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Querdenker, Wespen und aculeate Hymenopteren

Als früherer Imker habe ich eine 35 Jahre währende Erfahrung im Umgang mit Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen und werde oft kontaktiert, wenn es Probleme mit den Summsen gibt, beispielsweise wenn ein Wespennest im Rollokasten auftaucht. Dieses Jahr ist viel los, was im Zusammenhang mit Wespen und Hornissen steht.

Ein Kunde ruft an, er hat ein Problem mit Wespen im Rollokasten. Alles klar, Termin vereinbart und ich treffe vor Ort ein. Das Zimmer mit den Wespen ist im zweiten Stock eines – sagen wir mal so – opulent ausgestatteten Hauses. Der Hauseigentümer ist etwa 65 Jahre alt, wohlgenährt, zwei Autos stehen in der großen Einfahrt. Er ist Immobilienmakler und im Treppenhaus hängt eine Deutschlandflagge nebst einigen andere Devotionalien aus der jüngeren deutschen Geschichte (die mit den tausend Jahren), mit denen man sich in der Öffentlichkeit außerhalb Thüringens und Sachsen eher nicht zeigt.

Die Merkel-Diktatur, ihre „Erfindungen“ und die Impfmafia

Die lange Treppe hoch, oben habe ich kleine Pause gemacht, um wieder zu Luft zu kommen. Treppensteigen ist für mich nach meiner Coronaerkrankung immer noch ein Problem.
„Na, wohl kurzatmig, wa?“
„Ja, Probleme seit Corona, fünf Wochen damit zu tun gehabt…“
Ich komme gar nicht dazu den Satz zu vollenden, da geht es los. Es gäbe kein Corona, das sei eine Erfindung der Merkel-Diktatur und der Impfmafia. In dem aggressiven Ton ging es weiter, es fielen auch noch Begriffe wie „Internationales Finanzjudentum“, „Verschwörung“ und „geheime Informationsquellen“, auf die er Zugriff hätte usw. usf.

Innerlich köchelte ich bereits auf Siedetemperatur.

Wespennest im Rollokasten im Schlafzimmer

Haben Sie Fragen zu einem Wespennest? Im Honighäuschen bekommen Sie Hilfe und Informationen über aculeate Hymenopteren.

Wir erreichten das Schlafzimmer mit dem Rollokasten samt einem veritablen Wespennest. Anzeichen dafür, dass sich die Wespen ins Zimmer durchnagten, gab es auch.
„Jetzt machen Sie schon, ich hab noch zu tun! Machen Sie die Viecher weg!“
Tja, sagte ich, da könne ich ihm leider nicht helfen, das seien keine Wespen, sondern aculeate Hymenopteren, eine neue Züchtung aus den Laboren der Bill-Gates-Stiftung. Nahe Verwandte der Reptiloiden, das könne man gut sehen, wenn man nahe an das Nest heranginge und sich die Zeichnung über den drei Ocellen ansähe. Bei der Gates-Spezies seien in den Ocellen Microkameras verborgen, die über den Sender in der kronenförmigen Zeichnung die gesammelten Informationen übertragen würden. Der Sender wäre im Nest, da käme ich aber nicht ran. Früher hätte man sowas ausgeräuchert, das sei die einzig sichere Methode.

Aculeate Hymenopteren mit Micro-Kameras der Bill-Gates-Stiftung

Entsetzter Blick bei dem Mann. Ich zuckte mit den Schultern, es täte mir ja leid, aber mit dem internationalen Finanzjudentum UND der Gates-Stiftung könnte ich es nicht aufnehmen. Aber ich würde ihm dafür auch keine Rechnung schicken. Es würde ja sicher unter uns bleiben, dass ich ihn aufgeklärt hätte.
Bin gemütlich die Treppe runter und ins Auto gestiegen.

Also, liebe Notaufnahmen der umliegenden Krankenhäuser, liebe Feuerwehr Bonn, wenn euch jetzt ein Mann mit einem total zerstochenen Gesicht auf dem Tisch landet oder irgendwo in Wachtberg ein Haus in Flammen aufgeht…. ihr habt es da mit einem durchgeknallten Querdenker zu tun. 🙂

Allen anderen hilft das Honighäuschen gern weiter.

