Archiv der Kategorie: Aus aller Welt

Etwa 15 Meter großer Wal auf Insel in Bretagne gestrandet

Rennes (AFP) – Ein Wal ist auf der westfranzösischen Insel Sein in der Bretagne gestrandet. Der am Freitag von einem Bürger entdeckte Wal sei zwischen 15 und 20 Meter lang, teilte die regionale Präfektur der Nachrichtenagentur AFP mit. Nach ihren Angaben wurde die Feuerwehr zu dem Meeressäuger entsandt.

Vermutlich ein Finnwal

Die Gründe, warum der Wal strandete, waren zunächst unklar. Die Präfektur veröffentlichte ein Foto des Tiers im Onlinedienst Twitter. Laut einem von AFP kontaktierten Spezialisten könnte es sich um einen Finnwal handeln.

Wale dieser Größe stranden relativ selten an den französischen Küsten. Im November 2021 war ein 19 Meter langer und etwa 15 Tonnen schwerer Finnwal im Hafen von Calais gestrandet, nachdem er sich verletzt hatte. Anfang August verirrte sich ein rund 800 Kilo schwerer Belugawal in die Seine nördlich von Paris. Trotz einer dramatischen Rettungsaktion musste das Tier eingeschläfert werden.

kas/dja/fs

© Agence France-Presse

Monsun: Ein lebensgefährliches und zugleich lebenswichtiges Wetterphänomen

Neu Delhi (AFP) – In Pakistan steht derzeit ein Drittel des Landes unter Wasser, mehr als tausend Menschen starben bereits in den Fluten. Ursache sind ungewöhnlich heftige Monsun-Regen in diesem Jahr. Fragen und Antworten zu einem noch nicht genau erforschtem Wetter-Phänomen, das lebenswichtig und lebensgefährlich zugleich ist:

Worum handelt es sich beim Monsun in Südasien?

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Der Asiatische Sommermonsun ist im Wesentlichen ein Seewind, der in Südasien zwischen Juni und September 70 bis 80 Prozent des jährlichen Regens bringt. Verantwortlich dafür ist die Sommerhitze, die die Landmassen des indischen Subkontinents aufwärmt. In der Folge steigt die Luft darüber nach oben und saugt dort kühlere und feuchtere Luft vom Indischen Ozean auf, so dass riesige Regenmengen entstehen.

Warum ist der Monsun wichtig?

Für die Landwirtschaft in Ländern wie Pakistan und Indien ist der Monsun entscheidend. Insofern hängen die Existenz von Millionen Bauern und deren Familien sowie die Versorgungssicherheit in der armen und dichtbevölkerten Region von ihm ab.

Wie sehr variieren die Regenfälle?

Obwohl viel zum Monsun geforscht wird, sind viele Fragen noch ungeklärt. Es lässt sich kaum vorhersagen, wo genau und wieviel Regen fallen wird, und die Regenmenge variiert beträchtlich. Während der diesjährige Monsun in Pakistan eine Sintflut verursacht hat, fielen im Osten und Nordosten Indiens Berichten zufolge im Juli die geringsten Regenmengen seit 122 Jahren.

Wodurch lassen sich die Schwankungen erklären?

Sie werden verursacht durch Veränderungen in den globalen Bedingungen in Atmosphäre und Ozeanen wie etwa das El-Niño-Phänomen im Pazifik sowie ein Phänomen namens Äquatorialindische Ozean-Oszillation (EQUINOO), das erst 2002 entdeckt wurde. Es wird vermutet, dass auch lokale Bedingungen wie aus der Sahara herangewehte Staubwolken, Luftverschmutzung und sogar Bewässerungsmaßnahmen in der Landwirtschaft das Auftreten und das Ausmaß von Monsun-Regen beeinflussen.

Was ist mit dem Klimawandel?

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In Indien ist es in den vergangenen Jahren wärmer geworden, parallel haben Zyklone zugenommen. Es ist aber unklar, wie der Klimawandel das hochkomplexe Phänomen Monsunregen beeinflusst. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) veröffentlichte vergangenes Jahr eine Studie, für die die Autoren die Veränderungen des Monsuns seit Mitte des 20. Jahrhunderts untersuchten. Demnach haben die Monsunregen an Intensität zugenommen und treten immer ungleichmäßiger auf.

Laut der Studie wurde die Entstehung von Regen durch die Verschmutzung der Luft mit sogenannten Aerosolen gehemmt. Das sind unter anderem durch Verkehrsabgase und Feuerrauch entstehende Schwebeteilchen in der Luft, die das Sonnenlicht reflektieren. Seit den 1980er Jahren führe die Erderwärmung durch den Treibhausgasausstoß aber zu stärkeren und noch schwerer vorhersehbaren Regenfällen.

