Archiv der Kategorie: Pressespiegel

Beim Bundespatentgericht halten die Bienen Einzug

Berufsimker Herbert Rappel aus Mering stellte im Garten des Gerichtsgebäudes in der Cincinnatistraße drei Bienenkästen auf, die den neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gerichts ein angenehmes Zuhause bieten sollen.
Berufsimker Herbert Rappel aus Mering stellte im Garten des Gerichtsgebäudes in der Cincinnatistraße drei Bienenkästen auf, die den neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gerichts ein angenehmes Zuhause bieten sollen.

München (ots) – Pünktlich zum 20. Mai, der 2017 von den Vereinten Nationen zum Weltbienentag ausgerufen wurde, begann auch am Bundespatentgericht das große Summen. Berufsimker Herbert Rappel aus Mering stellte im Garten des Gerichtsgebäudes in der Cincinnatistraße drei Bienenkästen auf, die den neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gerichts ein angenehmes Zuhause bieten sollen.

Wesengemäße Bienenhaltung am Bundespatentgericht

Imker Rappel betreibt nämlich eine wesensgemäße Bienenhaltung und verwendet deswegen keine Mittelwände oder Absperrgitter. Er ist überzeugt, dass Bienen es lieben, ihre eigenen Waben zu bauen, wozu nun auch beim Bundespatentgericht Gelegenheit besteht.

Bei der Bekämpfung der Varroamilbe sind bei der wesensgemäßen Bienenhaltung chemische Mittel tabu. Es kommen nur Puderzucker, Milchsäure und Oxalsäure zum Einsatz. Zudem wird darauf geachtet, dass die Bienen an ihrem Standort genügend Nahrung finden. Weil Imker Rappel nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter auf das Zufüttern verzichtet, kann er nur den Honig ernten, den die Bienen nicht zum Überwintern benötigen. Auf dem weiten Gelände des Gerichts im Münchner Süden sollten die Bienen jedoch genügend Pollen und Nektar finden, so dass eine hoffentlich reiche Honigernte zwischen Mensch und Tier gerecht verteilt werden kann.

Weltbienentag: Was wir tun müssen, damit es wieder summt und brummt

Zum Weltbienentag fordert der Nabu mehr Einsatz für blütenbesuchende Insekten wie Wildbienen. (Foto: Honighäuschen)

Berlin (ots) – Zum Weltbienentag macht der NABU auf den dramatischen Rückgang der Wildbienen und weiterer Insektenarten aufmerksam: Fast die Hälfte aller in der Roten Liste bewerteten Bienenarten sind bestandsgefährdet oder schon ausgestorben, nur etwa 37 Prozent gelten als ungefährdet. Ein Trend, der sich nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt abzeichnet: So werden in der Datenbank des internationalen Biodiversitäts-Netzwerks GBIF immer weniger Beobachtungen von Wildbienenarten gemeldet – zwischen 2006 und 2015 waren es 25 Prozent weniger als noch vor 1990.

Zum Weltbienentag stellt der Nabu Forderungen auf

NABU-Geschäftsführer Leif Miller: „Der dramatische Rückgang unserer Wildbienen steht exemplarisch für das voranschreitende Insektensterben in Deutschland und weltweit. Für Mensch und Natur ist die Insektenvielfalt jedoch überlebenswichtig. Sie sind für die Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen zuständig, verbessern die Fruchtbarkeit des Bodens, sind wichtige Nützlinge in der Forst- und Landwirtschaft und bilden eine wichtige Nahrungsquelle für eine Vielzahl weiterer Tiergruppen wie Vögel, Säugetiere, Amphibien oder Reptilien. Um sie effektiv zu schützen, müssen wir bei den verschiedenen Treibern des Insektensterbens ansetzen. Es ist vor allem die Kombination aus intensiver und strukturarmer Landwirtschaft, Klimawandel, Flächenversiegelung und Lichtverschmutzung, die die Insektenpopulationen so schnell schwinden lassen.“

Wildbienen sind auf eine strukturreiche Landschaft angewiesen. (Foto: Honighäuschen)

Vor allem die monotone, strukturarme Agrarlandschaft sorgt für einen starken Artenverlust, auf den der Nabu am Weltbienentag hinweist. Um dem entgegenzuwirken, fordert der NABU einen Anteil nicht-bewirtschafteter Flächen von mindestens zehn Prozent. Denn Brachen bieten – neben Hecken und anderen Strukturelementen – Wildbienen und Co. einen wichtigen Lebens- und Rückzugsraum und damit die Chance zu überleben.

Dr. Laura Breitkreuz, NABU-Referentin für Biodiversität und Entomologie: „Landwirtschaftlich intensiv und einseitig genutzte Gebiete sind sehr bienenarm. In strukturreichen Lebensräumen mit einem vielfältigen Nahrungsangebot von nektar- und pollenspendenden Wildpflanzen sowie ausreichend Nistplätzen findet man hingegen die größte Artenvielfalt an Bienen. Damit es auf unseren Wiesen und Feldern also wieder summt und brummt, braucht es ein Netz von nicht-bewirtschafteten Landschaftselementen wie Hecken und Brachen.“

Neben einer strukturreicheren Landschaft gilt es auch das Risiko durch Pflanzenschutzmittel zu reduzieren, um die Insektenvielfalt nicht noch weiter zu dezimieren, betont Dr. Verena Riedl, NABU-Referentin für Biodiversität und Ökotoxikologie: „Eine nationale Reduktionsstrategie mit verbindlichen Maßnahmen, die zu mindestens einer Halbierung des Pestizidrisikos bis 2030 führen, ist überfällig. Außerdem besteht großer Handlungsbedarf, das Risiko für Wildbienen und weitere Insekten endlich ausreichend in der Risikobewertung von Pestiziden abzubilden und bei Zulassungsentscheidungen zu berücksichtigen.“

Mitmachaktion NABU-Insektensommer

Porträt einer Hummelkönigin (Foto: Honighäuschen)

Augen auf, Lupe raus und Stift gezückt: Beim NABU Insektensommer vom 3. bis 12. Juni und vom 5. bis 14. August sind Groß und Klein dazu aufgerufen, Sechsbeiner zu beobachten und zu zählen. Hummeln – die übrigens auch Wildbienen sind – stehen in diesem Jahr ganz besonders im Fokus der Aktion. „Kannst Du Hummeln am Hintern erkennen?“, lautet die Entdeckungsfrage 2022 für alle, die zum ersten Mal genauer bei den Insekten hinschauen. Beobachten und zählen kann jeder und das fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Gezählt wird bis zu eine Stunde lang. Gemeldet werden die Beobachtungen per Online-Formular oder mit der kostenlosen Web-App NABU Insektensommer. Beide Meldewege sind unter www.insektensommer.de zum Aktionsstart abrufbar.

Weitere Informationen zur Roten Liste der Bienen Deutschlands: https://www.rote-liste-zentrum.de/de/Download-Wirbellose-Tiere-1875.html

Studie zum globalen Rückgang der Wildbienenarten: https://ots.de/eoOrgT

Mit den richtigen Gehölzen ist jeder Tag „Tag der Biene“

Eine Bienen beim Sammeln vom Nektar auf einer Dolde des Bienenbaums Tetradium hupehensis (Foto: Klaus Maresch)

Berlin (ots) – Morgen ist UN-Weltbienentag: Sandbienen, Steppenbienen, Langhornbienen und natürlich Honigbienen – sie alle spielen im Naturkreislauf eine wichtige Rolle. Doch viele Honig- und Wildbienen sind mittlerweile in ihrem Überleben bedroht. Krankheitserreger wie die Varroa-Milbe, Monokulturen in der Landwirtschaft und der Klimawandel sind mögliche Ursachen. Auch wenn es schwierig ist, konkrete Lösungsansätze zu finden. Kann doch jeder Einzelne mit seinem Garten, seiner Terrasse oder auch nur einer Fensterbank dazu beitragen, den Bienen und anderen Insekten Nahrung zu bieten.

Bienen brauchen auch im Frühjahr und im Herbst Nahrung, nicht nur im Sommer, wenn die meisten Blumen blühen. Und sie brauchen mehr als Wildblumen, um wirklich satt zu werden. Nur ein Mix aus verschiedenen Pflanzen liefert genügend Nektar und Pollen.

Weine Wildbienen-Paarung, hier die Frühjahrsseidenbiene. (Foto: Honighäuschen)

Eine Kombination aus Bäumen, Sträuchern, Stauden und Blumen bietet wirkliche und nachhaltige Unterstützung für die Bienen und andere Insekten. Geachtet werden sollte dabei auf eine übers Jahr verteilte, lange Blühzeit im Garten oder auf dem Balkon. Optimal ist natürlich, wenn die Pflanzen gleichzeitig einen Mehrfachnutzen erbringen. Also nicht nur den Bienen dienen, sondern z. B. auch noch Früchte tragen, Nahrung für den Menschen liefern oder auch einfach die Gärten schmücken.

Starten kann man das „Bienenjahr“ mit Winterjasmin, der oft schon mitten im Januar und im Februar blüht. Er liefert nicht nur erste Nahrung für die Insekten, sondern setzt auch strahlend gelbe Farbakzente in den sonst noch farblosen Garten. Gleich danach übernehmen die Mahonien aus der Familie der Berberitzen ihren Dienst als eine der ersten wichtigen Bienenweiden des Jahres. Diese attraktiven Ziergehölze bieten zusätzlich einen Rückzugsort für andere Lebewesen sowie ganzjährigen Sichtschutz durch ihre immergrüne Belaubung. Im April setzt dann die Blüte der Kirsch- und Apfelbäume ein, die nicht nur Bienen nähren und schön anzusehen sind, sondern später auch wohlschmeckende Früchte tragen. Später im Gartenjahr liefern neben vielen Blumenarten und diversen Kräutern z. B. Wilder Wein als attraktives Klettergehölz oder der schöne Halbstrauch Ysop Pollen und Nektar für die Insekten.