Verbraucherschützer warnen – Firmen betreiben Abzocke mit Entfernen von Wespennestern

Ein Wespennest der Sächsischen Wespe in einer Gardine (Foto: Honighäuschen)

Ein Wespennest im eigenen Haus. Für viele eine Horrorvorstellung, die sie schnell beheben wollen. Verbraucherschützer warnen jedoch vor Haustür-Abzocke durch unseriöse Schädlingsbekämpfer.

Kaum sitzt man in diesem Sommer draußen bei Kaffee und Kuchen oder Grillgut, sind die Wespen gleich scharenweise zur Stelle. Werden die Lebensmittel weggeräumt, verschwinden auch die Insekten – zumindest meistens. Sollte das nicht der Fall sein, ist der Verdacht groß, dass sich Wespen in der Nähe ein Nest gebaut haben.

Verbraucherschützer warnen vor Wucherpreisen

Für Betroffene heißt es dann, schnell handeln und das Insektenhaus beseitigen. Es lohnt sich aber, bei der Wahl des Dienstleisters genauer hinzusehen. Die Verbraucherzentrale NRW warnt aktuell vor „laienhaft arbeitenden Notdiensten“, die versuchen, Kunden an der Haustür abzuzocken. Liegt der Preis für das Umsiedeln oder Abtöten von Wespen meist zwischen 80 und 150 Euro, verlangen Betrüger oft mehrere hundert Euro. Folgende Punkte sollten Sie deshalb beachten, um nicht Opfer einer Haustür-Abzocke zu werden:

  • Nur Anbieter mit Festnetznummer aus Ihrer Region, keine Anbieter mit 0800-Nummer oder ausschließlich Handynummer
  • Impressum auf Internetseiten zeigt den tatsächlichen Sitz der Firma
  • Notrufnummern in Ruhe im Vorfeld recherchieren
  • Niemals sofort zahlen; es gibt ein Recht, die Rechnung zu überprüfen
  • Profis stören oder töten Wildtiere nicht unbegründet und arbeitet mit Naturschutzbehörden zusammen

Michael Falkner, langjähriger Schädlingsbekämpfer aus Bonn, rät außerdem, immer im Vorfeld nach dem Preis für die Entfernung zu fragen. „Viele Betroffene wollen nur schnell die Nest loswerden und spielen damit den Abzockern in die Hände“, so Falkner. Ein professioneller Schädlingsbekämpfer sei auch immer an einer umfangreichen Beratung zu erkennen. Anbieter, die ohne Erklärungen an die Arbeit gingen ohne zu überprüfen, ob es sich eventuell um eine geschützte Insektenart handelt, seien oft Abzocker.

Seit Jahren haben Verbraucherschützer unseriöse Anbieter und deren Praktiken im Visier. Besonders die hohe Nachfrage in diesem Sommer begünstige die Arbeit solcher Firmen. Falkner warnt davor, beim Anblick eines Wespen- oder Hornissennests in Panik zu verfallen und den erstbesten Dienstleister zu beauftragen. Wenn ein Anbieter schon am Telefon darauf dränge, schnell vorbeizukommen, ohne Nachfragen zu den Insekten und dem Ort des Nestes zu stellen, sei das ein guter Hinweis auf eine Abzockerbande. „Wer aber ganz sicher gehen will, kann auch immer nach einem Sachkundenachweis fragen, der Auskunft über die Qualifikation des Schädlingsbekämpfers gibt“, so Falkner. Allerdings sei die Nachfrage zurzeit hoch: „Aktuell muss ich Kunden schon drei Wochen vertrösten, bevor wir einen Auftrag annehmen können“, so Falkner.

