Waldbrände in der Bretagne zerstören erneut hunderte Hektar Land

Rennes (AFP) – Bei Feuern in der Bretagne im Nordwesten Frankreichs sind nach Angaben örtlicher Behörden am Wochenende erneut mehr als 300 Hektar Vegetation an verschiedenen Orten verbrannt. Die Region wird wegen ihres gemäßigten Klimas normalerweise von Waldbränden verschont.

Gemeinde Erdeven wegen der Waldbrände evakuiert

Im Arrée-Gebirge im Département Finistère fielen den Flammen 250 Hektar zum Opfer, teilte die örtliche Präfektur mit. Dort hatten Brände schon im Juli mehr als 1700 Hektar Heidelandschaft, Tannen- und Laubwald zerstört. In der Gemeinde Erdeven nahe der Halbinsel Quiberon mussten wegen eines Feuers etwa 300 Menschen evakuiert werden.

In Spanien entspannte sich die Lage in Galizien im Nordwesten des Landes etwas. Nach Angaben der Behörden bemühten sich die Einsatzkräfte am Sonntag, das größte Feuer unter Kontrolle zu bringen. Der Brand nahe der Gemeinde Boiro habe eingegrenzt werden können und „entwickelt sich günstig in Richtung seiner Stabilisierung“, teilte die Regionalregierung mit.

in Galizien rund 4000 Hektar Wald verbrannt

Das Feuer hatte seit vergangenem Donnerstag 2200 Hektar in Mitleidenschaft gezogen. Insgesamt waren in Galizien seit einer Woche 4000 Hektar verbrannt.

Beide Länder plagt wie ein Großteil Westeuropas eine weitere Hitzewelle – auch wenn die Temperaturen in Spanien am Sonntag zu sinken begannen. Häufigere Hitzewellen sind nach Ansicht von Experten eine direkte Folge des Klimawandels, der sowohl die Intensität als auch die Dauer und Häufigkeit erhöht.

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Özdemir will mit gelockerten Artenschutzvorgaben mehr Getreideanbau ermöglichen

Bleibt der Artenschutz auf der Strecke, wenn Stilllegungsflächen wie diese dem Getreideanbau geopfert werden? (Foto: Honighäuschen)

Berlin (AFP) – Im Kampf gegen den weltweiten Getreidemangel will die Bundesregierung Umweltauflagen für die deutschen Bauern lockern und mehr Getreideanbau ermöglichen. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) schlägt vor, die Ausweisung zusätzlicher Artenschutzflächen statt 2023 erst 2024 vorzuschreiben. Auch soll es für mehr Weizenanbau eine Ausnahme beim sogenannten Fruchtfolgenwechsel geben. Während der Bauernverband weitergehende Lockerungen forderte, kritisierte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Özdemirs Vorschlag scharf.

Dem Landwirtschaftsministerium zufolge soll die Ausnahme beim Fruchtfolgenwechsel ermöglichen, dass im kommenden Jahr Weizen auf Flächen ausgesät wird, in denen das Getreide schon in diesem Jahr angebaut wurde. Beim Artenschutz ist demnach vorgesehen, dass die bereits bestehenden Flächen im Agrarbereich bestehen bleiben müssen. Auf den Flächen, die eigentlich ab 2023 für den Artenschutz ungenutzt bleiben müssten, sollen nun stattdessen Getreide, Sonnenblumen und Hülsenfrüchte angebaut werden dürfen, allerdings nicht Mais oder Soja.

Kein Getreideanbau für Tank und Trog

„Ich schließe diesen Kompromiss für den Teller, nicht damit Getreide im Tank oder Trog landet – und unsere Ausnahme gilt ausdrücklich nur für 2023“, betonte Özdemir. Er werde keine Verordnung unterschreiben, „die den Hunger in der Welt als Argument missbraucht, um mehr für Tank und Trog zu produzieren und beim Artenschutz hinter das, was wir schon erreicht haben, zurückzufallen“.

Özdemir greift mit seinem Konzept Vorschläge der EU-Kommission auf, die er zunächst kritisiert hatte. „Was ich vorlege, ist ein Kompromiss, der an der einen oder anderen Stelle auch wehtut“, räumte er mit Blick auf die Verschiebung der Artenschutzvorgaben ein.

Laut dem Ministerium wurde Özdemirs Vorschlag, der innerhalb der Bundesregierung abgestimmt sei, am Freitag an die Bundesländer verschickt. Diese müssen noch zustimmen, damit das Konzept in Kraft treten kann. „Unsere Landwirtinnen und Landwirte brauchen Planungssicherheit, was sie in wenigen Wochen aussäen dürfen“, erläuterte Özdemir sein Vorgehen.

Agrarverbände wollen mehr Flächen nutzen

Der Deutsche Bauernverband reagierte mit Lob und Kritik. „Diese Entscheidung war überfällig und kommt in letzter Minute“, erklärte Bauernpräsident Joachim Rukwied. Die Aussetzung der Artenschutzvorgaben für ein Jahr sei aber „sicherlich nicht ausreichend“, bemängelte er zugleich. „Um weiterhin eine sichere Lebensmittelversorgung gewährleisten und in Krisenzeiten reagieren zu können, müssen wir alle Flächen für den Getreideanbau nutzen können, auf denen es landwirtschaftlich sinnvoll ist.“

FDP-Fraktionsvize Carina Konrad bezeichnete Özdemirs Vorlage ebenfalls als überfällig. „Die Überzeugungsarbeit und die zahlreichen Diskussionen in der Koalition haben sich in diesem Punkt gelohnt“, urteilte sie.

Unionsfraktionsvize Steffen Bilger (CDU) warf Özdemir vor, er habe „mit seinem parteitaktisch motivierten Zaudern“ wertvolle Zeit im Kampf gegen die globale Ernährungskrise verspielt. „Jetzt muss er im Eiltempo für eine rechtssichere Umsetzung sorgen. Denn unsere Landwirte brauchen rasch Klarheit, was kommendes Jahr konkret gilt“, erklärte Bilger.

Umwelthilfe lehnt Getreideanbau zulasten des Artenschutzes ab

Entsetzt reagierte die Umwelthilfe. „Eben weil wir die Ernährung von Menschen sichern müssen, dürfen nicht die viel zu wenigen und ertragsschwachen Artenschutzflächen weichen, während wir gleichzeitig immer noch 3,4 Millionen Tonnen Getreide und Ölsaaten jedes Jahr in den Tank werfen und 60 Prozent des Getreides in Deutschland für Futtermittel verwenden“, erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner. „Das ist Irrsinn!“

Müller-Kraenner forderte den Minister auf, „jetzt tatsächlich etwas für die Ernährungssicherung zu tun und die Agrospritförderung sofort zu stoppen“. Mittels einer „Fleischabgabe“ solle zugleich zügig auf eine Reduktion der Tierbestände hingewirkt werden – bisherige Futterflächen könnten dann für den Anbau von Grundnahrungsmitteln genutzt werden.

cne/jes

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Französische Regierung setzt wegen extremer Trockenheit Krisenstab ein

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Paris (AFP) – Die französische Regierung hat wegen der schweren Dürre einen Krisenstab eingesetzt. „Diese Dürre ist die schlimmste, die jemals in unserem Land verzeichnet wurde“, teilte das Büro von Premierministerin Elisabeth Borne am Freitag mit. Die extreme Trockenheit könne noch zwei Wochen lang anhalten oder sich sogar noch verschlimmern. Die Dürre sei eine „Katastrophe“ für Landwirte im ganzen Land und für die Umwelt.

Seit Wochen anhaltende Trockenheit in Frankreich

In fast allen französischen Departements gelten wegen der seit Wochen anhaltenden Trockenheit bereits unterschiedlich scharfe Beschränkungen bei der Wassernutzung, in 62 Departements gilt nach der dritten Hitzewelle in diesem Sommer die höchste Alarmstufe. Der Wetterdienst Météo-France rechnet für die kommenden Wochen nur mit wenig Erleichterung.

Angesichts dieser „historischen Situation“ habe die Premierministerin beschlossen, einen ressortübergreifenden Krisenstab einzusetzen, erklärte ihr Büro. Er soll unter anderem regelmäßig Berichte aus den am stärksten betroffenen Departements einholen, Notfallpläne vorbereiten und mögliche Maßnahmen wie die Lieferung von Trinkwasser koordinieren.

In hunderten französischen Gemeinden Trinkwasserversorgung zusammengebrochen

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Nach Angaben von Umweltminister Christophe Béchu ist schon in mehr als hundert französischen Gemeinden die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen. Die betroffenen Kommunen werden nun per Lkw mit Trinkwasser versorgt, „da nichts mehr in den Leitungen ist“, sagte Béchu bei einem Besuch in Roumoules im Südosten Frankreichs. Er forderte die von Wasserknappheit betroffenen Regionen auf, rechtzeitig aktiv zu werden: „Wenn Sie Wasser beschaffen müssen, sollten Sie sich nicht erst an dem Morgen darum kümmern, wenn kein Wasser mehr in den Leitungen ist.“

Nach Einschätzung von UN-Experten müssen sich Länder wie Frankreich angesichts des Klimawandels auf immer längere Trockenphasen einstellen.

mid/lan

Zoo in Pakistan versteigert Löwen an Privathalter

Junge Löwen im Lahore Safari Zoo (Foto: Arif Ali/AFP)

Lahore (AFP) – Ein Zoo im Osten Pakistans versteigert in der kommenden Woche ein Dutzend Löwen an Privatsammler. „Wir werden hier nicht nur mehr Platz schaffen, sondern auch unsere Ausgaben für Fleisch zur Fütterung der Tiere senken“, sagte der stellvertretende Direktor des Lahore Safari Zoo, Tanvir Ahmed Janjua, der Nachrichtenagentur AFP.

Zoo hat zuviele Großkatzen

Der Zoo habe mittlerweile so viele Großkatzen, dass Löwen und Tiger sich beim Auslauf in den Freigehegen abwechseln müssten, erklärte Janjua. Zwölf Löwen im Alter zwischen zwei und fünf Jahren will der Zoo am kommenden Donnerstag an die Höchstbietenden verkaufen. Für jedes Tier hat der Zoo einen Mindestpreis von 150.000 Rupien (etwa 660 Euro) gesetzt, er hofft aber, dass die Löwen jeweils etwa zwei Millionen Rupien einbringen.

