Schlagwort-Archive: Klimawandel

Klimaaktivisten bespritzen Vitrine mit Mumiensarg in Museum in Barcelona

Barcelona (AFP) – Klimaaktivisten haben im Ägyptischen Museum in Barcelona farbige Flüssigkeit über eine Glasvitrine mit der Nachbildung einer Mumie geschüttet. Mit der zähflüssigen Substanz aus Coca-Cola-Flaschen bespritzten die beiden am Sonntag auch Bilder an den umliegenden Wänden, wie auf der Nachrichten-Website Publico zu sehen war. Dann klebten sie ihre Hände an Ausstellungsstücken fest und hielten ein Banner mit der Aufschrift „Klimagerechtigkeit“ hoch.

Die Aktivisten der spanischen Gruppe Futuro Vegetal wurden nicht festgenommen. Das Museum kündigte jedoch an, dass es auf Schadensersatz klagen werde. Nach eigenen Angaben wollten die Aktivisten mit ihrer Aktion auf den Klimanotstand aufmerksam machen.

Museum will Klimaaktivisten verklagen

Der US-Konzern Coca-Cola ist einer der Sponsoren des UN-Klimagipfels COP27 in Ägypten. Umweltschützer sehen dies kritisch, da sie das Unternehmen für einen Großteil der weltweiten Plastikverschmutzung verantwortlich machen.

„Derzeit werden 99 Prozent des weltweiten Plastiks aus fossilen Brennstoffen hergestellt“, erklärte Futuro Vegetal. „Wir finden es schwer zu glauben, dass der Weltmarktführer in Sachen Plastikverschmutzung seinen Einfluss als Sponsor der COP27 nicht nutzen wird, um seine kommerziellen Interessen voranzutreiben.“

Klimakleber attackieren Goya-Gemälde im Prado

Dieses Foto, das am 4. November 2022 von der italienischen Nachrichtenagentur Ansa erhalten wurde, zeigt Klimaaktivisten von Last Generation (hinten) und einen Wachmann (C-R) von „The Sower“, einem Gemälde des niederländischen Künstlers Vincent Van Gogh aus dem Jahr 1888, nachdem Aktivisten Erbsensuppe geworfen hatten am 4. November, als es im Palazzo Bonaparte in Rom zu sehen war. (Foto von STRINGER/ANSA/AFP)

Aktivistinnen von Futuro Vegetal hatten sich am 5. November bereits im Prado-Museum in Madrid an Gemälden des Barock-Meisters Francisco de Goya festgeklebt. Seit einigen Wochen veranstalten Klimaaktivisten in Kunstmuseen weltweit solche Protest-Aktionen.

Klimaaktivisten hatten in den vergangenen Monaten unter anderem Gemälde von Vincent van Gogh und Claude Monet attackiert. Auch das „Mädchen mit dem Perlenohrring“ von Johannes Vermeer in Den Haag war bereits Ziel von Protestaktionen. Da alle betroffenen Kunstwerke hinter Glas waren, blieben sie unbeschädigt. Allerdings sind auch die historischen Rahmen sehr kostbar und empfindlich.

noe/ck

© Agence France-Presse

Die kriminellen Klimakleber der Umweltsekte „Letzte Generation“ müssen gestoppt werden

Ich bin seit 1982 mit dem Thema Umwelt beschäftigt und es mündete in mehr als 30 Jahre Tätigkeit als (Bioland-Berufs-)Imker. Mit meinen seinerzeitigen Kollegen vom Deutschen Berufsimkerbund zusammen habe ich schon lange auf das Thema Bienen- und Artensterben aufmerksam gemacht, denn als Imker beobachtet man die Natur sehr genau.
Und ja, ich bin ebenfalls dafür, dass die Regierung sehr viel härtere und strengere Maßnahmen im Umwelt- und Klimaschutz ergreift und durchsetzt. Ebenso um dem Artensterben entgegenzuwirken. Aber das kriminelle Treiben der Klimakleber der Umweltsekte „Letzte Generation“ lehne ich ab.

Solardachpflicht bei Neubauten/Dachreparaturen

Ich könnte mir z.B. eine Solardachpflicht bei Neubauten/Dachreparaturen oder eine Fassadenbegrünungspflicht an bestehenden Immobilien vorstellen. Wir erinnern uns, Deutschland hatte eine gute Photovoltaik-Industrie, bis Wirtschaftsminister Altmaier die Photovoltaik-Förderung zusammenstrich und alles nach China abwanderte. Eine staatliche Förderung von Photovoltaik müßte in größerem Ausmaß wiederaufgenommen werden als bisher geschehen. Und bereits jetzt gibt es Möglichkeiten für Hausbesitzer, den eigenen Stromverbrauch mit kleinen und genehmigungsfreien Photovoltaik-Anlagen zu decken.

Interessant finde ich auch, was in Südkorea passiert. Dort werden Autobahnen mit Photovoltaik-Anlagen überdacht. Würde man das bei uns machen, hätte man zwei Fliegen mit einer Klappe getroffen – sinnvolle zusätzliche Nutzung bereits versiegelter Flächen und Energiegewinnung in einem Aufwasch. Mal ganz abgesehen davon, dass man die Grün- oder Betonstreifen zwischen den Fahrtrichtungen sehr gut für die Verlegung von Leitungen nutzen könnte. Oder die Rastanlagen an den Autobahnen, welche direkt Platz böten für Ladesäulen.

Lichtruhe in den Städten

Ebenso wäre ich für eine Lichtruhe in den Städten in der Zeit zwischen 0 bis 6 Uhr – auch das würde Energie sparen und dem Insektensterben vorbeugen. Ich muß nicht nachts um drei Uhr in der Innenstadt eine Tageszeitung lesenkönnen, weil es fast taghell ist. Und das Argument „gefühlte Sicherheit“ ist für mich gegenüber dem Artensterben nachrangig.

Das ist nur einiges der möglichen Maßnahmen gegen Klimawandel und Artensterben, was ich mir vorstellen könnte und was ich nicht nur für akzeptabel, sondern geradezu für dringend angebracht halte.

