bienen wegzubekommen.

Etwa eine Stunde später waren die Bienen komplett in den Kasten eingezogen und wurden abtransportiert. Das Bienenvolk steht bei uns im Garten im Bundesamt für magische Wesen.

Bienenschwarm an der Haltestelle Markt gegenüber der Universität Bonn

Ein Bienenschwarm war gegenüber der Universität Bonn an der Haltestelle Markt gelandet und wurde geborgen. Ein bereit gestellter leerer Bienenkasten dient dem Bienenschwarm als neues Zuhause.

Einen Tag später trudelten weitere Hilferufe ein. So hatte sich ein großer Bienenschwarm an der Bushaltestelle Markt in der Rathausgasse ein Gebüsch auserkoren, um von dort aus auf Quartiersuche zu gehen. Gegen 17 Uhr traf der Hilferuf ein und zunächst wurde das Ordnungsamt Bonn um Hilfe gebeten. Um eventuelle Unfälle zu vermeiden, die entstehen können, wenn sich Fußgänger oder Radfahrer plötzlich inmitten einer Wolke von 20.000 Bienen wiederfinden, sperrten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes das Gebüsch ab.

Als ich eintraf, stellte ich das Auto so ab, dass der leere Bienenkasten auf das Autodach platziert werden konnte. Da sich der Bienenschwarm in einem Gebüsch auf mehrere Äste verteilte, wurden die Äste nacheinander abgeschnitten und vor dem Flugloch des Bienenkastens abgeschüttelt. Natürlich unter den neugierigen Blicken zahlreicher Passanten, die sich im Laufe des Abends erklären ließen, was dort passierte und die Gelegenheit für zahlreiche Selfies nutzten. Bis zum späteren Abend waren die Bienen dann in den Kasten eingezogen und es bleibt noch, ein Dankeschön an eine Anwohnerin auszurichten, die mich mit Getränken versorgte. Für die Bienen, die natürlich auch Durst hatten in der Hitze, hatte ich Wasser dabei, aber natürlich nicht an mich selber gedacht. Gegen 21.30 Uhr war auch dieser Bienenschwarm geborgen.

Über uns und die frühere Imkerei Honighäuschen

Handgefertigte Bienenwachskerzen aus imkerlicher Produktion

An dieser Stelle möchten wir die Gelegenheit nutzen und unseren interessierten Lesern, die uns vom Weihnachtsmarkt Bonn her kennen und dort seit 2017 vermissen, folgendes erklären. Das Marktamt der Stadt Bonn hat unsere Bewerbung für den Weihnachtsmarkt Bonn 2017 mit einer sehr dubiosen Begründung abgelehnt und zwar mit Bezug auf Fantasyfiguren (gemeint war eine Flaschenhalterfigur in Gestalt eines Drachen), die unser Angebot beeinträchtigen würde. 2018 erhielten wir per Copy und Paste die gleiche Ablehnung, obwohl die Figur gar nicht mehr Bestandteil der Bewerbung war.

Wir haben deshalb Klage beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht und werden diese Vorgänge klären lassen, denn so geht es nicht. An dieser Stelle möchten wir auch ausdrücklich betonen, dass unser Anwalt bis kurz vor Ablauf der Frist das Gespräch mit Stadtdirektor Fuchs sowie Marktamtsleiter Borchert gesucht hat. Wir sind nämlich nicht daran interessiert, unserer Heimatstadt Schaden zuzufügen. Und wir werden alles nutzen, was uns an Möglichkeiten zur Verfügung steht, dieses Verhalten des Marktamtes und seiner beiden Mitarbeiter weiter publik zu machen.

Bis zum Herbst wird unser komplettes Angebot an Bienenwachskerzen, Honigmet, Bioland-Honig, Literatur aus den Sparten Fantasy und zu blütenbesuchenden Insekten, schwule Belletristik und zu Ludwig van Beethoven auf unseren verschiedenen Portalen, u.a. im Bundesamt für magische Wesen und bei Gay Book Fair ausführlich dargestellt, überall reagierend auf das in unseren Augen unseriöse und geschäftsschädigende Verhalten zweier Mitarbeiter des Bonner Marktamtes.

Wir haben für 2019 erneut, wie auch schon in 2018, eine notariell beglaubigte Bewerbung gleichen Inhaltes bei Herrn Müller im Marktamt der Stadt Bonn abgegeben, und ihm gegenüber ausdrücklich erklärt, dass sich unsere Verärgerung nicht gegen ihn richtet und er wie auch andere städtische Mitarbeiter bei uns im Bundesamt für magische Wesen jederzeit willkommen sind. Und das ist keine Floskel, das meinen wir wirklich so. Aber diese Vorgänge werden wir klären lassen, denn wir haben berechtigten Grund zu der Annahme, dass bei der Ablehnung unserer Bewerbung unter der neuen Leitung des Marktamtes die Tatsache, dass wir, Frank Lotz und Klaus Maresch, nun einmal ein schwules Ehepaar sind, eine nicht unmaßgebliche Rolle spielte.