Löwen, Tiger und andere exotische Wildtiere als Haustiere zu halten, ist in Pakistan nicht ungewöhnlich. Die Tiere sind ein Statussymbol. Ihre wohlhabenden Halter veröffentlichen Fotos und Videos ihrer Großkatzen in den Online-Netzwerken und vermieten sie als Requisiten für Filme und Fotoshootings.

Naturschützer kritisierten die geplante Auktion. Die Umweltorganisation WWF erklärte, die Tiere sollten besser in andere Zoos gebracht werden. „Der Austausch und die Schenkung von Tieren an andere Zoos ist eine weithin akzeptierte Praxis“, sagte Uzma Khan von der Organisation der AFP. „Sobald eine Institution wie ein Zoo eine Wildtierart mit einem Preisschild versieht, fördert sie den Handel – und das ist kontraproduktiv für den Naturschutz„, fügte sie hinzu.

In Lahore Gassi gehen mit dem Tiger

Nouman Hassan, ein Großkatzen-Fan, beim Gassi gehen mit seinem bengalischen Tiger (Foto: Arif Ali/AFP)

Es kann jedoch nicht jeder an der Auktion teilnehmen. Zoovertreter Janjua sagte, Käufer müssten bei den örtlichen Behörden registriert sein und nachweisen können, dass sie die Mittel hätten, die Löwen angemessen zu versorgen und unterzubringen. Der Tierarzt des Zoos Muhammad Rizwan Khan sagte, ein früherer Auktionsversuch sei fehlgeschlagen, weil den potenziellen Käufern die erforderlichen Papiere fehlten.

„Ich werde sicher versuchen, zwei bis drei Löwen zu kaufen“, sagte der Löwen-Besitzer Nouman Hassan. Die Auktion sei eine gute Möglichkeit für private Sammler, den Genpool ihres bisherigen Rudels zu diversifizieren. Hassan war in der Vergangenheit mit den Behörden in Konflikt geraten, als er dabei gefilmt wurde, wie er mit seinem Haustiger in Lahore Gassi ging.

oer/mid

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Mann will Spinne mit Feuerzeug töten und löst Waldbrand aus

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Washington (AFP) – Im US-Bundesstaat Utah hat ein Mann versucht, eine Spinne mit einem Feuerzeug zu töten – und dabei einen Waldbrand ausgelöst. Wie die Polizei mitteilte, wurde der Mann vorübergehend festgenommen. Der 26-Jährige habe Polizisten am Brandort gesagt, er habe die Spinne mit einem Feuerzeug töten wollen und „dabei ein Feuer entzündet“, erklärte das Büro des Sheriffs im Verwaltungsbezirk Utah auf Facebook.

Bundesstaat Utah leidet unter schwerer Dürre

Der Bundesstaat Utah leidet – wie ein Großteil des Südwestens der USA – unter einer schweren Dürre. Der Waldbrand, der am Dienstag in der Nähe der Stadt Springville südlich der Hauptstadt Salt Lake City ausgebrochen war, breitete sich nach Angaben der Feuerwehr auf eine Fläche von mehr als 24 Hektar aus und konnte bis Mittwoch zu 90 Prozent eingedämmt werden.

Der 26-jährige wurde nach Polizeiangaben wegen fahrlässiger Brandstiftung und des Besitzes von Marihuana festgenommen, inzwischen aber gegen Kaution freigelassen.

mid/dja

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50-Jähriger in NRW bekämpft Wespennest mit Gasbrenner und setzt Dachstuhl in Brand

Wespennester mit einem Gasbrenner zu bekämpfen, das ist keine gute Idee. Das überläßt man besser Fachleuten. (Foto: Klaus Maresch)

Paderborn (AFP) – Ein 50-Jähriger hat in Nordrhein-Westfalen versucht, ein Wespennest mit einem Gasbrenner zu bekämpfen – und einen Dachstuhl in Brand gesetzt. Das Feuer konnte allerdings noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr gelöscht werden, wie die Polizei in Paderborn am Donnerstag mitteilte. Demnach war der Mann am Mittwochnachmittag in Delbrück mit einem für Unkraut vorgesehenen Gasbrenner gegen das Wespennest unter der Dachtraufe eines Wohnhauses vorgegangen.

Gasbrenner setzt Dämmaterial in Brand

Dabei fingen das Dämmmaterial und mehrere Dachlatten Feuer. Ein 58-Jähriger konnte das Feuer mit Wasser aus einem Gartenschlauch löschen. Die Feuerwehr stellte sicher, dass keine Glutnester zurückblieben. Dafür mussten einige Dachpfannen abgedeckt werden. Die beiden Männer wurden von Rettungssänitätern betreut.

Den Sachschaden bezifferte die Polizei auf einige hundert Euro. Gegen den 50-Jährigen ermitteln die Beamten nun wegen fahrlässiger Brandstiftung und eines Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Wespen stehen unter Naturschutz und dürfen nur unter bestimmten Voraussetzungen bekämpft werden.

ald/cfm

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Querdenker, Wespen und aculeate Hymenopteren

Als früherer Imker habe ich eine 35 Jahre währende Erfahrung im Umgang mit Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen und werde oft kontaktiert, wenn es Probleme mit den Summsen gibt, beispielsweise wenn ein Wespennest im Rollokasten auftaucht. Dieses Jahr ist viel los, was im Zusammenhang mit Wespen und Hornissen steht.

Ein Kunde ruft an, er hat ein Problem mit Wespen im Rollokasten. Alles klar, Termin vereinbart und ich treffe vor Ort ein. Das Zimmer mit den Wespen ist im zweiten Stock eines – sagen wir mal so – opulent ausgestatteten Hauses. Der Hauseigentümer ist etwa 65 Jahre alt, wohlgenährt, zwei Autos stehen in der großen Einfahrt. Er ist Immobilienmakler und im Treppenhaus hängt eine Deutschlandflagge nebst einigen andere Devotionalien aus der jüngeren deutschen Geschichte (die mit den tausend Jahren), mit denen man sich in der Öffentlichkeit außerhalb Thüringens und Sachsen eher nicht zeigt.

Die Merkel-Diktatur, ihre „Erfindungen“ und die Impfmafia

Die lange Treppe hoch, oben habe ich kleine Pause gemacht, um wieder zu Luft zu kommen. Treppensteigen ist für mich nach meiner Coronaerkrankung immer noch ein Problem.
„Na, wohl kurzatmig, wa?“
„Ja, Probleme seit Corona, fünf Wochen damit zu tun gehabt…“
Ich komme gar nicht dazu den Satz zu vollenden, da geht es los. Es gäbe kein Corona, das sei eine Erfindung der Merkel-Diktatur und der Impfmafia. In dem aggressiven Ton ging es weiter, es fielen auch noch Begriffe wie „Internationales Finanzjudentum“, „Verschwörung“ und „geheime Informationsquellen“, auf die er Zugriff hätte usw. usf.

Innerlich köchelte ich bereits auf Siedetemperatur.

Wespennest im Rollokasten im Schlafzimmer

Haben Sie Fragen zu einem Wespennest? Im Honighäuschen bekommen Sie Hilfe und Informationen über aculeate Hymenopteren.

Wir erreichten das Schlafzimmer mit dem Rollokasten samt einem veritablen Wespennest. Anzeichen dafür, dass sich die Wespen ins Zimmer durchnagten, gab es auch.
„Jetzt machen Sie schon, ich hab noch zu tun! Machen Sie die Viecher weg!“
Tja, sagte ich, da könne ich ihm leider nicht helfen, das seien keine Wespen, sondern aculeate Hymenopteren, eine neue Züchtung aus den Laboren der Bill-Gates-Stiftung. Nahe Verwandte der Reptiloiden, das könne man gut sehen, wenn man nahe an das Nest heranginge und sich die Zeichnung über den drei Ocellen ansähe. Bei der Gates-Spezies seien in den Ocellen Microkameras verborgen, die über den Sender in der kronenförmigen Zeichnung die gesammelten Informationen übertragen würden. Der Sender wäre im Nest, da käme ich aber nicht ran. Früher hätte man sowas ausgeräuchert, das sei die einzig sichere Methode.

Aculeate Hymenopteren mit Micro-Kameras der Bill-Gates-Stiftung

Entsetzter Blick bei dem Mann. Ich zuckte mit den Schultern, es täte mir ja leid, aber mit dem internationalen Finanzjudentum UND der Gates-Stiftung könnte ich es nicht aufnehmen. Aber ich würde ihm dafür auch keine Rechnung schicken. Es würde ja sicher unter uns bleiben, dass ich ihn aufgeklärt hätte.
Bin gemütlich die Treppe runter und ins Auto gestiegen.

Also, liebe Notaufnahmen der umliegenden Krankenhäuser, liebe Feuerwehr Bonn, wenn euch jetzt ein Mann mit einem total zerstochenen Gesicht auf dem Tisch landet oder irgendwo in Wachtberg ein Haus in Flammen aufgeht…. ihr habt es da mit einem durchgeknallten Querdenker zu tun. 🙂

Allen anderen hilft das Honighäuschen gern weiter.

Ausbildungsberufe im Bereich Umwelt- und Klimaschutz immer beliebter

Berlin (AFP) – Ausbildungsberufe im Bereich Umwelt-, Natur- und Klimaschutz werden immer beliebter. Die Nachfrage danach stieg 2020 um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie eine Studie im Auftrag der Funke Mediengruppe ergab. „Damit haben sich die grünen Berufe entgegen dem Trend deutlich positiver entwickelt als der Ausbildungsmarkt insgesamt“, erklärte am Dienstag Dirk Werner vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Arbeit an den Bienenvölkern gehört zur Ausbildung dazu (Foto: Klaus Maresch)

Am stärksten wuchs das Interesse an einer Ausbildung zum Revierjäger – hier gab es 2020 knapp 44 Prozent mehr Bewerber als 2019, wie das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung im IW berechnete. Mehr junge Menschen interessierten sich auch für den Beruf des Landschaftsgärtners: 7,5 Prozent mehr Bewerber gab es für diesen Ausbildungsberuf.

Im Obst- und Gemüsebau stiegen die Bewerberzahlen um 12,2 Prozent, im allgemeinen Gärtnerberuf um 15,2 Prozent. Auch die Berufswünsche Pferdewirt (plus 14,1 Prozent), Forstwirt (plus 12,6 Prozent) und Winzer (plus 9,7 Prozent) erfreuten sich wachsender Beliebtheit.