Andere Untersuchungen bestätigen diesen Befund im Wesentlichen. Die 2020 veröffentlichte erste Untersuchung des Klimawandels durch die indische Regierung legt dar, dass die Monsun-Regenmenge von 1951 bis 2015 um rund sechs Prozent zurückgegangen ist. Es setzt sich demnach die Einschätzung durch, dass der Rückgang auf die Aerosol-Verschmutzung zurückzuführen sei, die der wegen der Erderwärmung zu erwartenden Zunahme der Regenmenge entgegenwirke.

Mit der weiter zunehmenden Erderwärmung und dem Rückgang der Aerosol-Verschmutzung werde die Menge des Monsunregens und die Variabilität seines Auftretens aber bis zum Ende dieses Jahrhunderts wieder zunehmen, heißt es in dem Regierungsbericht. Dies gehe mit einem „substantiellen Anstieg“ der Höchstwerte bei den täglichen Regenmengen einher.

Auf diese Weise dürfte der Klimawandel die Schäden und Opferzahlen durch den Monsun erhöhen. „Mehr Chaos beim indischen Monsunregen wird es schwieriger machen sich anzupassen“, warnte der PIK-Forscher Anders Levermann vergangenes Jahr im Gespräch mit AFP.

yb/ans

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Waldbrände in der Bretagne zerstören erneut hunderte Hektar Land

Rennes (AFP) – Bei Feuern in der Bretagne im Nordwesten Frankreichs sind nach Angaben örtlicher Behörden am Wochenende erneut mehr als 300 Hektar Vegetation an verschiedenen Orten verbrannt. Die Region wird wegen ihres gemäßigten Klimas normalerweise von Waldbränden verschont.

Gemeinde Erdeven wegen der Waldbrände evakuiert

Im Arrée-Gebirge im Département Finistère fielen den Flammen 250 Hektar zum Opfer, teilte die örtliche Präfektur mit. Dort hatten Brände schon im Juli mehr als 1700 Hektar Heidelandschaft, Tannen- und Laubwald zerstört. In der Gemeinde Erdeven nahe der Halbinsel Quiberon mussten wegen eines Feuers etwa 300 Menschen evakuiert werden.

In Spanien entspannte sich die Lage in Galizien im Nordwesten des Landes etwas. Nach Angaben der Behörden bemühten sich die Einsatzkräfte am Sonntag, das größte Feuer unter Kontrolle zu bringen. Der Brand nahe der Gemeinde Boiro habe eingegrenzt werden können und „entwickelt sich günstig in Richtung seiner Stabilisierung“, teilte die Regionalregierung mit.

in Galizien rund 4000 Hektar Wald verbrannt

Das Feuer hatte seit vergangenem Donnerstag 2200 Hektar in Mitleidenschaft gezogen. Insgesamt waren in Galizien seit einer Woche 4000 Hektar verbrannt.

Beide Länder plagt wie ein Großteil Westeuropas eine weitere Hitzewelle – auch wenn die Temperaturen in Spanien am Sonntag zu sinken begannen. Häufigere Hitzewellen sind nach Ansicht von Experten eine direkte Folge des Klimawandels, der sowohl die Intensität als auch die Dauer und Häufigkeit erhöht.

oer/lan

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Französische Regierung setzt wegen extremer Trockenheit Krisenstab ein

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Paris (AFP) – Die französische Regierung hat wegen der schweren Dürre einen Krisenstab eingesetzt. „Diese Dürre ist die schlimmste, die jemals in unserem Land verzeichnet wurde“, teilte das Büro von Premierministerin Elisabeth Borne am Freitag mit. Die extreme Trockenheit könne noch zwei Wochen lang anhalten oder sich sogar noch verschlimmern. Die Dürre sei eine „Katastrophe“ für Landwirte im ganzen Land und für die Umwelt.

Seit Wochen anhaltende Trockenheit in Frankreich

In fast allen französischen Departements gelten wegen der seit Wochen anhaltenden Trockenheit bereits unterschiedlich scharfe Beschränkungen bei der Wassernutzung, in 62 Departements gilt nach der dritten Hitzewelle in diesem Sommer die höchste Alarmstufe. Der Wetterdienst Météo-France rechnet für die kommenden Wochen nur mit wenig Erleichterung.

Angesichts dieser „historischen Situation“ habe die Premierministerin beschlossen, einen ressortübergreifenden Krisenstab einzusetzen, erklärte ihr Büro. Er soll unter anderem regelmäßig Berichte aus den am stärksten betroffenen Departements einholen, Notfallpläne vorbereiten und mögliche Maßnahmen wie die Lieferung von Trinkwasser koordinieren.