Der Bienenbaum ist die Tankstelle schlechthin für Bienen und andere blütenbesuchende Insekten. Foto: Honighäuschen)

Aber nicht nur Nahrung spendende Blumen sind wichtig, da auch Sträucher, Gehölze und Bäume oft vor den Blumen blühen und für die im Garten lebenden Tiere eine sehr wichtige Rolle übernehmen. Der – ursprünglich nicht heimische – Amberbaum bietet einen guten Rückzugsort für Vögel und ganz „nebenbei“ auch eine wunderschöne Herbstfärbung. Die Blüte ist daher nur eine Seite. Manche Gewächse stellen vielleicht nicht so viel Nahrung bereit, bieten dafür aber den notwendigen Schutzraum für verschiedenste Tiere. Und manche Bäume sind vielleicht ursprünglich nicht in Europa zu Hause, liefern aber sehr viel Nektar. Hier glänzt beispielsweise Euodia – aus gutem Grund auch Bienenbaum genannt, da er im August und September den Bienen fast unendlich viele Pollen und Nektar beschert. Dies ist insbesondere notwendig in der Zeit, in der die Bienen sich langsam auf den Winter vorbereiten.

Im Garten der Familie Dresen in Lannesdorf war ein Bienenschwarm gelandet und hatte sich einen alten Apfelbaum als Aufenthalt ausgesucht. (Foto: Honighäuschen)

Auch wer keinen Garten oder großen Balkon hat, kann viel für die Bienen tun und gleichzeitig selbst davon profitieren. Auf einem schmalen, sonnigen Fensterbrett gedeihen Kräuter wie Thymian und Rosmarin sehr gut. Sie tragen zarte und von Bienen gern besuchte Blüten und versorgen die heimische Küche gleichzeitig mit aromatischen Zutaten. Auf kleinstem Raum können auch Lavendel und Salbei blühen, die nicht nur von Insekten auf Nahrungssuche gern angeflogen werden, sondern auch schön und unverzichtbar als Heilkräuter sind. Und an der kleinen, aber für Bienen wichtigen Bartblume kann man sich praktisch überall erfreuen.

Ein gesunder Mix aus Sträuchern, Bäumen, Wiesen, Blumenbeeten ist eben immer das Allerbeste – für Mensch und Natur. Je mehr wir insgesamt in Pflanzenvielfalt investieren, desto gesünder und insektenfreundlicher werden unsere Gärten. Und schöner werden sie auch.

Nisthilfe für summende Friedhofsbewohner

Dieses Buch zeigt Ihnen, wie Sie für Wildbienen, Hummeln & Co. ein Insektenhotel selber bauen können.

Auf dem Friedhof „Om Berg“ in Bonn-Hoholz gibt es eine neue Insekten-Nistwand: Bienen, Hummeln und andere summende Friedhofsbewohner finden in der zwei Meter hohen und ein Meter breiten Holzkonstruktion einen Unterschlupf. Errichtet wurde die Nisthilfe von der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft im Rahmen des durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR) geförderten Projektes „Lebensstätte Friedhof“.

Seit 2019 arbeiten die Biologische Station und das Amt für Umwelt und Stadtgrün im Rahmen des Projektes „Lebensstätte Friedhof“ zusammen und setzen verschiedene ökologische Aufwertungsmaßnahmen auf den städtischen Friedhöfen um. Der Wandel der Friedhofskultur spielt dabei eine bedeutende Rolle: Weil sich immer mehr Menschen für eine Urnenbestattung entscheiden, wird insgesamt weniger Fläche für Grabanlagen benötigt. Auf den frei werdenden Flächen entstehen stattdessen artenreiche Blühwiesen mit regionalem Saatgut. Von den Maßnahmen profitieren zahlreiche Insekten, Vögel und Fledermäuse.

Bei der Einweihung der Insekten-Nistwand auf dem Friedhof „Om Berg“ erklärte Oberbürgermeisterin Katja Dörner: „Die Erhöhung der innerstädtischen Artenvielfalt ist der Stadt ein wichtiges Anliegen. Im Rahmen des Labeling-Verfahrens ‚Stadtgrün naturnah‘ konnten wir bereits verschiedene wichtige Projekte zur ökologischen Aufwertung der Bonner Friedhöfe umsetzen. Ich freue mich sehr, dass wir hierzu im Rahmen des Projektes ‚Lebensstätte Friedhof‘ zudem die tatkräftige Unterstützung der Biologischen Station erhalten!“

Der Geschäftsführer der Biologischen Station Christian Chmela ist mit dem bisherigen Projektverlauf sehr zufrieden: „Unter Experten ist es schon länger bekannt, dass Friedhöfe ein großes Potential als innerstädtischer Lebensraum für wildlebende Tiere und Pflanzen haben. Sehr erfreulich ist jedoch, dass zusammen mit dem LVR erstmalig im Rheinland ein Projekt gestartet werden konnte, um auf die ökologische Bedeutung von Friedhöfen aufmerksam zu machen. Die Stadt Bonn zeigt zudem eine große Bereitschaft, vorgeschlagene Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung der Friedhöfe umzusetzen. Wir hoffen, dass dieses Pilotprojekt Schule machen wird und das Thema künftig auch von anderen Kommunen aufgegriffen wird.“

NABU-Negativpreis Dinosaurier des Jahres 2021: Emden ist überall

NABU-Negativpreis Dinosaurier des Jahres 2021: Emden ist überall (Foto: NABU)

Berlin/Emden – Mit dem Negativpreis ‚Dinosaurier des Jahres‘ zeichnet der NABU bereits zum 29. Mal die Umweltsauerei des Jahres aus. Preisträger 2021 ist das Baugebiet Conrebbersweg in der Stadt Emden in Niedersachsen. Es wurde von der NABU-Jury stellvertretend für die Naturzerstörung durch Bodenversiegelung in ganz Deutschland ausgewählt. Emden hat eine seit vielen Jahren stagnierende Bevölkerungsentwicklung. Die Einwohnerzahl ist zuletzt knapp unter die Marke von 50.000 gefallen. Für ein großes Baugebiet wird jetzt artenreiches Feucht- und Nassgrünland mit fast flächendeckendem Schutzstatus vernichtet. Auf der Fläche finden sich zahlreiche stark gefährdete Pflanzen- und Vogelarten, darunter Wiesenpieper, Feldschwirl und Kiebitz​​​​​​​. Mehr als zwei Drittel des 75 Hektar großen Gebietes sollen versiegelt werden. Es liegt zudem einen Meter unter dem Meeresspiegel. Angesichts der zunehmenden Starkwetterereignisse droht damit nach der Bebauung weiteres Ungemach.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Wer an Emden und die Nordseeküste denkt, hat vermutlich Wind, Natur und plattes Land in saftigem grün vor Augen. Betonpolitik erwartet an dieser Stelle wohl kaum jemand. Jetzt soll ein landesweit bedeutsames Gebiet für den Biotopschutz zugunsten eines großes Baugebietes unwiederbringbar zerstört werden. Der ‚Dinosaurier des Jahres 2021‘ geht deshalb nach Emden an den Conrebbersweg. Wir verleihen ihn stellvertretend für die grassierende Bodenversiegelung in ganz Deutschland. Denn Emden ist überall. In fast jeder Kommune der Bundesrepublik werden aktuell Flächenversiegelungen geplant, rund 50 Hektar sind das bundesweit pro Tag. Diese Entwicklung lässt sich nicht unendlich fortsetzen. Deshalb fordern wir von der Bundesregierung eine stärkere Priorisierung der Flächennutzung und eine Reduktion des Flächenverbrauch auf netto Null bis 2030.“

Flächenfraß in Deutschland begrenzen

Vögel kommen häufiger auf Nahrungssuche in unsere Gärten, wenn das Angebot in den Wäldern knapp ist. (Foto: NABU)

Die Bundesregierung wollte den Flächenfraß in Deutschland bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag reduzieren. Dieses Ziel wurde dann Anfang des Jahres 2018 um zehn Jahre nach hinten, auf das Jahr 2030 verschoben. Erst im Jahr 2050 wird im Klimaschutzplan der Bundesregierung nun das Ziel eines „netto Null“-Flächenverbrauchs angepeilt. Bis dahin würden, nach diesen Plänen von heute, weitere 250.000 bis 260.000 Hektar an zusätzlicher Fläche versiegelt. Das entspricht umgerechnet mehr als 350.000 Fußballplätzen oder der Größe des Saarlands.