„Die überdurchschnittliche Entwicklung in den grünen Berufen könnte ein Effekt der intensiveren Diskussion um Klima- und Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung sein“, sagte Werner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ob sich der Trend allerdings nachhaltig fortsetze, müsse abgewartet werden. „Grundsätzlich ändert sich das Berufswahlverhalten zwischen den Jahrgängen nur allmählich“.

Abnehmendes Interesse an Ausbildung in der Imkerei

Abnehmendes Interesse gab es insbesondere bei der Ausbildung zum Tierwirt in der Geflügelhaltung: Knapp 14 Prozent weniger Interessenten gab es im Jahr 2020 für diese Ausbildung als im Vorjahr. Auch der Bereich Milchtechnologie verzeichnete ein Minus von 13,7 Prozent. Für die Imkerei interessierten sich laut der Auswertung im Jahr 2020 gut zehn Prozent weniger Bewerber als noch 2019.

Die Nachfrage ist teils größer als das Angebot: Gut 660 Bewerber und Bewerberinnen im Bereich Garten- und Landschaftsbau gingen leer aus. Auch 135 Bewerber für eine Ausbildung als Forstwirt bekamen keine Lehrstelle.

Einen Trend zu grüneren Jobs gab es im vergangenen Jahr auch bei den handwerklichen Berufen. „Zu mehr Umwelt- und Klimaschutz und mehr Energieeffizienz tragen etwa Maler, Dachdecker und Schornsteinfeger genauso bei wie Anlagemechaniker Sanitär, Heizung und Klima oder Mechatroniker für Kältetechnik“, sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer den Funke-Zeitungen.

Künftig würden Themen wie Smart-Home und elektrische Mobilität weiter an Relevanz gewinnen und qualifizierten Handwerkern und Handwerkerinnen eine sichere berufliche Perspektive bieten. Der Zeitpunkt, um sich zu informieren und ins Berufsleben einzusteigen, sei ideal, sagte Wollseifer: Aktuell gebe es noch 31.000 freie Ausbildungsplätze, darunter auch in vielen klimarelevanten Bereichen. Insgesamt arbeiten nach seinen Angaben rund 30 Gewerke in fast allen Bereichen an der Umsetzung der Energiewende und dem Kampf gegen die Klimakrise. In diesem Feld seien 450.000 Handwerksbetriebe mit rund 2,5 Millionen Beschäftigten tätig.

fho/ilo

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WWF: Rote Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten so lang wie noch nie

Berlin (AFP) – Die Rote Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten wird immer länger: Mehr als 28 Prozent der gut 147.000 erfassten Arten und damit „mehr als jemals zuvor“ gelten nunmehr als bedroht, wie die Umweltschutzorganisation WWF am Donnerstag mitteilte. Die Rote Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) zeichne ein „düsteres Bild der Lage von Flora und Fauna“. Tiger sind laut der IUCN weiterhin stark gefährdet, ebenso wie der erstmals untersuchte Wandernde Monarchfalter.

Rote Liste listet auch Monarchfalter auf

Die Rote Liste nennt auch den Monarchfalter als gefährdet. (Foto: Klaus Maresch)

„Die heutige Aktualisierung der Roten Liste verdeutlicht die Zerbrechlichkeit der Wunder der Natur, wie zum Beispiel das einzigartige Spektakel der Monarchfalter, die über tausende von Kilometern wandern“, erklärte IUCN-Generaldirektor Bruno Oberle. Der Lebensraum der Schmetterlinge, die jedes Jahr tausende Kilometer zwischen Kanada, den USA und Mexiko zurücklegen, sei durch Abholzung und den Einsatz von Pestiziden und Herbiziden in der Landwirtschaft zunehmend gefährdet.

Nach Angaben der Weltnaturschutzunion leben zwischen 3.726 und 5.578 Tiger in freier Wildbahn und damit mehr als bislang angenommen. Die neue Schätzung, die um 40 Prozent über der letzten Auswertung im Jahr 2015 liegt, beruhe auf einer verbesserten Überwachung der Population. Tiger seien vor allem durch Wilderei, den Verlust ihres Lebensraums und schrumpfende Bestände ihrer Beutetiere bedroht.

Auch unter Wasser schwindet laut WWF die biologische Vielfalt. Alle Arten der Störe und Löffelstöre gelten demnach als bedroht, der Glatt-Stör sei in Europa ausgestorben.

Wirksame Schutz- und Schutzgebiete nötig

Es seien wirksame Schutz- und Schutzgebiete sowie entschlossene Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Wiederherstellung von Ökosystemen nötig, um die „reiche Vielfalt der Natur“ zu erhalten, betonte IUCN-Generaldirektor Oberle.

Auch der WWF mahnte Maßnahmen gegen den Rückgang der Artenvielfalt an. „Unsere Gesundheit, Wirtschaft, ja unsere gesamte Existenz hängt von der Natur ab“, erklärte die Artenschutz-Expertin der Umweltschutzorganisation, Anne Hanschke.

Das System sei mit einem Turm aus Bauklötzen vergleichbar, wobei jeder Stein eine Tier- oder Pflanzenart darstelle, sagte Hanschke. „Nur wenn dieser Turm des Lebens stehen bleibt, können wir Menschen gesund und sicher leben.“ Es sei ein besserer Naturschutz nötig, um zu verhindern, „dass dieser Turm zusammenbricht.“

Der WWF rief die Bundesregierung auf, sich bei der Weltnaturkonferenz im Dezember im kanadischen Montréal für ein ehrgeiziges neues Abkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt einzusetzen und Deutschlands Beitrag zur internationalen Finanzierung zum Erhalt der Biodiversität auf mindestens zwei Milliarden Euro jährlich aufzustocken.

bfi/ans

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Mittelmeerländer leiden weiter unter Waldbränden und Gluthitze

Madrid (AFP) – In den Mittelmeerländern brennen bereits Wälder – und auch Deutschland und Großbritannien stehen Vorhersagen zufolge extreme Temperaturen bevor: Die Hitze hat weite Teile Europas fest im Griff. In Portugal, Spanien und Frankreich kämpften am Freitag weiter tausende Feuerwehrleute gegen verschiedene Waldbrände. Die britische Wetterbehörde rief erstmals überhaupt wegen extremer Hitze Alarmstufe rot aus. Auch in Deutschland sollen die Temperaturen Anfang kommender Woche deutlich über 30 Grad klettern.

In der Nähe der Dune de Pilat bei Bordeaux, Europas höchster Wanderdüne, vernichteten zwei Waldbrände nach Behördenangaben seit Dienstag bereits 7300 Hektar Pinienwald. Auch drei Häuser und zwei Restaurants brannten demnach ab.

Post-Apokalypse in Cazaux

Die Lage sei „post-apokalyptisch, wirklich“, sagte eine Bewohnerin des in Asche eingehüllten Dorfes Cazaux, kurz bevor dessen vorsorgliche Evakuierung angeordnet wurde. In der Nacht waren in der Region 500 Menschen in Sicherheit gebracht worden, damit mussten bereits rund 10.000 Menschen wegen der Waldbrände ihre Häuser oder Campingplätze verlassen.

Die zu Beginn der Hitzewelle Anfang der Woche ausgebrochenen Feuer seien „noch immer nicht unter Kontrolle, und die Bedingungen sind schlecht, es ist starker Wind vorhergesagt“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr in der Region von Bordeaux im Südwesten Frankreichs. Etwa tausend Feuerwehrleute und mehrere Löschflugzeuge waren im Einsatz.

Am Donnerstag war zudem südlich von Avignon ein weiterer Waldbrand ausgebrochen, der einen Ascheregen in der Stadt während des Theaterfestivals verursachte. Das Feuer wurde nach ersten Erkenntnissen durch Funkenflug wegen der überhitzten Bremsen eines Güterzugs ausgelöst. Etwa 300 Hektar Wald gingen in Flammen auf. Laut Feuerwehr war der Brand bei Avignon am Freitag weitgehend unter Kontrolle.

Mehr als 2000 Feuerwehrleute in Portugal im Einsatz

In Portugal kämpften mehr als 2000 Feuerwehrleute weiter gegen vier Waldbrände im Norden und Zentrum des Landes. Die Lage entspannte sich etwas, Präsident Marcelo Rebelo de Sousa rief am Donnerstagabend jedoch zur Vorsicht auf. „Wir müssen noch ein paar Tage mehr wachsam bleiben“, mahnte er.

Nach Angaben des Zivilschutzes gab es bei den Bränden in Portugal ein Todesopfer und etwa 60 Verletzte. Seit Jahresbeginn brannten demnach bereits etwa ein Dutzend Häuser und mehr als 30.000 Hektar nieder – die größte Waldbrand-Schadensbilanz an einem 15. Juli seit 2017.

In der angrenzenden spanischen Region Extremadura wurde am Donnerstag ein weiterer Waldbrand „mit ungünstiger Entwicklung“ gemeldet. Er bedrohte den Monfragüe-Nationalpark.

Die Region leidet bereits seit Tagen unter extremer Hitze. In Spanien scheint der Höhepunkt zwar vorüber, am Freitagmorgen war es in der südwestlichen Provinz Badajoz aber morgens um 7.00 Uhr trotzdem schon 37,2 Grad heiß. Am Donnerstag waren im Zentrum des Landes 45,4 Grad erreicht worden. Im Norden Portugals kletterte das Thermometer sogar auf 47 Grad – ein Rekordwert für den Monat Juli.

Waldbrände in Nordafrika

Auf der anderen Seite des Mittelmeers wüteten im Norden Marokkos mehrere Waldbrände. In der Region Larache wurde nach Behördenangaben ein Todesopfer mit schweren Brandwunden entdeckt. 1600 Hektar brannten nieder, mehr als tausend Familien in den Provinzen Larache, Ouezzane, Taza und Tetouan mussten ihre Häuser verlassen.

Ein Überspringen der 40-Grad-Marke befürchtet für Anfang kommender Woche auch die britische Wetterbehörde und rief deshalb zum ersten Mal überhaupt die Hitze-Alarmstufe rot Hitze aus. Für einen neuen Hitze-Rekord in Großbritannien bestehe eine 80-prozentige Chance. Der bisherige Temperaturrekord des Landes wurde 2019 mit 38,7 Grad erreicht.