Die eigene Imkerei wurde 2016 nach einer Serie schwerer Einbrüche und Einbruchsversuche mit Hakenkreuzschmiereien geschlossen, was wir darauf zurückführen, dass wir 2015 zwei junge Flüchtlinge aus dem Irak aufnahmen und dies auch öffentlich machten. In Folge erhielten wir rund 1600 Haßemails aus rechten Kreisen nebst Bedrohungen. An dieser Stelle sei bemerkt, dass „unsere“ Jungs ihren Weg machen und sich ihre Zukunft hier in Deutschland aufbauen.

Auch wenn es unsere Imkerei nicht mehr gibt, steht das Honighäuschen den Bonnern nach wie vor zur Verfügung, wenn es in Bonn Probleme mit einem ausgebüxten Bienenschwarm, einem Wespennest oder Hornissennest oder Fragen zu Bienen und anderen blütenbesuchenden Insekten gibt. Und genauso werden wir uns dem AfDreckspack entgegenstellen.

 

Verbraucherschützer warnen – Firmen betreiben Abzocke mit Entfernen von Wespennestern

Ein Wespennest der Sächsischen Wespe in einer Gardine (Foto: Honighäuschen)

Ein Wespennest im eigenen Haus. Für viele eine Horrorvorstellung, die sie schnell beheben wollen. Verbraucherschützer warnen jedoch vor Haustür-Abzocke durch unseriöse Schädlingsbekämpfer.

Kaum sitzt man in diesem Sommer draußen bei Kaffee und Kuchen oder Grillgut, sind die Wespen gleich scharenweise zur Stelle. Werden die Lebensmittel weggeräumt, verschwinden auch die Insekten – zumindest meistens. Sollte das nicht der Fall sein, ist der Verdacht groß, dass sich Wespen in der Nähe ein Nest gebaut haben.

Verbraucherschützer warnen vor Wucherpreisen

Für Betroffene heißt es dann, schnell handeln und das Insektenhaus beseitigen. Es lohnt sich aber, bei der Wahl des Dienstleisters genauer hinzusehen. Die Verbraucherzentrale NRW warnt aktuell vor „laienhaft arbeitenden Notdiensten“, die versuchen, Kunden an der Haustür abzuzocken. Liegt der Preis für das Umsiedeln oder Abtöten von Wespen meist zwischen 80 und 150 Euro, verlangen Betrüger oft mehrere hundert Euro. Folgende Punkte sollten Sie deshalb beachten, um nicht Opfer einer Haustür-Abzocke zu werden:

  • Nur Anbieter mit Festnetznummer aus Ihrer Region, keine Anbieter mit 0800-Nummer oder ausschließlich Handynummer
  • Impressum auf Internetseiten zeigt den tatsächlichen Sitz der Firma
  • Notrufnummern in Ruhe im Vorfeld recherchieren
  • Niemals sofort zahlen; es gibt ein Recht, die Rechnung zu überprüfen
  • Profis stören oder töten Wildtiere nicht unbegründet und arbeitet mit Naturschutzbehörden zusammen

Michael Falkner, langjähriger Schädlingsbekämpfer aus Bonn, rät außerdem, immer im Vorfeld nach dem Preis für die Entfernung zu fragen. „Viele Betroffene wollen nur schnell die Nest loswerden und spielen damit den Abzockern in die Hände“, so Falkner. Ein professioneller Schädlingsbekämpfer sei auch immer an einer umfangreichen Beratung zu erkennen. Anbieter, die ohne Erklärungen an die Arbeit gingen ohne zu überprüfen, ob es sich eventuell um eine geschützte Insektenart handelt, seien oft Abzocker.

Seit Jahren haben Verbraucherschützer unseriöse Anbieter und deren Praktiken im Visier. Besonders die hohe Nachfrage in diesem Sommer begünstige die Arbeit solcher Firmen. Falkner warnt davor, beim Anblick eines Wespen- oder Hornissennests in Panik zu verfallen und den erstbesten Dienstleister zu beauftragen. Wenn ein Anbieter schon am Telefon darauf dränge, schnell vorbeizukommen, ohne Nachfragen zu den Insekten und dem Ort des Nestes zu stellen, sei das ein guter Hinweis auf eine Abzockerbande. „Wer aber ganz sicher gehen will, kann auch immer nach einem Sachkundenachweis fragen, der Auskunft über die Qualifikation des Schädlingsbekämpfers gibt“, so Falkner. Allerdings sei die Nachfrage zurzeit hoch: „Aktuell muss ich Kunden schon drei Wochen vertrösten, bevor wir einen Auftrag annehmen können“, so Falkner.