Die Klimakleber der Umweltsekte „Letzte Generation“

Aber das Treiben der kriminellen Klimakleber der Umweltsekte „Letzte Generation“ lehne ich ab. Kunst- und Kultur beschmutzen, sich an Gemälde kleben, um Aufmerksamkeit zu erregen? Da ist in manchen Köpfen dieser Umweltsekte die Vorstufe zur Radikalisierung, zum Extremismus und zum Terrorismus erreicht.

Mit Straßenblockaden Menschenleben gefährden, wie zuletzt in Berlin? Dort mußte eine Radfahrerin, die unter einen Betonmischer geraten war und später an den Folgen starb, ein zweites Mal von dem Betonmischer überfahren werden, damit man sie bergen konnte. Das notwendige Hebegerät der berliner Feuerwehr steckte in einem durch Klimakleber verursachten Stau fest, wie es später dem Bericht der Feuerwehr zu entnehmen war.

Bei einem weiteren durch die Klimakleber der Umweltsekte „Letzte Generation“ verursachten Stau wurde ein RTW aufgehalten, welches zu einem Schlaganfall-Patienten unterwegs war. Bei Schlaganfällen geht es um Sekunden, will man die Schäden am Gehirn des Patienten minimieren. Das war den Klimaklebern egal.

Als 67er Jahrgang kann ich mich noch gut an das Treiben der RAF erinnern, und die Terroristen wie Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof u.a. hatten anfangs durchaus legitime und akzeptable Ziele. Dann kam die Radikalisierung, die Berfürwortung von Gewalt als politisches Mittel bis hin zum politischen Mord.

Das ist völlig inakzeptabel und ich hoffe, dass Polizei und Justiziorgane den Klimaklebern der Umweltsekte „Letzte Generation“ entgegentreten. Meinetwegen mit Wasserwerfern oder sie – wie in Frankreich geschehen – einfach von der Straße abreißen.

Politik diskutiert über härtere Strafen für radikale Klimaproteste

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) in Berlin im April 2022 (Foto: John MACDOUGALL / AFP)

Berlin (AFP) – Die Diskussion über die Klimaproteste reißt nicht ab: Mehrere Politiker aus Regierung und Opposition haben Straßenblockaden und Protestaktionen in Kunstmuseen am Wochenende erneut kritisiert. Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) brachte härtere Strafen für Attacken auf Kulturgüter ins Spiel. Die Protestbewegung Letzte Generation erklärte dagegen, dass sie weiter protestieren und womöglich auch Flughäfen lahmlegen wolle.

Buschmann sagte der „Bild am Sonntag“, er ziehe härtere Strafen für Angriffe auf Kulturgüter in Betracht. Sein Ministerium werde genau beobachten, wie die Justiz mit diesen Angriffen auf Kulturschätze umgehe. Wenn er zu dem Ergebnis komme, „dass der rechtliche Rahmen nicht ausreicht“, werde er handeln, sagte der Minister weiter.

In einer offenen Gesellschaft dürfe jeder für sein Anliegen werben, Dinge kritisieren und demonstrieren. Das Bewerfen von Kunst mit Lebensmitteln habe damit jedoch wenig zu tun. „Wer unsere Kulturschätze angreift und gefährdet, überschreitet eine rote Linie“, kritisierte Buschmann.

Bundeskanzler fordert rechtliche Konsequenzen

Das Gemälde „Das Mädchen mit dem Perohrring“ von Jan Vermeer war Ziel eines Anschlags krimineller Klimakleber der Umweltsekte „Letzte Generation“. (Foto: Wikimedia)

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erwartet für radikale Proteste ebenfalls rechtliche Konsequenzen. „Wer Gesetze verletzt, muss damit rechnen, dass er bestraft wird, und das wird sicherlich auch passieren“, sagte er bei einer Veranstaltung des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).

Protest sei legitim, „ich finde die Aktionsform aber nicht nachvollziehbar“, sagte Scholz weiter. Alle redeten nur „über die Aktionsform, es schütteln fast alle den Kopf. Das ist irgendwie in die Irre gelaufen.“

Skeptisch äußerte sich Scholz aber zu Präventivhaft für radikale Aktivistinnen und Aktivisten wie in Bayern. Mehrtägige Ingewahrsamnahme zur Verhinderung möglicher Straftaten sei „sicherlich etwas, wo viele Richter skeptische Fragen stellen werden“, sagte der Bundeskanzler.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte derweil in den Funke-Zeitungen, dass es eine solche Präventivhaft in ganz Deutschland geben müsse. Wer Straßen blockiere und dabei in Kauf nehme, dass Menschen zu Schaden kämen, begehe Straftaten, sagte er.

Klimakleber drohen mit Flughafenblockaden

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagte der Mediengruppe Bayern, es sei notwendig, den Rechtsrahmen zu verändern. „Wer Leib und Leben Anderer gefährdet oder Kulturgüter beschädigt oder zerstört, ist kein Demonstrant, sondern ein Straftäter.“ Das müsse sich in den Strafen widerspiegeln.

„Das ist kein Beliebtheitswettbewerb; kein Versuch, die Menschen von unseren Anliegen zu überzeugen – denn das sind sie längst“, teilte dagegen die Letzte Generation mit. Es gebe große Mehrheiten für ein Tempolimit und ein Neun-Euro-Ticket. „Was uns fehlt, ist die politische Bereitschaft.“

Für die Umsetzung der „ersten Sicherheitsmaßnahmen gegen den Klimakollaps“, nämlich Tempolimit und bezahlbaren Nahverkehr, „fassen wir ins Auge, auch friedlich Flughäfen lahmzulegen“.

Der Jesuitenpater und katholische Priester Jörg Alt verteidigte die Proteste der Letzten Generation. „Ich bewundere diese Leute unendlich für ihren Mut und ihre Selbstlosigkeit“, sagte Alt dem RND. Sie hätten es richtig gemacht, „weil diese Straßenblockaden sich dem Auto in den Weg zu stellen, dem Symbol für unser fossiles Weiterso“.