In Irland sollen am Montag immerhin 32 Grad erreicht werden. Auch Deutschland stellt sich auf eine Hitzewelle ein. Die Temperaturen sollen zu Wochenbeginn laut Deutschen Wetterdienst im Westen, Süden und Zentrum des Landes 30 Grad übersteigen.

Wissenschaftlern zufolge nehmen Extremwetterereignisse wie Hitzewellen wegen des Klimawandels an Intensität und Häufigkeit zu.

yb/jes

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Hunderte Feuerwehrleute in Kalifornien kämpfen für Erhalt der Riesenmammutbäume

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Los Angeles, USA (AFP) – Hunderte Feuerwehrleute haben weiter gegen einen im Yosemite-Nationalpark wütenden Waldbrand gekämpft, der die dort wachsenden Riesenmammutbäume bedroht. Am Montag gelang es ihnen, den tagelang außer Kontrolle geratenen Brand zu etwa einem Viertel einzudämmen. Doch für Entwarnung war es noch zu früh. Die extreme Hitze und Trockenheit dürften laut Wettervorhersage anhalten.

Das „Washburn Feuer“ war am 7. Juli in der Nähe des Mammutbaumwaldes Mariposa Grove ausgebrochen und hatte sich zuletzt auf rund 950 Hektar ausgebreitet. Über 540 Feuerwehrleute kämpften am Montag gegen die Flammen. „Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um das Feuer zu löschen“, sagte Park-Sprecherin Nancy Phillipe der Nachrichtenagentur AFP. Neben den Brandbekämpfern am Boden würden auch Löschflugzeuge und Hubschrauber eingesetzt. Kontrollierte Brände sollen zudem das Unterholz lichten, um den Flammen Nahrung zu entziehen.Besondere Schutzmaßnahmen wurden für den „Grizzly Giant“ ergriffen, den bekanntesten und zweitgrößten Riesenmammutbaum des Nationalparks. Die Feuerwehr veröffentlichte auf Twitter Aufnahmen von eigens aufgestellten Sprinklern, die den knapp 64 Meter hohen Baum ständig mit Wasser besprühten. Bisher gelang es der Feuerwehr, die Flammen von den uralten Riesenbäumen fernzuhalten.Die Riesenmammutbäume, auch Sequoias genannt, sind die raumgreifendsten Bäume der Welt. Ihre Verwandten, die kalifornischen Redwood-Mammutbäume, können mit mehr als 100 Metern zwar noch höher wachsen, haben aber nicht so einen großen Durchmesser wie die Riesenmammutbäume. Allein im Mariposa Grove wachsen mehr als 500 Sequoias.
Buchtipp: Biotechnology in Agriculture and Forestry

Während ihrer tausende Jahre dauernden Lebenszeit erleben Mammutbäume immer wieder Waldbrände. Die Hitze des Feuers trägt dazu bei, dass sich ihre Zapfen öffnen und sich die Samen verteilen können. Längere, heißere und aggressivere Feuer, die durch die Erderwärmung häufiger werden, können die Bäume aber irreparabel schädigen.

2020 starben bei einem riesigen Brand etwa 10.000 Mammutbäume. Das waren bis zu 14 Prozent des weltweiten Bestands. Im vergangenen Jahr verbrannten weitere 3600 Sequoias.

Der unter einer anhaltenden Dürre leidende Westen der USA hat in den vergangenen Jahren Waldbrände von außergewöhnlichem Ausmaß und Intensität erlebt. Gleichzeitig zieht sich die Brandsaison immer länger hin. Für dieses Jahr befürchten die Feuerwehren besonders heftige Waldbrände.

ans/ck

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Protest gegen Einschnitte beim Artenschutz

Schleswig (AFP) – Aus Protest gegen seiner Auffassung nach nicht vertretbare Einschnitte beim Artenschutz hat der Chef des schleswig-holsteinischen Grünen-Heimatkreisverbands von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sein Amt niedergelegt. Die von Habeck mitverantworteten Gesetze der Ampelkoalition zur Beschleunigung der Energiewende beschädigten „an vielen Stellen völlig unnötig den Naturschutz„, hieß es in einem am Donnerstagabend veröffentlichten entsprechenden Schreiben des bisherigen Vorsitzenden der Grünen im Kreis Schleswig-Flensburg, Rainer Borcherding.

Der Vorstand des Kreisverbands distanzierte sich umgehend von dem Schritt des bisherigen Vorsitzenden und sicherte Habeck seine Unterstützung zu. „Wir möchten die verschiedenen schwerwiegenden weltweiten Krisen nicht gegeneinander ausspielen – wir stehen geschlossen hinter der Arbeit unseres Wahlkreisabgeordneten Robert Habeck“, hieß es in einem am Freitag vom Kreisvorstand in Schleswig veröffentlichten Stellungnahme. Im August werde auf einer Kreismitgliederversammlung ein neuer Kreisvorsitzender gewählt.

Habeck ist der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Flensburg-Schleswig. Er lebt seit in Schleswig-Holstein und war dort unter auch anderem Umwelt- und Energiewendeminister. Die Grünen wollen parallel die Klimakrise und das weltweite Artensterben bekämpfen. Beide Ziele können mitunter aber auch in Konkurrenz geraten.

So beschloss der Bundestag am Donnerstag ein Gesetzespaket der Berliner Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP zum beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien. Parallel dazu segnete das Parlament Änderungen am Bundesnaturschutzgesetz ab. Dadurch können auch Landschaftsschutzgebiete in die Suche nach Flächen für Windkraftanlagen einbezogen werden, für die artenschutzrechtlichen Prüfungen gelten künftig einheitliche Standards.

In seinem Schreiben bezog sich Borcherding auf diese und andere Schritte, etwa die Subventionierung von kleinen Wasserkraftwerken an Flüssen oder eine seiner Auffassung nach „bewusste“ Vernachlässigung von gefährdeten „störungssensiblen Vogelarten“ wie dem Schwarzstorch bei der Planung von Windkraftanlagen. Das Bestreben zur Beschleunigung der Energiewende sei nachvollziehbar, schrieb er. Habeck habe dabei jedoch „völlig unnötig den Naturschutz zum Gegner gemacht“. Er wolle ihn daher nicht mehr unterstützen.

bro/cfm

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UN-Bericht: Jährlich bis zu 199 Milliarden Dollar durch illegalen Handel mit wilden Arten

Unberührter Urwald im Kakum Nationalpark in Ghana (Foto: Klaus Maresch)

Paris, Frankreich (AFP) – Der illegale Handel mit wilden Arten erreicht nach einem UN-Bericht jährlich ein Volumen zwischen 69 und 199 Milliarden Dollar (68 bis 196 Milliarden Euro). Fische und Holz hätten dabei den größten Anteil, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht von IPBES, einem zwischenstaatlichen Ausschuss für Artenvielfalt. Durch illegalen Handel mit wilden Arten würden weltweit die dritthöchsten Einnahmen erzielt, nach dem Menschen- und dem Drogenhandel.

Zugleich seien Milliarden von Menschen auf die Nutzung wilder Pflanzen, Fische und Tiere angewiesen. „Wilde Arten sind äußerst wichtig für die Lebensmittelsicherheit„, betonte Jean-Marc Fromentin, einer der Mitautoren des Berichts. Etwa 50.000 wilde Arten würden genutzt, indem etwa Fische gefangen, Früchte geerntet, Holz geschlagen oder Tiere gefangen werden.

Holzbiene bei der Bestäubungsarbeit (Foto: Klaus Maresch)

„Stadtbewohner in reichen Ländern sind sich dessen kaum bewusst, aber wilde Pflanzen werden etwa für Medikamente und Kosmetik genutzt“, sagte Fromentin. Viele Speisefische seien wilde Fische, und viele Möbel seien aus Holz, das nicht eigens dafür angebaut werde.

Die Abhängigkeit von wilden Arten sei bei ärmeren Menschen noch höher. Sie stellten oft eine bedeutende Einkommensquelle dar. Etwa 2,4 Milliarden Menschen seien etwa auf Holz angewiesen, um ihr Essen zuzubereiten.

Die Überausbeutung bedroht dem Bericht zufolge bereits 34 Prozent der Fischarten, etwa 1300 Arten von Säugetieren und zwölf Prozent der Baumarten. Die Organisation hatte bereits 2019 darauf hingewiesen, dass eine Million Arten bedroht sei, die meisten davon durch menschliche Ausbeutung.

Eine Palmschnapsdestille im Kakum Nationalpark in Ghana (Foto: Klaus Maresch)

Um den Artenschutz zu verbessern, müsse in erster Linie der Kampf gegen illegale Fischerei verstärkt werden. Außerdem müsse die Nutzung von Wäldern besser durch Zertifikate geregelt werden. Indigene Völker hätten oft gute Regeln entwickelt, um Arten zu schützen, sagte Fromentin. Dazu zählten der Respekt vor der Natur und die Einrichtung heiliger Zonen, die Schutzgebieten entsprechen.

Der IPBES-Bericht dürfte die Debatten auf der nächsten großen Artenschutz-Konferenz im Dezember in Montréal beeinflussen. Dort soll ein Rahmen für den Artenschutz bis 2050 festgelegt werden.

kol/ju

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Julia Johnson ist neue Stadtförsterin in Bonn

Julia Johnson studierte Forstwirtschaft an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde sowie Forstwissenschaften und Waldökologie mit dem Schwerpunkt Waldnaturschutz in Göttingen. Im Rahmen ihres Referendariats für den höheren Forstdienst war Julia Johnson zuletzt im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Würzburg tätig, wo sie unter anderem mit dem Erstellen von Vegetationsgutachten sowie der Beratung von Privatwaldbesitzern betraut war.

Den forstbetrieblichen Teil ihrer Ausbildung absolvierte sie in einem Forstbetrieb der Bayerischen Staatsforsten in Ebrach im Steigerwald. Eine prägende Zeit für Julia Johnson, denn der ehemalige Betriebsleiter Ulrich Mergner entwickelte das in Fachkreisen bekannte Trittsteinkonzept: Es zeigt einen Weg auf, wie sich Forstwirtschaft und Artenschutz durch viele kleine geschützte Bereiche mit Totholzbeständen miteinander vereinen lassen. Auch der Bonner Stadtwald besteht zu zehn Prozent aus Naturwaldzellen, welche nicht bewirtschaftet und einer natürlichen Entwicklung überlassen werden.