Ohne Not Wespennester entfernen ist verboten

Denn es gilt: Ein Wespennest darf niemals eigenhändig entfernt werden. Klaus Maresch ist ehemaliger Bienenzüchter der Bioland Imkerei „Honighäuschen“ in Bonn und hat rund 40 Jahre Erfahrung mit Bienen, Wespen und Hornissen. „Wespen fühlen sich schnell bedrängt, wenn man dem Nest zu nahe kommt und verteidigen sich. Außerdem sind einige Arten geschützt. Eine Entfernung des Nestes ohne unmittelbare Gefahr ist deshalb verboten.“ Eine Gefahrensituation liegt in der Regel nur dann vor, wenn Allergiker oder Kindergärten betroffen sind. Ein eigenmächtiger Verstoß kann im Fall einiger besonderer Arten bis zu 50.000 Euro kosten.

Der Experte rät deshalb dazu, einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen, der sich das Nest anschaut. Dieser könne auch eine Einschätzung abgeben, ob eine Gefahr besteht oder nicht, denn nicht alle Wespenarten seien aggressiv, so Maresch. „Wespe ist nicht gleich Wespe. Viele Arten sind völlig friedlich. Die bekommen sie quasi gar nicht zu Gesicht. Besonders dann, wenn das Nest außer Reichweite vier bis fünf Meter über dem Balkon hängt.“ In diesen Fällen rät er dazu das Nest an Ort und Stelle zu lassen und gegebenenfalls lieber Vorsichtsmaßnahmen wie Fliegengitter zu installieren.

Mehr Wespen durch milden Frühling

Doch wie kommt es überhaupt, dass in diesem Jahr so viel mehr Wespen unterwegs sind, oder täuscht das Gefühl? Anders als oft vermutet habe es nichts mit einem zu milden Winter tun, erklärt Imker Klaus Maresch. „Durch den milden und vor allem trockenen Frühling hatten die Wespen ausgezeichnete Bedingungen und fanden ausreichend Futter um sich rasch zu vermehren.“ Während sonst viele Königinnen heftige Regenfälle oder Frost nicht überlebten, hätten sich 2018 weit mehr ein eigenes Nest gebaut und sich dort vermehrt. Auch der oft Anfang Juni einsetzende Kälteeinbruch – die sogenannte Schafskälte – blieb aus. Dabei sei die Situation in Deutschland nicht überall gleich.

Und das Problem wird auch noch einige Zeit bleiben. „Wespen sterben nur durch Frost oder heftigen Regen. Wenn ich mir da so die Wetteraussichten für die kommenden Tage und Wochen ansehe, werde ich noch einige Anrufe wegen Wespen bekommen“, scherzt Maresch. Je nach Witterung rechnet er erst im Oktober oder November mit einem spürbaren Rückgang der Wespenpopulation.

Quelle: Verbraucherschützer warnen – Firmen betreiben Abzocke mit Entfernen von Wespennestern

Wespen im Dach, Wespenbekämpfung im Rollokasten und kein Ende in Sicht

Eine völlig harmlose Feldwespen-Kolonie. Kein seriöser Schädlingsbekämpfer wird hier eine Wespenbekämpfung vornehmen, denn Feldwespen sind harmlos und errichten nur ein sehr kleines Wespennest. (Foto: Honighäuschen)

HONIGHÄUSCHEN (BONN) – Eine Wespen-Saison und Nachfrage nach Wespenbekämpfung wie diese ist mir in dreißig Jahren Imkerei noch nicht untergekommen. Was bei uns an Anrufen und Hilferufen im Bundeslurch Verlag sowie Beratungen rund um das Thema Wespen, ob es nun ein Wespennest der Deutschen Wespe im Garten oder im Rollokasten, in Kindergärten und Schulen, eine harmlose kleine Kolonie der Feldwespe auf der Terrasse ist, gefühlt ist es so, dass der halbe Rhein-Sieg-Kreis und die Stadt Bonn bei in den letzten Wochen bei uns anfragte und Hilfe oder zumindest Beratung brauchte.