Auch Alt selbst nahm bereits an Straßenblockaden teil, dem Bericht zufolge laufen gegen ihn mehrere Ermittlungsverfahren. „Ich möchte die Bühne des Gerichtssaals“, sagte er dem RND, weil die Aktionen von einem rechtfertigenden Notstand abgedeckt seien. Er suche „den Richter, dem ich das erklären kann“.

smb/hcy

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Klima-Aktivisten nehmen sich Andy Warhols „Campbell’s Soup“ vor

Canberra (AFP) – In der Australischen Nationalgalerie in Canberra haben sich Klima-Aktivisten am Mittwoch an transparenten Abdeckplanen über Andy Warhols berühmten „Campbell’s Soup“-Siebdrucken festgeklebt. Wie das Museum in der australischen Hauptstadt mitteilte, wurden die Kunstwerke bei der Aktion nicht beschädigt. Die Aktivisten handelten als Gruppe mit dem Namen „Stoppt Subventionen für fossile Brennstoffe in Australien„. Sie sprühten auch Graffiti auf die Planen. Das Museum erklärte, es wolle die Aktion nicht weiter kommentieren.

Seit einigen Wochen veranstalten Klima-Aktivisten in Kunstmuseen weltweit ähnliche Protest-Aktionen. Am vergangenen Samstag klebten sich Aktivistinnen im Prado-Museum in Madrid an Gemälden des Barock-Meisters Francisco de Goya fest.

Klimakleber attackieren „The Sower“ in Rom

Das Gemälde „Das Mädchen mit dem Perohrring“ von Jan Vermeer war Ziel eines Anschlags krimineller Klimakleber der Umweltsekte „Letzte Generation“. (Foto: Wikimedia)

Am Tag zuvor schütteten Umweltschützer der Gruppe „Letzte Generation“ Erbsensuppe auf ein Gemälde von Vincent Van Gogh in Rom. Davor wurde ein Bild von Claude Monet im Museum Barberini in Potsdam mit Kartoffelbrei beworfen.

Auch die „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci im Louvre und das „Mädchen mit dem Perlenohrring“ von Johannes Vermeer in Den Haag waren bereits Ziel von ähnlichen Protestaktionen. Vor einem Monat hatten sich zwei Klima-Aktivisten im australischen Melbourne an einem Picasso-Gemälde festgeklebt. Da alle betroffenen Kunstwerke hinter Glas waren, blieben sie unbeschädigt.

Mit ihren Aktionen wollen die Aktivisten die Dringlichkeit von Maßnahmen gegen die Erderwärmung verdeutlichen. Dass wertvolle Kunstwerke dabei zur Zielscheibe werden, stößt vielerorts auf Kritik.

ju/mhe

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Klima-Aktivisten greifen Vermeers „Mädchen mit dem Perlenohrring“ an

Das Gemälde „Das Mädchen mit dem Perohrring“ von Jan Vermeer war Ziel eines Anschlags krimineller Klimakleber der Umweltsekte „Letzte Generation“. (Foto: Wikimedia)

Den Haag (AFP) – Klima-Aktivisten haben aus Protest erneut ein Kunstwerk attackiert – diesmal traf es „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“. Im Mauritshuis in Den Haag klebten sich am Donnerstag zwei Aktivisten an dem berühmten Werk von Johannes Vermeer sowie der angrenzenden Wand fest, während ein dritter eine „unbekannte Substanz“ auf das berühmte Gemälde schüttete, wie das Museum mitteilte. Glücklicherweise sei das Gemälde hinter Glas gewesen und unbeschädigt geblieben.

Unmittelbar nach dem Angriff wurden nach Polizei-Angaben drei Männer festgenommen. Bei ihnen handle es sich um einen 42-Jährigen und zwei 45-Jährige, alle drei seien Belgier. „Sie bleiben in Gewahrsam und werden verhört“, teilte die Polizei in Den Haag mit.

Museumsbesucher beschimpfen Klimakleber

Auf Aufnahmen in den Onlinenetzwerken waren die Aktivisten in T-Shirts mit der Aufschrift „Just Stop Oil“ zu sehen, die „Wie fühlt ihr euch?“ rufen. Museumsbesucher reagierten wütend und schimpften „Schande“ und „Ihr seid bescheuert“.

Dem Museum zufolge klebte sich einer der Aktivisten mit dem Kopf an das Glas vor dem Gemälde, ein zweiter klebe seine Hand an die Wand daneben, und der dritte schleuderte die Substanz. „Kunst ist wehrlos, und der Versuch, sie aus welchem Grund auch immer zu beschädigen, wird von uns aufs Schärfste verurteilt„, erklärte das Mauritshuis.

Der Eingang zu dem Raum, in dem das „Mädchen mit dem Perlenohrring“ normalerweise hängt, wurde nach dem Vorfall durch eine große Reproduktion eines Ölgemäldes versperrt. Vermeers berühmtes Bild soll dem Museum zufolge aber „so bald wie möglich“ wieder ausgestellt werden.

Vermeers Bild ist bald wieder zugänglich

„Just Stop Oil“ (deutsch etwa: „Stoppt einfach das Öl“) hatte seit Anfang des Monats verschiedene Aktionen und Blockaden veranstaltet; unter anderem überschütteten Aktivisten in Londons National Gallery Vincent van Goghs Meisterwerk „Sonnenblumen“ mit Tomatensuppe. Am Montag bewarfen Aktivisten die Wachsfigur von König Charles III. bei Madame Tussauds in London mit Schokoladenkuchen. Mit ihren Aktionen will „Just Stop Oil“ einen Stopp aller neuen Öl- und Gasprojekte erreichen.