Natur, Landwirtschaft und Bebauung – vielerorts herrscht großer Wettbewerb ums Land. Die Bundesregierung plant in den Ballungsgebieten den Neubau von 400.000 Wohnungen pro Jahr, soviel realisierte die letzte Regierung in der gesamten Legislatur. Dem stehen rund zwei Millionen leerstehende Wohnungen in ländlichen Regionen und eine durch den demographischen Wandel eher sinkende Bevölkerungszahl gegenüber. Das verdeutlicht die hohe Komplexität bei der Flächenversiegelung, bei der soziale Aspekte, die Verfügbarkeit von Arbeit, aber auch Fragen von Infrastruktur und Verkehr zu berücksichtigen sind. Flächen sind daher möglichst nachhaltig und effektiv zu nutzen. Bei der sogenannten Innenverdichtung wird beispielsweise geprüft, welche Flächen sich innerhalb eines Ortes noch für Bebauung, Aufstockung, Umbau oder Verdichtung anbieten. Gleichzeitig ist auf ausreichend unversiegelte Fläche in den Orten zu achten, auf denen beispielsweise Wasser versickern oder verschattende Bepflanzung stehen kann. Baulandmobilisierung in den Außenbereichen von Ortschaften bedeutet hingegen weitere Flächenversiegelung. Zwar werden dabei oft Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen, die den Verlust an Biodiversität kompensieren sollen. Ein qualitativer Ausgleich der zerstörten Flächen wird jedoch nur selten und wenn, dann erst nach vielen Jahren erreicht. Die Ampelkoalition hat das Problem erkannt und im Koalitionsvertrag angekündigt das Baugesetzbuch dahingehend überprüfen zu wollen, unter anderem soll der umstrittene §13b gestrichen werden, der die Außenbebauung vereinfacht. Der NABU regt zusätzlich an, Wachstumsfehlanreize für Ortschaften aufgrund der Hauptansatzfaktoren des Finanzausgleichs auf Landesebene zu reduzieren.

Dinosaurier des Jahres für besonders rückschrittliches öffentliches Engagement

Mit dem „Dinosaurier des Jahres“, eine 2,6 Kilogramm schweren Nachbildung einer Riesenechse, zeichnet der NABU seit 1993 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus, die sich durch besonders rückschrittliches öffentliches Engagement in Sachen Natur- und Umweltschutz hervorgetan haben. Seit 2020 werden nicht mehr Personen, sondern konkrete Projekte als Umweltsauerei des Jahres ausgezeichnet. Preisträger 2020 war das Autobahnprojekt A26 Ost.

NABU: Aus dem Wald ans Futterhaus

Eichelhäher kommen häufiger auf Nahrungssuche in unsere Gärten, wenn das Angebot in den Wäldern knapp ist. (Foto: NABU)

Berlin – Wenig Samen und Baumfrüchte im Wald – viele Besucher am Futterhaus. Dieser Effekt könnte sich bei der kommenden „Stunde der Wintervögel“ bemerkbar machen. Vom 6. bis zum 9. Januar 2022 laden der NABU und sein bayerischer Partner, der LBV (Landesbund für Vogelschutz), wieder zu Deutschlands größter wissenschaftlicher Mitmachaktion ein. Jeder und jede ist aufgerufen, eine Stunde lang Vögel zu zählen und sie dem NABU zu melden. „Wir haben in den vergangenen Wochen einen starken Durchzug von Bergfinken, Eichelhähern und Ringeltauben registriert. Die Vögel ziehen aus Nord- und Osteuropa nach Süden und Westen – also auch zu uns nach Deutschland. Das tun sie vermehrt, wenn es beispielsweise nicht genügend Bucheckern oder andere Baumfrüchte im Brutgebiet gibt“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Wir erwarten daher, dass es zur ‚Stunde der Wintervögel‘ viel zu beobachten geben wird. Vögel kommen häufiger auf Nahrungssuche in unsere Gärten, wenn das Angebot in den Wäldern knapp ist.“

Stunde der Wintervögel 2021

Wenig Samen und Baumfrüchte im Wald – viele Besucher wie dieser Hakengimpel am Futterhaus. Dieser Effekt könnte sich bei der kommenden „Stunde der Wintervögel“ bemerkbar machen. (Foto: NABU)

An Futterhäuschen, -säule oder Knödelspender im Garten oder auf dem Balkon lassen sich Vögel am einfachsten beobachten. „Mit der Fütterung sollte man schon vor dem ersten Schnee beginnen, damit sich die Vögel an den Platz gewöhnen“, so Miller. „Allerdings sollte man die Fütterung nicht mit effektivem Schutz bedrohter Vogelarten verwechseln, da von ihr eher weniger bedrohte Arten profitieren“, betont Miller. Der NABU empfiehlt das Füttern daher eher zur Naturbeobachtung und Umweltbildung. „Wer Vögel schützen möchte, sollte Garten und Balkon naturnah gestalten und beispielsweise heimische Sträucher pflanzen, wie Holunder und Schlehe. Abgeblühte Samenstände von Stauden und anderen Blühpflanzen sollten über den Winter als natürliches Vogelfutter stehen gelassen werden“, rät Miller, „Vögel fühlen sich wohl, wenn im Garten etwas Wildnis zugelassen wird. Und ganz wichtig: Gift und Kunstdünger sollten tabu sein.“

Bei der vergangenen großen Vogelzählung im Januar 2021 beteiligten sich über 236.000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus 164.000 Gärten und Parks ein. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten, Kohlmeise und Feldsperling folgten auf Platz zwei und drei.

Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion

Amsel im Beerenstrauch (Foto: NABU)

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum zwölften Mal statt. Wer mitmachen will, beobachtet eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park und meldet die Ergebnisse dem NABU. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl Vögel notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Die Beobachtungen können per App unter www.NABU.de/vogelwelt, unter www.stundederwintervoegel.de oder unter www.NABU.de/onlinemeldung bis zum 17. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 8. und 9. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

Für die „Schulstunde der Wintervögel“ vom 10. bis 14. Januar bietet die NAJU auf www.NAJU.de/sdw Zählkarten, eine neue Broschüre mit Aktionsideen für Lehrende und einen Wettbewerb zu „Spuren im Schnee“ für Kindergruppen und Schulklassen an. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein.

Feuerwehr Dresden: Mehrere Personen kollabieren nach Stich von Hornissen

Insgesamt acht Personen wurden heute im Großen Garten von mehreren Hornissen gestochen und erlitten dabei zum Teil schwere allergische Schocks. Der Integrierten Regionalleitstelle Dresden (IRLS) wurde über den Notruf 112 gemeldet, dass mehrere Personen von Hornissen gestochen wurden und bereits drei Personen kollabiert waren.

Schock nach Hornissenstichen

Eine Hornisse bewacht den Eingang des Nistkastens.

Da von einer größeren Anzahl an Betroffenen ausgegangen werden musste, alarmierte die IRLS nach dem Einsatzplan MANV-1. Damit wurde eine größere Zahl an Kräften und Mitteln alarmiert, um unverzüglich erhöhte Transportkapazitäten für vital bedrohte Personen zur Verfügung zu stellen. Nachdem die Einsatzstelle gesichert und die Patienten gesichtet wurden, erfolgte durch den Organisatorischen Leiter Rettungsdienst die Koordination des Transportes von einer Patientin und zwei Patienten mit vitaler Bedrohung ins Krankenhaus.

Bei zwei weiteren Patientinnen stellte sich eine allergische Reaktion auf die Hornissenstiche erst nach einiger Zeit ein, so dass diese ebenfalls noch vor Ort notärztlich versorgt werden mussten und im Anschluss in ein Krankenhaus gebracht wurden. Ein ca. 4-jähriger Junge sowie eine Frau und ein Mann wurden ebenfalls in umliegende Krankenhäuser transportiert.

Nach Rücksprache mit der zuständigen Naturschutzbehörde wurde der Bereich um den betroffenen Baum durch die Feuerwehr im Umkreis von 20 Metern abgesperrt und Hinweisschilder aufgehangen. Zu diesem Einsatz wurden insgesamt 60 Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswachen Striesen, Löbtau und Altstadt, der Rettungswachen Johannstadt und Friedrichstadt, der A-Dienst, der B-Dienst, der Organisatorische Leiter Rettungsdienst, der Leitende Notarzt sowie das Kriseninterventionsteam alarmiert.

Quelle: Presseportal

Zur Batnight gibt der NABU vier Tipps für einen fledermausfreundlichen Garten

Die Breitflügelfledermaus ist mancherorts zur Batnight zu beobachten (Bild: Gerhard Maescher/NABU)

Berlin – Vampire, Halloween und Horrorfilme: Bei Fledermäusen denken viele Menschen an Unheimliches. Dabei sind die Fledertiere alles andere als gruselig. Zur 25. Batnight am 28. und 29. August kann man die Tiere bei rund 100 regionalen NABU-Veranstaltungen erleben und ihre faszinierenden Flugkünste in der Dämmerung beobachten.

Die europaweite Batnight soll hartnäckige Vorurteile gegenüber den „Kobolden der Nacht“ abbauen und auf deren schwierige Situation aufmerksam machen. „Unsere heimischen Fledermäuse beißen nicht und saugen kein Blut – sie fressen ausschließlich Insekten“, sagt Sebastian Kolberg, NABU-Artenschutzexperte. „Probleme bereitet ihnen das Insektensterben, das sich negativ auf die Bestände auswirken könnte. Sie leiden außerdem stark unter Wohnungsnot.“ Durch die Sanierung alter Gebäude und das Abholzen von alten Bäumen fänden Fledermäuse immer weniger Unterschlupf, so Kolberg. Von den 25 in Deutschland heimischen Arten sind drei akut vom Aussterben bedroht. Vier Arten gelten als stark gefährdet und weitere fünf stehen auf der Vorwarnliste. Kolberg: „Umso wichtiger ist es, mit Aktionen wie der Batnight über die Tiere aufzuklären und zu vermitteln, wie ihnen geholfen werden kann. Etwa, indem man seinen Garten fledermausfreundlich gestaltet.“ Der NABU gibt dazu vier Tipps:

Ein Beet als Büffet: Nachtblühende, nektarreiche Blütenpflanzen, zum Beispiel Leimkraut, Seifenkraut und Wegwarte, sind ein Feinschmeckerlokal für die Tiere. Durch ihren intensiven Duft locken die Pflanzen Nachfalter an, die Lieblingsspeise vieler Fledermausarten. Je artenreicher der Garten, desto mehr Insekten tummeln sich dort.