Nach ihrer Staatsprüfung im Oktober 2021 übernimmt Julia Johnson nun die Leitung der Bonner Stadtförsterei mit 18 Mitarbeitenden im Amt für Umwelt und Stadtgrün. Johnson, die nicht nur für ihre berufliche Karriere an verschiedenen Orten Station gemacht hat, sondern als Tochter eines pensionierten US-Army-Offiziers bereits in ihrer Jugend in den unterschiedlichsten Orten sowohl in Deutschland als auch in den USA gelebt hat, freut sich sehr auf ihre neue Wahlheimat Bonn: „Bonn ist nicht nur eine spannende und internationale Großstadt, sondern auch eine besonders grüne Stadt. Der hohe Waldanteil ist wirklich etwas Besonderes für eine Stadt dieser Größe“, betont die neue Stadtförsterin.

Den Wald klimafit und zugleich sicher für Besucher machen

Typische Waldbewohner sind Bienen, hier einer unserer Bienenstände in einem Bestand mit Edelkastanien. (Foto: Klaus Maresch)

Typisch für einen „Großstadtwald“ sind auch die damit einhergehenden Herausforderungen: „Eine große Herausforderung sind die vielfältigen Ansprüche an den Bonner Stadtwald: Es gibt die klassischen Waldspaziergängerinnen, die vor allem Erholung suchen, Familien mit Kindern, aber auch Menschen, die im Grünen Sport treiben möchten. Gleichzeitig stehen wir vor den Herausforderungen der Klimakrise. Wir müssen den Wald klimafit und zugleich sicher für Besucherinnen machen“, so Johnson.

Großen Wert legt Julia Johnson, in deren Zuständigkeit nicht nur die Stadtförsterei mit dem Wildgehege auf der Waldau, sondern auch das im Sommer 2019 neu eröffnete Haus der Natur liegt, auf das Thema Waldpädagogik. Sie selbst hat das waldpädagogische Zertifikat und möchte sobald wie möglich persönlich Waldführungen aus dem Programm des Haus der Natur übernehmen und als Stadtförsterin den Bonner Kindern und Jugendlichen den Lebensraum Wald näherbringen.

Auch in ihrer Freizeit nutzt die neue Wahlbonnerin jede Gelegenheit, um ihr neues „Revier“ kennenzulernen. Mit ihrem Border-Collie „Kowi“ (übersetzt „Waldbewohner“) unternimmt sie ausgedehnte Spaziergänge durch den Bonner Stadtwald. Einen ersten Lieblingsort hat sie bereits gefunden: „Die Kopfbuchen im sogenannten Geisterwald verbreiten mit ihren knorrigen Ästen und Formen eine ganz besondere Atmosphäre.“

Mehr als 19.000 Hitzetote zwischen 2018 und 2020 in Deutschland

Berlin (AFP) – In den drei Sommern 2018 bis 2020 sind in Deutschland mehr als 19.000 Menschen aufgrund der Hitze gestorben. Das zeigt eine Auswertung des Robert-Koch-Instituts, des Deutschen Wetterdiensts und des Umweltbundesamts, die das „Deutsche Ärzteblatt“ am Freitag veröffentlichte.

Den Schätzungen zufolge gab es 2018 – dem zweitwärmsten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 – etwa 8700 hitzebedingte Sterbefälle. 2019 waren es etwa 6900 und 2020 etwa 3700 Hitzetote. Im vergangenen Jahr wurde keine signifikant erhöhte Übersterblichkeit aufgrund von Hitze registriert.

Seit 1992 ging der Einfluss der hohen Temperaturen auf die Sterblichkeit insgesamt zwar leicht zurück, was den Gesundheitsexperten zufolge auf eine gewisse Anpassung an die Hitze hinweise. Dennoch zeigten besonders die Daten der Jahre 2018 bis 2020, dass Hitzeereignisse nach wie vor eine besondere Bedrohung für die Gesundheit der Menschen in Deutschland darstellten.

Hitze kann das Herzkreislaufsystem stark belasten und insbesondere bestehende Beschwerden wie etwa Atemwegserkrankungen verstärken. Da Hitze nur in seltenen Fällen als direkte Todesursache benannt wird, nahmen die Experten statistische Modelle zu Hilfe, um die Zahl der Hitzetoten abzuschätzen.

Im Untersuchungszeitraum 1992 bis 2021 gab es mit den Jahren 2018, 2019 und 2020 erstmals in drei aufeinanderfolgenden Jahren eine signifikante Zahl hitzebedingter Sterbefälle. Insgesamt erfasste die Studie 19.300 Hitzetote in diesen drei Jahren. In allen Regionen – Norden, Mitte und Süden – war die Altersgruppe der über 85-Jährigen am stärksten betroffen. Diese drei Jahre weisen zudem jeweils mehr Hitzewochen auf als die anderen Jahre der Dekade 2012 bis 2021.

Insbesondere das Jahr 2018 erreichte mit einer geschätzten Zahl von etwa 8700 Hitzetoten eine ähnliche Größenordnung wie die historischen Hitzejahre 1994 und 2003 mit jeweils rund zehntausend Sterbefällen. 2018 gab es eine ungewöhnlich lange Hitzeperiode, die etwa in den Südregionen bis zu neun Wochen dauerte.

Die Datenmodelle zeigen auch, dass sich dieselbe Wochenmitteltemperatur in der Dekade von 2012 bis 2021 weniger stark auf die Sterblichkeit auswirkte als etwa in der Dekade von 1992 bis 2001. Dies kann den Wissenschaftlern zufolge als Hinweis „auf eine gewisse Anpassung der Bevölkerung an wiederkehrende Hitzeperioden“ interpretiert werden. Denkbar seien zum Beispiel individuelle Verhaltensänderungen wie etwa das Tragen luftiger Kleidung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr oder das Aufsuchen schattiger oder klimatisierter Räume.

Für die Zukunft sehen die Experten wegen des Klimawandels, der vermehrt für extreme Hitzeereignisse in Deutschland sorgen könnte, allerdings die Notwendigkeit, „den Umgang mit Hitzeperioden in Deutschland deutlich zu verbessern. Vor allem gelte es, „vulnerable Bevölkerungsgruppen adäquat zu schützen“.

hex/cfm

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Bienen zählen mit KI – Wie hängen Populationsgröße und Umwelteinflüsse zusammen?

Ein Vorsatz mit Infrarotlicht zählt Bienen mit KI. Die Umweltdaten werden direkt auf dem Gelände gemessen (Foto: Johanna Weber)

München, 22. Juni 2022 – Wie viele Bienen verlassen täglich den Stock und wie viele Insekten kehren nach Erkundungs- oder Sammeltätigkeit wieder zurück? Die Aktivitäten oder Verluste in Bienenvölkern mit bis zu 50.000 Bienen konnten Imker bisher nur qualitativ schätzen. Belastbare Daten zu den Populationen ihrer Bienenstöcke wären für die Imker jedoch essenziell. Bisher mangelt es an Methoden, die belastbare Ergebnisse liefern könnten, um Bienenaktivitäten oder -verluste mit Umweltdaten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Windgeschwindigkeiten in Korrelation zu setzen.

Qualitative Einschätzungen mit Messungen abgleichen

Matthias Wick, privater Imker in Baldham bei München, initiierte deshalb mit der Hochschule München (HM) das Projekt „Environment and Bee Monitor“ (EnBeeMo). Gemeinsam entwickelten sie einen Vorbau für Bienenstöcke, der die Bienen mithilfe KI zählt, ohne sie in ihrem natürlichen Verhalten zu beeinflussen. „Es ist extrem spannend, subjektive Wahrnehmungen mit Ergebnissen modernster Messtechnik abzugleichen. Fragen, die nach persönlichen Beobachtungen offenblieben, können nun im Idealfall geklärt werden. Ich hoffe, durch das Projekt die unterschiedlichen Standortbedingungen meiner Bienenvölker noch besser einschätzen zu lernen, um gezielter auf deren Bedürfnisse eingehen zu können“, sagt Imker Wick.

Projekt EnBeeMo: Bienenzählen mit KI

Umweltdaten mit dem Ein- und Ausflug der Bienen zusammenbringen: Die Website von EnBeeMo zeigt das Zusammenspiel von Bienenflug und der Temperatur des Geländes an (Foto: Johanna Weber)

Wissenschaftlich treibt Prof. Dr. Herbert Palm, Leiter des Masterstudiengangs Systems Engineering sowie des gleichnamigen Labors, das Projekt EnBeeMo voran. Ziel ist es, die Volkszählung von Bienen gemeinsam mit den beiden Masteranden Lorin Arndt und Benjamin Eibl auf eine wissenschaftliche Grundlage zu stellen.

Das setzt interdisziplinäre Zusammenarbeit voraus, denn bisher entwickelte Systeme scheiterten vorrangig an zwei Aspekten: Entweder waren sie nicht hinreichend genau, oder sie selbst beeinflussten das natürliche Verhalten der Bienen. „In EnBeeMo wollen wir statistisch belastbare Korrelationen von Bienenpopulationen und ihren Umwelteinflüssen herstellen – in einem ersten Schritt den natürlichen und in einem späteren Forschungsstadium den von Menschen gemachten“, sagt HM-Professor Palm.

Prototyp-Entwicklung: Kamera-Vorsatz, der Bienen mit KI zählt

Die Kamera nimmt die Bienen bei Infrarotlicht auf: Die Algorithmen haben gelernt, Bienen zu erkennen und zu zählen (Bild: EnBeeMo)

In der Erprobungsphase 2021 wurde mit dem Vorsatz „EnBeeMo v1“ Bildmaterial von Bienen gesammelt und darauf die Bienen mittels sogenannter “Labels” markiert. Mit diesem Material trainierte Arndt im Anschluss den Algorithmus, sodass das System nun automatisiert Bienen erkennen kann. Im Verlauf des Projekts wurde von dem HM-Masteranden neben der Hardware auch die Effektivität der KI verbessert.