Am Sonntag wiederum hatten zwei Aktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ ein Gemälde des impressionistischen Malers Claude Monet im Potsdamer Museum Barberini mit Kartoffelbrei beworfen. Auch in anderen Städten gab es zuletzt immer wieder aufsehenerregende Protestaktionen von Umwelt- und Klima-Aktivisten.

kas/dja

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Roth kritisiert Attacken von Klimaaktivisten in Museen als „ganz falschen Weg“

München (AFP) – Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) hat die jüngsten Attacken von Klimaschutzaktivsten auf Gemälde berühmter Künstler in Museen scharf kritisiert. Solche Aktionen seien „der ganz falsche Weg“, schrieb die Grünen-Politikerin in einem Beitrag im Magazin „Focus“ laut Vorabmeldung vom Mittwoch. Sie bewirkten nichts, sondern riskierten eine Beschädigung von Kunstschätzen, die Teil des weltweiten Kulturerbes seien, kritisierte Roth.

Die Staatsministerin betonte im „Focus“, Protest dürfe ihrer Auffassung nach auch radikal sein und gehöre zu einer Demokratie. Er dürfe aber nicht willkürlich werden. „Kunst für den Klimaschutz zu attackieren – das ist aus meiner Sicht definitiv der ganz falsche Weg“, schrieb Roth. Kunst sei ein „Lebenselixier“.

Klimakleber attackierten mehrfach Kulturgüter

Das Museum Barberini von der Nikolaikirche aus aufgenommen. Im Hintergrund die Freundschaftsinsel, dahinter der Hauptbahnhof. (Foto: Daniel Naber/Wikimedia)

In den vergangenen Wochen hatten sich Klimaschutzaktivistinnen und -aktivsten weltweit mehrfach in Museen an Bilder bedeutender Künstler geklebt oder diese mit Lebensmitteln beworfen. Am vergangenen Sonntag etwa attackierten Mitglieder der Gruppe „Letzte Generation“ im Potsdamer Museum Barberini ein Gemälde Claude Monets mit Kartoffelbrei und klebten sich darunter an einer Wand fest.

Das Gemälde war nach Angaben des Museums durch eine Glasscheibe geschützt und blieb unbeschädigt. Als Reaktion auf die Attacke schloss das Museum allerdings zunächst bis Monatsende. In der Zwischenzeit werde die Sicherheitslage im Licht der wiederholten „aktivistischen Attacken“ in Museen weltweit analysiert, hieß es von Seiten des Museums. Die ohnehin bereits hohen Sicherheitsstandards reichten nicht mehr aus.

bro/pw

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Buschmann verurteilt Attacke von Klima-Aktivisten auf Gemälde von Monet

Das Museum Barberini in Potsdam war Ziel eines Anschlags der Klimakleber der Umweltsekte „Letzte Generation“. (Foto: Daniel Naber)

Berlin (AFP) – Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hat die Attacke von Klimaaktivisten auf ein Gemälde des impressionistischen Malers Claude Monet in Potsdam verurteilt. Solche Aktionen seien „durch kein noch so nobles Anliegen zu rechtfertigen“, schrieb Buschmann am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Aktionen, die fremdes Eigentum beschädigen, sind nicht nur eine Dummheit, sondern auch kriminell.“ Wenn sie sich gegen unersetzliche Kulturgüter richteten, machten sie „besonders fassungslos“.

Klimakleber im Museum Barberini

Zwei Aktivisten der Gruppe Letzte Generation hatten am Sonntag das Monet-Gemälde mit dem Titel „Getreideschober“ im Museum Barberini in Potsdam mit Kartoffelbrei beworfen und sich der Polizei zufolge daneben angeklebt. Da das Bild verglast ist, trug es dem Museum zufolge keine Schäden davon. Gegen die Tatverdächtigen wird wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs ermittelt.

Zuvor hatten bereits zwei Umweltaktivistinnen in London das Meisterwerk „Sonnenblumen“ des Malers Vincent Van Gogh mit Tomatensuppe überschüttet. In den vergangenen Wochen klebten sich wiederholt Klima-Aktivisten weltweit an den Rahmen oder am Acrylglas-Schutz berühmter Gemälde fest, etwa in Berlin, Dresden, Florenz und London.

hex/pw

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Foto: Daniel Naber

Klima-Aktivisten bewerfen Monet-Gemälde in Potsdam mit Kartoffelbrei

Berlin (AFP) – Zwei Aktivisten der Gruppe Letzte Generation haben am Sonntag ein Gemälde des impressionistischen Malers Claude Monet im Museum Barberini in Potsdam mit Kartoffelbrei beworfen. Nach Angaben des Kunstmuseums im Kurzbotschaftendienst Twitter beschmierten sie ein Werk mit dem Titel „Getreideschober„. „Da das Bild verglast ist, hat es der umgehenden konservatorischen Untersuchung zufolge keinerlei Schäden davongetragen“, erklärte das Museum. Das Gemälde aus dem Jahr 1890 werde am kommenden Mittwoch wieder in den Ausstellungsräumen zu sehen sein.

Polizei nimmt Klimaaktivisten in Gewahrsam

Die Polizei gab an, dass zwei Menschen ein Werk „beschmiert und sich daneben angeklebt“ hätten. Die Polizei habe die beiden in Gewahrsam genommen. Gegen sie werde wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch ermittelt.

Auf dem Twitterkonto „Letzte Generation“ wurden Videos geteilt, die offenbar von der Aktion stammen. In einem Video ist zu sehen, wie eine Frau und ein Mann in orangefarbenen Warnwesten vor einem beschmierten Gemälde knien. „Wir sind in einer Klimakatastrophe“, ruft die Frau unter anderem. „Und alles, wovor Ihr Angst habt, sind Tomatensuppe oder Kartoffelbrei an einem Gemälde.“

In diesem Monat hatten bereits zwei Umweltaktivistinnen in London das Meisterwerk „Sonnenblumen“ des Malers Vincent Van Gogh mit Tomatensuppe überschüttet. In den vergangenen Wochen klebten sich wiederholt Klima-Aktivisten weltweit an den Rahmen oder am Acrylglas-Schutz berühmter Gemälde fest, etwa in Berlin, Dresden, Florenz und London.

oer/lan

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Foto: Daniel Naber

Zunahme intensiver Hitzewellen in zurückliegenden Jahrzehnten

Buchtipp: Das Kyoto-Protokoll

Hamburg (AFP) – Intensive Hitzewellen haben in Deutschland in den zurückliegenden Jahrzehnten zugenommen. 14-tägige Hitzeperioden mit einer mittleren Tageshöchsttemperatur von mindestens 30 Grad Celsius traten zum Beispiel in Hamburg vor 1994 nicht auf, wie es in einem am Mittwoch beim Extremwetterkongress in der Hansestadt vorgestellten Papier hieß. Seitdem habe es dort solche Ereignisse allerdings schon siebenmal gegeben.