Der NABU gibt zur Batnight vier Tipps:

  • Ein Haus für die Fledermaus: Höhlen und Spalten in und an alten Bäumen, am Gebäude, in Kellern oder Kartoffelmieten werden gern als Quartier genutzt. Wo es das nicht gibt, kann Wohnraum geschaffen werden. Ein Fledermausbrett oder ein Flachkasten an der Giebelwand sowie Höhlenkästen werden von den Tieren gerne angenommen. Viele Kästen lassen sich auch in Bäumen anbringen. Geeignete Fledermauskästen gibt es im Fachhandel – oder man baut sie einfach selbst.
  • Einen Teich anlegen: Wasser zieht viele Insekten an – und bietet Fledermäusen so einen reich gedeckten Tisch.
  • Garten ohne Gift: Herbizide und Kunstdünger haben in einem naturnahen Garten nichts verloren. Wer Fledermäusen helfen will, setzt auf giftfreies Gärtnern.

Gärtnerinnen und Gärtner, die diese Tipps beherzigen, können besonders jetzt im Spätsommer die Flugkünste von Zwergfledermaus, Großem Abendsegler & Co. am Abendhimmel bewundern.

 

NABU: Deutschlands Wintervögel werden wieder gezählt

Berlin – Vom 8. bis zum 10. Januar 2021 zählt ganz Deutschland wieder Vögel: Die „Stunde der Wintervögel“ wird bereits zum elften Mal vom NABU und seinem bayerischen Partner LBV organisiert. Vogelfreundinnen und -freunde sind dazu aufgerufen, eine Stunde lang alle Vögel von Wohnung, Haus oder Garten aus zu erfassen und zu melden. „Damit kann jede und jeder mithelfen, eine detaillierte Momentaufnahme der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern zu ermöglichen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Die so erfassten Daten tragen dazu bei, unsere heimischen Vögel besser zu schützen.“ Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands. 2020 hatten sich an der Aktion mehr als 143.000 Menschen beteiligt.

Experten des NABU konnten anhand der langjährigen Zählung nachweisen, dass die winterlichen Vogelzahlen in den Gärten stark von der Witterung abhängen. In kalten und schneereichen Wintern kommen deutlich mehr Vögel in die Nähe der Menschen. Die lange Reihe zunehmend milder Winter führte zuletzt zu sinkenden Wintervogelzahlen.

„Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Winter der Blaumeise“, so NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann, „Im vergangenen Frühjahr war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, der Tausende Vögel dieser Art zum Opfer fielen.“ Bei der jüngsten großen Vogelzählung, der „Stunde der Gartenvögel“ im vergangenen Mai, wurden entsprechend weniger Blaumeisen beobachtet. Für die Experten ist es spannend herauszufinden, ob dieser Effekt auch im Winter noch spürbar ist.

Dass die winterlichen Gartenvögel zu den beliebtesten Vogelarten Deutschlands gehören, zeigt der aktuelle Zwischenstand bei der ersten öffentlichen Wahl zum Vogel des Jahres. Mit Stadttaube, Rotkehlchen, Amsel und Haussperling stehen allein vier Wintervögel in den Top Ten. Auch die Blaumeise auf Rang elf und der Star auf Rang 14 haben noch gute Chancen auf die Stichwahl, die unter den zehn ersten Plätzen stattfindet. Schon weit über 100.000 Menschen haben bisher ihren gefiederten Favoriten nominiert. Noch bis zum 15. Dezember kann jeder seine Stimme bei der Vorwahl abgeben. Nach der Stunde der Wintervögel beginnt dann ab dem 18. Januar die Hauptwahl unter den Top Ten.

Mitmachen bei der Stunde der Wintervögel ist ganz einfach: Jeder kann eine Stunde lang die Vögel am Futterplatz, vom Garten, Balkon oder Fenster aus oder im Park zählen und dem NABU melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.NABU.de/onlinemeldung bis zum 18. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet. Auch über die NABU-App „Vogelwelt“ (Download unter www.NABU.de/vogelwelt) kann gemeldet werden.

Die Schulstunde der Wintervögel findet vom 11. bis 15. Januar statt. Die Klassen und Gruppen können an der NABU-Vogelzählung teilnehmen und ihre Zählergebnisse bis 18. Januar einsenden oder unter www.NABU.de/onlinemeldung eingeben. Unter allen Einsendungen verlost die NAJU tolle Preise. Alle Infos, Materialien und Aktionsideen: www.NAJU.de/sdw.

Infos zur Aktion unter www.stundederwintervoegel.de

Flugsaison der Asiatischen Hornisse beginnt wieder

Arbeiterinnen der Asiatischen Hornisse Vespa velutina am Nesteingang. Foto: dpa

Sie wirkt auf viele Menschen bedrohlich, dabei ist sie für uns nicht gefährlicher als einheimische Hornissen: Die Asiatische Hornisse hat wieder Flugsaison. In Südhessen wurden in den vergangenen zwei Jahren mehrere Tiere nachgewiesen. Da es sich EU-weit um eine „invasive, gebietsfremde Art“ handelt, die heimische Arten in ihrem Bestand gefährden kann, sind die deutschen Bundesländer verpflichtet, Sichtungen der Asiatischen Hornisse an die EU zu melden sowie Maßnahmen zur Bekämpfung zu ergreifen.

Die Asiatische Hornisse in Hessen

In Hessen ist das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) für das Monitoring der Asiatischen Hornisse zuständig. Über das Meldeportal des HLNUG unter https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/hornisse können Bürgerinnen und Bürger – ohne Registrierung oder Anmeldung – Sichtungen und Fundmeldungen, gerne mit Foto, vermerken und so dazu beitragen, die Datenlage zur Asiatischen Hornisse in Hessen zu verbessern. Für Fragen steht als Ansprechpartner auch unser beauftragter Wespen- und Hornissenberater Reiner Jahn zur Verfügung, die Kontaktdaten sind auf der HLNUG-Homepage zu finden.

Um Maßnahmen gegen die Verbreitung der Asiatischen Hornisse umzusetzen, ist das HLNUG vor allem auf die Hilfe der Imkerinnen und Imker, insbesondere im südhessischen Raum, angewiesen: Nur mit ihrer professionellen Unterstützung können gezielt Nester der Asiatischen Hornisse gesucht und bekämpft werden.

Hintergrund

In Europa kommt seit dem Jahr 2004 neben der einheimischen Europäischen Hornisse (Vespa crabro) eine weitere Hornissenart vor: die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax). Vermutlich wurde sie versehentlich über den Seeweg von Südostasien nach Frankreich eingeschleppt und hat sich seither schnell in Mitteleuropa ausgebreitet, somit war auch ihre Ausbreitung nach Deutschland nur eine Frage der Zeit. Im September 2014 wurden im Raum Karlsruhe durch Fotobelege die ersten Individuen nachgewiesen. In Südhessen gelang einem Imker aus Lorsch (Bergstraße) 2019 der erste Nachweis der Asiatischen Hornisse für Hessen. In 2020 gab es weitere Sichtungen, und für 2021 gibt es bisher einen bestätigten Nachweis. Die Ausbreitung kann in einem Umkreis von bis zu 80 Kilometern um den Neststandort erfolgen. Vergangenes Jahr gab es zudem neue Nachweise in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Nordrhein-Westfalen und Hamburg.

Weitere Informationen und Neuigkeiten unter:

https://www.hlnug.de/?id=18688

Insektenschutzpaket der Bundesregierung bleibt unbefriedigendes Stückwerk

Echt jetzt? Das soll ein Insektenschutzpaket sein? (Foto: Klaus Maresch)

„Nach zähem Ringen haben heute die Fachausschüsse in Sondersitzungen die Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes abgestimmt. Auch wenn die Koalition einige wenige Details der Kritik  aufgegriffen hat, werden die wesentlichen Fehler im Gesetzesverfahren und im Gesetz nicht korrigiert“, erklärt Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zum heutigen Ergebnis der Agrarministerkonferenz zum sogenannten Insektenschutzpaket. Kirsten Tackmann weiter:

„Obwohl es in einigen Bundesländern beispielhaft gelungen ist, in einem breiten, vertrauensbildenden Dialog kluge Lösungen zu entwickeln, die wirklich ‚Bauern und Bienen helfen‘, wurde dieser kooperative Dialog auf Bundesebene nicht mal versucht. So schafft man nicht nur die nötigen Bündnisse – im schlechtesten Fall blockieren oder erschweren die Entscheidungen auf Bundesebene auch noch die Kompromisse in den Ländern.

Insektenpaket: So geht keine verantwortungsvolle Politik

Was Insektenpaket genannt wird, greift viel zu kurz und ist unterkomplex. Pflanzenschutz und Lichtverschmutzung sind zwar wichtige Ursachen der Verluste biologischer Vielfalt, aber längst nicht alle. Und auch diese werden nicht konsequent und sachgerecht angegangen. Zum Beispiel müssen Klimawandel, Versiegelung oder Nährstoffeinträge und andere Ursachen von Lebensraumverlusten auch adressiert werden, will man das multifaktorielle Problem wirklich lösen. Das langangekündigte Insektenschutzgesetz, das die Ursachen umfassend in den Blick nimmt und auch die soziale Situation in vielen Agrarbetrieben berücksichtigt, wäre sicher angemessener gewesen.