Es gab bis jetzt rund 160 Einsätze, darunter Wespenbekämpfung oder auch nur Beratung im Umgang mit Wespen und Hornissen vor Ort, die telefonischen Beratungen im Umgang mit Wespen und Hornissen nicht gezählt, teilweise bis spät in die Nacht. Dazu kamen – wenn auch teilweise selber initiiert – mehr als ein halbes Dutzend Berichterstattungen im General Anzeiger Bonn, im Express, bei Radio Bonn Rhein Sieg, bei RPR 1, Sat 1, RTL Aktuell und RTL 2. Die mediale Arbeit ist immer zweischneidig, einerseits bekommt man den Leser und Zuschauer dahin, dass er nicht ganz so hysterisch reagiert, wenn mal eine Wespe am Kaffeetisch auftaucht oder Hornissen sich auf dem Dachboden ansiedeln. Aber es hat auch ein erhöhtes Aufkommen an Anrufen zur Folge.

Skurrile und schräge Geschichten bei der Wespenbekämpfung

Eine Gardinenstange tut es auch während der Filialisierung eines Hornissennestes (Foto: Klaus Maresch)

Und es ergeben sich auch skurrile Geschichten. Da ist der Kunde, der ein Hornissennest an der Gardinenstange im Gästezimmer vorfindet und es behalten will. Ein Fenster eines Gästezimmers stand auf Kipp und Hornissen hatten die Gardinenstange als ideal für den Neubau eines Hornissennestes eingestuft.Manchmal ziehen Hornissen um, wenn es ihnen am Ursprungsort zu eng wird, beispielsweise in einem Meisenkasten. Einzelne Hornissen gehen dann auf Suche und errichten an einem neuen Ort eine sogenannte Filiale und binnen weniger Wochen zieht die gesamte Kolonie um. Ein solcher Fall ereignete sich in Endenich und die Besitzer des Gästezimmers entschieden sich, die Hornissen zu tolerieren und stellten lediglich eine Katzentoilette unter das Hornissennest.

Acryl im Ohr und eine Wespenbekämpfung in Wesseling

Wespennest im Rollokasten – Hier ist eine Wespenbekämpfung sinnvoll und angebracht. (Foto: Honighäuschen)

Es gab auch einen schrägen Unfall, der glücklicherweise einigermaßen glimpflich abging. Eine Kundin, die bei einer Wespenbekämpfung am Haus unten neben der Leiter stand, wurde gestochen – sowas kommt vor. Allerdings hielt sie eine Pistole parat mit einer Acrylkartusche, denn nach der Bekämpfung sollte das Loch in der Fassade, durch das die Wespen ein und ausflogen, geschlossen werden. Eine Wespe stach sie und reflexartig schlug sie zu. Allerdings rammte sie sich dabei die Pistole mit der Spitze der Acrylkartusche ins Ohr und schaffte es, das Trommelfell mit Acryl in Kontakt zu bringen. Die normale Notaufnahme des Wesselinger Krankenhauses konnte nicht helfen und so ging es noch spät in der Nacht in eine HNO-Klinik, wo das Trommelfell gereinigt wurde. Die behandelnden Ärzte haben nun eine Geschichte mehr für den Fortsetzungsroman „Seltsame und völlig unwahrscheinliche Unfälle im Haushalt“.

Warum gibt es dieses Jahr soviele Wespennester?

Schon im Frühjahr war abzusehen, dass es dieses Jahr ein erhöhtes Aufkommen an Wespennestern in der Region Bonn und Rhein-Sieg sowie dem weiteren Rheinland geben würde. Das Frühjahr verlief optimal, es gab keine längeren Regenperioden oder gar Spätfröste. Somit konnten viele Hornissen- und Wespenköniginnen eine Kolonie gründen. Der bisherige Verlauf des Sommer mit seinen hohen Tempoeraturen läßt die Wespennester dann sehr stark wachsen, denn die Wärme und das große Nahrungsangebot trägt zur optimalen Versorgung eines Wespennestes der Deutschen Wespe oder der Gemeinen Wespe bei. Diese beiden Wespenarten sind dafür bekannt, Wespennester zu errichten, in denen schon einmal 3.000 bis 10.000 Wespen leben können.

Der Höhepunkt der Wespensaison kommt noch.

Ein Wespennest der Sächsischen Wespe in einer Gardine ist auch nicht gerade alltäglich. (Foto: Honighäuschen)

Die sehr friedliche Sächsische Wespe hat ihren Zyklus bereits beendet, die Nester der ebenfalls friedlichen Mittleren Wespe sind nicht ganz so auffällig, aber die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe erreicht erst im August und September ihren Höhepunkt. Wenn die erste Urlaubswelle vorbei ist, und die heimkehrenden Urlauber Wespennester in Rollokästen, Gärten und im Dachbereich entdecken, geht es erfahrungsgemäß weiter mit den Hilferufen. Baumärkte und Gartencenter berichten, dass die Mittel zur Wespenbekämpfung vielerorts ausverkauft sind.

