Alle Beiträge von Klaus Maresch

Klaus Maresch, geb. 1967, beschäftigt sich seit frühester Jugend mit Bienen und blütenbesuchenden Insekten und betrieb als Berufsimker bis 2016 die Bioland-Imkerei Honighäuschen. Heute noch aktiv, um im Raum Bonn und Rhein-Sieg bei Problemen mit Wespen, Hornissen, Wildbienen und Hummeln zu beraten und Nester gegebenenfalls umzusiedeln.

Die kriminellen Klimakleber der Umweltsekte „Letzte Generation“ müssen gestoppt werden

Ich bin seit 1982 mit dem Thema Umwelt beschäftigt und es mündete in mehr als 30 Jahre Tätigkeit als (Bioland-Berufs-)Imker. Mit meinen seinerzeitigen Kollegen vom Deutschen Berufsimkerbund zusammen habe ich schon lange auf das Thema Bienen- und Artensterben aufmerksam gemacht, denn als Imker beobachtet man die Natur sehr genau.
Und ja, ich bin ebenfalls dafür, dass die Regierung sehr viel härtere und strengere Maßnahmen im Umwelt- und Klimaschutz ergreift und durchsetzt. Ebenso um dem Artensterben entgegenzuwirken. Aber das kriminelle Treiben der Klimakleber der Umweltsekte „Letzte Generation“ lehne ich ab.

Solardachpflicht bei Neubauten/Dachreparaturen

Ich könnte mir z.B. eine Solardachpflicht bei Neubauten/Dachreparaturen oder eine Fassadenbegrünungspflicht an bestehenden Immobilien vorstellen. Wir erinnern uns, Deutschland hatte eine gute Photovoltaik-Industrie, bis Wirtschaftsminister Altmaier die Photovoltaik-Förderung zusammenstrich und alles nach China abwanderte. Eine staatliche Förderung von Photovoltaik müßte in größerem Ausmaß wiederaufgenommen werden als bisher geschehen. Und bereits jetzt gibt es Möglichkeiten für Hausbesitzer, den eigenen Stromverbrauch mit kleinen und genehmigungsfreien Photovoltaik-Anlagen zu decken.

Interessant finde ich auch, was in Südkorea passiert. Dort werden Autobahnen mit Photovoltaik-Anlagen überdacht. Würde man das bei uns machen, hätte man zwei Fliegen mit einer Klappe getroffen – sinnvolle zusätzliche Nutzung bereits versiegelter Flächen und Energiegewinnung in einem Aufwasch. Mal ganz abgesehen davon, dass man die Grün- oder Betonstreifen zwischen den Fahrtrichtungen sehr gut für die Verlegung von Leitungen nutzen könnte. Oder die Rastanlagen an den Autobahnen, welche direkt Platz böten für Ladesäulen.

Lichtruhe in den Städten

Ebenso wäre ich für eine Lichtruhe in den Städten in der Zeit zwischen 0 bis 6 Uhr – auch das würde Energie sparen und dem Insektensterben vorbeugen. Ich muß nicht nachts um drei Uhr in der Innenstadt eine Tageszeitung lesenkönnen, weil es fast taghell ist. Und das Argument „gefühlte Sicherheit“ ist für mich gegenüber dem Artensterben nachrangig.

Das ist nur einiges der möglichen Maßnahmen gegen Klimawandel und Artensterben, was ich mir vorstellen könnte und was ich nicht nur für akzeptabel, sondern geradezu für dringend angebracht halte.

Die Klimakleber der Umweltsekte „Letzte Generation“

Aber das Treiben der kriminellen Klimakleber der Umweltsekte „Letzte Generation“ lehne ich ab. Kunst- und Kultur beschmutzen, sich an Gemälde kleben, um Aufmerksamkeit zu erregen? Da ist in manchen Köpfen dieser Umweltsekte die Vorstufe zur Radikalisierung, zum Extremismus und zum Terrorismus erreicht.

Mit Straßenblockaden Menschenleben gefährden, wie zuletzt in Berlin? Dort mußte eine Radfahrerin, die unter einen Betonmischer geraten war und später an den Folgen starb, ein zweites Mal von dem Betonmischer überfahren werden, damit man sie bergen konnte. Das notwendige Hebegerät der berliner Feuerwehr steckte in einem durch Klimakleber verursachten Stau fest, wie es später dem Bericht der Feuerwehr zu entnehmen war.

Bei einem weiteren durch die Klimakleber der Umweltsekte „Letzte Generation“ verursachten Stau wurde ein RTW aufgehalten, welches zu einem Schlaganfall-Patienten unterwegs war. Bei Schlaganfällen geht es um Sekunden, will man die Schäden am Gehirn des Patienten minimieren. Das war den Klimaklebern egal.

Als 67er Jahrgang kann ich mich noch gut an das Treiben der RAF erinnern, und die Terroristen wie Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof u.a. hatten anfangs durchaus legitime und akzeptable Ziele. Dann kam die Radikalisierung, die Berfürwortung von Gewalt als politisches Mittel bis hin zum politischen Mord.

Das ist völlig inakzeptabel und ich hoffe, dass Polizei und Justiziorgane den Klimaklebern der Umweltsekte „Letzte Generation“ entgegentreten. Meinetwegen mit Wasserwerfern oder sie – wie in Frankreich geschehen – einfach von der Straße abreißen.

Buschmann verurteilt Attacke von Klima-Aktivisten auf Gemälde von Monet

Das Museum Barberini in Potsdam war Ziel eines Anschlags der Klimakleber der Umweltsekte „Letzte Generation“. (Foto: Daniel Naber)

Berlin (AFP) – Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hat die Attacke von Klimaaktivisten auf ein Gemälde des impressionistischen Malers Claude Monet in Potsdam verurteilt. Solche Aktionen seien „durch kein noch so nobles Anliegen zu rechtfertigen“, schrieb Buschmann am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Aktionen, die fremdes Eigentum beschädigen, sind nicht nur eine Dummheit, sondern auch kriminell.“ Wenn sie sich gegen unersetzliche Kulturgüter richteten, machten sie „besonders fassungslos“.

Klimakleber im Museum Barberini

Zwei Aktivisten der Gruppe Letzte Generation hatten am Sonntag das Monet-Gemälde mit dem Titel „Getreideschober“ im Museum Barberini in Potsdam mit Kartoffelbrei beworfen und sich der Polizei zufolge daneben angeklebt. Da das Bild verglast ist, trug es dem Museum zufolge keine Schäden davon. Gegen die Tatverdächtigen wird wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs ermittelt.

Zuvor hatten bereits zwei Umweltaktivistinnen in London das Meisterwerk „Sonnenblumen“ des Malers Vincent Van Gogh mit Tomatensuppe überschüttet. In den vergangenen Wochen klebten sich wiederholt Klima-Aktivisten weltweit an den Rahmen oder am Acrylglas-Schutz berühmter Gemälde fest, etwa in Berlin, Dresden, Florenz und London.

hex/pw

© Agence France-Presse

Foto: Daniel Naber

Klima-Aktivisten bewerfen Monet-Gemälde in Potsdam mit Kartoffelbrei

Berlin (AFP) – Zwei Aktivisten der Gruppe Letzte Generation haben am Sonntag ein Gemälde des impressionistischen Malers Claude Monet im Museum Barberini in Potsdam mit Kartoffelbrei beworfen. Nach Angaben des Kunstmuseums im Kurzbotschaftendienst Twitter beschmierten sie ein Werk mit dem Titel „Getreideschober„. „Da das Bild verglast ist, hat es der umgehenden konservatorischen Untersuchung zufolge keinerlei Schäden davongetragen“, erklärte das Museum. Das Gemälde aus dem Jahr 1890 werde am kommenden Mittwoch wieder in den Ausstellungsräumen zu sehen sein.

Polizei nimmt Klimaaktivisten in Gewahrsam

Die Polizei gab an, dass zwei Menschen ein Werk „beschmiert und sich daneben angeklebt“ hätten. Die Polizei habe die beiden in Gewahrsam genommen. Gegen sie werde wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch ermittelt.

Auf dem Twitterkonto „Letzte Generation“ wurden Videos geteilt, die offenbar von der Aktion stammen. In einem Video ist zu sehen, wie eine Frau und ein Mann in orangefarbenen Warnwesten vor einem beschmierten Gemälde knien. „Wir sind in einer Klimakatastrophe“, ruft die Frau unter anderem. „Und alles, wovor Ihr Angst habt, sind Tomatensuppe oder Kartoffelbrei an einem Gemälde.“

In diesem Monat hatten bereits zwei Umweltaktivistinnen in London das Meisterwerk „Sonnenblumen“ des Malers Vincent Van Gogh mit Tomatensuppe überschüttet. In den vergangenen Wochen klebten sich wiederholt Klima-Aktivisten weltweit an den Rahmen oder am Acrylglas-Schutz berühmter Gemälde fest, etwa in Berlin, Dresden, Florenz und London.

oer/lan

© Agence France-Presse

Foto: Daniel Naber

Mit freifliegenden Hornissen im Auto auf der Autobahn

Ich bin ja des öfteren mit Hornissen im Auto unterwegs. Aber normalerweise sind die Hornissen in einer ausbruchsicheren Transportbox gut verstaut. Und so spät im Jahr nehme ich eigentlich keine Umsiedlung eines Hornissennestes in Bonn oder dem Rhein-Sieg-Kreis mehr vor.
Heute jedoch musste ich tatsächlich noch eine Umsiedlung eines Hornissennestes im Bonner Stadtteil Röttgen am Rande des Kottenforstes durchführen. Ein Nest nagte sich in der Zwischendecke durch ins Innere des Hauses, Rigips ist bekanntlich kein Hindernis für kräftige Hornissenkiefer.
Ein ziemlich starkes Hornissennest, es waren schon Drohnen und junge Königinnen zu sehen, die alte Königin lief aber auch noch im Nest herum.
Mit einem Handwerker wurde die Decke geöffnet und die Hornissen wurden mit einem umgerüsteten Staubsauger abgefangen und in eine neue Transportbox verbracht – so weit so gut. Das ganze gehörte zu einem Set, dass ich ausprobieren wollte und mir vom Hersteller empfohlen worden war.

Transport der Hornissen im Auto

Eine jugne Hornissenkönigin flog später zusammen mit anderen Hornissen im Auto herum. Sie wurde später geborgen und wieder ins Hornissennest zurückgebracht. (Foto Honighäuschen)

Was eher NICHT so gut lief, war der Transport der Hornissen. Die hatten sich in Nullkommanichts durch die Absaugbox aus Pappe von Killgerm durchgenagt und flogen mir im Auto um die Nase, während ich auf der Autobahn unterwegs war.

Man krabbelte an den Scheiben hoch und runter, flog herum, stach hier und da den Fahrer – was man eben so macht als verärgerte Hornisse. Vor allem, wenn man Grund dazu hat.
 
Und dann hatte ich die Polizei da. Ein Streifenwagen fuhr auf der Höhe der Zufahrt Lengsdorf hinter mir auf die A 565 Richtung Köln.
 