Die Agrarministerkonferenz hat sich zwar heute begleitend auf Ausgleichszahlungen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz für die neuen Pestizid-Verbote verständigt. Aber es bleibt dabei, dass es keinen Rechtsanspruch auf finanzielle Unterstützung der Agrarbetriebe bei der Umsetzung der Maßnahmen gibt. Die nötige Länderkofinanzierung spaltet das Land in Bundesländer, die sich viel oder wenig Insektenschutz leisten können. Wo überhaupt Unterstützung geleistet wird, ist unklar. Und dass mal wieder keine Rede davon ist, dass die gesamte Lieferkette Verantwortung für den Schutz der biologischen Vielfalt trägt, also auch die Verarbeitungs- und Vermarktungskonzerne, lässt tief blicken.

Die Bundesregierung hat mit dem Insektenschutzpaket vor allem Misstrauen geschürt. Wo dringend Vertrauen gebraucht wird, soll die Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz im Interesse von uns allen gelingen. So geht keine verantwortungsvolle Politik.“


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Pützchens Markt findet 2021 nicht statt

Die Bundesstadt Bonn sagt wegen der Coronavirus-Pandemie Pützchens Markt auch in diesem Jahr ab. Nach Einschätzung der Stadt lässt die aktuelle Situation ein Volksfest in dieser Größe nicht zu. Die Entscheidung gibt die Stadt nach einem Gespräch mit Vertretern des Schaustellerverbandes bekannt.

„Ich bedauere sehr, dass wir Pützchens Markt auch in diesem Jahr absagen müssen“, sagte Oberbürgermeisterin Katja Dörner. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leichtgemacht. Leider lässt uns die Pandemie keine andere Wahl. Da wir uns der Tragweite der Absage bewusst sind, war die enge Abstimmung mit dem Bonner Schaustellerverband umso wichtiger. Denn die Absage trifft die Schaustellerinnen und Schausteller natürlich am härtesten. Deshalb danke ich dem Verband für das Verständnis.“

Oberbürgermeisterin Katja Dörner bedauert die Absage von Pützchens Markt 2021

Aus Sicht der Verwaltung ist die Verantwortung für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger höher zu gewichten, als das berechtigte und auch nachvollziehbare Interesse der Bevölkerung an einem Volksfest. Auch wenn immer mehr Menschen geimpft sind, so kann eine Veranstaltung mit Hunderttausenden von Gästen Anfang September 2021 nicht stattfinden.

Eine Veranstaltung mit weniger Besucherinnen und Besucher und Einlassbeschränkungen für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete wäre aus Sicht der Verwaltung keine Alternative für eines der größten Volksfeste Deutschlands. Die Stadt Bonn folgt damit auch anderen großen Kirmesveranstaltern, die ihre Feste bereits abgesagt haben. Dazu zählen das Münchner Oktoberfest, die größte Kirmes in NRW in Crange, die Rheinkirmes in Düsseldorf und das große Bürger-Schützenfest in Neuss.

Um die Bonner Schaustellerinnen und Schausteller zu unterstützen und zumindest einen kleinen wirtschaftlichen Ausgleich zu ermöglichen, bietet die Verwaltung den Schaustellern an, im Sommer ihre Jahrmarktstände in der Innenstadt von Bonn aufzustellen. Außerdem wird die Verwaltung der Bezirksvertretung Bonn vorschlagen, den Weihnachtsmarkt 2021 um zwei Tage zu verlängern. Voraussetzung ist, dass die Situation im Dezember einen Weihnachtsmarkt zulässt.

Auch der Freundeskreis Pützchens Markt wurde in die Entscheidung eingebunden, der mit eigenen Veranstaltungen, wie dem Rheinischen Abend in der Bayern-Festhalle, während der Kirmestage zum Gelingen des Pützchens Marktes beiträgt.

Für den Schaustellerverband Bonn sagte dessen zweiter Vorsitzender, Roland Barth: „Wir bedauern die Absage unserer Haupt-Veranstaltung hier in Bonn-Pützchen sehr, die auch wirtschaftlich verheerende Folgen für uns hat. Wir verstehen aber auch die Stadt Bonn mit ihren Argumenten, die jetzt eine Entscheidung fällen musste.“

Die Vertreter des Schaustellerverbands hatten im Abstimmungsgespräch den Wunsch geäußert, die Entscheidung noch um einen Monat hinauszuschieben. Dem stehen allerdingst die Abläufe in der Verwaltung entgegen, bei denen nicht nur Vorlaufzeiten zu berücksichtigen sind, sondern auch Zeitfenster für Ausschreibungen, zum Beispiel Sicherheitsdienst,  Bestellung des Feuerwerks, die Planungen bei Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und den Stadtwerken sowie die organisatorischen Vorbereitungen in der Marktschule.

Verbraucherschützer warnen – Firmen betreiben Abzocke mit Entfernen von Wespennestern

Ein Wespennest der Sächsischen Wespe in einer Gardine (Foto: Honighäuschen)

Ein Wespennest im eigenen Haus. Für viele eine Horrorvorstellung, die sie schnell beheben wollen. Verbraucherschützer warnen jedoch vor Haustür-Abzocke durch unseriöse Schädlingsbekämpfer.

Kaum sitzt man in diesem Sommer draußen bei Kaffee und Kuchen oder Grillgut, sind die Wespen gleich scharenweise zur Stelle. Werden die Lebensmittel weggeräumt, verschwinden auch die Insekten – zumindest meistens. Sollte das nicht der Fall sein, ist der Verdacht groß, dass sich Wespen in der Nähe ein Nest gebaut haben.

Verbraucherschützer warnen vor Wucherpreisen

Für Betroffene heißt es dann, schnell handeln und das Insektenhaus beseitigen. Es lohnt sich aber, bei der Wahl des Dienstleisters genauer hinzusehen. Die Verbraucherzentrale NRW warnt aktuell vor „laienhaft arbeitenden Notdiensten“, die versuchen, Kunden an der Haustür abzuzocken. Liegt der Preis für das Umsiedeln oder Abtöten von Wespen meist zwischen 80 und 150 Euro, verlangen Betrüger oft mehrere hundert Euro. Folgende Punkte sollten Sie deshalb beachten, um nicht Opfer einer Haustür-Abzocke zu werden:

  • Nur Anbieter mit Festnetznummer aus Ihrer Region, keine Anbieter mit 0800-Nummer oder ausschließlich Handynummer
  • Impressum auf Internetseiten zeigt den tatsächlichen Sitz der Firma
  • Notrufnummern in Ruhe im Vorfeld recherchieren
  • Niemals sofort zahlen; es gibt ein Recht, die Rechnung zu überprüfen
  • Profis stören oder töten Wildtiere nicht unbegründet und arbeitet mit Naturschutzbehörden zusammen

Michael Falkner, langjähriger Schädlingsbekämpfer aus Bonn, rät außerdem, immer im Vorfeld nach dem Preis für die Entfernung zu fragen. „Viele Betroffene wollen nur schnell die Nest loswerden und spielen damit den Abzockern in die Hände“, so Falkner. Ein professioneller Schädlingsbekämpfer sei auch immer an einer umfangreichen Beratung zu erkennen. Anbieter, die ohne Erklärungen an die Arbeit gingen ohne zu überprüfen, ob es sich eventuell um eine geschützte Insektenart handelt, seien oft Abzocker.

Seit Jahren haben Verbraucherschützer unseriöse Anbieter und deren Praktiken im Visier. Besonders die hohe Nachfrage in diesem Sommer begünstige die Arbeit solcher Firmen. Falkner warnt davor, beim Anblick eines Wespen- oder Hornissennests in Panik zu verfallen und den erstbesten Dienstleister zu beauftragen. Wenn ein Anbieter schon am Telefon darauf dränge, schnell vorbeizukommen, ohne Nachfragen zu den Insekten und dem Ort des Nestes zu stellen, sei das ein guter Hinweis auf eine Abzockerbande. „Wer aber ganz sicher gehen will, kann auch immer nach einem Sachkundenachweis fragen, der Auskunft über die Qualifikation des Schädlingsbekämpfers gibt“, so Falkner. Allerdings sei die Nachfrage zurzeit hoch: „Aktuell muss ich Kunden schon drei Wochen vertrösten, bevor wir einen Auftrag annehmen können“, so Falkner.

Ohne Not Wespennester entfernen ist verboten

Denn es gilt: Ein Wespennest darf niemals eigenhändig entfernt werden. Klaus Maresch ist ehemaliger Bienenzüchter der Bioland Imkerei „Honighäuschen“ in Bonn und hat rund 40 Jahre Erfahrung mit Bienen, Wespen und Hornissen. „Wespen fühlen sich schnell bedrängt, wenn man dem Nest zu nahe kommt und verteidigen sich. Außerdem sind einige Arten geschützt. Eine Entfernung des Nestes ohne unmittelbare Gefahr ist deshalb verboten.“ Eine Gefahrensituation liegt in der Regel nur dann vor, wenn Allergiker oder Kindergärten betroffen sind. Ein eigenmächtiger Verstoß kann im Fall einiger besonderer Arten bis zu 50.000 Euro kosten.

Der Experte rät deshalb dazu, einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen, der sich das Nest anschaut. Dieser könne auch eine Einschätzung abgeben, ob eine Gefahr besteht oder nicht, denn nicht alle Wespenarten seien aggressiv, so Maresch. „Wespe ist nicht gleich Wespe. Viele Arten sind völlig friedlich. Die bekommen sie quasi gar nicht zu Gesicht. Besonders dann, wenn das Nest außer Reichweite vier bis fünf Meter über dem Balkon hängt.“ In diesen Fällen rät er dazu das Nest an Ort und Stelle zu lassen und gegebenenfalls lieber Vorsichtsmaßnahmen wie Fliegengitter zu installieren.