Im Anschluss entwickelte HM-Masterand Benjamin Eibl inzwischen den zweiten Prototyp „EnBeeMo v2“, welcher zusätzlich autark – ohne Anbindung an das lokale Stromnetz – funktioniert. Der Vorbau wird vor dem Bienenstock angebracht und erfasst ein- und ausfliegende Bienen mithilfe einer Kamera und zählt diese wieder mit einem lernenden System. Eine zusätzliche Infrarotbeleuchtung trägt zu einem homogen ausgeleuchteten und scharfen Kamerabild bei. Im Vergleich zu ähnlichen kamerabasierten Systemen beeinflusst das Licht im Infrarotbereich das natürliche Verhalten der Bienen nicht, da sie dieses nicht wahrnehmen.

Korrelationen zwischen Bienenverhalten und Umweltdaten herstellen

Autarke Stromversorgung: Eine Photovoltaikanlage versorgt die Zähleinheit für die Bienen sowie die Station zur Aufnahme der Messdaten des Geländes mit Strom (Foto: Johanna Weber)

Bereits seit dem Frühjahr 2021 beobachten die beiden Prototypen, der zweite seit April 2022, jeweils ein Bienenvolk von Imker Wick in Baldham. In der Zusammenschau der Ergebnisse mit den konkreten Umweltdaten vor Ort wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind- und Böengeschwindigkeit soll überprüft werden, ob sich Zusammenhänge zwischen Bienenzahl und Umweltfaktoren ergeben. Künftig soll es auf diese Weise möglich sein, fundiert Zählungen vorzunehmen, die Standortfaktoren konkreter Bienenstöcke zu bewerten und Zusammenhänge zwischen beiden zu erkennen.

Gerne vermitteln wir Interviews mit den Forschenden Prof. Dr. Herbert Palm, Lorin Arndt und Benjamin Eibl sowie mit Matthias Wick. Auch Besuche in Baldham sind nach Absprache möglich.

Weitere Informationen: Christiane Taddigs-Hirsch unter 089 1265-1911

Wie das Baumsterben die Nahrungsnetze beeinflusst

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt die Forschungsgruppe 5281 „Multitrophische Wechselwirkungen in einem Waldbiodiversitätsexperiment in China“, kurz MultiTroph, um Sprecherin Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein vom Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften der Universität Freiburg. Ziel ist, die Wechselwirkungen zwischen dem Baumsterben und den Nahrungsnetzen im Ökosystem zu untersuchen. Klein koordiniert dafür acht Projekte der internationalen Forschungsgruppe auf dem weltweit größten Waldbiodiversitätsexperiment in China. Dabei arbeiten Wissenschaftler verschiedener deutscher und österreichischer Universitäten eng mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und der Beijing Forestry University/China zusammen. Das Team wird in der ersten Projektphase ab Oktober 2022 für vier Jahre mit rund drei Millionen Euro gefördert.

Wie viele Baumarten braucht ein Wald?

Die Blaue Goldwespe Trichrysis cyanea ist ein Futterparasit bei den Spinnen-jagenden Grabwespen, die Nisthilfen in China und Deutschland nutzen und ein wichtiges Bindeglied in Nahrungsnetzen sind. Foto: Felix Fornoff

„Wir wollen verstehen, was mit den Nahrungsnetzen von Pflanzenfressenden- und räuberischen Insekten passiert, wenn Baumarten aussterben und wir neue hinzufügen“, erklärt Klein. „Wie viele Baumarten braucht ein Wald? Und welche Merkmale müssen diese Baumarten besitzen, damit der Wald beispielsweise mit Klimaveränderungen zurechtkommt und die Nahrungsnetze nicht zusammenbrechen oder sich so stark verschieben, dass Ökosystemleistungen des Waldes negativ beeinflusst werden?“

Interdisziplinäre Forschung

Für MultiTroph arbeiten Forschende aus verschiedenen Disziplinen zusammen: Experten für Bodenwissenschaften, Botanik, Molekularbiologie, ökologische Netzwerke, Tierökologie und Naturschutz gehen in acht Projekten unterschiedlichen Schwerpunkten nach.

Zum einen untersuchen die Wissenschaftlerinnen den Totholzabbau in der chinesischen Waldfläche. Darüber hinaus analysieren sie die Auswirkungen von trophischen Interaktionen, Baumvielfalt und Bodenerosion auf die Stöchiometrie von Boden und Pflanzen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Erforschung der Nahrungsnetze zwischen Pflanzen, Pflanzenfressern und räuberischen Insekten, wie zum Beispiel die Verknüpfung der Nahrungsnetze zwischen Bienen und Blüten sowie Wespen und Beutetieren in Nisthilfen. Des Weiteren ist das Forschungsteam an trophischen Interaktionen in verschiedenen Stadien der Baumverjüngung interessiert. Die Teilaspekte werden zu einem großen Nahrungsnetz zusammengefügt.

Forschungsdaten zur Wald-Biodiversität ergänzen

„Wir sind überzeugt, dass unsere Forschungsgruppe die existierenden Wald-Biodiversitätsforschungsdaten kritisch ergänzen und zu einem erweiterten Verständnis von multi-trophischen Nahrungsnetzen im Wald führen wird“, sagt Klein.

Das Projektteam besteht neben Freiburger Wissenschaftlern aus Forschenden der Universität Bayreuth, der Technischen Universität Darmstadt, der Georg-August-Universität Göttingen, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Universität Hohenheim, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der Eberhard Karls Universität Tübingen, der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, der Paris Lodron Universität Salzburg/Österreich und der Pennsylvania State University/USA. Auf chinesischer Seite arbeiten Wissenschaftlerinnen der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und der Beijing Forestry University/China mit.

Faktenübersicht:

  • Klein leitet seit 2013 die Professur für Naturschutz und Landschaftsökologie an der Universität Freiburg. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Bienen und Bestäubung von Nutzpflanzen und Biodiversitätsförderung in der Agrarlandschaft
  • Seit 2015 ist Klein Vizepräsidentin der Gesellschaft für Ökologie für Deutschland, Schweiz und Österreich (GFÖ)
  • Klein ist Mitglied der DFG Senatskommissionen für Grundsatzfragen der Genforschung und Grundsatzfragen der Biodiversität und ist in mehreren Beiräten der Landesregierung in Baden-Württemberg tätig

Kontakt:
Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein
Professur für Naturschutz und Landschaftsökologie
Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-67770
E-Mail: alexandra.klein@nature.uni-freiburg.de
Twitter: @naturealexk

Dachdecker trifft Baumhummel – was tun?

Das geöffnete Nest der Baumhummel im Dach. (Foto: Honighäuschen)

Bei Dacharbeiten in Alfter stießen Mitarbeiter der Dachdeckerei SIDO Bedachung auf ein Nest der Baumhummel, welches sich in einer Ecke gebildet hatte, die mit Steinwolle ausgefüllt war. Das Dach sollte saniert, neu gedeckt und isoliert werden und dabei war das Hummelnest im Weg.

Der Dachdeckermeister Juwan Sidu ließ seine Mitarbeiter die Arbeit an dieser Stelle des Daches unterbrechen und wandte sich zunächst an das Ordnungsamt Alfter. Nach Klärung der Zuständigkeit und einem kleinen Umweg über die zuständige Untere Nnaturschutzbehörde landete er im Honighäuschen. Da alle Hummeln unter Artenschutz stehen, war eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde in Siegburg nötig, die nach Absprache telefonisch erteilt wurde.

Das Baumhummelnest in einer Transportbox. (Foto: Honighäuschen)

Zunächst wurde das Nest am Fundort in eine Transportbox mit Lüftungsmöglichkeit umgesetzt und noch herumfliegende Hummeln wurden mit einem Kescher eingefangen. Im Garten des Honighäuschens im Bonner Ortsteil Graurheindorf wurde das Nest in einen passenden Nistkasten verbracht und die separat transportierten Arbeiterinnen dem Nest zugesetzt.

Wenige Stunden später hatten die Bumhummeln die Isolierung des Nestes repariert und den normalen Tagesablauf wieder aufgenommen.

Artenporträt Baumhummel

Im neuen Nistkasten beginnen die Arbeiterinnen sofort mit der Wiederherstellung der Isolierung. (Foto: Honighäuschen)

Die Baumhummel (Bombus hypnorum) ist eine oberirdisch nistende Hummelart, die in ganz Europa vorkommt. Sie nistet immer oberirdisch, zum Beispiel in verlassenen Vogelnestern, in Nisthöhlen, Mauer- und Felsspalten, Dachböden, Ställen, Scheunen und Ähnlichem, wobei sie auch nicht selten in mit Steinwolle isolierten Dächern anzutreffen ist. Es gibt im Jahr eine Generation, wobei im Sommer schlüpfende Königinnen überwintern und die Folgegeneration für das nächste Jahr bilden.

Die Baumhummel Bombus hypnorum steht wie alle Hummelarten unter Naturschutz. (Foto: Klaus Maresch)

Die Nester der Baumhummel haben üblicherweise 80 bis 400 Tiere. Die Königin ist etwa 2cm lang und hat eine Flügelspannweite von 35 bis 38 Milimeter und einen bis zu 12 Milimeter langen Rüssel. Arbeiterinnen der Baumhummel werden etwa 8 bis 18 Milimeter groß und eine Rüssellänge von bis zu 10 Milimeter. Die männlichen Baumhummeln werden etwa 14 bis 16 Milimeter groß.

Die Arbeiterinnen der Baumhummel sind durchaus wehrhaft und können sich gut verteidigen.

NABU: Hummeln am Hintern erkennen

Berlin – Augen auf, Lupe raus und Stift gezückt: Der NABU Insektensommer steht wieder vor der Tür. Vom 3. bis 12. Juni und vom 5. bis 14. August heißt es Sechsbeiner beobachten und zählen. Groß und Klein sind aufgerufen, eine Stunde an einem schönen Platz mit Blick in die Natur wichtige Daten für die Artenvielfalt zu sammeln.

Was für eine Hummel könnte das sein? (Foto: Honighäuschen)

Putzig, pelzig und mit einem ganz eigenen Streifenmuster: Hummeln stehen in diesem Jahr ganz besonders im Fokus der Aktion. „Kannst Du Hummeln am Hintern erkennen?“, lautet die Entdeckungsfrage 2022 für alle, die zum ersten Mal genauer bei den Insekten hinschauen. Ackerhummel, Steinhummel und Erdhummel sind die häufigsten Arten, die bei uns vorkommen. Und jede hat ihr ganz eigenes Muster auf dem Hinterteil, mit dem man sie auseinanderhalten kann. Gezählt werden können aber alle Sechsbeiner, die entdeckt werden.