Dem Bericht zum Stand der Wissenschaft zu extremen Wetterphänomenen zufolge gibt es seit den 90er Jahren in vielen Regionen eine massive Häufung von Hitzewellen. Dieser Effekt sei eine Folge der globalen Erwärmung und des damit auch in Deutschland erfolgenden deutlichen Temperaturanstiegs. Zudem verdreifachte sich hierzulande seit den 50er-Jahren die Zahl heißer Tage mit einer Lufttemperatur von mindestens 30 Grad – von etwa drei Tagen pro Jahr auf derzeit durchschnittlich neun.

Weitere Zunahme von Hitzewellen zu erwarten

Bei ungebremstem Treibhausgasausstoß werde für den Zeitraum von 2031 bis 2060 eine weitere Zunahme um fünf bis zehn heiße Tage im Jahr in Norddeutschland und zehn bis 20 in Süddeutschland erwartet, hieß es in dem Bericht weiter. Den Experten zufolge traten außerdem neun der zehn wärmsten Jahre seit Beginn der systematischen, flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881 seit 2000 auf.

In den vergangenen 20 Jahren waren demnach bereits sieben Jahre um mehr als zwei Grad wärmer als die Werte zwischen 1881 und 1910. Vier Jahre lagen sogar über der Zweieinhalbgradmarke. „Eine derart außergewöhnliche Häufung von Rekordjahren der Temperatur ist nur durch die menschengemachte globale Erwärmung erklärbar“, schreiben die Autoren des Berichts.

Die Experten sehen weiter einen Trend zu wärmeren Sommern mit längeren Trockenphasen und ein dadurch erhöhtes Risiko von Waldbränden. Das Waldbrandrisiko werde zudem dadurch verschärft, dass die durch Trockenschäden bereits geschwächten Bäume mehr Streu auf dem Waldboden bildeten. Diese könne durch die lichteren Kronen leichter austrocknen und sich somit auch entflammen.

Der Zusammenhang von Klimawandel und Starkniederschlägen ist laut Bericht hingegen weniger klar, sondern „komplex und Gegenstand intensiver Forschung“. So veränderte sich von 1951 bis 2021 die Zahl von Tagen mit Starkregen nur unwesentlich. Das Papier wurde vom Extremwetterkongress, der von Mittwoch bis Freitag stattfindet, und dem Deutschen Wetterdienst zusammen herausgegeben.

awe/cfm

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Monsun: Ein lebensgefährliches und zugleich lebenswichtiges Wetterphänomen

Neu Delhi (AFP) – In Pakistan steht derzeit ein Drittel des Landes unter Wasser, mehr als tausend Menschen starben bereits in den Fluten. Ursache sind ungewöhnlich heftige Monsun-Regen in diesem Jahr. Fragen und Antworten zu einem noch nicht genau erforschtem Wetter-Phänomen, das lebenswichtig und lebensgefährlich zugleich ist:

Worum handelt es sich beim Monsun in Südasien?

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Der Asiatische Sommermonsun ist im Wesentlichen ein Seewind, der in Südasien zwischen Juni und September 70 bis 80 Prozent des jährlichen Regens bringt. Verantwortlich dafür ist die Sommerhitze, die die Landmassen des indischen Subkontinents aufwärmt. In der Folge steigt die Luft darüber nach oben und saugt dort kühlere und feuchtere Luft vom Indischen Ozean auf, so dass riesige Regenmengen entstehen.

Warum ist der Monsun wichtig?

Für die Landwirtschaft in Ländern wie Pakistan und Indien ist der Monsun entscheidend. Insofern hängen die Existenz von Millionen Bauern und deren Familien sowie die Versorgungssicherheit in der armen und dichtbevölkerten Region von ihm ab.

Wie sehr variieren die Regenfälle?

Obwohl viel zum Monsun geforscht wird, sind viele Fragen noch ungeklärt. Es lässt sich kaum vorhersagen, wo genau und wieviel Regen fallen wird, und die Regenmenge variiert beträchtlich. Während der diesjährige Monsun in Pakistan eine Sintflut verursacht hat, fielen im Osten und Nordosten Indiens Berichten zufolge im Juli die geringsten Regenmengen seit 122 Jahren.

Wodurch lassen sich die Schwankungen erklären?

Sie werden verursacht durch Veränderungen in den globalen Bedingungen in Atmosphäre und Ozeanen wie etwa das El-Niño-Phänomen im Pazifik sowie ein Phänomen namens Äquatorialindische Ozean-Oszillation (EQUINOO), das erst 2002 entdeckt wurde. Es wird vermutet, dass auch lokale Bedingungen wie aus der Sahara herangewehte Staubwolken, Luftverschmutzung und sogar Bewässerungsmaßnahmen in der Landwirtschaft das Auftreten und das Ausmaß von Monsun-Regen beeinflussen.

Was ist mit dem Klimawandel?

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In Indien ist es in den vergangenen Jahren wärmer geworden, parallel haben Zyklone zugenommen. Es ist aber unklar, wie der Klimawandel das hochkomplexe Phänomen Monsunregen beeinflusst. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) veröffentlichte vergangenes Jahr eine Studie, für die die Autoren die Veränderungen des Monsuns seit Mitte des 20. Jahrhunderts untersuchten. Demnach haben die Monsunregen an Intensität zugenommen und treten immer ungleichmäßiger auf.

Laut der Studie wurde die Entstehung von Regen durch die Verschmutzung der Luft mit sogenannten Aerosolen gehemmt. Das sind unter anderem durch Verkehrsabgase und Feuerrauch entstehende Schwebeteilchen in der Luft, die das Sonnenlicht reflektieren. Seit den 1980er Jahren führe die Erderwärmung durch den Treibhausgasausstoß aber zu stärkeren und noch schwerer vorhersehbaren Regenfällen.