Mehr Wespen durch milden Frühling

Doch wie kommt es überhaupt, dass in diesem Jahr so viel mehr Wespen unterwegs sind, oder täuscht das Gefühl? Anders als oft vermutet habe es nichts mit einem zu milden Winter tun, erklärt Imker Klaus Maresch. „Durch den milden und vor allem trockenen Frühling hatten die Wespen ausgezeichnete Bedingungen und fanden ausreichend Futter um sich rasch zu vermehren.“ Während sonst viele Königinnen heftige Regenfälle oder Frost nicht überlebten, hätten sich 2018 weit mehr ein eigenes Nest gebaut und sich dort vermehrt. Auch der oft Anfang Juni einsetzende Kälteeinbruch – die sogenannte Schafskälte – blieb aus. Dabei sei die Situation in Deutschland nicht überall gleich.

Und das Problem wird auch noch einige Zeit bleiben. „Wespen sterben nur durch Frost oder heftigen Regen. Wenn ich mir da so die Wetteraussichten für die kommenden Tage und Wochen ansehe, werde ich noch einige Anrufe wegen Wespen bekommen“, scherzt Maresch. Je nach Witterung rechnet er erst im Oktober oder November mit einem spürbaren Rückgang der Wespenpopulation.

Quelle: Verbraucherschützer warnen – Firmen betreiben Abzocke mit Entfernen von Wespennestern

Tipps vom Experten – Wenn Wespen sich als Untermieter einnisten

Eine Feldwespe auf ihrem Nest. Gerade Feldwespen sind gewöhnlich sehr friedlich und ihre Nester haben selten mehr als zwanzig Bewohnerinnen. (Foto: Honighäuschen)

Ein Insektennest am oder im Haus ist noch kein Grund zur Panik, denn die meisten Arten sind ungefährlich oder naturgeschützt. Deshalb gilt: Erst informieren, dann handeln. Ein Bonner Experte gibt Tipps rund um Wespen und Hornissen.

Quelle: Tipps vom Experten – Wenn Wespen sich als Untermieter einnisten

BONN. Ein Insektennest am oder im Haus ist noch kein Grund zur Panik, denn die meisten Arten sind ungefährlich oder naturgeschützt. Deshalb gilt: Erst informieren, dann handeln. Ein Bonner Experte gibt Tipps rund um Wespen und Hornissen.
Von Axel Vogel, 13.08.2017

Wespen und Hornissen gehören nicht gerade zu den beliebtesten Insekten, ihre Wehrhaftigkeit ist gefürchtet. Auch das auffällig schwarz-gelb-geringelte Äußere einer Wespe signalisiert „Achtung“ – und in diesem Fall ist die auch geboten: Ein Wespenstich schmerzt nicht nur, er kann oft auch folgenreiche Abwehrreaktionen des Körpers hervorrufen.

Ein Niederbachemer Hausbesitzer war daher auch wenig erfreut, als sich vor wenigen Wochen eine Wespenschar direkt über seiner Tür zum Garten – zwischen dem Übergang des Mauerwerks ins Dachgebälk – einquartiert hatte. Zumal auch regelmäßig Kinder in dem Garten spielen.

Was die Sache vollends zum Problem machte: Die ungebetenen Untermieter hatten sich ein Nest in die Styroporisolierung auf der Dachbetonplatte gefressen und vermehrten sich so stark, dass tagsüber der Flugbetrieb im Garten störte. Was also tun? In Eigenregie mit chemischen Mitteln wie einem Giftspray den Insekten den Garaus machen? Einen Schädlingsbekämpfer bestellen? Oder gar versuchen, die Wespen auf vergleichsweise friedlichem Wege umzusiedeln? Der General-Anzeiger fragte bei einem Experten in der Region nach.

Liste der Vorurteile ist lang

Gerade während der Sommerzeit wollen Hausbewohner Naschwerk und Gegrilltes im Garten genießen, was oft zu Konflikten mit Wespen führt. Gleichwohl warnen Fachleute: Gerade gegenüber Wespen und Hornissen ist die Liste der Vorurteile lang. „Aufklärung ist auch heute noch dringend notwendig, denn kaum eine Tiergruppe ruft so heftige Reaktionen hervor wie diese unter dem wissenschaftlichen Begriff Hautflügler zusammengefassten Insekten“, heißt es dazu auf der Internetseite des Naturschutzbund Deutschland (Nabu). „Die Tatsache, dass nur wenige Menschen mit der Lebensweise von Wespen oder Hornissen vertraut sind, hat zur Bildung von Mythen und Vorurteilen beigetragen“, betont Nabu-Expertin Melanie von Orlow.

Das kann der Bonner Nabu-Mitstreiter Klaus Maresch, der seit 35 Jahren Berufsimker ist und dabei auch viel mit Wespen und Hornissen zu tun hat, nur bestätigen: „Viele Menschen, die Rat bei mir suchen, verwechseln ein Wespen- oft mit einem Hornissennest.“ Auch eine Unterscheidung zur Biene falle manchem nicht leicht, erklärt Maresch, der nach eigener Aussage bereits oft beim Auffinden von Wespen- und Hornissennestern von Ordnungsbehörden hinzugezogen wurde.

Grundsätzlich weist man beim Nabu auch darauf hin, dass nur zwei der acht in Deutschland heimischen Wespenarten auf Süßes oder Herzhaftes stehen. Nämlich die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Gleichwohl würden eben auch andere Vertreter der Gattung wie Hornissen und Langkopfwespen, die auch unter Vordächern nisten, über einen Kamm geschert und ausgeräuchert. Für Klaus Maresch ist das ein Frevel, „denn Langkopfwespen sind harmlos“.

Kühlen Kopf bewahren

Statt blindem Aktionismus rät er grundsätzlich, erst einmal einen kühlen Kopf zu bewahren: „Ein frei hängendes Nest am Dach ist gewöhnlich ein Nest der Mittleren Wespe, mit der man gut zusammenleben kann.“ Die Insekten seien nicht aggressiv, wenn das Nest nicht erschüttert werde. Sind Fenster in der Nähe, sollte „ein Fliegendraht ausreichen“.

Anders verhalte es sich allerdings, wenn die Deutsche oder Gemeine Wespe ein Nest am oder im Haus gebaut habe: „Deren Populationen kann in manchen Jahren durchaus mehrere Tausend Tiere umfassen“, erklärt er. Besonders wenn ein Haus noch über Rollladenkästen älterer Bauart verfüge, könne es passieren, dass sich die Wespen durch diese Kästen nagen, um dort ihr Nest zu bauen. Auch ist es schon vorgekommen, das Maresch zu einem Hausbesitzer gerufen wurde, bei dem sich ein Wespennest in einer Dachschräge über einer Rigipsplatte fand. Solche großen Nester produzieren „eine ganze Menge an Ausscheidungen, so dass es zu starken Geruchsbelästigungen kommen kann“, erklärt Maresch: „Es erscheint ein dunkler Fleck an der Decke oder am Rollladenkasten, es tropfen Kot und Urin heraus.“ Dass wiederum locke Fliegen- und Käferlarven an.

Guter Rat ist dann teuer: „Aus einem Rollladenkasten lassen sich Wespennester nicht umsiedeln“, betont Maresch: „Sie sind so fragil, dass sie zerbrechen. Hier kommt also nur eine Abtötung infrage.“ Da hier Gifte verwendet werden müssen, sollte das ein Experte übernehmen.

Vermieter müssen Nester gegebenenfalls beseitigen

Entgegen mancher Überzeugung schreitet laut Maresch die Feuerwehr nur dann ein, „wenn etwa öffentliche Plätze betroffen sind und Gefahr im Verzug ist“. Die Grillparty im Garten mit dem Erdwespennest falle nicht unter diese Kategorie. „Wenn in Bonn an Gehwegen mit Grünflächen ein Wespennest auftaucht, kann man das Ordnungsamt kontaktieren“, ergänzt Klaus Maresch.

Der Eigentümerverband Haus & Grund weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass Mieter von ihren Vermietern die Beseitigung von Wespennestern auf dem Balkon verlangen können. Eine Beeinträchtigung des Balkons müsse dafür allerdings gegeben sein.

Von Eigeninitiative beim Vorgehen gegen Wespen hält Maresch wenig: „Das versetzt die Nester oft nur in Alarmbereitschaft. Eine Wespenkolonie kann man nicht zu einem Umzug veranlassen, wohl aber dazu, schon bei geringsten und vermeintlichen Störungen aggressiv zu reagieren.

Im Umgang mit Hornissen ist nach Auskunft des Bonner Experten besondere Rücksicht geboten: „Die Insekten stehen unter Naturschutz, und ihre Nester dürfen nur mit Sondergenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde umgesiedelt werden.“ Da die Waben recht stabil seien, falle es einem Fachmann nicht schwer, diese aufzunehmen und an einem anderen Ort wieder aufzustellen: „Die Arbeiterinnen werden vorher ins Nest gesetzt und die Kolonie kann so weiterleben“, führt er aus. Für Hornissen gelte ohnehin, „dass sie sehr friedlich sind“.

Was Maresch dem Niederbachemer Hausbesitzer zur Behebung seiner Wespenplage rät? „Ein Fachmann sollte erst einmal genau bestimmen, um welche Insekten es sich handelt.“ Erst dann könne man handeln – oder im Falle, dass es sich um friedlichen Wespen handelt, bis zum Herbst abwarten: „Dann sterben die Völker ohnehin.“

Infos: Wer Rat im Umgang mit Wespen sucht, den berät Klaus Maresch gern ehrenamtlich. Weitere Infos unter https://bundesbienen.info oder beim Nabu unter www.nabu.de.