„Insekten sind unverzichtbar für uns Menschen und die gesamte Natur. In unseren Ökosystemen tragen sie zur Vermehrung von Pflanzen und zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Studien zeigen, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die Ausräumung der Landschaft sind nur einige Gründe dafür“, betont NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Man schützt bekanntlich das, was man kennt. Mit dem Insektensommer wollen wir für den Schutz dieser wichtigen Tiergruppe sensibilisieren.“

Winkende Hummel auf Eisenhut-Blüte, eine Beobachtung beim letzten Insektensommer (Foto: Honighäuschen)

Stück für Stück mit viel Freude die faszinierende Welt der Sechsbeiner entdecken und sie zu bestimmen lernen – das leistet dieses Citizen Science Projekt jeden Sommer aufs Neue. Die gemeinsame Aktion von NABU und seinem bayerischen Partner, dem Landesbund für Vogelschutz, ist einzigartig beim Insektenzählen. In diesem Jahr feiert sie außerdem ein kleines Jubiläum: Seit fünf Jahren werden jedes Jahr im Juni und August tausende Menschen zu Hobbyforschern. Die Daten der Zählaktion werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU ausgewertet und zeitnah auf www.NABU.de/insektensommer-ergebnisse veröffentlicht.

Rund 33.000 heimische Insektenarten gibt es allein in Deutschland. “Bei so einer riesigen und vielfältigen Tiergruppe kann wirklich jeder immer wieder etwas Spannendes und Wunderbares entdecken. Und das Abenteuer Insektenwelt beginnt direkt vor der eigenen Haustür!”, freut sich Daniela Franzisi, Projektleiterin des Insektensommers.

Steinhummel auf einer Kornblume (Foto: Kathy Büscher, NABU Rinteln)

Beobachten und zählen kann jeder und das fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standort aus. Gezählt wird bis zu eine Stunde lang. Gemeldet werden die Beobachtungen per Online-Formular oder mit der kostenlosen Web-App NABU Insektensommer. Beide Meldewege sind unter www.insektensommer.de zum Aktionsstart abrufbar.

Mithilfe des NABU-Insektentrainers (www.insektentrainer.de) lassen sich die Krabbeltiere ganz einfach erkennen und unterscheiden.

Der NABU-Insektensommer hat auch in diesem Jahr prominente Unterstützung durch die Moderatorin Ruth Moschner, den forensischen Entomologen Dr. Mark Benecke, die Schauspielerin Dr. Maria Furtwängler oder die bekannte Figur Biene Maja und ihre Freunde. (www.diebienemaja-bienenschutz.de).

Starkregensaison hat begonnen – Stadt Bonn rät zur Eigenvorsorge

Unwetter mit Starkregen sind längst nicht mehr auf die Tropen beschränkt, sie häufen sich auch in Bonn. (Foto: Klaus Maresch)

Überschwemmungen können Grundstücke und Gebäude an Bachläufen, aber auch abseits der Bäche inmitten der Bebauung, betreffen und erhebliche Schäden am Eigentum anrichten. Die Kanalisation ist für die Aufnahme der Wassermassen, die bei Starkregen niedergehen, wie überall in Deutschland nicht ausgelegt.

Aufgrund der Starkregenraison, die begonnen hat, rät das Tiefbauamt der Stadt Bonn daher allen Hauseigentümern und Mieterinnen, sich rechtzeitig zu informieren und eigene Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Um Schäden vorzubeugen, unterstützt das Tiefbauamt der Stadt Bonn, neben den städtischen Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz – wie dem Bau des Entlastungskanals Mehlemer Bach, der Neuplanung von Regenrückhaltebecken oder intensive Bachunterhaltung – alle Bürgerinnen mit vielfältigen Informationsangeboten zur Ermittlung der eigenen Gefahrenlage und Eigenvorsorge.

Hier können Sie sich drohende Gefahren informieren

Starke Windböen eines Gewitters fegen die Samen eines Baumes fort. (Foto: Klaus Maresch)

Gefahrenkarten zeigen mögliche überschwemmungsgefährdete Bereiche im Bonner Stadtgebiet. Sie sind unter https://stadtplan.bonn.de unter dem Kartenthema „Umweltschutz/Wasser/Hochwasser“ abrufbar. Die Überschwemmungsbereiche durch Bachhochwasser können auf den Hochwasser-Gefahrenkarten eingesehen werden. Auf den Starkregengefahrenkarten können Interessierte nachvollziehen, welche Bereiche im Stadtgebiet auch abseits der Bachläufe gefährdet sind.

Mit der Kampagne „Bonn unter“ (www.bonn-unter.de) informieren das Hochwasserkompetenzzentrum (HKC) und die Stadt Bonn, wie Bonner selbst gegen Hochwasser- und Starkregenschäden vorsorgen können. Auch können die Gefährdungsstufen der Überflutungen für das eigene Zuhause abgerufen werden.

Ebenso sind im Internetauftritt der Stadt Bonn (www.bonn.de/starkregen und www.bonn.de/Hochwasser) weiterführende Informationen und Broschüren zum Thema Hochwasser- und Starkregenvorsorge zu finden.

NABU: Kleiner Konsens im Insektenschutz

Berlin – Heute hat der Bundesrat dem Insektenschutzpaket aus Insektenschutzgesetz (ISG) und Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung (PfSchAnwV) zugestimmt. Es enthält einige wichtige Maßnahmen für den Insektenschutz. Dennoch wird das Paket durch zahlreiche Ausnahmen abgeschwächt.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Unsere Insekten schwinden weiterhin in rasantem Tempo. Auch wenn dieses Insektenschutzpaket ein erster Schritt in die richtige Richtung ist, wird es noch keine Trendumkehr beim Insektenschwund bringen. Die Einschränkungen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den wertvollen Schutzgebieten ist ein erster, wichtiger Schritt. Insgesamt sind die gesetzlich verankerten Maßnahmen aber noch zu gering. Auch eine Erfolgskontrolle ist bislang nicht vorgesehen. Für viele Regelungen gelten künftig auch noch Ausnahmen – die kommende Bundesregierung sollte den Insektenschwund daher als eine der großen Herausforderungen unserer Zeit ernst nehmen und hier deutlich nachbessern.“

Der NABU fordert, eine allgemeine Strategie zur Pestizid-Reduktion in der gesamten Agrarlandschaft sowie naturnahe strukturreiche Landschaften und Lebensräume stärker in den Blick zu nehmen. Hier braucht es u.a. weitere Regelungen, etwa zehn Prozent unbewirtschaftete Flächen in der Agrarlandschaft. Dafür sollte auch der im Aktionsprogramm Insektenschutz vorgesehene Refugialflächenansatz umgesetzt werden. Danach dürften biodiversitätsschädigende Pestizide nur dann auf einer Fläche eingesetzt werden, wenn auf dieser eine Rückzugsfläche für Insekten vorhanden ist oder sie an eine Rückzugsfläche grenzt.

Das Insektenschutzpaket besteht aus dem ISG in Form von Änderungen des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatschG) und der PfSchAnwV. Während das ISG Maßnahmen wie den Biotopschutz oder die Lichtverschmutzung adressiert, sind in der PfSchAnwV Regelungen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vorgesehen. So werden im BNatschG etwa Streuobstwiesen, artenreiches Grünland, Trockenmauern und Steinriegel als geschützte Biotope unter Schutz gestellt. Die Lichtverschmutzung wird reduziert, das „Natur auf Zeit“-Konzept gestärkt und einige Biozide in Naturschutzgebieten werden verboten. In der PfSchAnwV wird die Anwendung von einigen Pflanzenschutzmitteln (Herbizide und bienengefährdende Insektizide) in wertvollen Schutzgebieten eingeschränkt und Pflanzenschutzmittel auf Gewässerrandstreifen generell verboten. Auch der stufenweise Ausstieg aus dem umweltschädlichen Unkrautvernichter Glyphosat ist darin geregelt.

Kritisch sieht der NABU, dass in FFH-Gebieten (Flora-Fauna-Habitat) etwa Obst-, Wein- und Gartenbau sowie Sonderkulturen von den Anwendungsverboten für Pflanzenschutzmittel ausgenommen sind. Übrig bleibt damit nur das Grünland, auf dem die genannten Pflanzenschutzmittel kaum eingesetzt werden. Darüber hinaus wird auf Ackerflächen von FFH-Gebieten bis zum 30. Juni 2024 lediglich auf freiwillige Maßnahmen gesetzt.

Beim Bundespatentgericht halten die Bienen Einzug

Berufsimker Herbert Rappel aus Mering stellte im Garten des Gerichtsgebäudes in der Cincinnatistraße drei Bienenkästen auf, die den neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gerichts ein angenehmes Zuhause bieten sollen.

München (ots) – Pünktlich zum 20. Mai, der 2017 von den Vereinten Nationen zum Weltbienentag ausgerufen wurde, begann auch am Bundespatentgericht das große Summen. Berufsimker Herbert Rappel aus Mering stellte im Garten des Gerichtsgebäudes in der Cincinnatistraße drei Bienenkästen auf, die den neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gerichts ein angenehmes Zuhause bieten sollen.

Wesengemäße Bienenhaltung am Bundespatentgericht

Imker Rappel betreibt nämlich eine wesensgemäße Bienenhaltung und verwendet deswegen keine Mittelwände oder Absperrgitter. Er ist überzeugt, dass Bienen es lieben, ihre eigenen Waben zu bauen, wozu nun auch beim Bundespatentgericht Gelegenheit besteht.

Bei der Bekämpfung der Varroamilbe sind bei der wesensgemäßen Bienenhaltung chemische Mittel tabu. Es kommen nur Puderzucker, Milchsäure und Oxalsäure zum Einsatz. Zudem wird darauf geachtet, dass die Bienen an ihrem Standort genügend Nahrung finden. Weil Imker Rappel nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter auf das Zufüttern verzichtet, kann er nur den Honig ernten, den die Bienen nicht zum Überwintern benötigen. Auf dem weiten Gelände des Gerichts im Münchner Süden sollten die Bienen jedoch genügend Pollen und Nektar finden, so dass eine hoffentlich reiche Honigernte zwischen Mensch und Tier gerecht verteilt werden kann.