Polizisten weigerten sich, die Hornissen zur Kenntnis zu nehmen

Erst hinter mir mit Blick auf die Heckscheibe mit dem Hornissengewusel und dann langsam an mir vorbeifahrend mit Blick auf die herumkrabbelnden Hornissen an den Seitenscheiben des Autos.
Sehr langsam.
Noch langsamer.
Die Beamten machte riesige Augen und ich sah die Überlegungen. Hörte förmlich die Unterhaltung im Auto.
„Halten wir den jetzt an?“
„Sach ma … Sind das Hornissen?“
„Sieht so aus?“
„Ja wer ist denn so bekloppt und fährt mit Hornissen im Auto herum?“
„So bekloppt kann doch niemand sein!“
„Eben. Und wenn niemand so bekloppt sein kann, dann sind da auch keine Hornissen im Auto und dann halten wir den auch nicht an.“
„Genau. Weiterfahren!“

Bilanz der Tour mit den Hornissen im Auto

Der Wabenbau des umgesiedelten Hornissennestes mußte mit Stützstreben versehen werden. (Foto: Honighäuschen)

5 Hornissenstiche (Kopf, Arme, Hand) später, 15 min Fahrt und zu Hause angekommen. Zweiten Staubsauger geholt, die Nachbarn beruhigt. die verärgerten Hornissen eingefangen, das umgesiedelten Hornissennest im Kasten einlogiert, mit Futter versorgt und für heute reicht es mir wirklich.

Das war hoffentlich die allerletzte Umsiedlung eines Hornissennestes in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis in diesem Jahr…

„So viel wie nötig, so wenig wie möglich“: Wie die Stadt Bonn Bäume bewässert

Bonn – Bäume in der Stadt, Straßenbäume, Bäume in den Park- und Grünanlagen, auf Spielplätzen und Friedhöfen tragen wesentlich zum innerstädtische Klima und Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Besucher Bonns bei.

Daher legt die Verwaltung großen Wert auf die gute Pflege der oft prägenden Bestandteile der Stadtgestaltung. Ein ganz entscheidendes Kriterium, dass ein Baum in nicht immer baumfreundlichen urbanen Umwelt überlebt, ist, dass er ausreichend mit Wasser versorgt wird.

In Zeiten großer Hitze und Trockenheit leidet das Stadtgrün besonders unter Wassermangel unter anderem als Folge von Grundwasserabsenkungen, Bodenverdichtungen, Bodenversiegelungen. Daher hilft die Stadt Bonn auch mit Wässern nach. An der Oscar-Romero-Straße zum Beispiel, bei jungen Spitzahornen, die dort im vorigen Jahr gepflanzt wurden. Im Auftrag gießt dort ein Garten- und Landschaftsbauunternehmen die Jungbäume. Bei einem Ortstermin am Dienstag, 23. August 2022, erläuterte Dieter Fuchs, Leiter des Bereichs Stadtgrün im Amt für Umwelt und Stadtgrün, gemeinsam mit Kollegin Ute Odenthal, wie wichtig es ist, den Stadtbäumen bei Trockenheit zu helfen, aber auch, wo dem Bewässern Grenzen gesetzt sind.

Wurzeln müssen in die Tiefe gelockt und die Bäume zur Selbstversorgung erzogen werden

„Bereits seit Mai dieses Jahres haben wie eine deutlich zu trockene Witterung. Dazu kamen und kommen überdurchschnittliche Temperaturen und Sonnenstunden, so dass die Böden stark ausgetrocknet sind“, beschreibt Dieter Fuchs die aktuelle Situation. Damit gleicht diese dem Dürrejahr, das Deutschland bereits 2018 erlebt hatte.

Eine ausreichende Wasserversorgung ist aber essenziell für das Gedeihen der Stadtbäume. Das vorrangige Ziel muss es daher sein, die Wurzeln – beispielsweise durch entsprechendes Substrat und einen geeigneten Bodenaufbau – in die Tiefe zu locken und den Baum zu ertüchtigen, sich eigenständig mit Wasser zu versorgen, um sich dadurch am Standort zu akklimatisieren.

„Da Wasser ein teures Gut ist und die Bäume zur Selbstversorgung erzogen werden müssen, lautet unser Motto immer ‚So viel wie nötig, so wenig wie möglich‘, sollte eine zusätzliche Bewässerung erforderlich sein“, betont Fuchs, der auch Leiter des Arbeitskreises Stadtbäume der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) ist.
Hauptbedarf an Wasser liegt zwischen März und Juni

Bienenbäume wie hier auf einem Kinderspielplatz brauchen in Trockenzeiten Wasser, um Nektar für Blütenbesucher zu produzieren. (Foto: Klaus Maresch)

Bei zusätzlichen Wässerungen muss der Fokus auf den Jungbäumen liegen, da sich diese noch nicht eigenständig ausreichend mit Wasser versorgen können. Ein alter Baum kommt in der Regel ohne zusätzliche Wässerungen aus. Um eine Bewässerung von Bäumen sinnvoll zu organisieren, muss man wissen, dass der Hauptbedarf an Wasser grundsätzlich in den Monaten März bis Juni liegt. Trockenperioden danach werden besser verkraftet, da dann auch die Zeit des Hauptwachstums vorüber ist.

Ein wichtiger Aspekt ist auch, wieviel Wasser im Boden wirklich für die Pflanze verfügbar ist. Dies ist je nach Bodenart unterschiedlich. So kann man schätzungsweise davon ausgehen, dass in gesättigten Sandböden rund 130 Liter pro Kubikmeter gespeichert werden können. In so genannten Schluffböden, das sind sehr feinkörnige Böden, sind es rund 250 Liter pro Kubikmeter. Tonböden können etwa 100 Liter pro Kubikmeter an Wasser halten.

Durchschnittlich braucht ein Jungbaum wöchentlich rund 100 Liter Wasser, um ausreichend gedeihen zu können. Theoretisch hochgerechnet wären für einen gesunden Großbaum alle 14 Tage etwa 20.000 Liter Wasser notwendig. „Dies verdeutlicht, dass eine Wässerung eines Großbaumes, neben der zweifelhaften Notwendigkeit, fast unmöglich ist“, sagt Ute Odenthal aus dem Baubereich der Abteilung Stadtgrün und unter anderem zuständig für die Pflege des Grüns. Große und ältere Bäume sollten daher auch von Anwohnern nicht gegossen werden. Die Wurzeln älterer Bäume reichen tief in den Erdboden und breiten sich sehr weit aus. Als Orientierung: der Wurzelbereich entspricht in etwa dem Kronendurchmesser. Die Bäume nehmen ihr Wasser aus tiefen Erdschichten auf. Gießwasser erreicht in solchen Fällen kaum den Bereich, in dem es die Wurzeln des Baumes aufnehmen könnten.

Bewässerung bleibt auf junge Straßenbäume beschränkt

Derzeit beträgt die übliche Pflege durch Unternehmer vier Jahre. Wenn sich die Temperaturen allerdings im Rahmen der klimatischen Entwicklung weiterhin erhöhen, muss eine generelle Verlängerung der Entwicklungspflege erfolgen. Je nach Standort und Witterung können Wässerungen auch noch bis zum zehnten Standjahr erforderlich werden. Ziel ist es, dass ein Baum spätestens nach dieser Zeit in der Lage sein muss, sich selbst ausreichend mit Wasser zu versorgen.

Grundsätzlich wird eine Bewässerung auf die jungen Straßenbäume beschränkt bleiben. In Grünanlagen und auf Grünflächen sind Bewässerungen nur im Einzelfall möglich, in den Stadtwäldern überhaupt nicht.

Die Wässerung von Jungbäumen kann auch über Wassersäcke erfolgen. Bei Füllmengen von 55 bis 100 Litern wird das Wasser über kleine Öffnungen am Grund des Wassersacks tröpfchenweise in den Boden abgegeben. Da das Wasser sehr langsam im Ballenbereich versickert, steht es dem Baum vollumfänglich zur Verfügung. Dieses System hat sich insbesondere bei Hanglagen bewährt oder in dem Fall, wenn kein Gießrand, den die Stadt Bonn bevorzugt, eingebaut werden kann.

„Allerdings besteht die Gefahr, dass bei konstanter Feuchte im oberen Boden die Wurzelentwicklung nicht in die Tiefe gelenkt wird und sich teilweise Pilzbewuchs unter den Säcken bilden kann“, gibt Fuchs zu bedenken. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass oftmals nicht der gesamte Ballen befeuchtet wird. Hinzu kommt, dass die Säcke im Herbst abgeräumt, gesäubert und gelagert werden müssen. Sie sollten daher also nur in besonderen Fällen ausnahmsweise eingesetzt werden.

Grenzen der Bewässerung: Embolie im Baum

Bei allen Anstrengungen gibt es aber auch physiologische Grenzen bei der Bewässerung von Bäumen. Bei Temperaturen von über 45°C setzt bei vielen Bäumen der Wassertransport aus, da der Verdunstungssog in den Blättern so stark werden kann, dass die feinen, durch Kohäsion zusammengehaltenen, Wasserfäden in den Leitungsbahnen reißen und Luft eintreten kann. Es entsteht eine meist irreversible Embolie, der Baum vertrocknet selbst bei ausreichender Bewässerung.

Bürgerinnen und Bürgern, die die Stadtbäume unterstützen möchten, rät Fuchs: „Auch wenn wir die Jungbäume wässern, freuen sich diese bei besonders heißen Temperaturen über zusätzliches Wasser.“ Dabei gilt – lieber einmal zehn Gießkannen als zehnmal eine. „Das heißt, geben Sie diese Menge lieber einmal die Woche komplett, als jeden Tag ein bisschen. Das Wasser kann dann in tiefere Erdschichten sickern. Bei geringen Wassergaben besteht die Gefahr, dass ein Großteil des Wassers bereits an der Oberfläche verdunstet“, so der Baumexperte.

Weitere Informationen auch unter www.bonn.de/stadtbaeume.

Querdenker, Wespen und aculeate Hymenopteren

Als früherer Imker habe ich eine 35 Jahre währende Erfahrung im Umgang mit Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen und werde oft kontaktiert, wenn es Probleme mit den Summsen gibt, beispielsweise wenn ein Wespennest im Rollokasten auftaucht. Dieses Jahr ist viel los, was im Zusammenhang mit Wespen und Hornissen steht.

Ein Kunde ruft an, er hat ein Problem mit Wespen im Rollokasten. Alles klar, Termin vereinbart und ich treffe vor Ort ein. Das Zimmer mit den Wespen ist im zweiten Stock eines – sagen wir mal so – opulent ausgestatteten Hauses. Der Hauseigentümer ist etwa 65 Jahre alt, wohlgenährt, zwei Autos stehen in der großen Einfahrt. Er ist Immobilienmakler und im Treppenhaus hängt eine Deutschlandflagge nebst einigen andere Devotionalien aus der jüngeren deutschen Geschichte (die mit den tausend Jahren), mit denen man sich in der Öffentlichkeit außerhalb Thüringens und Sachsen eher nicht zeigt.

Die Merkel-Diktatur, ihre „Erfindungen“ und die Impfmafia

Die lange Treppe hoch, oben habe ich kleine Pause gemacht, um wieder zu Luft zu kommen. Treppensteigen ist für mich nach meiner Coronaerkrankung immer noch ein Problem.
„Na, wohl kurzatmig, wa?“
„Ja, Probleme seit Corona, fünf Wochen damit zu tun gehabt…“
Ich komme gar nicht dazu den Satz zu vollenden, da geht es los. Es gäbe kein Corona, das sei eine Erfindung der Merkel-Diktatur und der Impfmafia. In dem aggressiven Ton ging es weiter, es fielen auch noch Begriffe wie „Internationales Finanzjudentum“, „Verschwörung“ und „geheime Informationsquellen“, auf die er Zugriff hätte usw. usf.

