Vergiftungen von Honigbienen (Apis mellifera L.) durch insektizidhaltigen Staubabrieb beim Anbau von Raps und Mais

12,95 

  • Softcover : 153 Seiten
  • Verlag: Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI)
  • Autor: Pistorius, Jens
  • Übersetzer*in:
  • Auflage: 1. Aufl., erschienen am 05.07.2016
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3-95547-031-8
  • ISBN-13: 978-3-95547-031-9
  • Größe und/oder Gewicht: 21,0 x 14,0 cm

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Beschreibung

HONIGHÄUSCHEN (BAFMW) – Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Untersuchung des Risikos des Entstehens von Bienenvergiftungen durch insektizidhaltigen Staubabrieb beim Anbau von Raps und Mais. Zur Quantifizierung der Beizstaubabdrift nach Mais- und Rapsaussaat wurde analysiert, welche Rückstände in Nichtzielgebiete und blühende Nachbarkulturen gelangen. Parallel dazu wurden die Exposition und Auswirkungen auf Bienen unter realistischen Freiland- aber auch in Halbfreilandbedingungen in einem Worst-Case-Szenario experimentell geprüft. Im Rahmen der Arbeit wurden neuartige, praktikable Prüfmethoden mit feldrealistischer Beizstaubabdrift, manueller sowie maschineller Applikation von Beizstäuben entwickelt. Es zeigte sich, dass die abgeriebene Menge in Verbindung mit dem Wirkstoffgehalt des abgeriebenen Beizstaubs maßgeblicher Einflussfaktor für die Exposition und Auswirkung auf Bienen ist. Im Feldrandbereich traten die höchsten Kontaminationen auf, die Deposition nahm kontinuierlich mit der Entfernung zur gesäten Fläche ab. Benachbarte Pflanzen besitzen unterschiedliche Filterwirkung, blühender Raps zeigte höhere Filterwirkung als Senf. Die Mortalität adulter Bienen ist eng korreliert mit der Beizstaubabriebfestigkeit und dem Wirkstoffgehalt der abgeriebenen Stäube. Sehr starke Mortalität adulter Bienen wurde nach Aussaat von Mais, in einzelnen Versuchen und in geringerem Umfang auch nach Rapsaussaat beobachtet. Es wurden jedoch weder Puppenmortalität noch Auswirkungen auf Volks- und Brutentwicklung festgestellt. Nektar hat nur einen geringen Anteil an der Schadwirkung, nur selten traten erhöhte Rückstände auf. Hauptursächlich für die Mortalität ist die Kontamination mit Partikeln über die Körperoberfläche und das Haarkleid sowie durch aktives oder passives Aufsammeln von Partikeln und Vermischung mit Blütenpollen. In gesammelten Pollenhöschen sowie in Waben eingelagertem Pollen wurden oft sehr hohe Rückstände nachgewiesen. Der Verzehr von eingelagertem kontaminiertem Pollen kann zu einer über mehrere Wochen erhöhter Mortalität führen. Die teils sehr hohe Variabilität der Einzelproben lässt auf einen individuell sehr unterschiedlichen Staubpartikelanteil im Sammelgut schließen. Effekte auf die Mortalität von Bienen können unter Halbfreilandbedingungen wesentlich sensitiver erfasst werden. Bei gleicher Wirkstoffmenge bewirkt Staubexposition stärkere Effekte auf Bienen als Spritzmittelausbringung. Dies wird erklärt durch die Formstabilität und längere Oberflächenverfügbarkeit der Partikel, und begründet die Notwendigkeit einer spezifischen Risikoabschätzung für die Auswirkungen von Beizstäuben auf Bienen. Es ist unumgänglich, realistische Grenzwerte für alle relevanten Kulturen festzulegen und deren Einhaltung in der Praxis engmaschig zu kontrollieren. Die hier vorgestellten neuartigen Prüfmethoden und die gewonnene Datenbasis dienen als Grundlage für weiterführende wissenschaftliche Untersuchungen und die Richtlinienentwicklung mit dem übergeordneten Ziel, ausschließlich sichere Anwendungen von Saatutbeizungen zu gewährleisten und Bienen zu schützen.

Das Thema Bienensterben, Rückgang von Insekten und allgemeines Artensterben ist in aller Munde und das Honighäuschen als frühere Bioland Imkerei hat sich von Anfang an daran beteiligt. Ich blicke auf mehr als 35 Jahre Imkereierfahrung zurück, die ihren Anfang 1982 mit den ersten eigenen Bienen nahm.

Der zehnjährige Junge, der 1977 einem Hamburger Imker über die Schulter schaute; der Fünfzehnjährige, der mit der Imkerei in Zeiten begann, in denen es noch keine Varroamilbe gab; der Achtzehnjährige, der lernte, dass man die Windschutzsscheibe seines Autos nach einer längeren Fahrt von Insekten säubern muß; der zwanzigjährige Student, der für seine Bienen einen Platz in Bonn suchte; der dreißigjährige Berufsimker, der seinen Bienen quasi eine Gutenachtgeschichte erzählte und sich den Kopf zerbrach, wie man die Umwelt mit ihren Bienen, Wespen, Schmetterlingen und andere blütenbesuchende Insekten vor den Machenschaften der Agrargiftindustrie und der Gleichgültigkeit agrarindustriehöriger Politiker schützt; der Imker, der nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt Bonn die Öffentlichkeit suchte, um bei Führungen an den Bienen auf dem Dach der Bundeskunsthalle zu erleben, dass Kinder (und deren Helikoptermuttis!) Angst vor Schmetterlingen hatten, bis hin zum Begleiter von Forschungsproekten zu den Riesenhonigbienen Nepals oder den Killerbienen Afrikas, stellt fest, dass etwas sehr im Argen liegt in unserem Umgang mit der Umwelt. Es sollte jedem bewußt sein, dass die Haltung „Natur ja, aber bitte woanders!“ nicht geht.

Die wunderschöne Welt der Natur

Jeder Griff zum Unkrautvernichtungsmittel, um den Rasen „schön ordentlich“ zu halten, bevor „die Nachbarn was sagen“; jeder überflüssige Einsatz zur Bekämpfung eines Wespennestes – ja, auch damit habe ich zu tun und berate gern, wenn ein Hornissennest oder ein Wespennest in Bonn den Haus- und Gartenbesitzer vor Fragen stellt, sollte begleitet sein von der Frage, ob das wirklich sein muß.

In unserem Online-Buchshop finden Sie viele Bücher, die Ihnen die wunderschöne Welt der Bienen, Wespen, Ameisen, Hornissen und Schmetterlinge sowie andere Insekten näherbringen.Aber nach wie vor stehe ich Ihnen auch gern zu einem Gespräch zur Verfügung, wenn Sie Fragen haben. Besuchen Sie uns in Bonn im Bundesamt für magische Wesen.

Und natürlich gibt es auch weiterhin Honig, Bienenwachskerzen und Met bei uns im Honighäuschen.

Zusätzliche Information

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