In hunderten französischen Gemeinden Trinkwasserversorgung zusammengebrochen

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Nach Angaben von Umweltminister Christophe Béchu ist schon in mehr als hundert französischen Gemeinden die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen. Die betroffenen Kommunen werden nun per Lkw mit Trinkwasser versorgt, „da nichts mehr in den Leitungen ist“, sagte Béchu bei einem Besuch in Roumoules im Südosten Frankreichs. Er forderte die von Wasserknappheit betroffenen Regionen auf, rechtzeitig aktiv zu werden: „Wenn Sie Wasser beschaffen müssen, sollten Sie sich nicht erst an dem Morgen darum kümmern, wenn kein Wasser mehr in den Leitungen ist.“

Nach Einschätzung von UN-Experten müssen sich Länder wie Frankreich angesichts des Klimawandels auf immer längere Trockenphasen einstellen.

mid/lan

Zoo in Pakistan versteigert Löwen an Privathalter

Junge Löwen im Lahore Safari Zoo (Foto: Arif Ali/AFP)

Lahore (AFP) – Ein Zoo im Osten Pakistans versteigert in der kommenden Woche ein Dutzend Löwen an Privatsammler. „Wir werden hier nicht nur mehr Platz schaffen, sondern auch unsere Ausgaben für Fleisch zur Fütterung der Tiere senken“, sagte der stellvertretende Direktor des Lahore Safari Zoo, Tanvir Ahmed Janjua, der Nachrichtenagentur AFP.

Zoo hat zuviele Großkatzen

Der Zoo habe mittlerweile so viele Großkatzen, dass Löwen und Tiger sich beim Auslauf in den Freigehegen abwechseln müssten, erklärte Janjua. Zwölf Löwen im Alter zwischen zwei und fünf Jahren will der Zoo am kommenden Donnerstag an die Höchstbietenden verkaufen. Für jedes Tier hat der Zoo einen Mindestpreis von 150.000 Rupien (etwa 660 Euro) gesetzt, er hofft aber, dass die Löwen jeweils etwa zwei Millionen Rupien einbringen.

Löwen, Tiger und andere exotische Wildtiere als Haustiere zu halten, ist in Pakistan nicht ungewöhnlich. Die Tiere sind ein Statussymbol. Ihre wohlhabenden Halter veröffentlichen Fotos und Videos ihrer Großkatzen in den Online-Netzwerken und vermieten sie als Requisiten für Filme und Fotoshootings.

Naturschützer kritisierten die geplante Auktion. Die Umweltorganisation WWF erklärte, die Tiere sollten besser in andere Zoos gebracht werden. „Der Austausch und die Schenkung von Tieren an andere Zoos ist eine weithin akzeptierte Praxis“, sagte Uzma Khan von der Organisation der AFP. „Sobald eine Institution wie ein Zoo eine Wildtierart mit einem Preisschild versieht, fördert sie den Handel – und das ist kontraproduktiv für den Naturschutz„, fügte sie hinzu.

In Lahore Gassi gehen mit dem Tiger

Nouman Hassan, ein Großkatzen-Fan, beim Gassi gehen mit seinem bengalischen Tiger (Foto: Arif Ali/AFP)

Es kann jedoch nicht jeder an der Auktion teilnehmen. Zoovertreter Janjua sagte, Käufer müssten bei den örtlichen Behörden registriert sein und nachweisen können, dass sie die Mittel hätten, die Löwen angemessen zu versorgen und unterzubringen. Der Tierarzt des Zoos Muhammad Rizwan Khan sagte, ein früherer Auktionsversuch sei fehlgeschlagen, weil den potenziellen Käufern die erforderlichen Papiere fehlten.

„Ich werde sicher versuchen, zwei bis drei Löwen zu kaufen“, sagte der Löwen-Besitzer Nouman Hassan. Die Auktion sei eine gute Möglichkeit für private Sammler, den Genpool ihres bisherigen Rudels zu diversifizieren. Hassan war in der Vergangenheit mit den Behörden in Konflikt geraten, als er dabei gefilmt wurde, wie er mit seinem Haustiger in Lahore Gassi ging.

oer/mid

© Agence France-Presse

Mann will Spinne mit Feuerzeug töten und löst Waldbrand aus

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Washington (AFP) – Im US-Bundesstaat Utah hat ein Mann versucht, eine Spinne mit einem Feuerzeug zu töten – und dabei einen Waldbrand ausgelöst. Wie die Polizei mitteilte, wurde der Mann vorübergehend festgenommen. Der 26-Jährige habe Polizisten am Brandort gesagt, er habe die Spinne mit einem Feuerzeug töten wollen und „dabei ein Feuer entzündet“, erklärte das Büro des Sheriffs im Verwaltungsbezirk Utah auf Facebook.