Innerlich köchelte ich bereits auf Siedetemperatur.

Wespennest im Rollokasten im Schlafzimmer

Haben Sie Fragen zu einem Wespennest? Im Honighäuschen bekommen Sie Hilfe und Informationen über aculeate Hymenopteren.

Wir erreichten das Schlafzimmer mit dem Rollokasten samt einem veritablen Wespennest. Anzeichen dafür, dass sich die Wespen ins Zimmer durchnagten, gab es auch.
„Jetzt machen Sie schon, ich hab noch zu tun! Machen Sie die Viecher weg!“
Tja, sagte ich, da könne ich ihm leider nicht helfen, das seien keine Wespen, sondern aculeate Hymenopteren, eine neue Züchtung aus den Laboren der Bill-Gates-Stiftung. Nahe Verwandte der Reptiloiden, das könne man gut sehen, wenn man nahe an das Nest heranginge und sich die Zeichnung über den drei Ocellen ansähe. Bei der Gates-Spezies seien in den Ocellen Microkameras verborgen, die über den Sender in der kronenförmigen Zeichnung die gesammelten Informationen übertragen würden. Der Sender wäre im Nest, da käme ich aber nicht ran. Früher hätte man sowas ausgeräuchert, das sei die einzig sichere Methode.

Aculeate Hymenopteren mit Micro-Kameras der Bill-Gates-Stiftung

Entsetzter Blick bei dem Mann. Ich zuckte mit den Schultern, es täte mir ja leid, aber mit dem internationalen Finanzjudentum UND der Gates-Stiftung könnte ich es nicht aufnehmen. Aber ich würde ihm dafür auch keine Rechnung schicken. Es würde ja sicher unter uns bleiben, dass ich ihn aufgeklärt hätte.
Bin gemütlich die Treppe runter und ins Auto gestiegen.

Also, liebe Notaufnahmen der umliegenden Krankenhäuser, liebe Feuerwehr Bonn, wenn euch jetzt ein Mann mit einem total zerstochenen Gesicht auf dem Tisch landet oder irgendwo in Wachtberg ein Haus in Flammen aufgeht…. ihr habt es da mit einem durchgeknallten Querdenker zu tun. 🙂

Allen anderen hilft das Honighäuschen gern weiter.

Julia Johnson ist neue Stadtförsterin in Bonn

Julia Johnson studierte Forstwirtschaft an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde sowie Forstwissenschaften und Waldökologie mit dem Schwerpunkt Waldnaturschutz in Göttingen. Im Rahmen ihres Referendariats für den höheren Forstdienst war Julia Johnson zuletzt im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Würzburg tätig, wo sie unter anderem mit dem Erstellen von Vegetationsgutachten sowie der Beratung von Privatwaldbesitzern betraut war.

Den forstbetrieblichen Teil ihrer Ausbildung absolvierte sie in einem Forstbetrieb der Bayerischen Staatsforsten in Ebrach im Steigerwald. Eine prägende Zeit für Julia Johnson, denn der ehemalige Betriebsleiter Ulrich Mergner entwickelte das in Fachkreisen bekannte Trittsteinkonzept: Es zeigt einen Weg auf, wie sich Forstwirtschaft und Artenschutz durch viele kleine geschützte Bereiche mit Totholzbeständen miteinander vereinen lassen. Auch der Bonner Stadtwald besteht zu zehn Prozent aus Naturwaldzellen, welche nicht bewirtschaftet und einer natürlichen Entwicklung überlassen werden.

Nach ihrer Staatsprüfung im Oktober 2021 übernimmt Julia Johnson nun die Leitung der Bonner Stadtförsterei mit 18 Mitarbeitenden im Amt für Umwelt und Stadtgrün. Johnson, die nicht nur für ihre berufliche Karriere an verschiedenen Orten Station gemacht hat, sondern als Tochter eines pensionierten US-Army-Offiziers bereits in ihrer Jugend in den unterschiedlichsten Orten sowohl in Deutschland als auch in den USA gelebt hat, freut sich sehr auf ihre neue Wahlheimat Bonn: „Bonn ist nicht nur eine spannende und internationale Großstadt, sondern auch eine besonders grüne Stadt. Der hohe Waldanteil ist wirklich etwas Besonderes für eine Stadt dieser Größe“, betont die neue Stadtförsterin.

Den Wald klimafit und zugleich sicher für Besucher machen

Typische Waldbewohner sind Bienen, hier einer unserer Bienenstände in einem Bestand mit Edelkastanien. (Foto: Klaus Maresch)

Typisch für einen „Großstadtwald“ sind auch die damit einhergehenden Herausforderungen: „Eine große Herausforderung sind die vielfältigen Ansprüche an den Bonner Stadtwald: Es gibt die klassischen Waldspaziergängerinnen, die vor allem Erholung suchen, Familien mit Kindern, aber auch Menschen, die im Grünen Sport treiben möchten. Gleichzeitig stehen wir vor den Herausforderungen der Klimakrise. Wir müssen den Wald klimafit und zugleich sicher für Besucherinnen machen“, so Johnson.

Großen Wert legt Julia Johnson, in deren Zuständigkeit nicht nur die Stadtförsterei mit dem Wildgehege auf der Waldau, sondern auch das im Sommer 2019 neu eröffnete Haus der Natur liegt, auf das Thema Waldpädagogik. Sie selbst hat das waldpädagogische Zertifikat und möchte sobald wie möglich persönlich Waldführungen aus dem Programm des Haus der Natur übernehmen und als Stadtförsterin den Bonner Kindern und Jugendlichen den Lebensraum Wald näherbringen.

Auch in ihrer Freizeit nutzt die neue Wahlbonnerin jede Gelegenheit, um ihr neues „Revier“ kennenzulernen. Mit ihrem Border-Collie „Kowi“ (übersetzt „Waldbewohner“) unternimmt sie ausgedehnte Spaziergänge durch den Bonner Stadtwald. Einen ersten Lieblingsort hat sie bereits gefunden: „Die Kopfbuchen im sogenannten Geisterwald verbreiten mit ihren knorrigen Ästen und Formen eine ganz besondere Atmosphäre.“

Wie das Baumsterben die Nahrungsnetze beeinflusst

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt die Forschungsgruppe 5281 „Multitrophische Wechselwirkungen in einem Waldbiodiversitätsexperiment in China“, kurz MultiTroph, um Sprecherin Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein vom Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften der Universität Freiburg. Ziel ist, die Wechselwirkungen zwischen dem Baumsterben und den Nahrungsnetzen im Ökosystem zu untersuchen. Klein koordiniert dafür acht Projekte der internationalen Forschungsgruppe auf dem weltweit größten Waldbiodiversitätsexperiment in China. Dabei arbeiten Wissenschaftler verschiedener deutscher und österreichischer Universitäten eng mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und der Beijing Forestry University/China zusammen. Das Team wird in der ersten Projektphase ab Oktober 2022 für vier Jahre mit rund drei Millionen Euro gefördert.

Wie viele Baumarten braucht ein Wald?

Die Blaue Goldwespe Trichrysis cyanea ist ein Futterparasit bei den Spinnen-jagenden Grabwespen, die Nisthilfen in China und Deutschland nutzen und ein wichtiges Bindeglied in Nahrungsnetzen sind. Foto: Felix Fornoff

„Wir wollen verstehen, was mit den Nahrungsnetzen von Pflanzenfressenden- und räuberischen Insekten passiert, wenn Baumarten aussterben und wir neue hinzufügen“, erklärt Klein. „Wie viele Baumarten braucht ein Wald? Und welche Merkmale müssen diese Baumarten besitzen, damit der Wald beispielsweise mit Klimaveränderungen zurechtkommt und die Nahrungsnetze nicht zusammenbrechen oder sich so stark verschieben, dass Ökosystemleistungen des Waldes negativ beeinflusst werden?“

Interdisziplinäre Forschung

Für MultiTroph arbeiten Forschende aus verschiedenen Disziplinen zusammen: Experten für Bodenwissenschaften, Botanik, Molekularbiologie, ökologische Netzwerke, Tierökologie und Naturschutz gehen in acht Projekten unterschiedlichen Schwerpunkten nach.

Zum einen untersuchen die Wissenschaftlerinnen den Totholzabbau in der chinesischen Waldfläche. Darüber hinaus analysieren sie die Auswirkungen von trophischen Interaktionen, Baumvielfalt und Bodenerosion auf die Stöchiometrie von Boden und Pflanzen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Erforschung der Nahrungsnetze zwischen Pflanzen, Pflanzenfressern und räuberischen Insekten, wie zum Beispiel die Verknüpfung der Nahrungsnetze zwischen Bienen und Blüten sowie Wespen und Beutetieren in Nisthilfen. Des Weiteren ist das Forschungsteam an trophischen Interaktionen in verschiedenen Stadien der Baumverjüngung interessiert. Die Teilaspekte werden zu einem großen Nahrungsnetz zusammengefügt.

Forschungsdaten zur Wald-Biodiversität ergänzen

„Wir sind überzeugt, dass unsere Forschungsgruppe die existierenden Wald-Biodiversitätsforschungsdaten kritisch ergänzen und zu einem erweiterten Verständnis von multi-trophischen Nahrungsnetzen im Wald führen wird“, sagt Klein.

Das Projektteam besteht neben Freiburger Wissenschaftlern aus Forschenden der Universität Bayreuth, der Technischen Universität Darmstadt, der Georg-August-Universität Göttingen, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Universität Hohenheim, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der Eberhard Karls Universität Tübingen, der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, der Paris Lodron Universität Salzburg/Österreich und der Pennsylvania State University/USA. Auf chinesischer Seite arbeiten Wissenschaftlerinnen der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und der Beijing Forestry University/China mit.

Faktenübersicht:

  • Klein leitet seit 2013 die Professur für Naturschutz und Landschaftsökologie an der Universität Freiburg. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Bienen und Bestäubung von Nutzpflanzen und Biodiversitätsförderung in der Agrarlandschaft
  • Seit 2015 ist Klein Vizepräsidentin der Gesellschaft für Ökologie für Deutschland, Schweiz und Österreich (GFÖ)
  • Klein ist Mitglied der DFG Senatskommissionen für Grundsatzfragen der Genforschung und Grundsatzfragen der Biodiversität und ist in mehreren Beiräten der Landesregierung in Baden-Württemberg tätig

Kontakt:
Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein
Professur für Naturschutz und Landschaftsökologie
Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-67770
E-Mail: alexandra.klein@nature.uni-freiburg.de
Twitter: @naturealexk

Dachdecker trifft Baumhummel – was tun?

Das geöffnete Nest der Baumhummel im Dach. (Foto: Honighäuschen)

Bei Dacharbeiten in Alfter stießen Mitarbeiter der Dachdeckerei SIDO Bedachung auf ein Nest der Baumhummel, welches sich in einer Ecke gebildet hatte, die mit Steinwolle ausgefüllt war. Das Dach sollte saniert, neu gedeckt und isoliert werden und dabei war das Hummelnest im Weg.