Andere Untersuchungen bestätigen diesen Befund im Wesentlichen. Die 2020 veröffentlichte erste Untersuchung des Klimawandels durch die indische Regierung legt dar, dass die Monsun-Regenmenge von 1951 bis 2015 um rund sechs Prozent zurückgegangen ist. Es setzt sich demnach die Einschätzung durch, dass der Rückgang auf die Aerosol-Verschmutzung zurückzuführen sei, die der wegen der Erderwärmung zu erwartenden Zunahme der Regenmenge entgegenwirke.

Mit der weiter zunehmenden Erderwärmung und dem Rückgang der Aerosol-Verschmutzung werde die Menge des Monsunregens und die Variabilität seines Auftretens aber bis zum Ende dieses Jahrhunderts wieder zunehmen, heißt es in dem Regierungsbericht. Dies gehe mit einem „substantiellen Anstieg“ der Höchstwerte bei den täglichen Regenmengen einher.

Auf diese Weise dürfte der Klimawandel die Schäden und Opferzahlen durch den Monsun erhöhen. „Mehr Chaos beim indischen Monsunregen wird es schwieriger machen sich anzupassen“, warnte der PIK-Forscher Anders Levermann vergangenes Jahr im Gespräch mit AFP.

yb/ans

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Studie: Schweizer Gletscher haben von 1931 bis 2016 Hälfte ihres Volumens verloren

Diese Kombination aus zwei Fotografien, die am 22. August 2022 entstanden sind, zeigt (oben) den Rhonegletscher bei Gletsch, mit einem Teil, der mit Isolierschaum bedeckt ist, um zu verhindern, dass er aufgrund der globalen Erwärmung am 14. Juli 2015 schmilzt, und (unten) denselben Ort am 8. Juli 2022. Schweizer Gletscher haben seit 1931 die Hälfte ihres Volumens verloren, sagten Schweizer Forscher am 22. August 2022 nach der ersten Rekonstruktion des Eisverlusts des Landes im 20. Jahrhundert. Die schnelle Gletscherschmelze in den Alpen und anderswo, die laut Wissenschaftlern durch den Klimawandel verursacht wird, wird seit den frühen 2000er Jahren immer genauer überwacht. (Foto von Fabrice COFFRINI / AFP)

Genf (AFP) – Die Gletscher in der Schweiz haben zwischen 1931 und 2016 die Hälfte ihres Volumens verloren. Das geht aus einer am Montag in der Fachzeitschrift „The Cryosphere“ veröffentlichten Studie hervor, in der Schweizer Wissenschaftler zum ersten Mal den Rückgang der Gletscher im 20. Jahrhundert in dem Land rekonstruiert haben. Ab 2016 ist das Eis dem Schweizer Gletschermessnetz Glamos zufolge noch schneller geschmolzen: Von 2016 bis 2022 ging das Volumen um weitere zwölf Prozent zurück.

Für die Studie haben Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft die Topografie aller im Jahr 1931 existierenden Gletscher rekonstruiert. Die Fachleute nutzten etwa 21.700 historische Bilder, anhand derer sie die Oberflächenbeschaffenheit der Gletscher in jenem Jahr rekonstruieren konnten.

Der Rückgang der Gletscher beschleunigt sich

„Kennen wir die Oberfläche eines Gletschers zu zwei verschiedenen Zeitpunkten, können wir daraus die Volumendifferenz berechnen“, erklärte der Hauptautor der Studie, Erik Schytt Mannerfelt. So glich etwa der Fieschergletscher 1928 noch einem großen Eismeer. 2021 waren auf dem Berghang nur noch kleine weiße Flecken zu sehen.

Den Fachleuten zufolge haben sich die Gletscher im vergangenen Jahrhundert aber nicht immer verkleinert. In den 1920er und 1980er Jahren seien sie sogar gewachsen. Dennoch sei es wichtig, „das Gesamtbild im Auge zu behalten“, erklärte Daniel Farinotti, Mitautor der Studie. „Unser Vergleich zwischen den Jahren 1931 und 2016 zeigt deutlich, dass es in diesem Zeitraum einen markanten Gletscherschwund gab“ – und der Rückgang beschleunige sich.

mh/noe

© Agence France-Presse

Französische Regierung setzt wegen extremer Trockenheit Krisenstab ein

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Paris (AFP) – Die französische Regierung hat wegen der schweren Dürre einen Krisenstab eingesetzt. „Diese Dürre ist die schlimmste, die jemals in unserem Land verzeichnet wurde“, teilte das Büro von Premierministerin Elisabeth Borne am Freitag mit. Die extreme Trockenheit könne noch zwei Wochen lang anhalten oder sich sogar noch verschlimmern. Die Dürre sei eine „Katastrophe“ für Landwirte im ganzen Land und für die Umwelt.

Seit Wochen anhaltende Trockenheit in Frankreich

In fast allen französischen Departements gelten wegen der seit Wochen anhaltenden Trockenheit bereits unterschiedlich scharfe Beschränkungen bei der Wassernutzung, in 62 Departements gilt nach der dritten Hitzewelle in diesem Sommer die höchste Alarmstufe. Der Wetterdienst Météo-France rechnet für die kommenden Wochen nur mit wenig Erleichterung.

Angesichts dieser „historischen Situation“ habe die Premierministerin beschlossen, einen ressortübergreifenden Krisenstab einzusetzen, erklärte ihr Büro. Er soll unter anderem regelmäßig Berichte aus den am stärksten betroffenen Departements einholen, Notfallpläne vorbereiten und mögliche Maßnahmen wie die Lieferung von Trinkwasser koordinieren.