Bundesstaat Utah leidet unter schwerer Dürre

Der Bundesstaat Utah leidet – wie ein Großteil des Südwestens der USA – unter einer schweren Dürre. Der Waldbrand, der am Dienstag in der Nähe der Stadt Springville südlich der Hauptstadt Salt Lake City ausgebrochen war, breitete sich nach Angaben der Feuerwehr auf eine Fläche von mehr als 24 Hektar aus und konnte bis Mittwoch zu 90 Prozent eingedämmt werden.

Der 26-jährige wurde nach Polizeiangaben wegen fahrlässiger Brandstiftung und des Besitzes von Marihuana festgenommen, inzwischen aber gegen Kaution freigelassen.

mid/dja

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Mittelmeerländer leiden weiter unter Waldbränden und Gluthitze

Madrid (AFP) – In den Mittelmeerländern brennen bereits Wälder – und auch Deutschland und Großbritannien stehen Vorhersagen zufolge extreme Temperaturen bevor: Die Hitze hat weite Teile Europas fest im Griff. In Portugal, Spanien und Frankreich kämpften am Freitag weiter tausende Feuerwehrleute gegen verschiedene Waldbrände. Die britische Wetterbehörde rief erstmals überhaupt wegen extremer Hitze Alarmstufe rot aus. Auch in Deutschland sollen die Temperaturen Anfang kommender Woche deutlich über 30 Grad klettern.

In der Nähe der Dune de Pilat bei Bordeaux, Europas höchster Wanderdüne, vernichteten zwei Waldbrände nach Behördenangaben seit Dienstag bereits 7300 Hektar Pinienwald. Auch drei Häuser und zwei Restaurants brannten demnach ab.

Post-Apokalypse in Cazaux

Die Lage sei „post-apokalyptisch, wirklich“, sagte eine Bewohnerin des in Asche eingehüllten Dorfes Cazaux, kurz bevor dessen vorsorgliche Evakuierung angeordnet wurde. In der Nacht waren in der Region 500 Menschen in Sicherheit gebracht worden, damit mussten bereits rund 10.000 Menschen wegen der Waldbrände ihre Häuser oder Campingplätze verlassen.

Die zu Beginn der Hitzewelle Anfang der Woche ausgebrochenen Feuer seien „noch immer nicht unter Kontrolle, und die Bedingungen sind schlecht, es ist starker Wind vorhergesagt“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr in der Region von Bordeaux im Südwesten Frankreichs. Etwa tausend Feuerwehrleute und mehrere Löschflugzeuge waren im Einsatz.

Am Donnerstag war zudem südlich von Avignon ein weiterer Waldbrand ausgebrochen, der einen Ascheregen in der Stadt während des Theaterfestivals verursachte. Das Feuer wurde nach ersten Erkenntnissen durch Funkenflug wegen der überhitzten Bremsen eines Güterzugs ausgelöst. Etwa 300 Hektar Wald gingen in Flammen auf. Laut Feuerwehr war der Brand bei Avignon am Freitag weitgehend unter Kontrolle.

Mehr als 2000 Feuerwehrleute in Portugal im Einsatz

In Portugal kämpften mehr als 2000 Feuerwehrleute weiter gegen vier Waldbrände im Norden und Zentrum des Landes. Die Lage entspannte sich etwas, Präsident Marcelo Rebelo de Sousa rief am Donnerstagabend jedoch zur Vorsicht auf. „Wir müssen noch ein paar Tage mehr wachsam bleiben“, mahnte er.

Nach Angaben des Zivilschutzes gab es bei den Bränden in Portugal ein Todesopfer und etwa 60 Verletzte. Seit Jahresbeginn brannten demnach bereits etwa ein Dutzend Häuser und mehr als 30.000 Hektar nieder – die größte Waldbrand-Schadensbilanz an einem 15. Juli seit 2017.

In der angrenzenden spanischen Region Extremadura wurde am Donnerstag ein weiterer Waldbrand „mit ungünstiger Entwicklung“ gemeldet. Er bedrohte den Monfragüe-Nationalpark.

Die Region leidet bereits seit Tagen unter extremer Hitze. In Spanien scheint der Höhepunkt zwar vorüber, am Freitagmorgen war es in der südwestlichen Provinz Badajoz aber morgens um 7.00 Uhr trotzdem schon 37,2 Grad heiß. Am Donnerstag waren im Zentrum des Landes 45,4 Grad erreicht worden. Im Norden Portugals kletterte das Thermometer sogar auf 47 Grad – ein Rekordwert für den Monat Juli.