Ohne Not Wespennester entfernen ist verboten

Denn es gilt: Ein Wespennest darf niemals eigenhändig entfernt werden. Klaus Maresch ist ehemaliger Bienenzüchter der Bioland Imkerei „Honighäuschen“ in Bonn und hat rund 40 Jahre Erfahrung mit Bienen, Wespen und Hornissen. „Wespen fühlen sich schnell bedrängt, wenn man dem Nest zu nahe kommt und verteidigen sich. Außerdem sind einige Arten geschützt. Eine Entfernung des Nestes ohne unmittelbare Gefahr ist deshalb verboten.“ Eine Gefahrensituation liegt in der Regel nur dann vor, wenn Allergiker oder Kindergärten betroffen sind. Ein eigenmächtiger Verstoß kann im Fall einiger besonderer Arten bis zu 50.000 Euro kosten.

Der Experte rät deshalb dazu, einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen, der sich das Nest anschaut. Dieser könne auch eine Einschätzung abgeben, ob eine Gefahr besteht oder nicht, denn nicht alle Wespenarten seien aggressiv, so Maresch. „Wespe ist nicht gleich Wespe. Viele Arten sind völlig friedlich. Die bekommen sie quasi gar nicht zu Gesicht. Besonders dann, wenn das Nest außer Reichweite vier bis fünf Meter über dem Balkon hängt.“ In diesen Fällen rät er dazu das Nest an Ort und Stelle zu lassen und gegebenenfalls lieber Vorsichtsmaßnahmen wie Fliegengitter zu installieren.

Mehr Wespen durch milden Frühling

Doch wie kommt es überhaupt, dass in diesem Jahr so viel mehr Wespen unterwegs sind, oder täuscht das Gefühl? Anders als oft vermutet habe es nichts mit einem zu milden Winter tun, erklärt Imker Klaus Maresch. „Durch den milden und vor allem trockenen Frühling hatten die Wespen ausgezeichnete Bedingungen und fanden ausreichend Futter um sich rasch zu vermehren.“ Während sonst viele Königinnen heftige Regenfälle oder Frost nicht überlebten, hätten sich 2018 weit mehr ein eigenes Nest gebaut und sich dort vermehrt. Auch der oft Anfang Juni einsetzende Kälteeinbruch – die sogenannte Schafskälte – blieb aus. Dabei sei die Situation in Deutschland nicht überall gleich.

Und das Problem wird auch noch einige Zeit bleiben. „Wespen sterben nur durch Frost oder heftigen Regen. Wenn ich mir da so die Wetteraussichten für die kommenden Tage und Wochen ansehe, werde ich noch einige Anrufe wegen Wespen bekommen“, scherzt Maresch. Je nach Witterung rechnet er erst im Oktober oder November mit einem spürbaren Rückgang der Wespenpopulation.

Quelle: Verbraucherschützer warnen – Firmen betreiben Abzocke mit Entfernen von Wespennestern

Ein Hornissennest in einem Rollladenkasten

Es gibt bessere Nistplätze für Hornissen als Rollokästen und wir halten immer Nistkästen für den Fall einer Umsiedlung parat. (Foto: Klaus Maresch)

HONIGHÄUSCHEN (BONN) – Bevor ich auf das Thema Rollladenkasten mit Hornissen eingehe, hier etwas Grundsätzliches. Hornissen sind – Sie werden es schon gemerkt haben – Insekten, für die ich eine gewisse Sympathie habe. Sie leiden einfach unter einem falschen Ruf, was daher rührt, dass man Hornissennester durchaus auch als Waffen eingesetzt hat. Ein Tonkrug mit einem Hornissennest mit einem Katapult über die Mauer gefeuert, der Krug zerplatz, die wütenden Hornissen fallen über die Umgebung her und das erste sich am Boden wälzende Opfer, dass eine allergische Reaktion hat, löst Panik aus. Das hat noch im dreißigjährigen Krieg funktioniert.
Im dritten Reich stufte man Hornissen als Forstschädlinge ein, weil sie gern süsse Pflanzensäfte trinken und dafür auch schon mal die Rinde junger Triebe annagen. Allerdings bringt das keinen Baum ums Leben.
Tatsächlich haben Hornissen eine wichtige Funktion – auch für Sie als Gartenbesitzer. Hornissen ernähren ihre Brut mit Fleisch. Aber keine Sorge, Sie können im Sommer problemlos weiter draußen grillen. Grillfleisch interessiert Hornissen überhaupt nicht, diese großen Wespen wollen es frisch und jagen deshalb kleinere Wespen, Fliegen, Schnaken und holen sogar Spinnen aus ihren Netzen. Am Tag kommt da gut und gern ein halbes Pfund Fleisch in Form von Insekten zusammen.