Weihnachtsmarkt in Bonn – Imker Klaus Maresch schließt Stand nach Streit mit Stadt

Kaum hat der Bonner Weihnachtsmarkt eröffnet, gibt es Ärger: Imker Klaus Maresch, der seit 15 Jahren mit einem Stand mit Produkten rund um den Honig an der Vivatsgasse in Höhe Münsterplatz vertreten ist, hat nach einer Auseinandersetzung mit dem städtischen Marktamt seit Dienstag seinen Stand geschlossen.

… Hintergrund ist offensichtlich die Werbung an seiner Weihnachtsmarkthütte für das von ihm mit begründete „Bundesamt für magische Wesen“ – kurz BAfmW genannt.

Dabei handelt es sich um eine Fantasiebehörde, die deutsche Fantasy-Autoren ins Leben gerufen haben. Zu ihnen gehört auch Maresch, der als Autor das Pseudonym Hagen Ulrich benutzt. Persönlich war Maresch am Dienstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Quelle: Weihnachtsmarkt in Bonn – Imker Klaus Maresch schließt Stand nach Streit mit Stadt

 

Bienenwachskerzen im Honighäuschen auf dem Weihnachtsmarkt Bonn

Stellungnahme: Ich war deshalb nicht zu erreichen, da ich es vorziehe, sich bei einem Streit um eine Nichtigkeit zunächst einmal mit denjenigen zu unterhalten, die daran beteiligt sind. Es ging um unser Standschild und es fand sich dann eine einvernehmliche Lösung. Aber es gab, nach dem ein Gesprächstermin bekannt wurde, auch einige Anrufe von Medienvertretern, die es natürlich gern gesehen – und am liebsten live übertragen hätten -, wenn ich meinen Stand hätte abräumen lassen.

Es gab dann einen Gesprächstermin im Stadthaus mit den Verantwortlichen von Marktamt. Das Problem war, dass es unsere Imkerei als Betrieb zu dem Zeitpunkt der Bewerbung im März 2016 gab, diese aber im Lauf des Jahres 2016 aufgrund einer Serie von schweren Einbrüchen, u.a. mit Hakenkreuzschmiereien, aufgegeben wurde. Dies hatten wir dem Marktamt auch mitgeteilt und zugesichert, mit dem gleichen Angebot an Bienenwachskerzen, Met, meinen Büchern sowie Tassen aus dem Bundesamt für magische Wesen am Weihnachtsmarkt Bonn teilzunehmen. So wie das die frühere Bioland Imkerei Honighäuschen seit 2001 durchgeführt hat, ohne jede Beanstandung und immer zur Zufriedenheit der Kunden.

Nun ist man als Geschäftsinhaber ja verpflichtet, eine korrekte Beschilderung zu unterhalten. Anstelle des Imkereischildes sollte auf das BAfmW hingewiesen werden, dass als Unternehmen auch weiterhin nebst Verlagsprodukten wie Büchern und Fanartikeln aus dem BAfmW weiterhin das Angebot an imkerlichen Produkten unterhält. Wir haben das Schild mit der korrekten Firmenbezeichnung aufgehängt, das Marktamt wollte das Schild mit dem nicht mehr existierenden Betrieb.

Da wir aber ganz gern korrekt arbeiten und unsere Kunden nicht in die Irre führen wollten mit einer nicht mehr existierenden Imkerei, auch die Bioland-Zertifizierung hatten wir bereits zurückgegeben, mußte ein anderes Schild her. Und das gefiel dem Marktamt der Stadt Bonn nicht. Es ging auch nicht um meine Fantasyromane, die es seit 2011 am Stand gab.

Das war alles … mehr nicht. 🙂

Einbruch in Bonn – Größte Imkerei der Stadt verwüstet

Mehrere Zehntausend Euro Schaden haben Unbekannte beim Einbruch in Bonns größter Imkerei angerichtet. In der Nacht zu Freitag stiegen sie in den Betrieb von Klaus Maresch auf dem ehemaligen Schießstand der Bundeswehr auf der Hardthöhe ein.

Weil die Tür des früheren Lagerplatzes für Munition zu massiv und verschlossen war, schlugen die Täter Löcher in das Dach. Drinnen schütteten sie Honigessig aus, zerstörten Kerzen und zertraten unzählige Tuben von Handcreme. „Die teuersten Maschinen blieben glücklicherweise unberührt“, erzählte Maresch gestern.

Trotzdem sei der Einbruch für ihn existenzbedrohend. Eine Wand beschmierten die Unbekannten mit einem Hakenkreuz, weshalb nun nicht nur die Polizei, sondern auch der Staatsschutz ermittelt. Weil es sich trotz der Stilllegung des Schießstands um einen militärischen Sicherheitsbereich handelt, ist auch der Militärische Abschirmdienst (MAD) aktiv geworden.

Beschädigt wurde zudem der Messestand des fiktiven Bundesamts für magische Wesen, dessen Schöpfer Maresch ist. „Eine Veranstaltung am kommenden Wochenende müssen wir absagen“, sagte er.

Schon im März und im Juli hatte jemand vergebens versucht, in die Imkerei einzusteigen. Hinweise zu den Taten nimmt die Polizei unter 0228/150 entgegen.

Quelle: Einbruch in Bonn – Größte Imkerei der Stadt verwüstet

„Outer Space“ in der Bundeskunsthalle : Hier werden die Bonner ins All geschossen | Express.de

HONIGHÄUSCHEN (BONN) – Begrüßt wird man von Rubens’ Monumental-Gemälde „Die Geburt der Milchstraße“ – verabschiedet von einem Countdown, der die Zeit bis zur Explosion unserer Sonne hinunterzählt.

… Am Freitag startet „Outer Space“, ist dann bis zum 22. Februar täglich außer montags in der Bundeskunsthalle zu sehen. Besonderes Highlight: Am 8. Dezember steigt dort die große Willkommensparty für ISS-„Kölschonaut“ Alexander Gerst. Er wird das letzte Exponat der Ausstellung selber mitbringen: die „Bundesbiene“. Der Bonner Brummer stammt vom Bienenstock auf dem Dach der Kunsthalle, begleitet Gerst derzeit noch im All.  …

Quelle: „Outer Space“ in der Bundeskunsthalle : Hier werden die Bonner ins All geschossen | Express.de

Bundesbienen produzieren Honig auf Behördengelände

Dank der Kleingärten und Balkonbepflanzungen finden Bienen in den Städten den ganzen Sommer über Nahrung. Stadtbienen-Projekte sind im Trend. Beispiele sind die Bonner „Bundesbienen“ oder „Berlin summt“. Foto: Klaus Maresch)

Bonn/Berlin (epd) Umschwirrt von Bienen steht Imker Klaus Maresch auf dem Dach der Bundeskunsthalle in Bonn. Gerade hat er eine Wabe aus einem Bienenkasten gezogen, um sie Besuchern zu zeigen. Die Leute kommen normalerweise ins Museum, um sich Kunst anzuschauen. Doch in diesem Sommer ist die Bundeskunsthalle auch Anziehungspunkt für Bienenfreunde. Seit dem Frühjahr wohnen Mareschs „Bundesbienen“ auf dem weitläufigen Flachdach des Gebäudes. Auch in anderen Städten stellen Imker ihre Bienenkästen auf.

Mit seinem Projekt „Bundesbienen“ will der Imker auf die Bedeutung der Bienen für die Natur aufmerksam machen. Neben den zwölf Völkern auf dem Dach der Bundeskunsthalle hat Maresch 40 Bienenstöcke auf dem Gelände des Bundesverteidigungsministeriums in Bonn und auf dem Grundstück des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.

Die Bonner „Bundesbienen“ haben auch Kolleginnen in der Hauptstadt. Dort sorgte die Initiative „Berlin summt“ dafür, dass seit dem Frühjahr auf den Dächern des Abgeordnetenhauses und zehn weiterer öffentlicher Gebäude Bienenvölker leben. Der Berliner Initiative geht es dabei auch um politische Ziele. „Wir wollen damit auf das Thema Biodiversität aufmerksam machen“, sagt Initiatorin Corinna Hölzer vom Verein Umweltforum für Aktion und Zusammenarbeit. Ohne die Bestäubungsarbeit der Bienen sei auch keine Artenvielfalt in der Pflanzenwelt möglich. Hölzer hatte keine Probleme, in der Hauptstadt genügend Imker für das Projekt zu finden. Immer mehr Menschen in den Städten entdeckten die Imkerei als Hobby, stellt Petra Friedrich vom Deutschen Imkerbund fest. Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt mit Titeln wie „Imkern in der Stadt“ oder „Bienen halten in der Stadt“ belegen diesen Trend.

Lange war der Imkerbund von Nachwuchssorgen geplagt. Seit drei Jahren gehe es wieder aufwärts, sagt Friedrich. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Vereinsmitglieder um vier Prozent gestiegen. Viele davon seien Frauen, was ebenfalls neu sei. Dennoch könnten die rund 87 000 deutschen Imker noch Verstärkung brauchen. Vor 50 Jahren habe es viermal so viele Bienen gegeben wie heute, sagt Friedrich.

Doch nicht nur urbane Hobby-Imker stellen ihre Bienenkästen auf die Dächer der Metropolen. Auch Haupterwerbsimker lassen ihre Völker in Städten ausschwärmen. Friedrich erklärt, das Nahrungsangebot sei größer und die Pflanzen seien gar nicht oder wenig durch Pestizide belastet.

Die Bienen finden laut Maresch den ganzen Sommer über Nahrung in Kleingärten, Balkonbepflanzungen, Parks, Alleen und Friedhöfen. Auf dem Land gebe es sehr häufig Monokulturen. „Ein Fluch für die Bienen.“ Die seien eine Zeit lang gut versorgt, wenn der Raps blühe, danach fänden sie nichts mehr.