Wo ist das Wespennest, welche Wespenart ist aktiv und geht ohne Wespenbekämpfung eine echte Gefährdung davon aus?

Das sind die Punkte, deren Antworten darüber entscheiden, ob eine Wespenbekämpfung notwendig ist oder das Wespennest toleriert werden kann und sollte, denn Wespen haben auch eine für uns wichtige Funktion. Sie ernähren ihre Brut mit den Fleisch erbeuteter Fliegen, Bremsen und anderer Insekten und das ist nicht wenig.

Ein weiterer Punkt sollte bei der Beratung zum Thema Wespenbekämpfung eine Rolle spielen. Ein seriöser Schädlingsbekämpfer wird Ihnen immer eine ordnungsgemäße Rechnung für diese Dienstleistung ausstellen und vorher festlegen, was die Wespenbekämpfung oder Beratung vor Ort kostet. Oder ob eine Umsiedlung infrage kommt. Und gegebenenfalls wird er auch einen Auftrag ablehnen, wenn nur unbegründete Hysterie im Spiel ist.

Hilfe, eine riesige Hornisse baut bei mir

Eine Hornissenkönigin am Eingang eines Nistkastens für Hornissen im Bundesamt für magische Wesen in Bonn

HONIGHÄUSCHEN (BONN) – Es ist Mai und der Frühling verlief aus Sicht einer aus der Überwinterung erwachenden „riesigen“ Hornisse, d.h. Hornissenkönigin, recht gut. Das Nahrungsangebot ist gut, es gibt keine größeren Temperaturstürze oder wirklich schweren Unwetter. Somit sind viele junge Königinnen der verschiedenen Wespenarten unterwegs, darunter eben auch Hornissen.

In diesen Tagen bekomme ich einiges an hilfesuchenden Anrufen und auch wenn es unsere Imkerei nicht mehr gibt, so sind die Erfahrungen aus mehr als 30 Jahren Umgang mit Bienen, Wespen und Hornissen natürlich weiterhin da und werden an hilfesuchende Haus- und Gartenbesitzer weitergegeben.

Gestern gab es einen Anruf, dessen Gesprächsverlauf gut geeignet ist, um ein paar Ratschläge zu geben. Folgende Situation wurde geschildet. Ein selbstgebauter Nistkasten mit einem recht großen Einflugloch für Vögel stand auf dem Kaninchenstall der Kinder. Etwa in Kopfhöhe der Hausbewohner und man hatte eine riesige Hornisse beobachtet, die im Kasten begonnen hatte, ein kleines Nest zu errichten. Die Anruferin wollte wissen, was zu tun sei. Sie war nicht wirklich aufgeregt oder panisch – auch das erlebe ich bei solchen Anrufen – sondern wollte sich nur über Hornissen informieren.

Wie geht man mit Hornissen um?

Zunächst einmal etwas zur Beruhigung. In dieser frühen Phase stellt kein Hornissennest eine Gefahr dar. Die Hornissenkönigin greift nicht an, das habe ich in meiner gesamten Zeit, in der ich als Imker tätig war, und auch Umsiedlungen von Hornissennestern vornahm, niemals erlebt. Sie baut am Dach des Nistkastens einen kleinen Stiel, an dessen Ende ein paar Zellen errichtet werden und in diese Zellen legt die Hornissenkönigin ein paar Eier. Alsbald beginnt sie, eine Schutzhülle zu errichten, die von oben nach unten wächst und in etwa Form und Größe eines Tennisballs erreicht. Dazu schafft sie zerkautes Holz heran, welches sie zu dieser Hülle verarbeitet.

Sobald die Eier schlüpfen, geht sie auf die Jagd und erbeutet Insekten, deren Fleisch sie an ihre hungrige Brut verfüttert. Hausbau, Brutpflege und Jagd sind anstrengend – wir haben es hier mit einer alleinerziehenden Mutter in Gestalt einer Hornissenkönigin zu tun. Zwischendurch nimmt sie einen Imbiß, und zwar in Form süßer Pflanzensäfte.