In hunderten französischen Gemeinden Trinkwasserversorgung zusammengebrochen

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Nach Angaben von Umweltminister Christophe Béchu ist schon in mehr als hundert französischen Gemeinden die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen. Die betroffenen Kommunen werden nun per Lkw mit Trinkwasser versorgt, „da nichts mehr in den Leitungen ist“, sagte Béchu bei einem Besuch in Roumoules im Südosten Frankreichs. Er forderte die von Wasserknappheit betroffenen Regionen auf, rechtzeitig aktiv zu werden: „Wenn Sie Wasser beschaffen müssen, sollten Sie sich nicht erst an dem Morgen darum kümmern, wenn kein Wasser mehr in den Leitungen ist.“

Nach Einschätzung von UN-Experten müssen sich Länder wie Frankreich angesichts des Klimawandels auf immer längere Trockenphasen einstellen.

mid/lan

Ausbildungsberufe im Bereich Umwelt- und Klimaschutz immer beliebter

Berlin (AFP) – Ausbildungsberufe im Bereich Umwelt-, Natur- und Klimaschutz werden immer beliebter. Die Nachfrage danach stieg 2020 um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie eine Studie im Auftrag der Funke Mediengruppe ergab. „Damit haben sich die grünen Berufe entgegen dem Trend deutlich positiver entwickelt als der Ausbildungsmarkt insgesamt“, erklärte am Dienstag Dirk Werner vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Arbeit an den Bienenvölkern gehört zur Ausbildung dazu (Foto: Klaus Maresch)

Am stärksten wuchs das Interesse an einer Ausbildung zum Revierjäger – hier gab es 2020 knapp 44 Prozent mehr Bewerber als 2019, wie das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung im IW berechnete. Mehr junge Menschen interessierten sich auch für den Beruf des Landschaftsgärtners: 7,5 Prozent mehr Bewerber gab es für diesen Ausbildungsberuf.

Im Obst- und Gemüsebau stiegen die Bewerberzahlen um 12,2 Prozent, im allgemeinen Gärtnerberuf um 15,2 Prozent. Auch die Berufswünsche Pferdewirt (plus 14,1 Prozent), Forstwirt (plus 12,6 Prozent) und Winzer (plus 9,7 Prozent) erfreuten sich wachsender Beliebtheit.

„Die überdurchschnittliche Entwicklung in den grünen Berufen könnte ein Effekt der intensiveren Diskussion um Klima- und Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung sein“, sagte Werner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ob sich der Trend allerdings nachhaltig fortsetze, müsse abgewartet werden. „Grundsätzlich ändert sich das Berufswahlverhalten zwischen den Jahrgängen nur allmählich“.

Abnehmendes Interesse an Ausbildung in der Imkerei

Abnehmendes Interesse gab es insbesondere bei der Ausbildung zum Tierwirt in der Geflügelhaltung: Knapp 14 Prozent weniger Interessenten gab es im Jahr 2020 für diese Ausbildung als im Vorjahr. Auch der Bereich Milchtechnologie verzeichnete ein Minus von 13,7 Prozent. Für die Imkerei interessierten sich laut der Auswertung im Jahr 2020 gut zehn Prozent weniger Bewerber als noch 2019.

Die Nachfrage ist teils größer als das Angebot: Gut 660 Bewerber und Bewerberinnen im Bereich Garten- und Landschaftsbau gingen leer aus. Auch 135 Bewerber für eine Ausbildung als Forstwirt bekamen keine Lehrstelle.

Einen Trend zu grüneren Jobs gab es im vergangenen Jahr auch bei den handwerklichen Berufen. „Zu mehr Umwelt- und Klimaschutz und mehr Energieeffizienz tragen etwa Maler, Dachdecker und Schornsteinfeger genauso bei wie Anlagemechaniker Sanitär, Heizung und Klima oder Mechatroniker für Kältetechnik“, sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer den Funke-Zeitungen.

Künftig würden Themen wie Smart-Home und elektrische Mobilität weiter an Relevanz gewinnen und qualifizierten Handwerkern und Handwerkerinnen eine sichere berufliche Perspektive bieten. Der Zeitpunkt, um sich zu informieren und ins Berufsleben einzusteigen, sei ideal, sagte Wollseifer: Aktuell gebe es noch 31.000 freie Ausbildungsplätze, darunter auch in vielen klimarelevanten Bereichen. Insgesamt arbeiten nach seinen Angaben rund 30 Gewerke in fast allen Bereichen an der Umsetzung der Energiewende und dem Kampf gegen die Klimakrise. In diesem Feld seien 450.000 Handwerksbetriebe mit rund 2,5 Millionen Beschäftigten tätig.

fho/ilo

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Mittelmeerländer leiden weiter unter Waldbränden und Gluthitze

Madrid (AFP) – In den Mittelmeerländern brennen bereits Wälder – und auch Deutschland und Großbritannien stehen Vorhersagen zufolge extreme Temperaturen bevor: Die Hitze hat weite Teile Europas fest im Griff. In Portugal, Spanien und Frankreich kämpften am Freitag weiter tausende Feuerwehrleute gegen verschiedene Waldbrände. Die britische Wetterbehörde rief erstmals überhaupt wegen extremer Hitze Alarmstufe rot aus. Auch in Deutschland sollen die Temperaturen Anfang kommender Woche deutlich über 30 Grad klettern.

In der Nähe der Dune de Pilat bei Bordeaux, Europas höchster Wanderdüne, vernichteten zwei Waldbrände nach Behördenangaben seit Dienstag bereits 7300 Hektar Pinienwald. Auch drei Häuser und zwei Restaurants brannten demnach ab.

Post-Apokalypse in Cazaux

Die Lage sei „post-apokalyptisch, wirklich“, sagte eine Bewohnerin des in Asche eingehüllten Dorfes Cazaux, kurz bevor dessen vorsorgliche Evakuierung angeordnet wurde. In der Nacht waren in der Region 500 Menschen in Sicherheit gebracht worden, damit mussten bereits rund 10.000 Menschen wegen der Waldbrände ihre Häuser oder Campingplätze verlassen.

Die zu Beginn der Hitzewelle Anfang der Woche ausgebrochenen Feuer seien „noch immer nicht unter Kontrolle, und die Bedingungen sind schlecht, es ist starker Wind vorhergesagt“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr in der Region von Bordeaux im Südwesten Frankreichs. Etwa tausend Feuerwehrleute und mehrere Löschflugzeuge waren im Einsatz.