Der Dachdeckermeister Juwan Sidu ließ seine Mitarbeiter die Arbeit an dieser Stelle des Daches unterbrechen und wandte sich zunächst an das Ordnungsamt Alfter. Nach Klärung der Zuständigkeit und einem kleinen Umweg über die zuständige Untere Nnaturschutzbehörde landete er im Honighäuschen. Da alle Hummeln unter Artenschutz stehen, war eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde in Siegburg nötig, die nach Absprache telefonisch erteilt wurde.

Das Baumhummelnest in einer Transportbox. (Foto: Honighäuschen)

Zunächst wurde das Nest am Fundort in eine Transportbox mit Lüftungsmöglichkeit umgesetzt und noch herumfliegende Hummeln wurden mit einem Kescher eingefangen. Im Garten des Honighäuschens im Bonner Ortsteil Graurheindorf wurde das Nest in einen passenden Nistkasten verbracht und die separat transportierten Arbeiterinnen dem Nest zugesetzt.

Wenige Stunden später hatten die Bumhummeln die Isolierung des Nestes repariert und den normalen Tagesablauf wieder aufgenommen.

Artenporträt Baumhummel

Im neuen Nistkasten beginnen die Arbeiterinnen sofort mit der Wiederherstellung der Isolierung. (Foto: Honighäuschen)

Die Baumhummel (Bombus hypnorum) ist eine oberirdisch nistende Hummelart, die in ganz Europa vorkommt. Sie nistet immer oberirdisch, zum Beispiel in verlassenen Vogelnestern, in Nisthöhlen, Mauer- und Felsspalten, Dachböden, Ställen, Scheunen und Ähnlichem, wobei sie auch nicht selten in mit Steinwolle isolierten Dächern anzutreffen ist. Es gibt im Jahr eine Generation, wobei im Sommer schlüpfende Königinnen überwintern und die Folgegeneration für das nächste Jahr bilden.

Die Baumhummel Bombus hypnorum steht wie alle Hummelarten unter Naturschutz. (Foto: Klaus Maresch)

Die Nester der Baumhummel haben üblicherweise 80 bis 400 Tiere. Die Königin ist etwa 2cm lang und hat eine Flügelspannweite von 35 bis 38 Milimeter und einen bis zu 12 Milimeter langen Rüssel. Arbeiterinnen der Baumhummel werden etwa 8 bis 18 Milimeter groß und eine Rüssellänge von bis zu 10 Milimeter. Die männlichen Baumhummeln werden etwa 14 bis 16 Milimeter groß.

Die Arbeiterinnen der Baumhummel sind durchaus wehrhaft und können sich gut verteidigen.

NABU: Hummeln am Hintern erkennen

Berlin – Augen auf, Lupe raus und Stift gezückt: Der NABU Insektensommer steht wieder vor der Tür. Vom 3. bis 12. Juni und vom 5. bis 14. August heißt es Sechsbeiner beobachten und zählen. Groß und Klein sind aufgerufen, eine Stunde an einem schönen Platz mit Blick in die Natur wichtige Daten für die Artenvielfalt zu sammeln.

Was für eine Hummel könnte das sein? (Foto: Honighäuschen)

Putzig, pelzig und mit einem ganz eigenen Streifenmuster: Hummeln stehen in diesem Jahr ganz besonders im Fokus der Aktion. „Kannst Du Hummeln am Hintern erkennen?“, lautet die Entdeckungsfrage 2022 für alle, die zum ersten Mal genauer bei den Insekten hinschauen. Ackerhummel, Steinhummel und Erdhummel sind die häufigsten Arten, die bei uns vorkommen. Und jede hat ihr ganz eigenes Muster auf dem Hinterteil, mit dem man sie auseinanderhalten kann. Gezählt werden können aber alle Sechsbeiner, die entdeckt werden.

„Insekten sind unverzichtbar für uns Menschen und die gesamte Natur. In unseren Ökosystemen tragen sie zur Vermehrung von Pflanzen und zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Studien zeigen, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die Ausräumung der Landschaft sind nur einige Gründe dafür“, betont NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Man schützt bekanntlich das, was man kennt. Mit dem Insektensommer wollen wir für den Schutz dieser wichtigen Tiergruppe sensibilisieren.“

Winkende Hummel auf Eisenhut-Blüte, eine Beobachtung beim letzten Insektensommer (Foto: Honighäuschen)

Stück für Stück mit viel Freude die faszinierende Welt der Sechsbeiner entdecken und sie zu bestimmen lernen – das leistet dieses Citizen Science Projekt jeden Sommer aufs Neue. Die gemeinsame Aktion von NABU und seinem bayerischen Partner, dem Landesbund für Vogelschutz, ist einzigartig beim Insektenzählen. In diesem Jahr feiert sie außerdem ein kleines Jubiläum: Seit fünf Jahren werden jedes Jahr im Juni und August tausende Menschen zu Hobbyforschern. Die Daten der Zählaktion werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU ausgewertet und zeitnah auf www.NABU.de/insektensommer-ergebnisse veröffentlicht.

Rund 33.000 heimische Insektenarten gibt es allein in Deutschland. “Bei so einer riesigen und vielfältigen Tiergruppe kann wirklich jeder immer wieder etwas Spannendes und Wunderbares entdecken. Und das Abenteuer Insektenwelt beginnt direkt vor der eigenen Haustür!”, freut sich Daniela Franzisi, Projektleiterin des Insektensommers.

Steinhummel auf einer Kornblume (Foto: Kathy Büscher, NABU Rinteln)

Beobachten und zählen kann jeder und das fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standort aus. Gezählt wird bis zu eine Stunde lang. Gemeldet werden die Beobachtungen per Online-Formular oder mit der kostenlosen Web-App NABU Insektensommer. Beide Meldewege sind unter www.insektensommer.de zum Aktionsstart abrufbar.

Mithilfe des NABU-Insektentrainers (www.insektentrainer.de) lassen sich die Krabbeltiere ganz einfach erkennen und unterscheiden.

Der NABU-Insektensommer hat auch in diesem Jahr prominente Unterstützung durch die Moderatorin Ruth Moschner, den forensischen Entomologen Dr. Mark Benecke, die Schauspielerin Dr. Maria Furtwängler oder die bekannte Figur Biene Maja und ihre Freunde. (www.diebienemaja-bienenschutz.de).

Starkregensaison hat begonnen – Stadt Bonn rät zur Eigenvorsorge

Unwetter mit Starkregen sind längst nicht mehr auf die Tropen beschränkt, sie häufen sich auch in Bonn. (Foto: Klaus Maresch)

Überschwemmungen können Grundstücke und Gebäude an Bachläufen, aber auch abseits der Bäche inmitten der Bebauung, betreffen und erhebliche Schäden am Eigentum anrichten. Die Kanalisation ist für die Aufnahme der Wassermassen, die bei Starkregen niedergehen, wie überall in Deutschland nicht ausgelegt.

Aufgrund der Starkregenraison, die begonnen hat, rät das Tiefbauamt der Stadt Bonn daher allen Hauseigentümern und Mieterinnen, sich rechtzeitig zu informieren und eigene Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Um Schäden vorzubeugen, unterstützt das Tiefbauamt der Stadt Bonn, neben den städtischen Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz – wie dem Bau des Entlastungskanals Mehlemer Bach, der Neuplanung von Regenrückhaltebecken oder intensive Bachunterhaltung – alle Bürgerinnen mit vielfältigen Informationsangeboten zur Ermittlung der eigenen Gefahrenlage und Eigenvorsorge.

Hier können Sie sich drohende Gefahren informieren

Starke Windböen eines Gewitters fegen die Samen eines Baumes fort. (Foto: Klaus Maresch)

Gefahrenkarten zeigen mögliche überschwemmungsgefährdete Bereiche im Bonner Stadtgebiet. Sie sind unter https://stadtplan.bonn.de unter dem Kartenthema „Umweltschutz/Wasser/Hochwasser“ abrufbar. Die Überschwemmungsbereiche durch Bachhochwasser können auf den Hochwasser-Gefahrenkarten eingesehen werden. Auf den Starkregengefahrenkarten können Interessierte nachvollziehen, welche Bereiche im Stadtgebiet auch abseits der Bachläufe gefährdet sind.

Mit der Kampagne „Bonn unter“ (www.bonn-unter.de) informieren das Hochwasserkompetenzzentrum (HKC) und die Stadt Bonn, wie Bonner selbst gegen Hochwasser- und Starkregenschäden vorsorgen können. Auch können die Gefährdungsstufen der Überflutungen für das eigene Zuhause abgerufen werden.

Ebenso sind im Internetauftritt der Stadt Bonn (www.bonn.de/starkregen und www.bonn.de/Hochwasser) weiterführende Informationen und Broschüren zum Thema Hochwasser- und Starkregenvorsorge zu finden.

Beim Bundespatentgericht halten die Bienen Einzug

Berufsimker Herbert Rappel aus Mering stellte im Garten des Gerichtsgebäudes in der Cincinnatistraße drei Bienenkästen auf, die den neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gerichts ein angenehmes Zuhause bieten sollen.

München (ots) – Pünktlich zum 20. Mai, der 2017 von den Vereinten Nationen zum Weltbienentag ausgerufen wurde, begann auch am Bundespatentgericht das große Summen. Berufsimker Herbert Rappel aus Mering stellte im Garten des Gerichtsgebäudes in der Cincinnatistraße drei Bienenkästen auf, die den neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gerichts ein angenehmes Zuhause bieten sollen.

Wesengemäße Bienenhaltung am Bundespatentgericht

Imker Rappel betreibt nämlich eine wesensgemäße Bienenhaltung und verwendet deswegen keine Mittelwände oder Absperrgitter. Er ist überzeugt, dass Bienen es lieben, ihre eigenen Waben zu bauen, wozu nun auch beim Bundespatentgericht Gelegenheit besteht.

Bei der Bekämpfung der Varroamilbe sind bei der wesensgemäßen Bienenhaltung chemische Mittel tabu. Es kommen nur Puderzucker, Milchsäure und Oxalsäure zum Einsatz. Zudem wird darauf geachtet, dass die Bienen an ihrem Standort genügend Nahrung finden. Weil Imker Rappel nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter auf das Zufüttern verzichtet, kann er nur den Honig ernten, den die Bienen nicht zum Überwintern benötigen. Auf dem weiten Gelände des Gerichts im Münchner Süden sollten die Bienen jedoch genügend Pollen und Nektar finden, so dass eine hoffentlich reiche Honigernte zwischen Mensch und Tier gerecht verteilt werden kann.

Weltbienentag: Was wir tun müssen, damit es wieder summt und brummt

Zum Weltbienentag fordert der Nabu mehr Einsatz für blütenbesuchende Insekten wie Wildbienen. (Foto: Honighäuschen)

Berlin (ots) – Zum Weltbienentag macht der NABU auf den dramatischen Rückgang der Wildbienen und weiterer Insektenarten aufmerksam: Fast die Hälfte aller in der Roten Liste bewerteten Bienenarten sind bestandsgefährdet oder schon ausgestorben, nur etwa 37 Prozent gelten als ungefährdet. Ein Trend, der sich nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt abzeichnet: So werden in der Datenbank des internationalen Biodiversitäts-Netzwerks GBIF immer weniger Beobachtungen von Wildbienenarten gemeldet – zwischen 2006 und 2015 waren es 25 Prozent weniger als noch vor 1990.