Die ersten Hornissen schlüpfen

Geschlüpfte Hornissen auf einer Wabe, aufgenommen bei einer Umsiedlung. Der Panzer frisch geschlüpfter Hornissen ist noch leicht grünlich. (Foto: Honighäuschen)

Wenn die ersten Hornissenarbeiterinnen schlüpfen, geht die Gründerin der Kolonie nicht mehr auf die Jagd, sondern überläßt Brutpflege und Nestbau den nachwachsenden Arbeiterinnen. Sollte es sich, wie im Fall der Anruferin, beim Nistplatz um einen häufig benutzen Platz handeln, z.B. eine Gartenterrasse, ein Kinderspielplatz oder eine sonstige Fläche, auf der er es zu Erschütterungen kommt, beispielsweise durch Fußball spielende Kinder, durch Jogger oder durch Reiningungsarbeiten am Kaninchenstall wie auch durch Erschütterungen durch eine zufallende Tür eines Gartenhäuschens, so sind das gute Gründe, die für eine Umsiedlung des Hornissennestes sprechen.

Hornissen gewöhnen sich durchaus daran, dass sie einen Garten nicht allein benutzen und greifen von sich aus auch nicht an. Aber Erschütterungen des Nestes mögen sie nicht und das ist aus Sicht aller Eltern verständlich. Ein Fußball, der in ein Hornissennest donnert, ist vergleichbar mit der Abrißbirne eines Baggers, die in die Hauswand eines Kinderzimmers bricht. Da wehrt sich jeder.

Zeitpunkt der Umsiedlung eines Hornissennestes

Hornissen bei der Paarung. (Foto: Honighäuschen)

Mit dem Schlüpfen der ersten und zweiten Generation Arbeiterinnen, was etwa im Juni der Fall ist, hat das Hornissennest eine stabile Größe erreicht und kann nach Erteilung einer Umsiedlungsgenehmigung durch die zuständige Untere Landschaftsbehörde umgesiedelt werden. Vorsicht – das darf nur durch erfahrene Fachleute erfolgen. Es ist nicht damit getan, das Hornissennest einfach in den nächsten Wald zu bringen. Das Nest wird von allen bisherigen Nahrungsquellen abgeschnitten und kann binnen weniger Stunden verhungern, denn anders als Bienen haben Hornissen keine Vorräte im Nest. Das Hornissennest muß also in der Anfangszeit gefüttert und gepflegt werden, damit es weiterleben kann. Solange bis es neue Nahrungsquellen erschlossen hat.

Grundsätzliches

  • Hornissenstiche sind nicht besonders gefährlich. Sie tun weh, das ist alles. Vergessen Sie „Drei Stiche einer Hornisse töten einen Menschen, sieben ein Pferd und zehn einen Ochsen.“ Mein Maximum liegt bei 15 Stichen und ich bin kein Ochse. Ehrlich!
  • Hornissen sind gute Jäger. Sie jagen im Sommer ausschließlich Insekten. Sie wollen es frisch, also lebend erbeutet.
  • Hornissen werden beim Grillen im Garten niemals das Grillfleisch annagen. Wespen nehmen auch totes Fleisch, Hornissen nicht.
  • Eine erwachsene Hornisse mag süße Säfte, z.B. aus Baumwunden oder angenagten Ästen austretenden zuckerhaltigen Pflanzensaft. Gern auch süßes bzw. leicht gäriges Obst. Das ist wie eine Ladys Night im Kino mit Prosecco – die Mädels werden leicht übermütig und machen Party.
  • Ein großes Hornissennest reagiert im Umfeld des Nestes mit erhöhter Aufmerksamkeit, d.h. die Wächterinnen schauen sich Besucher schon einmal näher an. Das heißt nicht, dass sie direkt stechen. Nicht danach schlagen, sie kommen mit Verstärkung wieder und die hat stichhaltige Argumente.
  • Im Einflugbereich des Nestes langsame Bewegungen ausführen. Heftige Bewegungen, durch Laufen oder Trampeln verursachte Erschütterungen versetzen ein großes Nest in Alarmbereitschaft.
  • Rasenmähen im Nahbereich eines Hornissennestes, womöglich mit einem Benzinmäher, dessen Abgase direkt auf das Einflugloch der Kolonie gehen – damit können sie austesten, wer schneller laufen bzw. fliegen kann. Keine gute Idee!
  • Hornissen sind dämmerungsaktiv, d.h. sie fliegen noch bei schwachem Tageslicht, und auch in sehr hellen Nächten. Durch das abstrahlende Licht von Hauslaternen können sie in ihrer Orientierung beeinträchtigt werden und landen dann in den Wohnräumen. Tipp: Licht ausschalten, Fenster weit auf, dann fliegt die Hornisse von allein wieder weg.
  • Hornissen stehen streng unter Artenschutz. Laien haben die Finger von Hornissen zu lassen. Isso! Und wenn es zehn Mal Ihr Haus und Ihr Garten ist.

Haben Sie Fragen oder brauchen Hilfe?