Weltbienentag: Was wir tun müssen, damit es wieder summt und brummt

Zum Weltbienentag fordert der Nabu mehr Einsatz für blütenbesuchende Insekten wie Wildbienen. (Foto: Honighäuschen)

Berlin (ots) – Zum Weltbienentag macht der NABU auf den dramatischen Rückgang der Wildbienen und weiterer Insektenarten aufmerksam: Fast die Hälfte aller in der Roten Liste bewerteten Bienenarten sind bestandsgefährdet oder schon ausgestorben, nur etwa 37 Prozent gelten als ungefährdet. Ein Trend, der sich nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt abzeichnet: So werden in der Datenbank des internationalen Biodiversitäts-Netzwerks GBIF immer weniger Beobachtungen von Wildbienenarten gemeldet – zwischen 2006 und 2015 waren es 25 Prozent weniger als noch vor 1990.

Zum Weltbienentag stellt der Nabu Forderungen auf

NABU-Geschäftsführer Leif Miller: „Der dramatische Rückgang unserer Wildbienen steht exemplarisch für das voranschreitende Insektensterben in Deutschland und weltweit. Für Mensch und Natur ist die Insektenvielfalt jedoch überlebenswichtig. Sie sind für die Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen zuständig, verbessern die Fruchtbarkeit des Bodens, sind wichtige Nützlinge in der Forst- und Landwirtschaft und bilden eine wichtige Nahrungsquelle für eine Vielzahl weiterer Tiergruppen wie Vögel, Säugetiere, Amphibien oder Reptilien. Um sie effektiv zu schützen, müssen wir bei den verschiedenen Treibern des Insektensterbens ansetzen. Es ist vor allem die Kombination aus intensiver und strukturarmer Landwirtschaft, Klimawandel, Flächenversiegelung und Lichtverschmutzung, die die Insektenpopulationen so schnell schwinden lassen.“

Wildbienen sind auf eine strukturreiche Landschaft angewiesen. (Foto: Honighäuschen)

Vor allem die monotone, strukturarme Agrarlandschaft sorgt für einen starken Artenverlust, auf den der Nabu am Weltbienentag hinweist. Um dem entgegenzuwirken, fordert der NABU einen Anteil nicht-bewirtschafteter Flächen von mindestens zehn Prozent. Denn Brachen bieten – neben Hecken und anderen Strukturelementen – Wildbienen und Co. einen wichtigen Lebens- und Rückzugsraum und damit die Chance zu überleben.

Dr. Laura Breitkreuz, NABU-Referentin für Biodiversität und Entomologie: „Landwirtschaftlich intensiv und einseitig genutzte Gebiete sind sehr bienenarm. In strukturreichen Lebensräumen mit einem vielfältigen Nahrungsangebot von nektar- und pollenspendenden Wildpflanzen sowie ausreichend Nistplätzen findet man hingegen die größte Artenvielfalt an Bienen. Damit es auf unseren Wiesen und Feldern also wieder summt und brummt, braucht es ein Netz von nicht-bewirtschafteten Landschaftselementen wie Hecken und Brachen.“

Neben einer strukturreicheren Landschaft gilt es auch das Risiko durch Pflanzenschutzmittel zu reduzieren, um die Insektenvielfalt nicht noch weiter zu dezimieren, betont Dr. Verena Riedl, NABU-Referentin für Biodiversität und Ökotoxikologie: „Eine nationale Reduktionsstrategie mit verbindlichen Maßnahmen, die zu mindestens einer Halbierung des Pestizidrisikos bis 2030 führen, ist überfällig. Außerdem besteht großer Handlungsbedarf, das Risiko für Wildbienen und weitere Insekten endlich ausreichend in der Risikobewertung von Pestiziden abzubilden und bei Zulassungsentscheidungen zu berücksichtigen.“

Mitmachaktion NABU-Insektensommer

Porträt einer Hummelkönigin (Foto: Honighäuschen)

Augen auf, Lupe raus und Stift gezückt: Beim NABU Insektensommer vom 3. bis 12. Juni und vom 5. bis 14. August sind Groß und Klein dazu aufgerufen, Sechsbeiner zu beobachten und zu zählen. Hummeln – die übrigens auch Wildbienen sind – stehen in diesem Jahr ganz besonders im Fokus der Aktion. „Kannst Du Hummeln am Hintern erkennen?“, lautet die Entdeckungsfrage 2022 für alle, die zum ersten Mal genauer bei den Insekten hinschauen. Beobachten und zählen kann jeder und das fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Gezählt wird bis zu eine Stunde lang. Gemeldet werden die Beobachtungen per Online-Formular oder mit der kostenlosen Web-App NABU Insektensommer. Beide Meldewege sind unter www.insektensommer.de zum Aktionsstart abrufbar.

Weitere Informationen zur Roten Liste der Bienen Deutschlands: https://www.rote-liste-zentrum.de/de/Download-Wirbellose-Tiere-1875.html

Studie zum globalen Rückgang der Wildbienenarten: https://ots.de/eoOrgT

Mit den richtigen Gehölzen ist jeder Tag „Tag der Biene“

Eine Bienen beim Sammeln vom Nektar auf einer Dolde des Bienenbaums Tetradium hupehensis (Foto: Klaus Maresch)

Berlin (ots) – Morgen ist UN-Weltbienentag: Sandbienen, Steppenbienen, Langhornbienen und natürlich Honigbienen – sie alle spielen im Naturkreislauf eine wichtige Rolle. Doch viele Honig- und Wildbienen sind mittlerweile in ihrem Überleben bedroht. Krankheitserreger wie die Varroa-Milbe, Monokulturen in der Landwirtschaft und der Klimawandel sind mögliche Ursachen. Auch wenn es schwierig ist, konkrete Lösungsansätze zu finden. Kann doch jeder Einzelne mit seinem Garten, seiner Terrasse oder auch nur einer Fensterbank dazu beitragen, den Bienen und anderen Insekten Nahrung zu bieten.

Bienen brauchen auch im Frühjahr und im Herbst Nahrung, nicht nur im Sommer, wenn die meisten Blumen blühen. Und sie brauchen mehr als Wildblumen, um wirklich satt zu werden. Nur ein Mix aus verschiedenen Pflanzen liefert genügend Nektar und Pollen.

Weine Wildbienen-Paarung, hier die Frühjahrsseidenbiene. (Foto: Honighäuschen)

Eine Kombination aus Bäumen, Sträuchern, Stauden und Blumen bietet wirkliche und nachhaltige Unterstützung für die Bienen und andere Insekten. Geachtet werden sollte dabei auf eine übers Jahr verteilte, lange Blühzeit im Garten oder auf dem Balkon. Optimal ist natürlich, wenn die Pflanzen gleichzeitig einen Mehrfachnutzen erbringen. Also nicht nur den Bienen dienen, sondern z. B. auch noch Früchte tragen, Nahrung für den Menschen liefern oder auch einfach die Gärten schmücken.

Starten kann man das „Bienenjahr“ mit Winterjasmin, der oft schon mitten im Januar und im Februar blüht. Er liefert nicht nur erste Nahrung für die Insekten, sondern setzt auch strahlend gelbe Farbakzente in den sonst noch farblosen Garten. Gleich danach übernehmen die Mahonien aus der Familie der Berberitzen ihren Dienst als eine der ersten wichtigen Bienenweiden des Jahres. Diese attraktiven Ziergehölze bieten zusätzlich einen Rückzugsort für andere Lebewesen sowie ganzjährigen Sichtschutz durch ihre immergrüne Belaubung. Im April setzt dann die Blüte der Kirsch- und Apfelbäume ein, die nicht nur Bienen nähren und schön anzusehen sind, sondern später auch wohlschmeckende Früchte tragen. Später im Gartenjahr liefern neben vielen Blumenarten und diversen Kräutern z. B. Wilder Wein als attraktives Klettergehölz oder der schöne Halbstrauch Ysop Pollen und Nektar für die Insekten.

Der Bienenbaum ist die Tankstelle schlechthin für Bienen und andere blütenbesuchende Insekten. Foto: Honighäuschen)

Aber nicht nur Nahrung spendende Blumen sind wichtig, da auch Sträucher, Gehölze und Bäume oft vor den Blumen blühen und für die im Garten lebenden Tiere eine sehr wichtige Rolle übernehmen. Der – ursprünglich nicht heimische – Amberbaum bietet einen guten Rückzugsort für Vögel und ganz „nebenbei“ auch eine wunderschöne Herbstfärbung. Die Blüte ist daher nur eine Seite. Manche Gewächse stellen vielleicht nicht so viel Nahrung bereit, bieten dafür aber den notwendigen Schutzraum für verschiedenste Tiere. Und manche Bäume sind vielleicht ursprünglich nicht in Europa zu Hause, liefern aber sehr viel Nektar. Hier glänzt beispielsweise Euodia – aus gutem Grund auch Bienenbaum genannt, da er im August und September den Bienen fast unendlich viele Pollen und Nektar beschert. Dies ist insbesondere notwendig in der Zeit, in der die Bienen sich langsam auf den Winter vorbereiten.

Im Garten der Familie Dresen in Lannesdorf war ein Bienenschwarm gelandet und hatte sich einen alten Apfelbaum als Aufenthalt ausgesucht. (Foto: Honighäuschen)

Auch wer keinen Garten oder großen Balkon hat, kann viel für die Bienen tun und gleichzeitig selbst davon profitieren. Auf einem schmalen, sonnigen Fensterbrett gedeihen Kräuter wie Thymian und Rosmarin sehr gut. Sie tragen zarte und von Bienen gern besuchte Blüten und versorgen die heimische Küche gleichzeitig mit aromatischen Zutaten. Auf kleinstem Raum können auch Lavendel und Salbei blühen, die nicht nur von Insekten auf Nahrungssuche gern angeflogen werden, sondern auch schön und unverzichtbar als Heilkräuter sind. Und an der kleinen, aber für Bienen wichtigen Bartblume kann man sich praktisch überall erfreuen.

Ein gesunder Mix aus Sträuchern, Bäumen, Wiesen, Blumenbeeten ist eben immer das Allerbeste – für Mensch und Natur. Je mehr wir insgesamt in Pflanzenvielfalt investieren, desto gesünder und insektenfreundlicher werden unsere Gärten. Und schöner werden sie auch.

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