Zum Weltbienentag stellt der Nabu Forderungen auf

NABU-Geschäftsführer Leif Miller: „Der dramatische Rückgang unserer Wildbienen steht exemplarisch für das voranschreitende Insektensterben in Deutschland und weltweit. Für Mensch und Natur ist die Insektenvielfalt jedoch überlebenswichtig. Sie sind für die Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen zuständig, verbessern die Fruchtbarkeit des Bodens, sind wichtige Nützlinge in der Forst- und Landwirtschaft und bilden eine wichtige Nahrungsquelle für eine Vielzahl weiterer Tiergruppen wie Vögel, Säugetiere, Amphibien oder Reptilien. Um sie effektiv zu schützen, müssen wir bei den verschiedenen Treibern des Insektensterbens ansetzen. Es ist vor allem die Kombination aus intensiver und strukturarmer Landwirtschaft, Klimawandel, Flächenversiegelung und Lichtverschmutzung, die die Insektenpopulationen so schnell schwinden lassen.“

Wildbienen sind auf eine strukturreiche Landschaft angewiesen. (Foto: Honighäuschen)

Vor allem die monotone, strukturarme Agrarlandschaft sorgt für einen starken Artenverlust, auf den der Nabu am Weltbienentag hinweist. Um dem entgegenzuwirken, fordert der NABU einen Anteil nicht-bewirtschafteter Flächen von mindestens zehn Prozent. Denn Brachen bieten – neben Hecken und anderen Strukturelementen – Wildbienen und Co. einen wichtigen Lebens- und Rückzugsraum und damit die Chance zu überleben.

Dr. Laura Breitkreuz, NABU-Referentin für Biodiversität und Entomologie: „Landwirtschaftlich intensiv und einseitig genutzte Gebiete sind sehr bienenarm. In strukturreichen Lebensräumen mit einem vielfältigen Nahrungsangebot von nektar- und pollenspendenden Wildpflanzen sowie ausreichend Nistplätzen findet man hingegen die größte Artenvielfalt an Bienen. Damit es auf unseren Wiesen und Feldern also wieder summt und brummt, braucht es ein Netz von nicht-bewirtschafteten Landschaftselementen wie Hecken und Brachen.“

Neben einer strukturreicheren Landschaft gilt es auch das Risiko durch Pflanzenschutzmittel zu reduzieren, um die Insektenvielfalt nicht noch weiter zu dezimieren, betont Dr. Verena Riedl, NABU-Referentin für Biodiversität und Ökotoxikologie: „Eine nationale Reduktionsstrategie mit verbindlichen Maßnahmen, die zu mindestens einer Halbierung des Pestizidrisikos bis 2030 führen, ist überfällig. Außerdem besteht großer Handlungsbedarf, das Risiko für Wildbienen und weitere Insekten endlich ausreichend in der Risikobewertung von Pestiziden abzubilden und bei Zulassungsentscheidungen zu berücksichtigen.“

Mitmachaktion NABU-Insektensommer

Porträt einer Hummelkönigin (Foto: Honighäuschen)

Augen auf, Lupe raus und Stift gezückt: Beim NABU Insektensommer vom 3. bis 12. Juni und vom 5. bis 14. August sind Groß und Klein dazu aufgerufen, Sechsbeiner zu beobachten und zu zählen. Hummeln – die übrigens auch Wildbienen sind – stehen in diesem Jahr ganz besonders im Fokus der Aktion. „Kannst Du Hummeln am Hintern erkennen?“, lautet die Entdeckungsfrage 2022 für alle, die zum ersten Mal genauer bei den Insekten hinschauen. Beobachten und zählen kann jeder und das fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Gezählt wird bis zu eine Stunde lang. Gemeldet werden die Beobachtungen per Online-Formular oder mit der kostenlosen Web-App NABU Insektensommer. Beide Meldewege sind unter www.insektensommer.de zum Aktionsstart abrufbar.

Weitere Informationen zur Roten Liste der Bienen Deutschlands: https://www.rote-liste-zentrum.de/de/Download-Wirbellose-Tiere-1875.html

Studie zum globalen Rückgang der Wildbienenarten: https://ots.de/eoOrgT

Mit den richtigen Gehölzen ist jeder Tag „Tag der Biene“

Eine Bienen beim Sammeln vom Nektar auf einer Dolde des Bienenbaums Tetradium hupehensis (Foto: Klaus Maresch)

Berlin (ots) – Morgen ist UN-Weltbienentag: Sandbienen, Steppenbienen, Langhornbienen und natürlich Honigbienen – sie alle spielen im Naturkreislauf eine wichtige Rolle. Doch viele Honig- und Wildbienen sind mittlerweile in ihrem Überleben bedroht. Krankheitserreger wie die Varroa-Milbe, Monokulturen in der Landwirtschaft und der Klimawandel sind mögliche Ursachen. Auch wenn es schwierig ist, konkrete Lösungsansätze zu finden. Kann doch jeder Einzelne mit seinem Garten, seiner Terrasse oder auch nur einer Fensterbank dazu beitragen, den Bienen und anderen Insekten Nahrung zu bieten.

Bienen brauchen auch im Frühjahr und im Herbst Nahrung, nicht nur im Sommer, wenn die meisten Blumen blühen. Und sie brauchen mehr als Wildblumen, um wirklich satt zu werden. Nur ein Mix aus verschiedenen Pflanzen liefert genügend Nektar und Pollen.

Weine Wildbienen-Paarung, hier die Frühjahrsseidenbiene. (Foto: Honighäuschen)

Eine Kombination aus Bäumen, Sträuchern, Stauden und Blumen bietet wirkliche und nachhaltige Unterstützung für die Bienen und andere Insekten. Geachtet werden sollte dabei auf eine übers Jahr verteilte, lange Blühzeit im Garten oder auf dem Balkon. Optimal ist natürlich, wenn die Pflanzen gleichzeitig einen Mehrfachnutzen erbringen. Also nicht nur den Bienen dienen, sondern z. B. auch noch Früchte tragen, Nahrung für den Menschen liefern oder auch einfach die Gärten schmücken.

Starten kann man das „Bienenjahr“ mit Winterjasmin, der oft schon mitten im Januar und im Februar blüht. Er liefert nicht nur erste Nahrung für die Insekten, sondern setzt auch strahlend gelbe Farbakzente in den sonst noch farblosen Garten. Gleich danach übernehmen die Mahonien aus der Familie der Berberitzen ihren Dienst als eine der ersten wichtigen Bienenweiden des Jahres. Diese attraktiven Ziergehölze bieten zusätzlich einen Rückzugsort für andere Lebewesen sowie ganzjährigen Sichtschutz durch ihre immergrüne Belaubung. Im April setzt dann die Blüte der Kirsch- und Apfelbäume ein, die nicht nur Bienen nähren und schön anzusehen sind, sondern später auch wohlschmeckende Früchte tragen. Später im Gartenjahr liefern neben vielen Blumenarten und diversen Kräutern z. B. Wilder Wein als attraktives Klettergehölz oder der schöne Halbstrauch Ysop Pollen und Nektar für die Insekten.

Der Bienenbaum ist die Tankstelle schlechthin für Bienen und andere blütenbesuchende Insekten. Foto: Honighäuschen)

Aber nicht nur Nahrung spendende Blumen sind wichtig, da auch Sträucher, Gehölze und Bäume oft vor den Blumen blühen und für die im Garten lebenden Tiere eine sehr wichtige Rolle übernehmen. Der – ursprünglich nicht heimische – Amberbaum bietet einen guten Rückzugsort für Vögel und ganz „nebenbei“ auch eine wunderschöne Herbstfärbung. Die Blüte ist daher nur eine Seite. Manche Gewächse stellen vielleicht nicht so viel Nahrung bereit, bieten dafür aber den notwendigen Schutzraum für verschiedenste Tiere. Und manche Bäume sind vielleicht ursprünglich nicht in Europa zu Hause, liefern aber sehr viel Nektar. Hier glänzt beispielsweise Euodia – aus gutem Grund auch Bienenbaum genannt, da er im August und September den Bienen fast unendlich viele Pollen und Nektar beschert. Dies ist insbesondere notwendig in der Zeit, in der die Bienen sich langsam auf den Winter vorbereiten.

Im Garten der Familie Dresen in Lannesdorf war ein Bienenschwarm gelandet und hatte sich einen alten Apfelbaum als Aufenthalt ausgesucht. (Foto: Honighäuschen)

Auch wer keinen Garten oder großen Balkon hat, kann viel für die Bienen tun und gleichzeitig selbst davon profitieren. Auf einem schmalen, sonnigen Fensterbrett gedeihen Kräuter wie Thymian und Rosmarin sehr gut. Sie tragen zarte und von Bienen gern besuchte Blüten und versorgen die heimische Küche gleichzeitig mit aromatischen Zutaten. Auf kleinstem Raum können auch Lavendel und Salbei blühen, die nicht nur von Insekten auf Nahrungssuche gern angeflogen werden, sondern auch schön und unverzichtbar als Heilkräuter sind. Und an der kleinen, aber für Bienen wichtigen Bartblume kann man sich praktisch überall erfreuen.

Ein gesunder Mix aus Sträuchern, Bäumen, Wiesen, Blumenbeeten ist eben immer das Allerbeste – für Mensch und Natur. Je mehr wir insgesamt in Pflanzenvielfalt investieren, desto gesünder und insektenfreundlicher werden unsere Gärten. Und schöner werden sie auch.

Neue Offenland-Biotope an den Rheinhängen bei Königswinter-Oberdollendorf

Rhein-Sieg-Kreis (we) – In Königswinter sollte die Fläche neben dem alten Burghof nördlich des Drachenfels ökologisch aufgewertet werden. Daher pflanzten dort gestern (24.11.2021) Mitarbeitende der Deutsche Post DHL Group zusammen mit dem Naturschutzgroßprojekt des Rhein-Sieg-Kreises, chance7, und der Biologischen Station im Rhein-Sieg-Kreis im Rahmen einer „Global Volunteer Aktion“ 20 hochstämmige Obstbäume. So wurde die bereits bestehende Obstwiese gleichzeitig erweitert.

„Auf diesem Areal standen bis vor Kurzem noch überwiegend angepflanzte, fremdländische Bäume und viele Sträucher“, berichtete Landschaftsarchitekt Ralf Badtke, Projektreferent beim Naturschutzprojekt. „Chance7 bearbeitete diese Fläche und entfernte einige davon, denn der ökologische und optische Wert dieses Bereiches hielt sich dabei in Grenzen.“ Nur markante und höherwertige Bäume blieben stehen. Dadurch bot sich die Möglichkeit, die freigewordene Fläche ökologisch aufzuwerten und optisch attraktiv zu gestalten.

Nun wurden auf der Streuobstwiese alte Obstsorten gepflanzt; beispielsweise Gelber Edelapfel, Goldparmäne und Champagner Renetten. „Diese Auswahl soll die genetische Vielfalt erhalten und ist auch im Hinblick auf die Veränderungen des Klimawandels der richtige Ansatz“, erklärte Ralf Badtke. „Welche Sorten sich bei steigender Jahresmitteltemperatur bewähren werden, ist allerdings noch unklar. Daher ist es wichtig, viele verschiedene Sorten zu pflanzen.“ Im nächsten Frühjahr wird auf der Fläche schließlich noch artenreiches Grünland eingesät, damit eine zusammenhängende ökologische Einheit entstehen kann.