Am Donnerstag war zudem südlich von Avignon ein weiterer Waldbrand ausgebrochen, der einen Ascheregen in der Stadt während des Theaterfestivals verursachte. Das Feuer wurde nach ersten Erkenntnissen durch Funkenflug wegen der überhitzten Bremsen eines Güterzugs ausgelöst. Etwa 300 Hektar Wald gingen in Flammen auf. Laut Feuerwehr war der Brand bei Avignon am Freitag weitgehend unter Kontrolle.

Mehr als 2000 Feuerwehrleute in Portugal im Einsatz

In Portugal kämpften mehr als 2000 Feuerwehrleute weiter gegen vier Waldbrände im Norden und Zentrum des Landes. Die Lage entspannte sich etwas, Präsident Marcelo Rebelo de Sousa rief am Donnerstagabend jedoch zur Vorsicht auf. „Wir müssen noch ein paar Tage mehr wachsam bleiben“, mahnte er.

Nach Angaben des Zivilschutzes gab es bei den Bränden in Portugal ein Todesopfer und etwa 60 Verletzte. Seit Jahresbeginn brannten demnach bereits etwa ein Dutzend Häuser und mehr als 30.000 Hektar nieder – die größte Waldbrand-Schadensbilanz an einem 15. Juli seit 2017.

In der angrenzenden spanischen Region Extremadura wurde am Donnerstag ein weiterer Waldbrand „mit ungünstiger Entwicklung“ gemeldet. Er bedrohte den Monfragüe-Nationalpark.

Die Region leidet bereits seit Tagen unter extremer Hitze. In Spanien scheint der Höhepunkt zwar vorüber, am Freitagmorgen war es in der südwestlichen Provinz Badajoz aber morgens um 7.00 Uhr trotzdem schon 37,2 Grad heiß. Am Donnerstag waren im Zentrum des Landes 45,4 Grad erreicht worden. Im Norden Portugals kletterte das Thermometer sogar auf 47 Grad – ein Rekordwert für den Monat Juli.

Waldbrände in Nordafrika

Auf der anderen Seite des Mittelmeers wüteten im Norden Marokkos mehrere Waldbrände. In der Region Larache wurde nach Behördenangaben ein Todesopfer mit schweren Brandwunden entdeckt. 1600 Hektar brannten nieder, mehr als tausend Familien in den Provinzen Larache, Ouezzane, Taza und Tetouan mussten ihre Häuser verlassen.

Ein Überspringen der 40-Grad-Marke befürchtet für Anfang kommender Woche auch die britische Wetterbehörde und rief deshalb zum ersten Mal überhaupt die Hitze-Alarmstufe rot Hitze aus. Für einen neuen Hitze-Rekord in Großbritannien bestehe eine 80-prozentige Chance. Der bisherige Temperaturrekord des Landes wurde 2019 mit 38,7 Grad erreicht.

In Irland sollen am Montag immerhin 32 Grad erreicht werden. Auch Deutschland stellt sich auf eine Hitzewelle ein. Die Temperaturen sollen zu Wochenbeginn laut Deutschen Wetterdienst im Westen, Süden und Zentrum des Landes 30 Grad übersteigen.

Wissenschaftlern zufolge nehmen Extremwetterereignisse wie Hitzewellen wegen des Klimawandels an Intensität und Häufigkeit zu.

yb/jes

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Protest gegen Einschnitte beim Artenschutz

Schleswig (AFP) – Aus Protest gegen seiner Auffassung nach nicht vertretbare Einschnitte beim Artenschutz hat der Chef des schleswig-holsteinischen Grünen-Heimatkreisverbands von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sein Amt niedergelegt. Die von Habeck mitverantworteten Gesetze der Ampelkoalition zur Beschleunigung der Energiewende beschädigten „an vielen Stellen völlig unnötig den Naturschutz„, hieß es in einem am Donnerstagabend veröffentlichten entsprechenden Schreiben des bisherigen Vorsitzenden der Grünen im Kreis Schleswig-Flensburg, Rainer Borcherding.

Der Vorstand des Kreisverbands distanzierte sich umgehend von dem Schritt des bisherigen Vorsitzenden und sicherte Habeck seine Unterstützung zu. „Wir möchten die verschiedenen schwerwiegenden weltweiten Krisen nicht gegeneinander ausspielen – wir stehen geschlossen hinter der Arbeit unseres Wahlkreisabgeordneten Robert Habeck“, hieß es in einem am Freitag vom Kreisvorstand in Schleswig veröffentlichten Stellungnahme. Im August werde auf einer Kreismitgliederversammlung ein neuer Kreisvorsitzender gewählt.

Habeck ist der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Flensburg-Schleswig. Er lebt seit in Schleswig-Holstein und war dort unter auch anderem Umwelt- und Energiewendeminister. Die Grünen wollen parallel die Klimakrise und das weltweite Artensterben bekämpfen. Beide Ziele können mitunter aber auch in Konkurrenz geraten.

So beschloss der Bundestag am Donnerstag ein Gesetzespaket der Berliner Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP zum beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien. Parallel dazu segnete das Parlament Änderungen am Bundesnaturschutzgesetz ab. Dadurch können auch Landschaftsschutzgebiete in die Suche nach Flächen für Windkraftanlagen einbezogen werden, für die artenschutzrechtlichen Prüfungen gelten künftig einheitliche Standards.

In seinem Schreiben bezog sich Borcherding auf diese und andere Schritte, etwa die Subventionierung von kleinen Wasserkraftwerken an Flüssen oder eine seiner Auffassung nach „bewusste“ Vernachlässigung von gefährdeten „störungssensiblen Vogelarten“ wie dem Schwarzstorch bei der Planung von Windkraftanlagen. Das Bestreben zur Beschleunigung der Energiewende sei nachvollziehbar, schrieb er. Habeck habe dabei jedoch „völlig unnötig den Naturschutz zum Gegner gemacht“. Er wolle ihn daher nicht mehr unterstützen.

bro/cfm

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