Der Geschmack des Stadthonigs stehe dem des Landhonigs in nichts nach, sagt Friedrich. Rückstände von Schadstoffen, etwa durch Abgase, seien kein Problem. „Die Bienen filtern das heraus“, erklärt Friedrich. Untersuchungen hätten gezeigt, dass selbst Bienenkästen auf dem Frankfurter Flughafen unbelasteten Honig lieferten.

(Quelle: Volksstimme)

Projekt „Bundesbienen“

HONIGHÄUSCHEN (BONN) – Umschwirrt von Bienen steht Imker Klaus Maresch auf dem Dach der Bundeskunsthalle in Bonn. Gerade hat er eine Wabe aus einem Bienenkasten gezogen, um sie Besuchern zu zeigen. Die Leute kommen normalerweise ins Museum, um sich Kunst anzuschauen. Doch in diesem Sommer ist die Bundeskunsthalle auch Anziehungspunkt für Bienenfreunde. Seit dem Frühjahr wohnen Mareschs „Bundesbienen“ auf dem weitläufigen Flachdach des Gebäudes. Auch in anderen Städten stellen Imker ihre Bienenkästen auf.

Aus Mareschs Sicht bietet gerade eine Stadt wie Bonn mit ihren vielen Behörden, Museen und Grünanlagen ideale Standorte für seine Bienen. Deshalb startete er das Projekt „Bundesbienen„, mit dem er auf die Bedeutung der Bienen für die Natur aufmerksam machen möchte. Neben den zwölf Völkern auf dem Dach der Bundeskunsthalle hat Maresch auch 40 Bienenstöcke auf dem Gelände des Bundesverteidigungsministeriums in Bonn und auf dem Grundstück des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.

Auf dem Dach der Bonner Kunsthalle wird jetzt Honig produziert

Eine Führung an den Bundesbienen mit Dr Bernhard Spies

Die Bonner „Bundesbienen“ haben auch Kolleginnen in der Hauptstadt. Dort sorgte die Initiative „Berlin summt“ dafür, dass seit dem Frühjahr auf den Dächern des Abgeordnetenhauses und zehn weiterer öffentlicher Gebäude Bienenvölker leben. Der Berliner Initiative geht es dabei auch um politische Ziele. „Wir wollen damit auf das Thema Biodiversität aufmerksam machen“, sagt Initiatorin Corinna Hölzer vom Verein Umweltforum für Aktion und Zusammenarbeit. Ohne die Bestäubungsarbeit der Bienen sei auch keine Artenvielfalt in der Pflanzenwelt möglich.

Hölzer hatte keine Probleme, in der Hauptstadt genügend Imker für das Projekt zu finden. Denn Bienenstöcke mitten in der Stadt, bisweilen sogar auf dem Balkon, sind keine Seltenheit mehr. Immer mehr Menschen in den Städten entdeckten die Imkerei als Hobby, stellt Petra Friedrich vom Deutschen Imkerbund fest. Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt mit Titeln wie „Imkern in der Stadt“ oder „Bienen halten in der Stadt“ belegen diesen Trend. Lange war der Imkerbund von Nachwuchssorgen geplagt. Seit drei Jahren gehe es wieder aufwärts, sagt Friedrich. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Vereinsmitglieder um vier Prozent gestiegen. Viele davon seien Frauen, was ebenfalls neu sei. Dennoch könnten die rund 87 000 deutschen Imker noch mehr Verstärkung brauchen. Vor 50 Jahren habe es viermal so viele Bienen gegeben wie heute, sagt Friedrich.

Doch nicht nur urbane Hobby-Imker stellen ihre Bienenkästen auf die Dächer der Metropolen. Auch Haupterwerbsimker lassen ihre Völker in Städten ausschwärmen. „Die Bedingungen sind für die Bienen in städtischem Gebiet besser“, erklärt Friedrich diese Entwicklung. Das Nahrungsangebot sei größer und die Pflanzen seien gar nicht oder zumindest wenig durch Pestizide belastet.

Die Bienen finden laut Maresch den ganzen Sommer über Nahrung in Kleingärten, Balkonbepflanzungen, Parks, Alleen und Friedhöfen. Auf dem Land hingegen gebe es sehr häufig Monokulturen. Die seien dann zum Beispiel eine Zeit lang gut versorgt, wenn der Raps blühe, sagt er. Doch wenn die Blüte vorbei sei, fänden die Bienen nichts mehr. Da müssten die Imker dann sogar häufig zufüttern.

Quelle: Projekt „Bundesbienen“ – WELT

Kunsthalle: Bundesbienen schwärmen aus | Kölner Stadt-Anzeiger

An den Bundesbienen auf dem Dach der Bundeskunsthalle

Bonn – „Vor meinen Mädels brauchen Sie keine Angst zu haben“, sagt Klaus Maresch (41) zu den Besuchern auf dem Dach der Bundeskunsthalle. In der Tat: Friedlich und fast geräuschlos umschwirren die „Mädels“ ihre Gäste. Ihr zurückhaltendes Wesen kommt nicht von ungefähr. Schließlich stammen die Bienen aus England, genauer gesagt aus der Benediktinerabtei Buckfast in Devon.

Dort hat der aus Deutschland stammende Bruder Adam einst ihre Vorfahren beherbergt. Wie Klaus Maresch war Bruder Adam Imker, er kreuzte 1916 die italienische mit der einheimischen dunklen Biene zur „Buckfastbiene“. Die neue Zuchtrasse entpuppte sich nicht nur als sanftmütig, sie gilt auch als besonders fleißig und widerstandsfähig. Ein Grund vielleicht, derzeit 30 000 bis 40 000 davon als „Bundesbienen“ in zwölf Stöcken im ehemaligen Bonner Regierungsviertel anzusiedeln. Die weitaus meisten der Tiere sind weiblich – die kurzlebigen männlichen Drohnen haben nicht Mal einen Stachel. Sie werden nur zur Befruchtung gebraucht.

„Nein, sie sind nicht schwarz-gelb“, sagt Maresch. Energisch widerspricht er der im Comic üblichen Darstellung seiner Lieblinge. Auch Biene Maja sei natürlich eher grau- oder orange-braun gefärbt. Der Bundesbienenvater rückt nicht nur die eigenen friedlich freundlichen Nektarsammler ins richtige Bild, er kümmert sich auch um deren freilebende Artgenossen. Immer wieder wird er von besorgten Hausbewohnern alarmiert, die einen wilden Bienenstock in ihrem Garten entdeckt haben. „In Bezug auf Insekten reagieren die Menschen in Deutschland geradezu hysterisch“, urteilt Maresch. Dabei seien die einheimischen Arten vergleichsweise ungefährlich.

Europäische Bienen sind so friedlich, dass der Imker eingefangene Stämme schon mal ohne jede besondere Vorkehrung im Wagen mitgenommen hat. „Da hat dann an einer Ampel ein anderer Autofahrer ganz entsetzt an mein Fenster geklopft. Er wollte mich vor den gefährlichen Tieren warnen.“ Der Mann hat sich dann wohl sehr gewundert, als Maresch unbeeindruckt weiterfuhr. Baff war auch der Steward einer Fluglinie, als der Imker ihn um ein wenig Wasser für die Bienenköniginnen bat, die er in einer Schachtel in eine neue Heimat überführte. „Lassen sie die aber bitte nicht raus“, flehte der Flugbegleiter, bevor er die Bitte erfüllte. Dabei finden sich für Bienenvölker überall auf der Welt attraktive Siedlungsplätze: Zum Beispiel auf dem Dach der Pariser Oper, in der Residenz des französischen Staatspräsidenten, im Vatikan, im Weißen Haus oder auf den Hochhausdächern in New Yorker Stadtteil Manhattan. Maresch berichtet, dass er auch auf dem Verteidigungsministerium einen Bienenstand betreibt. „Da kam man mir sehr entgegen.“

Auch an der Bundeskunsthalle zeigte man sich den Insekten gegenüber offen. Gemeinsam mit Stephan Andreae, einem der Kuratoren des Künstlerprojektes „Ornithoport – Flughafen für Vögel“ arbeitete Maresch den Plan aus: „Bienen und Vögel sind abhängig von einer intakten Umwelt. Mit ihrer Bestäubungsarbeit sorgen Bienen auch für das Nahrungsangebot für Vögel. Die im Max-Liebermann-Garten auf dem Kunsthallen-Dach zu sehenden Nutzpflanzen brauchen die Bestäubung durch Bienen und so ergaben sich Verbindungen der Projekte Max-Liebermann-Garten, Ornithoport und Blumenwiese.“ Im Frühsommer und Sommer blühen auf dem Dach Wilde Möhre, Kornrade, Korn- und Flockenblume, Süßklee, Mohnblume, Wermut und viele andere Blütenpflanzen. Sie bieten den Bienen ein gutes Nektarangebot. Beim ersten Schleudern der Honigwaben im Mai kamen rund 250 Kilogramm zusammen, die jetzt verkauft werden (siehe „Blick in die Honigwabe“).

Aber schließlich gelten die pelzigen Insekten auch als Symbol eines sparsam wirtschaftenden Gemeinwesens. Das wird seit langer Zeit geschätzt: Schon im Jahr 800 ordnete Kaiser Karl der Große an, dass auf seinen Gütern Bienen zu halten seien.

Quelle: Kunsthalle: Bundesbienen schwärmen aus | Kölner Stadt-Anzeiger

Infos zu Imkerei, Bienen, Wespen, Hornissen, Wildbienen und Umwelt

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