Die Pflege der Streuobstwiese wird die Biologische Station übernehmen. Diese betreut auch bereits die angrenzenden Baumbestände und wird die Wiese in Zukunft mit ihrer Wanderschafherde beweiden. Damit ist auch der langfristige Erhalt der neu angelegten Obstwiese gesichert. Finanziert wurde die Erweiterung von der Deutsche Post DHL Group.

Admiral’s Cup im blühenden Efeu

Der Admiral (Vanessa atalanta) auf blühenden Efeu. (Foto: Klaus Maresch)

Der Efeu blüht im Garten und auf den Efeublüten tummelt sich der Admiral (Vanessa atalanta) zu Dutzenden und das seit mehreren Tagen.  Es scheinen mehr zu werden, in der Mittagszeit habe ich einmal nach 50 Faltern mit dem Zählen aufgehört und einfach nur noch die Kamera genommen, um das Geschehen im Efeu festzuhalten. Natürlich taucht nicht nur der Admiral auf, auch das eine oder andere Tagpfauenauge ist zu sehen, nebst Tausenden von Bienen, die Nektar und Pollen sammeln. Ebenso tauchen gelegentlich ein paar Hornissen auf, die zwischen den Blüten auf der Jagd sind.

Mehr als fünfzig Falter in der Mittagszeit

Ich kann mich nicht erinnern, während des gesamten Sommers bei uns im Garten insgesamt fünfzig Schmetterlinge gesehen zu haben, geschweige denn soviele Vertreter einer einzigen Art. Weißlinge waren mehrfach zu sehen, ein C-Falter, hin und wieder ein Zitronenfalter und ein Kleiner Fuchs – eigentlich keine besonders seltenen Falter – früher jedenfalls. Mittlerweile sind Schmetterlinge jedoch ein rarer Anblick geworden und umso schöner ist, dass die Falter recht bereitwillig für ein Fotoshooting posieren.

Steckbrief Admiral (Vanessa atalanta)

Der Admiral gehört zu den sogenannten Nesselfaltern, denn seine Raupen ernähren sich gern von Brennesseln, wie auch das Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs. Eigentlich ist dieser an seinen roten Binden auf Vorder- und Hinterflügel gut zu erkennende Großschmetterling ein Wanderfalter, der im Frühling über die Alpen zu uns nach Deutschland kommt. Dabei legt er eine Strecke von bis zu 3000 Kilometern zurück, wofür der Admiral etwa 14 Tage braucht. Eine imposante Leistung für so ein kleines Insekt mit einer Flügelspannweite von etwa 6,5 cm.

Früher ein reiner Wanderer, hat der Admiral in Deutschland mittlerweile eine eigene und stabile Population gebildet, und lebt nicht mehr nur hauptsächlich in Südeuropa. Er wandert bis nach Skandinavien und überwintert auch in Deutschland, beispielsweise am milden Oberrhein.

Dem erwachsenen Admiral kann man etwas Gutes tun, indem man im Garten den einen oder anderen Schmtterlingsflieder pflanzt und auch für Fetthenne und Wasserdost Platz parat hält.

Bildergalerie Admiral auf blühendem Efeu

 

 

Alter Steinbruch am Lyngsberg wird im Sinne des Naturschutzes entwickelt

Eine blütenreiche Staudenflur wie im alten Steinbruch am Lyngsberg bietet Bienen und Schmetterlingen Nahrung (Foto: Klaus Maresch)

Das Naturschutzgebiet Lyngsberg südlich von Muffendorf bietet mit seinen Felswänden und Geröllhalden ideale Bedingungen für seltene Tier- und Pflanzenarten. Doch der wertvolle Lebensraum ist bedroht: Die Vegetation erobert den ehemaligen Steinbruch nach und nach zurück, und Müll wird vor Ort zunehmend zum Problem. Das Amt für Umwelt und Stadtgrün der Stadt Bonn hat daher ein Konzept erarbeitet, um den Lyngsberg zum Schutz seltener und gefährdeter Arten zu entwickeln und langfristig zu pflegen.

Die Zeiten des Basaltabbaus am Lyngsberg sind schon lange vorbei. Dennoch hat die frühere Nutzung das Gelände geprägt: Steile Felswände, sonnenbeschienene Kuppen, schattige Felsspalten und Geröllhalden kennzeichnen das 5,4 Hektar große Gebiet südlich von Muffendorf und bilden so ein buntes Mosaik an schutzwürdigen Lebensräumen. Ehemalige Steinbrüche bieten insbesondere für wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten, wie zum Beispiel Mauereidechse, Schlingnatter oder Wiesensalbei, potenziell optimale Lebensbedingungen. 2013 wurde der Lyngsberg aufgrund seiner besonderen Habitatqualitäten durch den Landschaftsplan Kottenforst als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Lebensräume seltener Arten im Steinbruch bedroht

Eine blütenreiche Staudenflur wie im alten Steinbruch am Lyngsberg bietet Bienen und Schmetterlingen Nahrung (Foto: Klaus Maresch)

Aber das wertvolle Biotop ist bedroht: Seit vor Ort kein Gestein mehr abgebaut wird, erobert die Vegetation das Gelände nach und nach zurück. Heute findet sich an der oberen Hangkante des Lyngsbergs ein alter Eichen-Hainbuchenwald. Im Zentrum überwiegen Linden, Bergahorne und Robinien. Als Lebensraum für wärmeangepasste Tiere und Pflanzen verliert das Gebiet somit zunehmend an Bedeutung. Schon jetzt haben die veränderten Lebensbedingungen dazu geführt, dass von ursprünglich sechs gefährdeten Tierarten derzeit nur noch Fledermäuse nachgewiesen werden konnten, von sieben gefährdeten Pflanzenarten wachsen am Lyngsberg nach aktuellem Stand noch die Rauhe Nelke und der Heilziest.

Umweltdezernent Helmut Wiesner erklärt: „Durch den Menschen entstandene Steinbrüche wie der Lyngsberg beherbergen durch ihre besondere Geländestruktur einzigartige Habitate. Wenn wir verhindern wollen, dass diese wertvollen Naturlebensräume mit den darin lebenden Tieren und Pflanzen verschwinden, müssen wir jetzt handeln und sie auf Dauer erhalten.“ Das Amt für Umwelt und Stadtgrün hat deswegen 2019 mit Unterstützung eines Planungsbüros einen Pflege- und Entwicklungsplan entsprechend der Vorgaben des Landschaftsplans Kottenforst erarbeitet.

Naturschutzprojekt startet im Herbst 2021

Eine blütenreiche Staudenflur wie im alten Steinbruch am Lyngsberg bietet Bienen und Schmetterlingen Nahrung (Foto: Klaus Maresch)

Die Stadt plant, die erarbeiteten Maßnahmen zum Erhalt des Naturschutzgebietes ab Herbst 2021 umzusetzen. Zunächst sollen die Felswände und –kuppen auf der nördlichen und südlichen Zwischensohle des ehemaligen Steinbruchs von Bäumen und Büschen befreit werden. Insbesondere die sich stark ausbreitende Robinie muss zurückgedrängt werden. Der Prozess dauert mehrere Vegetationsperioden. Das Totholz soll im Naturschutzgebiet verbleiben, um so Lebensräume für Insekten, Amphibien, Reptilien und Kleinsäuger zu schaffen.

Einzelbäume wie Mispeln und Eichen bleiben erhalten und werden freigestellt. Auf der zentral gelegenen Wiese soll auf rund 2000 Quadratmetern eine blütenreiche Staudenflur entwickelt werden. Eine südlich gelegene Höhle nutzen verschiedene Fledermausarten derzeit als Unterschlupf. Um das Quartier vor Störungen durch den Menschen zu sichern, wird der Höhleneingang mit einem Gitter versehen.

Einzäunung soll sensibles Biotop „Alter Steinbruch“ schützen

Das Betreten des ehemaligen Steinbruchs ist aufgrund der unübersichtlichen und gefährlichen Geländegegebenheiten bereits heute verboten. Dennoch halten sich viele nicht daran: Der umliegende Zaun wurde an verschiedenen Stellen durch Vandalismus zerstört, illegale Müllablagerungen sind ein großes Problem für Flora und Fauna. Das Müllproblem hat sich während der Corona-Pandemie noch verstärkt. Bevor die eigentlichen Maßnahmen starten, soll deswegen nach Ende der Schonzeit für Brutvögel Anfang Oktober das gesamte Gebiet von Müll und Unrat befreit werden. Der umliegende Zaun wird erneuert, um die sensiblen Lebensräume vor Störungen zu schützen.

Das breit angelegte Naturschutzprojekt für den Lyngsberg kostet insgesamt rund 230.000 Euro. 80 Prozent werden durch Bund und Land gefördert, der Eigenanteil der Stadt liegt bei 20 Prozent.

Nachdem alle Maßnahmen umgesetzt sind, wird das Areal dauerhaft gepflegt. Hier unterstützt die Biologische Station Bonn/Rhein-Sieg tatkräftig. Es ist angedacht, dass im Rahmen von regelmäßigen, begleiteten Führungen dieses wertvolle Naturschutzgebiet erkundet werden kann.

Nest der Asiatischen Hornisse Vespa velutina in Hamburg gefunden

Eine Arbeiterin der Asiatischen Hornisse Vespa Velutina nigrithorax. Foto: Axel Heimken/dpa

In Hamburg wurde heute erneut ein Nest der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) gefunden. Das Nest wurde von etwa 300 Hornissen bewohnt und hatte sich in einem Buchsbaum gebildet.

Diese Hornissenart errichtet im Vergleich zur Europäischen Hornisse Vespa crabro, mit der ich es als Imker schon regelmäßig zu tun hatte, deutlich größere Nester. Die heimische Hornisse kommt auf etwa 500 bis 700 Tiere, die an Körpergröße etwas kleinere asiatische Verwandte kann mehrete Tausend Tiere aufweisen. Imker betrachten Vespa velutina mit großer Sorge, da diese aus Asien eingeschleppte Hornisse die Bienenvölker stark dezimieren kann.

Auch Wein- und Obstbauern in Frankreich berichten von großen Enrnteausfällen durch angenagtes Obst. Auf die Obstbauern in Meckenheim und den Weinbau südlich von Königswinter werden Probleme zukommen, sobald die Asiatische Hornisse in Bonn und dem Rhein-Sirg-Kreis auftaucht.

Bis dato wurden Nester und einzelne Arbeiterinen dieser invasiven Hornissenart bereits in Hamburg, Hessen und Baden-Würtemberg nachgewiesen, auch aus dem Aachener Raum gibt es unbestätigte Funde. Früher oder später wird Vespa velutina auch in der Köln Bonner Bucht auftauchen.