Nun zum Thema Hornissennest im Rollladenkasten

Blick auf Hornissenlarven in einer offenen Wabe. (Foto: Klaus Maresch)

Ein Hornissennest im Rollladenkasten ist unter Umständen ein Problem und zwar in mehrfacher Hinsicht. Hornissen sind leider wenig vorbildlich, was ihr hygienisches Verhalten betrifft. Hornissen lassen ihren Kot und Urin aus dem Hornissennest fallen. Der Mist sammelt sich unter dem Nest und bei einem Hornissennest in einem Rollladenkasten kann da einiges zusammenkommen. Den Mist, der sich unter einem Hornissennest im Rollladenkasten ansammelt, finden diverse Käfer und deren Larven ganz interessant und leben darin, was es nicht appetitlicher macht. Und natürlich entsteht eine ziemliche Geruchsbelästigung, da auch Futterreste und abgestorbene Hornissenlarven dazukommen. Es entsteht eine breiige Masse.
Beobachtungskasten um ein Hornissennest in einem Rollladenkasten. Das Nest wurde vor Ort belassen und die Bewohner konnten den Hornissen zusehen.
Um Ihrem Kopfkino noch etwas Futter zu geben, überlegen Sie einmal, wie groß der Rollladenkasten ist, wieviel Platz er den Hornissen bietet und vor allem, aus welchem Material die Abdeckung ist. Sperrholz? Rigips? Prima – für die starken Kiefer der Hornissen gar kein Problem.
Meistens ist es eine dünne Platte aus Rigips, Sperrholz oder Preßspan. Diese Abdeckung saugt sich voll, es fängt an, übel zu riechen und eventuell bricht das Nest durch die Abdeckung. Wenn die Hornissen nämlich merken, dass sich ihnen da Ausbaumöglichkeiten bieten, sorgen sie für den Ausbau und das Hornissennest im Rollladenkasten mutiert zum Hornissennest im und außerhalb des Rollladenkastens.

Wer hilft Ihnen, wenn Sie „glücklicher“ Hausbesitzer eines Hauses mit einem Rolladenkasten sind, in dem sich Hornissen niedergelassen habe?

Am Kopf kann man gut die Facettenaugen und Ocellen der Hornisse erkennen. (Foto: Honighäuschen)

Spätestens jetzt wird es Zeit, an eine einvernehmliche Lösung zu beiderseitigem Vorteil zu denken. Ist es ein Zimmer, dass Sie nicht unbedingt brauchen, kann man darüber nachdenken, einen zusätzlichen Kasten um das durchbrechende Nest zu bauen. Renovieren müssen Sie so oder so.
Oder man siedelt das Hornissennest aus dem Rollladenkasten in einen geeigneten Nistkasten um, denn Hornissen stehen unter Artenschutz und dürfen nur in Ausnahmefällen getötet oder umgesiedelt werden. Und zwar nur dann, wenn die für den Artenschutz zuständige -> Untere Landschaftsbehörde der Bundesstadt Bonn oder des-> Rhein-Sieg-Kreises ihre Zustimmung erteilt.
Sie erreichen mich unter der Telefonnummer 0151 62504962 oder im Büro des Bundeslurch Verlages unter 0228 96757883.
Abtötungen von Hornissennestern nehme ich grundsätzlich nicht vor, die Umsiedlung eines Hornissennestes hingegen schon. Weitere Bilder über Hornissen finden Sie in unserem Fotoprojekt Bundesbienen