Telefonisch können Sie mich im Büro erreichen 0228 97638460. „Hausbesuche“ kann ich nicht jedes Mal machen, aber gewöhnlich läßt sich während eines Gespräches eine Lösung finden, wenn man als Hausbesitzer plötzlich „glücklicher“ Nachbar eines Hornissennestes wird. Läßt sich keine „einvernehmliche“ Lösung finden, siedle ich auch ein Hornissennest um. Weitere Bilder über Hornissen finden Sie in unseren Bildergalerien.

Gestatten, Sabine aus der Familie Cypripedium

Ein blühendes Exemplar der winterharten Orchidee Cypripedium Sabine

HONIGHÄUSCHEN (BONN) – Meinen ersten Kontakt zu Cypripedium-Orchideen hatte ich als kleiner Junge, der in dem Ort Hambühren II bei Celle aufwuchs. Dort gab es den Orchideenzüchter Artur Elle, bei dem ich oft herumlungerte und der mich in seinen Treibhäusern die Pflanzen bestaunen ließ. Ich liebte die Treibhausathmosphäre, insbesondere bei den Cattleya Orchideen Südamerikas.

Artur Elle hatte aber nicht nur tropische Orchideen. Der alte Herr gehörte noch zu der alten Garde von Orchideensammlern, die – damals war das so – in den Tropen unterwegs waren und kartonweise Orchideen sammeln ließ. Der Wandel, Orchideen nicht mehr zu sammeln, sondern selber zu züchten und zu vermehren, breitete sich aber schon aus und auf Artur Alle gehen einige eigene Züchtungen und Kreuzungen zurück.

Winterharte Cypripedium-Orchideen im Garten

Cypripedium reginae kommt auch im Kübel gut zur Blüte

Der Orchideenzüchter hatte aber auch einen Mitarbeiter, der aus Asien stammte und die gärtnerischen Arbeiten machte. Er hatte im Garten einige Beete angelegt und dort kultivierte er Frauenschuhorchideen. Gut erinnere ich mich noch an seine Exemplare von Cypripedium calceolous, der kalkliebenden in Deutschland heimischen Frauenschuh-Orchidee, für die er extra passende Bodensubstrate herstellte. Daneben hatte er auch Ophrys und Orchis-Arten, ebenso einige Epipactis-Arten, die er aus Interesse hielt. Heimische Orchideen waren nicht zum Verkauf gedacht, es war eine Liebhaberei.

Heute, rund 35 Jahre später kann man verschiedene Cypripedium-Orchideen problemlos in hiesigen Gärtnereien kaufen und als ich vor drei, vier Jahren die ersten Frauenschuh-Orchideen sah, griff ich zu. Dieses Jahr hat Cypripedium Sabine, eine Kreuzung zweier chinesischer Arten aus Cypripedium fasciolatum und Cypripedium macranthos mit der Blüte begonnen.

Der Einzug von Sabine und einiger ihrer Verwandten in den Rosengarten des Bundesamtes für magische Wesen war nicht ganz einfach, denn diese Orchideen lieben es halbschattig bis schattig. Direkte Sonneneinstrahlung mögen sie nicht wirklich, große Trockenheit auch nicht, also bleiben sie zunächst in größeren Pflanzgefäßen, bis wir ein paar schattenspendende Baumaßnahmen umgesetzt haben.

Offene Gartenpforte im Bundesamt für magische Wesen

Eine rot blühende Cypripedium Hybride, die ebenfalls gut im Kübel gedeiht.

An den Wochenenden, an denen in Bonn und Umgebung Privatgärten im Rahmen der „Offene Gartenpforte“ öffnen und eigentlich an jedem Wochenende im Sommerhalbjahr, ist der Rosengarten des Bundesamtes für magische Wesen besuchbar. Unsere Orchideen blühen hauptsächlich Ende Mai bis Mitte Juni. Weitere Bilder blühender winterharter europäischer, asiatischer und amerikanischer Orchideen finden Sie in unseren Bildergalerien.

 

Wildbienen, Bienenhotels und Kindergärten – Gehören Wildbienen zu Deutschland?

Eine Wildbienen-Paarung, hier die Frühjahrsseidenbiene. (Foto: Honighäuschen)

HONIGHÄUSCHEN (BONN) – Schönes Wetter, die Sonne scheint und es herrschen frühsommerhafte Temperaturen. Da weiß ich aus meiner langjährigen Tätigkeit als Imker, dass die Zeit beginnt, wo ich mir – bildlich gesprochen – das Telefon an die Backe kleben kann. Wildbienen in der Kita, Wildbienen in Fensterrahmen, dicke Hummelköniginnen, die suchend über den Gartenboden fliegen oder große Holzbienen, die elegant durch die Luft fliegen. Sandbienen, die in der Sandkiste mit den Kindern um die Wette buddeln.