Informationen der Umweltbehörde Hamburg zu der Asiatischen Hornisse Vespa velutina

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) ist eine ursprünglich aus Südostasien stammende Hornissenart. Sie wurde vermutlich 2004 mittels Schiffsladungen nach Bordeaux in Frankreich eingeschleppt und verbreitet sich seitdem nordwärts in Europa. Unter anderem da vermutet wird, dass die Asiatische Hornisse eine Gefahr für heimische Bestäuber darstellen kann, wurde die Asiatische Hornisse 2016 auf die Liste der invasiven gebietsfremden Arten gesetzt. Damit besteht innerhalb der Europäischen Union eine Melde- und Bekämpfungspflicht.

Bis zu einem Fund eines Nestes in Hamburg-Horn im September 2019 galten die Hornissen vor allem als südeuropäisches (siehe auf Französisch: Le Frelon asiatique) und süddeutsches Phänomen und traten insbesondere in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Südhessen auf. Inzwischen wurde ein weiteres Nest gefunden und in regelmäßigen Abständen wurden Arbeiterinnen von Bürgerinnen und Bürgern gemeldet.

Nach den ersten Zufallsfunden in Hamburg hat die Umweltbehörde in Absprache mit Experten des CeNak, der Uni Hamburg und aus den Reihen der Insektenfachberater im Sommer 2020 ein Pilotprojekt zum Auffinden weiterer Tiere und Nester gestartet, um die Ausbreitung in Norddeutschland möglichst früh einzudämmen. Im Rahmen des Pilotprojektes fangen Beauftragte der Umweltbehörde in Kooperation mit dem Institut für Zoologie der Universität Hamburg einzelne Exemplare der Asiatischen Hornisse ein und statten diese dann mit Mini-Sendern aus. Damit können die Tiere dann mittels Radiotelemetrie zu ihrem Nest zurückverfolgt werden. Dies gelang Anfang September 2020 auch das erste Mal erfolgreich.

Im Umgang mit der Asiatischen Hornisse ist ein Schutzanzug sinnvoll. Foto: Axel Heimken/dpa

Für den Menschen sind die Asiatischen Hornissen nicht gefährlicher als die einheimische Europäische Hornisse. Beide Arten gelten als wenig aggressiv. Von der europäischen Hornisse unterscheidet sich die asiatische Verwandte vor allem durch die fast vollständig schwarze Färbung bis auf einen gelben Streifen am Hinterleib. Auch ist die Asiatische Hornisse die einzige in Hamburg vorkommende Hornissen-Art, die hoch oben in Bäumen völlig freihängende Nester baut.

Wichtig hervorzuheben ist, dass die Asiatische Hornisse nicht mit der Asiatischen Riesenhornisse (Vespa mandarinia) verwechselt wird. Über diese Art wurde in der Vergangenheit sehr aufbauschend berichtet, da es in Zusammenhang mit Stichen immer wieder Berichte über schwerwiegende allergische Reaktionen auf diese Riesenhornisse aus Asien gibt. Diese Art kommt jedoch in Europa nicht vor! Von der „normalen“ Asiatischen Hornisse geht keine besondere Gefahr aus.

Sichtungen bitte unverzüglich melden

Um das Auffinden von Nestern zu unterstützen und die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse noch weiter einzuschränken zu können, bittet die Umweltbehörde Sichtungen von Einzeltieren oder von freihängenden Nestern in Bäumen über den obigen Link im Monitoring-Portal www.ahlert-nord.de zu melden. Imker*innen sind aufgerufen am Monitoring-Programm teilzunehmen.

Quelle: Umweltbehörde Hamburg

Feuerwehr Dresden: Mehrere Personen kollabieren nach Stich von Hornissen

Insgesamt acht Personen wurden heute im Großen Garten von mehreren Hornissen gestochen und erlitten dabei zum Teil schwere allergische Schocks. Der Integrierten Regionalleitstelle Dresden (IRLS) wurde über den Notruf 112 gemeldet, dass mehrere Personen von Hornissen gestochen wurden und bereits drei Personen kollabiert waren.

Schock nach Hornissenstichen

Eine Hornisse bewacht den Eingang des Nistkastens.

Da von einer größeren Anzahl an Betroffenen ausgegangen werden musste, alarmierte die IRLS nach dem Einsatzplan MANV-1. Damit wurde eine größere Zahl an Kräften und Mitteln alarmiert, um unverzüglich erhöhte Transportkapazitäten für vital bedrohte Personen zur Verfügung zu stellen. Nachdem die Einsatzstelle gesichert und die Patienten gesichtet wurden, erfolgte durch den Organisatorischen Leiter Rettungsdienst die Koordination des Transportes von einer Patientin und zwei Patienten mit vitaler Bedrohung ins Krankenhaus.

Bei zwei weiteren Patientinnen stellte sich eine allergische Reaktion auf die Hornissenstiche erst nach einiger Zeit ein, so dass diese ebenfalls noch vor Ort notärztlich versorgt werden mussten und im Anschluss in ein Krankenhaus gebracht wurden. Ein ca. 4-jähriger Junge sowie eine Frau und ein Mann wurden ebenfalls in umliegende Krankenhäuser transportiert.

Nach Rücksprache mit der zuständigen Naturschutzbehörde wurde der Bereich um den betroffenen Baum durch die Feuerwehr im Umkreis von 20 Metern abgesperrt und Hinweisschilder aufgehangen. Zu diesem Einsatz wurden insgesamt 60 Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswachen Striesen, Löbtau und Altstadt, der Rettungswachen Johannstadt und Friedrichstadt, der A-Dienst, der B-Dienst, der Organisatorische Leiter Rettungsdienst, der Leitende Notarzt sowie das Kriseninterventionsteam alarmiert.

Quelle: Presseportal

Zur Batnight gibt der NABU vier Tipps für einen fledermausfreundlichen Garten

Die Breitflügelfledermaus ist mancherorts zur Batnight zu beobachten (Bild: Gerhard Maescher/NABU)

Berlin – Vampire, Halloween und Horrorfilme: Bei Fledermäusen denken viele Menschen an Unheimliches. Dabei sind die Fledertiere alles andere als gruselig. Zur 25. Batnight am 28. und 29. August kann man die Tiere bei rund 100 regionalen NABU-Veranstaltungen erleben und ihre faszinierenden Flugkünste in der Dämmerung beobachten.

Die europaweite Batnight soll hartnäckige Vorurteile gegenüber den „Kobolden der Nacht“ abbauen und auf deren schwierige Situation aufmerksam machen. „Unsere heimischen Fledermäuse beißen nicht und saugen kein Blut – sie fressen ausschließlich Insekten“, sagt Sebastian Kolberg, NABU-Artenschutzexperte. „Probleme bereitet ihnen das Insektensterben, das sich negativ auf die Bestände auswirken könnte. Sie leiden außerdem stark unter Wohnungsnot.“ Durch die Sanierung alter Gebäude und das Abholzen von alten Bäumen fänden Fledermäuse immer weniger Unterschlupf, so Kolberg. Von den 25 in Deutschland heimischen Arten sind drei akut vom Aussterben bedroht. Vier Arten gelten als stark gefährdet und weitere fünf stehen auf der Vorwarnliste. Kolberg: „Umso wichtiger ist es, mit Aktionen wie der Batnight über die Tiere aufzuklären und zu vermitteln, wie ihnen geholfen werden kann. Etwa, indem man seinen Garten fledermausfreundlich gestaltet.“ Der NABU gibt dazu vier Tipps:

Ein Beet als Büffet: Nachtblühende, nektarreiche Blütenpflanzen, zum Beispiel Leimkraut, Seifenkraut und Wegwarte, sind ein Feinschmeckerlokal für die Tiere. Durch ihren intensiven Duft locken die Pflanzen Nachfalter an, die Lieblingsspeise vieler Fledermausarten. Je artenreicher der Garten, desto mehr Insekten tummeln sich dort.

Der NABU gibt zur Batnight vier Tipps:

  • Ein Haus für die Fledermaus: Höhlen und Spalten in und an alten Bäumen, am Gebäude, in Kellern oder Kartoffelmieten werden gern als Quartier genutzt. Wo es das nicht gibt, kann Wohnraum geschaffen werden. Ein Fledermausbrett oder ein Flachkasten an der Giebelwand sowie Höhlenkästen werden von den Tieren gerne angenommen. Viele Kästen lassen sich auch in Bäumen anbringen. Geeignete Fledermauskästen gibt es im Fachhandel – oder man baut sie einfach selbst.
  • Einen Teich anlegen: Wasser zieht viele Insekten an – und bietet Fledermäusen so einen reich gedeckten Tisch.
  • Garten ohne Gift: Herbizide und Kunstdünger haben in einem naturnahen Garten nichts verloren. Wer Fledermäusen helfen will, setzt auf giftfreies Gärtnern.

Gärtnerinnen und Gärtner, die diese Tipps beherzigen, können besonders jetzt im Spätsommer die Flugkünste von Zwergfledermaus, Großem Abendsegler & Co. am Abendhimmel bewundern.

 

NABU: Deutschlands Wintervögel werden wieder gezählt

Berlin – Vom 8. bis zum 10. Januar 2021 zählt ganz Deutschland wieder Vögel: Die „Stunde der Wintervögel“ wird bereits zum elften Mal vom NABU und seinem bayerischen Partner LBV organisiert. Vogelfreundinnen und -freunde sind dazu aufgerufen, eine Stunde lang alle Vögel von Wohnung, Haus oder Garten aus zu erfassen und zu melden. „Damit kann jede und jeder mithelfen, eine detaillierte Momentaufnahme der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern zu ermöglichen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Die so erfassten Daten tragen dazu bei, unsere heimischen Vögel besser zu schützen.“ Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands. 2020 hatten sich an der Aktion mehr als 143.000 Menschen beteiligt.

Experten des NABU konnten anhand der langjährigen Zählung nachweisen, dass die winterlichen Vogelzahlen in den Gärten stark von der Witterung abhängen. In kalten und schneereichen Wintern kommen deutlich mehr Vögel in die Nähe der Menschen. Die lange Reihe zunehmend milder Winter führte zuletzt zu sinkenden Wintervogelzahlen.

„Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Winter der Blaumeise“, so NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann, „Im vergangenen Frühjahr war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, der Tausende Vögel dieser Art zum Opfer fielen.“ Bei der jüngsten großen Vogelzählung, der „Stunde der Gartenvögel“ im vergangenen Mai, wurden entsprechend weniger Blaumeisen beobachtet. Für die Experten ist es spannend herauszufinden, ob dieser Effekt auch im Winter noch spürbar ist.

Dass die winterlichen Gartenvögel zu den beliebtesten Vogelarten Deutschlands gehören, zeigt der aktuelle Zwischenstand bei der ersten öffentlichen Wahl zum Vogel des Jahres. Mit Stadttaube, Rotkehlchen, Amsel und Haussperling stehen allein vier Wintervögel in den Top Ten. Auch die Blaumeise auf Rang elf und der Star auf Rang 14 haben noch gute Chancen auf die Stichwahl, die unter den zehn ersten Plätzen stattfindet. Schon weit über 100.000 Menschen haben bisher ihren gefiederten Favoriten nominiert. Noch bis zum 15. Dezember kann jeder seine Stimme bei der Vorwahl abgeben. Nach der Stunde der Wintervögel beginnt dann ab dem 18. Januar die Hauptwahl unter den Top Ten.