Waldbrände in Nordafrika

Auf der anderen Seite des Mittelmeers wüteten im Norden Marokkos mehrere Waldbrände. In der Region Larache wurde nach Behördenangaben ein Todesopfer mit schweren Brandwunden entdeckt. 1600 Hektar brannten nieder, mehr als tausend Familien in den Provinzen Larache, Ouezzane, Taza und Tetouan mussten ihre Häuser verlassen.

Ein Überspringen der 40-Grad-Marke befürchtet für Anfang kommender Woche auch die britische Wetterbehörde und rief deshalb zum ersten Mal überhaupt die Hitze-Alarmstufe rot Hitze aus. Für einen neuen Hitze-Rekord in Großbritannien bestehe eine 80-prozentige Chance. Der bisherige Temperaturrekord des Landes wurde 2019 mit 38,7 Grad erreicht.

In Irland sollen am Montag immerhin 32 Grad erreicht werden. Auch Deutschland stellt sich auf eine Hitzewelle ein. Die Temperaturen sollen zu Wochenbeginn laut Deutschen Wetterdienst im Westen, Süden und Zentrum des Landes 30 Grad übersteigen.

Wissenschaftlern zufolge nehmen Extremwetterereignisse wie Hitzewellen wegen des Klimawandels an Intensität und Häufigkeit zu.

yb/jes

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Hunderte Feuerwehrleute in Kalifornien kämpfen für Erhalt der Riesenmammutbäume

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Los Angeles, USA (AFP) – Hunderte Feuerwehrleute haben weiter gegen einen im Yosemite-Nationalpark wütenden Waldbrand gekämpft, der die dort wachsenden Riesenmammutbäume bedroht. Am Montag gelang es ihnen, den tagelang außer Kontrolle geratenen Brand zu etwa einem Viertel einzudämmen. Doch für Entwarnung war es noch zu früh. Die extreme Hitze und Trockenheit dürften laut Wettervorhersage anhalten.

Das „Washburn Feuer“ war am 7. Juli in der Nähe des Mammutbaumwaldes Mariposa Grove ausgebrochen und hatte sich zuletzt auf rund 950 Hektar ausgebreitet. Über 540 Feuerwehrleute kämpften am Montag gegen die Flammen. „Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um das Feuer zu löschen“, sagte Park-Sprecherin Nancy Phillipe der Nachrichtenagentur AFP. Neben den Brandbekämpfern am Boden würden auch Löschflugzeuge und Hubschrauber eingesetzt. Kontrollierte Brände sollen zudem das Unterholz lichten, um den Flammen Nahrung zu entziehen.Besondere Schutzmaßnahmen wurden für den „Grizzly Giant“ ergriffen, den bekanntesten und zweitgrößten Riesenmammutbaum des Nationalparks. Die Feuerwehr veröffentlichte auf Twitter Aufnahmen von eigens aufgestellten Sprinklern, die den knapp 64 Meter hohen Baum ständig mit Wasser besprühten. Bisher gelang es der Feuerwehr, die Flammen von den uralten Riesenbäumen fernzuhalten.Die Riesenmammutbäume, auch Sequoias genannt, sind die raumgreifendsten Bäume der Welt. Ihre Verwandten, die kalifornischen Redwood-Mammutbäume, können mit mehr als 100 Metern zwar noch höher wachsen, haben aber nicht so einen großen Durchmesser wie die Riesenmammutbäume. Allein im Mariposa Grove wachsen mehr als 500 Sequoias.
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Während ihrer tausende Jahre dauernden Lebenszeit erleben Mammutbäume immer wieder Waldbrände. Die Hitze des Feuers trägt dazu bei, dass sich ihre Zapfen öffnen und sich die Samen verteilen können. Längere, heißere und aggressivere Feuer, die durch die Erderwärmung häufiger werden, können die Bäume aber irreparabel schädigen.

2020 starben bei einem riesigen Brand etwa 10.000 Mammutbäume. Das waren bis zu 14 Prozent des weltweiten Bestands. Im vergangenen Jahr verbrannten weitere 3600 Sequoias.

Der unter einer anhaltenden Dürre leidende Westen der USA hat in den vergangenen Jahren Waldbrände von außergewöhnlichem Ausmaß und Intensität erlebt. Gleichzeitig zieht sich die Brandsaison immer länger hin. Für dieses Jahr befürchten die Feuerwehren besonders heftige Waldbrände.

ans/ck

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