Wildbienen gehören zu Deutschland. Wirklich!

Egal was Sie glauben (wollen), Wildbienen gehören zu Deutschland und dürfen folglich auch in Ihrem Garten, an Ihrem Haus oder auch mal auf der Fensterbank auftauchen. Sie haben mehreres gemeinsam, diese verschiedenen Wildbienen-Arten:

  • Sie sind harmlos und auf ihrem Speisezettel stehen keine Kinder. Ehrlich!
  • Der Stachel einer Mauerbiene ist so schwach, dass er die menschliche Haut kaum durchdringen kann, es sei denn, man setzt sich mit dem nackten Po eines acht Monate alten Säuglings und wer macht das schon?
  • Wildbienen zerlegen auch nicht Ihr Haus oder zerstören Ihre hoch und heilig geliebten Balkonpflanzen. Gut, es gibt Blattschneiderbienen, die schneiden kreisrunde Löcher u.a. aus Rosenblättern, aber daran geht keine Rose zugrunde.
  • Alle Wildbienen-Arten sind strengestens geschützt.
  • Wildbienen spielen keine geringe Rolle bei der Bestäubung. Da gibt es tolle und hochinteressante Beziehungen, manche Wildbienenarten haben sich sehr spezialisiert und sind von Pflanzenarten abhängig. Das heißt, sie sammeln Nektar, Pollen oder Pflanzenöl an bestimmten Pflanzen und existieren nur dort, wo diese Pflanzen vorkommen. Umgekehrt übrigens auch, die Vanille-Orchidee ist so ein Beispiel, die von einer ganz bestimmten Wildbienenart bestäubt wird. Vanille-Orchideen kann man in einigen tropischen Gebieten anbauen, aber die dazugehörige Wildbiene existiert nicht überall. Folglich muß die Orchidee von Hand bestäubt werden, was zu dem hohen Preis beiträgt.
Die Holzbiene Xylocopa violacea erinnert an eine Hummel und ist die größte der einheimischen Wildbienen-Arten

Wenn ich den Beitrag mit „Gehören Wildbienen zu Deutschland?“ eröffnete, so dies deshalb, weil mich immer wieder Anrufe von besorgten Supermuttis erreichen, die mir die Frage stellen, ob man nicht „was spritzen“ könne, damit der kleine Kevin wieder ohne Bienen auf dem Rasen spielen kann. Supermutti setzt ihr Kind lieber den gefährlichen Pestiziden aus, als den harmlosen Wildbienen. Und mit dieser Frage werden auch bedauernswerte Kindergärtnerinnen bestürmt, wenn die Supermuttis eine Wildbiene im Tiefflug durch die Kita flitzen sehen.

Natur ja – aber bitte woanders …

Eine Blattschneiderbiene beim Sammeln in einer Staudenwicke

Das erste halbe Dutzend Anrufe hat es dieses Jahr schon gegeben. Es werden noch mehr werden. Und es wird auch nächstes Jahr wieder so sein, genau wie in den vergangenen dreißig Jahren, in denen ich als Imker tätig war. Und wieder werde ich versuchen, mit Engelsgeduld und Humor den Anrufern beizubringen, dass Wildbienen zu Deutschland gehören, somit auch in die Umgebung des Anrufers und dass er/sie sich die Einstellung „Natur ja – aber bitte woanders“ dahin schieben soll, wo die Sonne nicht scheint.

Natürlich weiß ich auch, dass es auch intelligente Eltern gibt, die ihren Kindern zum Beispiel mit dem Aufhängen einer Nisthilfe für Wildbienen am Kinderzimmerfenster einen ersten spannenden Einblick in die fantastische Welt der blütenbesuchenden Insekten bietet. Und so vielleicht etwas dazu beitragen, dass aus den Kiddies später Imker, junge Wissenschaftler und umweltbewußte Mitbürger werden. Und keine hysterischen Supermuttis

Tag der Offenen Gartenpforte im BAfmW

Auch dieses Jahr nehmen wir wieder am Tag der Offenen Gartenpforte teil und öffnen unseren Rosenhof mit Wildbienennisthilfen, Orchideen und Bienen im Norden von Bonn. Im Sommerhalbjahr ist bei uns jedes Wochenende geöffnet.

Besuchen Sie uns im

Bundesamt für magische Wesen.

Estermannstraße 139

53117 Bonn, NRW

Deutschland

Telefon: 0228 97638460
E-Mail: info@bafmw.org