Mitmachen bei der Stunde der Wintervögel ist ganz einfach: Jeder kann eine Stunde lang die Vögel am Futterplatz, vom Garten, Balkon oder Fenster aus oder im Park zählen und dem NABU melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.NABU.de/onlinemeldung bis zum 18. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet. Auch über die NABU-App „Vogelwelt“ (Download unter www.NABU.de/vogelwelt) kann gemeldet werden.

Die Schulstunde der Wintervögel findet vom 11. bis 15. Januar statt. Die Klassen und Gruppen können an der NABU-Vogelzählung teilnehmen und ihre Zählergebnisse bis 18. Januar einsenden oder unter www.NABU.de/onlinemeldung eingeben. Unter allen Einsendungen verlost die NAJU tolle Preise. Alle Infos, Materialien und Aktionsideen: www.NAJU.de/sdw.

Infos zur Aktion unter www.stundederwintervoegel.de

Flugsaison der Asiatischen Hornisse beginnt wieder

Arbeiterinnen der Asiatischen Hornisse Vespa velutina am Nesteingang. Foto: dpa

Sie wirkt auf viele Menschen bedrohlich, dabei ist sie für uns nicht gefährlicher als einheimische Hornissen: Die Asiatische Hornisse hat wieder Flugsaison. In Südhessen wurden in den vergangenen zwei Jahren mehrere Tiere nachgewiesen. Da es sich EU-weit um eine „invasive, gebietsfremde Art“ handelt, die heimische Arten in ihrem Bestand gefährden kann, sind die deutschen Bundesländer verpflichtet, Sichtungen der Asiatischen Hornisse an die EU zu melden sowie Maßnahmen zur Bekämpfung zu ergreifen.

Die Asiatische Hornisse in Hessen

In Hessen ist das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) für das Monitoring der Asiatischen Hornisse zuständig. Über das Meldeportal des HLNUG unter https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/hornisse können Bürgerinnen und Bürger – ohne Registrierung oder Anmeldung – Sichtungen und Fundmeldungen, gerne mit Foto, vermerken und so dazu beitragen, die Datenlage zur Asiatischen Hornisse in Hessen zu verbessern. Für Fragen steht als Ansprechpartner auch unser beauftragter Wespen- und Hornissenberater Reiner Jahn zur Verfügung, die Kontaktdaten sind auf der HLNUG-Homepage zu finden.

Um Maßnahmen gegen die Verbreitung der Asiatischen Hornisse umzusetzen, ist das HLNUG vor allem auf die Hilfe der Imkerinnen und Imker, insbesondere im südhessischen Raum, angewiesen: Nur mit ihrer professionellen Unterstützung können gezielt Nester der Asiatischen Hornisse gesucht und bekämpft werden.

Hintergrund

In Europa kommt seit dem Jahr 2004 neben der einheimischen Europäischen Hornisse (Vespa crabro) eine weitere Hornissenart vor: die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax). Vermutlich wurde sie versehentlich über den Seeweg von Südostasien nach Frankreich eingeschleppt und hat sich seither schnell in Mitteleuropa ausgebreitet, somit war auch ihre Ausbreitung nach Deutschland nur eine Frage der Zeit. Im September 2014 wurden im Raum Karlsruhe durch Fotobelege die ersten Individuen nachgewiesen. In Südhessen gelang einem Imker aus Lorsch (Bergstraße) 2019 der erste Nachweis der Asiatischen Hornisse für Hessen. In 2020 gab es weitere Sichtungen, und für 2021 gibt es bisher einen bestätigten Nachweis. Die Ausbreitung kann in einem Umkreis von bis zu 80 Kilometern um den Neststandort erfolgen. Vergangenes Jahr gab es zudem neue Nachweise in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Nordrhein-Westfalen und Hamburg.

Weitere Informationen und Neuigkeiten unter:

https://www.hlnug.de/?id=18688

Insektenschutzpaket der Bundesregierung bleibt unbefriedigendes Stückwerk

Echt jetzt? Das soll ein Insektenschutzpaket sein? (Foto: Klaus Maresch)

„Nach zähem Ringen haben heute die Fachausschüsse in Sondersitzungen die Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes abgestimmt. Auch wenn die Koalition einige wenige Details der Kritik  aufgegriffen hat, werden die wesentlichen Fehler im Gesetzesverfahren und im Gesetz nicht korrigiert“, erklärt Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zum heutigen Ergebnis der Agrarministerkonferenz zum sogenannten Insektenschutzpaket. Kirsten Tackmann weiter:

„Obwohl es in einigen Bundesländern beispielhaft gelungen ist, in einem breiten, vertrauensbildenden Dialog kluge Lösungen zu entwickeln, die wirklich ‚Bauern und Bienen helfen‘, wurde dieser kooperative Dialog auf Bundesebene nicht mal versucht. So schafft man nicht nur die nötigen Bündnisse – im schlechtesten Fall blockieren oder erschweren die Entscheidungen auf Bundesebene auch noch die Kompromisse in den Ländern.

Insektenpaket: So geht keine verantwortungsvolle Politik

Was Insektenpaket genannt wird, greift viel zu kurz und ist unterkomplex. Pflanzenschutz und Lichtverschmutzung sind zwar wichtige Ursachen der Verluste biologischer Vielfalt, aber längst nicht alle. Und auch diese werden nicht konsequent und sachgerecht angegangen. Zum Beispiel müssen Klimawandel, Versiegelung oder Nährstoffeinträge und andere Ursachen von Lebensraumverlusten auch adressiert werden, will man das multifaktorielle Problem wirklich lösen. Das langangekündigte Insektenschutzgesetz, das die Ursachen umfassend in den Blick nimmt und auch die soziale Situation in vielen Agrarbetrieben berücksichtigt, wäre sicher angemessener gewesen.

Die Agrarministerkonferenz hat sich zwar heute begleitend auf Ausgleichszahlungen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz für die neuen Pestizid-Verbote verständigt. Aber es bleibt dabei, dass es keinen Rechtsanspruch auf finanzielle Unterstützung der Agrarbetriebe bei der Umsetzung der Maßnahmen gibt. Die nötige Länderkofinanzierung spaltet das Land in Bundesländer, die sich viel oder wenig Insektenschutz leisten können. Wo überhaupt Unterstützung geleistet wird, ist unklar. Und dass mal wieder keine Rede davon ist, dass die gesamte Lieferkette Verantwortung für den Schutz der biologischen Vielfalt trägt, also auch die Verarbeitungs- und Vermarktungskonzerne, lässt tief blicken.

Die Bundesregierung hat mit dem Insektenschutzpaket vor allem Misstrauen geschürt. Wo dringend Vertrauen gebraucht wird, soll die Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz im Interesse von uns allen gelingen. So geht keine verantwortungsvolle Politik.“


Quelle und Rückfragen an:

Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Pressesprecher: Michael Schlick, Tel. 030/227-500 16,  Mobil 0172/373 13 55

Telefax 030/227-568 01, pressesprecher@linksfraktion.de, www.linksfraktion.de

Zwei Wespenarten sorgen für einen schlechten Ruf

Ein Wespennest einer der beiden problematischer Wespenarten in der Kindertagesstätte Ennertzwerge in Bonn (Foto: Klaus Maresch))

Leipzig (AFP) – Ein Wespennest im Rollladen, auf dem Dachboden oder in der Erde empfinden viele Menschen als störend oder bedrohlich. Manche versuchen, die Nester der in Deutschland vorkommenden Wespenarten selbst auszuräuchern, was jüngst im rheinland-pfälzischen Germersheim und im thüringischen Hundeshagen Dachstuhlbrände zur Folge hatte. Oder sie rufen die Feuerwehr, um Wespen- oder Hornissennester entfernen zu lassen. Doch die Feuerwehr schreitet nur in Ausnahmefällen ein. Wespen und Hornissen stehen unter Schutz. Fragen und Antworten:

SIND ALLE WESPENARTEN GEFÄHRLICH?

Nein. Allerdings wird der Nestbereich von den Insekten verteidigt, notfalls durch Stechen. Für den Menschen problematisch sind in Deutschland dem Umweltverband Nabu zufolge eigentlich nur zwei Arten – die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Sie brachten den Wespen den schlechten Ruf überhaupt erst ein. Denn sie tummeln sich gern dort, wo es Leckerbissen gibt wie Grillfleisch und Wurst sowie Eis oder andere zuckersüße Sachen.

Weil die Wespen aufdringlich sind und Menschen meist hektisch umfliegen, werden sie als aggressiv empfunden. Dabei wollen die Wespen aller Wespenarten eigentlich nur scharf sehen und sind weder aufgeregt noch stechlustig. Die Tiere sehen auf kurze Entfernungen schlecht und kompensieren das durch hohe Fluggeschwindigkeit. Weder ein Herumfuchteln noch Wegpusten der Tiere ist ratsam: Das im Atem enthaltene Kohlendioxid gilt im Wespennest als Alarmsignal.

WIE UNTERSCHEIDEN SICH DIE NESTER?

Ein Nest der harmlosen und recht friedlichen Mittleren Wespe (Foto: Klaus Maresch)

Die Nester der harmloseren Wespen sind dem Umweltverband BUND zufolge meistens grau, frei hängend, bis fußballgroß oder im Fall der Feldwespen offen gebaut. Ab Mitte August sind die Behausungen zumeist verlassen. Die Nester der beiden aggressiveren Arten bestehen aus muschelförmig aufgebauten Lufttaschen und sind hellbraun oder grau. Sie können bis in den Winter besiedelt sein.

KANN DIE FEUERWEHR WESPENNESTER ENTFERNEN?

Grundsätzlich sind die Feuerwehren dafür nicht zuständig. Ein Einsatz ist nur im Ausnahmefall möglich, wenn eine ausdrückliche Gefahr für Leib und Leben oder die öffentliche Sicherheit besteht. Das betrifft zum Beispiel Krankenhäuser, Kindergärten und Altenheime.

Der Bekämpfung störender Nester aller Wespenarten sind zudem Grenzen gesetzt, denn Wespen sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Ihr Nest darf nicht zerstört werden. Außerdem stehen bestimmte Wespenarten wie die Hornisse unter einem besonderen Schutz.

WER SIEDELT EIN NEST UM?
Nicht nur ein Wespennest im Küchenschrank, der Hausbsesitzer konnte gleich zwei Wespennester im Schrank zeigen (Foto: Honighäuschen)

Betroffene wenden sich am besten an Umweltämter, die Naturschutzbehörden der Städte und Landkreise, an örtliche Naturschutzorganisationen oder professionelle Schädlingsbekämpfer. Für eine giftfreie Umsiedlung werden die Tiere in einem Fangkasten eingesaugt, das Nest wird abgeschnitten und beides weit entfernt wieder zusammengeführt. Je nach Aufwand sind für das Beseitigen eines Wespennests nach Angaben von Verbraucherexperten Preise zwischen 80 und 150 Euro üblich.

BLEIBEN DIE WESPEN IM NEST?

Nein. Im Herbst hat sich das Problem meist von selbst erledigt. Die Wespen aller Wespenarten überwintern als Einzeltiere und geben ihr altes Nest auf, um im Frühjahr ein neues zu gründen. Wespen besiedeln laut BUND übrigens keine verlassenen Nester und bauen auch keine neuen in unmittelbarer Nachbarschaft eines alten. Deshalb rät der Umweltverband, verlassene Wespennester hängen zu lassen.

hex/cha

© Agence France-Presse