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Junger Mann in Ohio tausende Male von Killerbienen gestochen

Eine Arbeiterin der afrikanischen Bienenrasse Apis mellifera adansoni, eine nahe Verwandte der sog. Killerbienen, bei der Bestäubungsarbeit auf Kokosblüten in Ghana. (Foto: Klaus Maresch)
Eine Arbeiterin der afrikanischen Bienenrasse Apis mellifera adansoni, eine nahe Verwandte der sog. Killerbienen, bei der Bestäubungsarbeit auf Kokosblüten in Ghana. (Foto: Klaus Maresch)

Washington (USA) – Im US-Bundesstaat Ohio ist ein junger Mann tausende Male von Killerbienen gestochen und dabei schwer verletzt worden. Der 20-jährige Austin Bellamy musste in ein künstliches Koma versetzt und künstlich beatmet werden, wie der US-Sender Fox 19 am Mittwoch berichtete. Nach Angaben seiner Familie wurde er mehr als 20.000 Mal von den Bienen gestochen.

Ein Nest afrikanischer Killerbienen aufgestört

Austin Bellamy hatte demnach am vergangenen Freitag Äste eines Zitronenbaums geschnitten, als er versehentlich in ein Nest afrikanischer Killerbienen schnitt. „Als er begonnen hat, sie (die Äste) zu schneiden, sind die Bienen rausgekommen“, sagte seine Großmutter Phyllis Edwards zu Fox 19. „Er hat geschrien: ‚Hilfe, helft mir, Hilfe‘, und niemand hat ihm geholfen.“

Die Familie sah vom Boden aus, wie Bellamy von den Killerbienen angegriffen wurde – konnte aber nicht helfen, weil sie selbst attackiert wurde. Sie habe die Leiter hochklettern wollen, um ihrem Enkel zu helfen, sagte die Großmutter. „Aber ich konnte nicht zu ihm gelangen, weil ich von Bienen umringt war.“

Opfer bekam Bienen in den Hals

Nach Angaben seiner Mutter verschluckte Bellamy auch rund 30 Bienen. Die Ärzte hätten mehr als einen Tag gebraucht, sie aus ihm herauszusaugen. Demnach erwarten die Mediziner, dass der 20-Jährige sich wieder vollständig erholt.

fs/

© Agence France-Presse

Hintergrund Killerbienen

Bei den in den USA und Süamerika wild lebenden sog. Killerbienen handelt es sich um das Ergebnis der Kreuzung der afrikanischen Bienenrasse Apis mellifera scutellata und der nach Südamerika gebrachten italienischen Bienenrasse Apis mellifera ligustica. Letztere konnte sich im tropischen Südamerika nie so recht etablieren und die Honigernten waren eher bescheiden.

Stefan Prassel (GEZ) und Klaus Maresch im Wald bei Samreboi (Foto: Honighäuschen)

Der Bienenforscher Warwick Estevam Kerr wollte durch ein Kreuzungsexperiment eine Bienenrasse züchten, die mit den tropischen Bedigungen in Südamerika besser zurechtkam. Dabei entstanden die Killerbienen, die auf Störungen im Umfeld sehr schnell mit Massenattacken reagieren und über ihr Opfer herfallen. Gleichzeitig sind sie sehr fruchtbar und auch kleinste Bienenschwärme ereichen schnell eine überlebensfähige Größe.

Auf der Ladeflächte dieses Pickups brachten wir uns in Sicherheit vor den attackierenden Bienen. Allzu schnell kann man auf den Sandpisten nicht fahren …

In Ghana habe ich bei einem Besuch in Samreboi mit der nahen Verwandten Apis mellifera adansoni gearbeitet. Auch diese Bienenrasse reagiert auf Störungen sehr schnell mit Stechattacken und wird abseits menschlicher Ansiedlungen gehalten. Bei der Arbeit an den Bienen blieb ich einmal mit dem Fuß an einer Wurzel hängen und der Schutzanzug verrutschte. Eine wenige Quadratzentimeter große Fläche über dem Fußgelenk war frei, und die Zeit, die benütigt wurde, um das Gelenk wieder zu bedecken, reichte für einige Dutzend Stiche. Bei einer anderen Gelegenheit mussten wir uns auf der Ladeflächte eines Pickups in Sicherheit bringen, und diese Killerbienen verfolgten uns auf dem fahrenden Auto noch über Hunderte Meter.